News 15.11.2019:

 

FRIDAY-POST: „Animal Spirits

 

Schaut man sich einige prägnante Bewegungen an den Kapitalmärkten in den letzten Wochen an, lassen diese sich nur schwer durch eine nüchtern-rationale Analyse von Fundamentaldaten begreifen. Vielmehr nehmen „weiche“ Faktoren wie Hoffnung, Psychologie und ein gewisser Herdentrieb eine wichtige Rolle ein – die von den No-belpreisträgern Akerlof und Shiller sogenannten „animal spirits“.

 

Als Ausgangspunkt dieser Entwicklung ab Anfang September identifizieren wir die Kombination aus entschärften politischen Unsicherheitsfaktoren, eher pessimistisch gestimmten und daher defensiv positionierten Investoren sowie attraktiven Bewer-tungen für zyklische, eher riskantere Vermögensklassen. Seit der Aussicht, dass es vorerst keine weitere Erhöhung von Zöllen im amerikanisch-chinesischen Handels-konflikt geben wird und einer zaghaften Stabilisierung von Frühindikatoren sowie Geldmengenaggregaten (siehe Grafik der Woche) haben sich die Renditen von Staats-anleihen merklich nach oben bewegt. Innerhalb der Aktienmärkte haben zyklische Sektoren wie Automobil und Rohstoffe nach langer Durststrecke ein Lebenszeichen ausgesendet.

 

Während die „animal spirits“ auf den Kapitalmärkten geweckt sind, sollte diese für eine nachhaltige Konjunkturbelebung auch zu den Unternehmenslenkern durch-dringen. Hier haben die politischen Unsicherheiten nämlich über die letzten Quartale Bremsspuren bei Investitionen, Lagerhaltung und Preissetzungsspielräumen hinterlassen. Dies in einem Umfeld höherer Löhne bedeutet geringeres Gewinnwachstum, wie die bisher nega-tiven Gewinnwachstumsraten (im Vergleich zum Vorjahresquartal) der Q3-Berichterstattung sowohl in den USA als auch in Europa zeigen.

 

Die Woche Voraus

Wir werden über die nächsten Wochen genau beobachten, ob die optimistischere Stimmung am Kapitalmarkt auf den Unternehmenssektor abstrahlt. In der nächsten Woche stehen daher die Vorabschätzung der Einkaufsmanagerindizes für November aus Japan, Europa, Deutsch-land, Frankreich und den USA am Freitag im Mittelpunkt. Daneben werden die Kfz-Zulassungszahlen aus der Eurozone veröffentlicht, in den USA werden wir außerdem mehr über den Diskussionsverlauf der letzten Notenbanksitzung erfahren, welche bekanntlich zu geringer ausgeprägten Zinssenkungserwartungen geführt hat. Daneben werden neue Zahlen zum US-Häusermarkt (Baugenehmigungen) erwartet, ein Segment der Wirtschaft, welches traditionell eher schnell auf gesunkene Leitzinsen reagiert.

 

Handeln: Chancen nutzen

Dass Aktienmärkte in Hoffnung auf Verbesserung steigen bevor fundamentale Daten dies schwarz auf weiß belegen, ist kein neues Phäno-men. Oft genug haben Aktieninvestoren in der Vergangenheit ein gutes Gespür für zukünftige Verbesserungen des Umfelds bewiesen.

 

Diese Erfahrung in Kombination mit günstiger Saisonalität am Jahresende und eher risikoscheu positionierten Investoren könnte taktisch Chancen für Aktienmärkte bedeuten, die nach der Eroberung von Allzeithochs auch in der technischen Analyse vielversprechend aussehen. Allerdings merken wir an, dass es zunehmend schwieriger für Zentralbanken und Regierungen wird, den fortschreitenden Konjunkturzyk-lus nachhaltig zu beleben.

Und ob eine zeitweilige Entschärfung des Handelsstreits in einigen Punkten die globale Investitionszurückhaltung der Unternehmen nach-haltig beseitigt, ist keine ausgemachte Sache.

 

Behalten Sie sich Ihre „animal spirits“.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

Wir sind für Sie da - sprechen Sie uns an.                                              

mail: christian.gradt@pam-ag.de

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Performer kommt von Performance!

News 14.11.2019:

 

PERSPEKTIVEN – RENTENMARKT  

 

Asien punktet mit Rendite und Diversifikation

 

RENTENMARKT: Mit asiatischen Anleihen können global anlegende Investoren Diversifikationsvorteile erzielen. Dazu kommt: Diese Bonds sind aktuell attraktiv bewertet und bieten vergleichsweise hohe Renditen. Eine sorgfältige Emitten-tenauswahl bleibt aber wichtig.

 

Das vierte Quartal 2019 steht im Zeichen geldpolitischer Lockerungen der Zentralbanken auf der ganzen Welt. Die globalen Leitzinssenkung-en, die der Stabilisierung des Wachstums dienen sollen, haben zu einem starken Anstieg der negativ verzinslichen Schuldverschreibungen geführt und in der Folge zu verstärkter Nachfrage nach höher verzinslichen Anlagemöglichkeiten. Dies wird besonders durch die erheb-lichen Zuflüsse in US-Dollar-Anleihen der Emerging Markets deutlich.

 

Firmenbonds attraktiver als Staatsanleihen

Die Aussicht auf mögliche weitere geldpolitische Lockerungen sollte zumindest keine  Belastung für die Assetklasse darstellen. Bei den Risi-koaufschlägen ist das Bild gemischt. So sind einige Segmente der Emerging-Markets-Staatsanleihen mit Investment-Grade-Rating inzwi-schen relativ teuer, während wir insbesondere asiatische Unternehmensanleihen, gerade auch im High-Yield-Segment, als attraktiv ein-schätzen.

 

Dies ist einerseits in den hohen Unterschieden der Risikoaufschläge zwischen High-Yield- und Investment-Grade-Anleihen in der Region begründet, andererseits aber auch durch den Renditeaufschlag gegenüber High-Yield-Unternehmensanleihen in den USA und Europa.

Neben der aktuellen Zinslage führen die jüngsten Bonitätsverbesserungen Indonesiens (von BBB- auf BBB) und der Philippinen (von BBB auf BBB+) durch S & P dazu, dass die Attraktivität des asiatischen Anleihenmarktes gefestigt wurde. Wir beobachten zudem eine höhere Reife des Marktes. Der asiatische US-Dollar-Anleihenmarkt wächst weiterhin stetig, und es sind immer mehr Emissionen in längerfristige Schuldtitel zu verzeichnen. Das begünstigt eine bessere Aufteilung der Laufzeiten der Anleihen, was wiederum zu einem geringeren Finan-zierungsrisiko für die Unternehmen führt.

 

Die Ausfallquoten asiatischer Anleihen sind vergleichbar mit denen in den USA und Europa, und das gilt auch für das High-Yield-Segment, was viele Anleger überraschen dürfte. Das Wachstum in der Region und robuste Unternehmensbilanzen lassen unserer Einschätzung nach in der Breite keine steigenden Ausfallquoten erwarten.

Ein besonderer Fokus vieler Investoren liegt auf China. Auch hier betragen die Ausfallquoten von Onshore-Anleihen seit Jahresbeginn 2019 weiter weniger als 0,4 Prozent. Lediglich Private-Placement-Anleihen, die nur einen kleinen Teil des Marktes ausmachen, haben in diesem Jahr eine gestiegene Anzahl von Ausfällen verzeichnet.

Neben den aktuellen Zinssenkungen, Bonitätsverbesserungen und Ausfallrisiken nehmen die aktuellen Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China immer mehr Einfluss auf den Anleihenmarkt.

 

Die aktuelle Risikobereitschaft wird durch die geopolitischen Unsicherheiten gedämpft, doch gerade in dieser Situation erscheinen asiati-sche Anleihen besonders attraktiv, wenn man sich die soliden makroökonomischen und unternehmerischen Fundamentaldaten dieser

Region vergegenwärtigt. Darüber hinaus dürften Indonesien und Vietnam von einer möglichen Handelsumlenkung profitieren.

 

Geringe Korrelation

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass asiatische Anleihen im Vergleich zu anderen wichtigen Märkten attraktiv bewertet sind, hohe Ren-diten aufweisen und eine vergleichsweise kürzere Duration bieten. Asiatische Anleihen sind nicht nur aus Renditegründen reizvoll, sondern auch wegen der geringen Korrelation zu anderen Rentenmärkten.

 

Globale Anleger können mit dieser Assetklasse daher beträchtliche Diversifizierungsvorteile erzielen. Was den Marktausblick bis zum Jah-resende anbelangt, so erwarten wir, dass es eine zunehmende Divergenz zwischen einzelnen Emittenten gibt – denen mit besserer und denen mit schlechterer Bonität. Weiterhin ist Vorsicht und sorgfältiges Credit Research entscheidend dafür, ob im aktuellen Marktumfeld eine Outperformance erzielt werden kann.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 13.11.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

Copyright 2019 JPMorgan Chase & Co. AlleRechtevorbehalten.

Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 12.11.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Geht die Rally weiter?

 

Geht die Rally weiter? Auf den ersten Blick scheint nicht viel für Aktien zu sprechen in einer Welt, die immer irrer daherkommt. Da teilen sich drei Diktatoren im Stile von Wildwestschurken den syrischen Staat untereinander auf, da bastelt nebenan der Iran an der Atombombe, dies alles ausgelöst und ermöglicht durch eine US-Außenpolitik im Learning-By-Doing-Modus. Da sind die als besonnen geltenden Briten drauf und dran, sich dauerhaft einem Politkarrieristen auszuliefern, der ihnen bezüglich Brexit seit Jahren Märchen nach Belieben auftischt und ganz offensichtlich sein eigenes, nicht aber das Wohl des Landes im Blick hat. Und dann sind da die Chinesen, die im Hintergrund an einer neuen Weltordnung schrauben, in der die kommunistische Partei Pekings die dominierende Rolle spielt. Soll man in dieser verrückten Welt wirklich in Aktien investieren?

 

Man soll. Drei Dimensionen sprechen dafür, dass Anleger auch in dieser Welt nicht an Aktien vorbeikommen, nennen wir sie die verhaltens-ökonomische, die finanzmathematische und die gesellschaftliche. Die verhaltensökonomische Dimension besteht darin, dass Menschen lernfähig sind und sich Anleger somit an den Irrsinn gewöhnen. Vor allem das Jahr 2016, in dem zunächst das Brexit-Referendum und dann die Trump-Wahl Dinge passieren ließ, die in einer rationalen Welt eigentlich ausgeschlossen wären, bewirkte bei Investoren einen enormen Lerneffekt. Das Risikoregime der Märkte, so lehrten die Brexit- und Trump-Schocks, bleibt selbst bei als disruptiv empfundenen und ökono-misch langfristig schädlichen Ereignissen stabil, solange die Wirtschaftslage zunächst intakt ist.

 

Man könnte es auch als Lektion in maximalem Opportunismus bezeichnen. In jedem Fall lernen wir aus 2016, dass sich Anleger von geopoli-tischem Störfeuer nur dann beeinflussen lassen dürfen, wenn es das Potenzial zu unmittelbarer Beeinträchtigung des ökonomischen Umfel-des hat. Womit wir bei der zweiten Dimension wären, der finanzmathematischen, bestehend aus wirtschaftlicher Lage, Zinsen und Unter-nehmensgewinnen. Hier sieht es keineswegs so trüb aus wie viele meinen. Das Wachstum hat sich in den großen Volkwirtschaften zwar ab-geschwächt, stabilisiert sich aktuell aber gerade klar oberhalb des Rezessionsniveaus.

 

Die Frühindikatoren dürften auf Sicht der nächsten sechs Monate besser aussehen als im vergangenen halben Jahr, womit sich auch der Aus-blick für die Gewinne aufhellt. Weil gleichzeitig die Zinsen niedrig bleiben, vielleicht sogar eher noch weiter zurückgehen, eröffnen sich neue Bewertungsspielräume für die ohnehin nicht teuren Aktienmärkte. Und schließlich spricht die dritte Dimension, die gesellschaftliche, auch längerfristig für Aktien. Denn in der Verteilung des Nationaleinkommens haben in den letzten Jahrzehnten die Unternehmen - also der „Faktor Kapital“ -  gewonnen, während die Haushalte (also der „Faktor Arbeit“) ebenso relativer Verlierer waren wie der Staat, welcher den Haushalten mit immer üppigeren Sozialbudgets unter die Arme greifen musste und daher immer weniger investieren konnte. Es spricht wenig dafür, dass sich an dieser Gemengelage auf Sicht viel ändern wird. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass wir uns vom Irrsinn in der Welt nicht den Blick auf die Vorteilhaftigkeit der vermeintlich so riskanten Aktienanlage vernebeln lassen dürfen.

 

Was das für Anleger bedeutet

Anleger sollten also weiter, sogar eher noch zunehmend, auf die Aktie setzen, besonders in Zeiten so niedriger Zinsen. Die beispiellose Wen-de in der Geldpolitik, welche die bedeutendsten Zentralbanken seit Januar vollzogen haben, führte im Jahr 2019 zu einer extrem positiven Kursentwicklung bei Anleihen. Wohl nur die wenigsten hätten am Anfang des Jahres vorausgesagt, dass beispielsweise italienische Zehn-jahresanleihen Anfang November als eine der am besten gelaufenen Assetklassen des Jahres dastehen würden.

 

Dass die Zinsen aber im kommenden Jahr noch einmal so stark nach unten rutschen darf bezweifelt werden, und wenn, dann eher in Europa als in den USA. Das schwächere Wachstum, vor allem aber die sehr maue Inflationsdynamik könnten die von Christine Lagarde geführte EZB veranlassen, die Geldpolitik noch weiter zu lockern, während seitens der US-Fed ein Ende des „mid-cycle adjustment“ realistischer er-scheint. Und da sich vor dem Hintergrund der absehbaren Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China das Makrobild eher aufhellen dürfte, spricht mit Blick auf 2020 vieles für Aktien und gegen Anleihen. Dies umso mehr, als am 3. November 2020 die Präsident-schaftswahlen in den USA stattfinden und der Amtsinhaber versuchen dürfte, mit zusätzlichen Ausgaben Wechselwähler für sich zu gewin-nen. Aus dieser Perspektive dürfte 2020 ein ebenso spannendes wie ertragreiches Aktienjahr werden, selbst wenn die zu erwartenden Kurs-gewinne nicht ganz so üppig ausfallen wie im – bisher - überraschend positiven 2019.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 11.11.2019:

 

FRIDAY-POST: „Aufhellung

 

Grund zu feiern gab es an den Kapitalmärkten während der letzten Woche doch einiges. So nahm der S&P 500 ein neues Allzeithoch, wenn auch nur knapp. Der deutsche Leitindex DAX sprang über die Marke von 13.000 Indexpunkten. Die Stimmung bewegte sich deutlich im „Risk on“-Modus. Die Rotation in zyklische und vernachlässigte „Value“-Werte hat sich fortgesetzt, was an den Aktienmärk-ten auch den europäischen Titeln half sich gegenüber dem US-Markt zu behaup-ten. Wie die Nettomittelzu- und abflüsse bei Fonds im globalen Kontext laut Datenanbieter EPFR zeigen, scheinen sich die internationalen Anleger auch wieder stärker an den europäischen Börsen zu engagieren. Bleibt abzuwarten, ob damit eine lange Serie von über 80 Wochen an Netto-Mittelabflüssen in dieser Region zu einem nachhaltigen Ende kommt.

 

Vereinzelte Anzeichen einer zyklischen Konjunkturbelebung trugen zu dem jüngsten Anstieg an den Weltaktienmärkten ebenso bei wie Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelskonflikt der USA mit China, und eine vorläufige Blaupause für einen geordneten Brexit. Konjunkturell trugen z.B. in der abge-laufenen Woche der Anstieg des Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der Eurozone und die deutschen Auftragseingänge klar zur Aufhellung bei. Dazu passt, dass die Unterkomponenten der Einkaufsmanagerindizes so-wohl für die Industrie- als auch für die Schwellenländer schon zuvor für das verarbeitende Gewerbe auf den höchsten Stand seit Juli 2018 geklettert waren. (vgl. Grafik der Woche). Diese Hoffnungszeichen werden aber nach wie vor nicht durch den breiten wirtschaftlichen Nachrichtenfluss gedeckt. Daran erinnerten zuletzt u.a. die Auftragseingänge in der amerikanischen Wirtschaft, die stärker als vom Konsensus erwartet, fielen. Auf Basis des originären Global Macro Breadth Index der AGI verschlechterten sich die globalen Makrodaten im Oktober erneut und haben sich nun in 19 der letzten 21 Monate abgeschwächt.

 

Die Woche Voraus

Da es noch nicht ausgemacht zu sein scheint, ob die Weltwirtschaft im kommenden Jahr lediglich unterhalb ihres Potentials wächst, mit dem Risiko rezessiver Tendenzen, oder ob es der Geldpolitik – idealerweise von einer nachhaltigen Entspannung auf Seiten der Geo-Politik unterstützt – gelingt, die Konjunktur zu stimulieren, bleiben die Konjunkturdaten im Fokus der Anleger. Über die Woche verteilt kommen die Daten zur Entwicklung des vorläufigen Bruttoinlandsproduktes für das dritte Quartal für Japan, das Vereinigte Königreich, Deutschland und die gesamte Eurozone.

Daneben stehen in der neuen Woche die ZEW-Konjunkturerwartungen für die Eurozone und deren Mitgliedsstaaten (Dienstag), die Indu-strieproduktion der Eurozone (Mittwoch) und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die USA (Donnerstag) im Fokus. Die Arbeitsmärkte in den Vereinigten Staaten sind äußerst robust und damit eine wichtige Säule für den Binnenkonsum und damit das Wachstum. Aus China kommen die Entwicklung des Anlagevermögens, die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion. Der Wochenausklang steht dann ganz im Zeichen der USA. Es werden vor allem die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion erwartet.

 

Handeln: Die Aufhellung nutzen, aber vorsichtig bleiben

Die technische Lage zeigt sich robuster – viele Leitindikatoren in den Industrie- aber auch den aufstrebenden Staaten sind nach oben ausge-brochen - bleibt aber gegenüber Stimmungsschwankungen, die schnell von negativen Meldungen ausgelöst werden können, anfällig. So fal-len u.a. das hohe Maß an Leerverkäufen bei US-Aktien und eine hohe Put/Call-Relation auf. Auch stehen noch viele Investoren an der neutra-len Seitenlinie, können das Pendel also schnell in die negative wie positive Richtung ausschlagen lassen. Die Anleiherenditen haben sich stabilisiert. Zwischenzeitlich ist das Anleihevolumen mit negativer Rendite weltweit auf 12,8 Billionen (nach einer Spitze von 17 Billionen) US-Dollar gesunken.

 

In der Gesamtsicht von Konjunktur, technischer Lage und Geo-Politik kam es zu einer zwischenzeitlichen Aufhellung, welche die risikorei-cheren Vermögensgattungen unterstützen sollte. Von einem Schwenk in eine konjunkturell getragene Aufwärtsbewegung kann aber noch nicht die Rede sein.

 

Die Aufhellung zu nutzen, bei insgesamt noch angebrachter Vorsicht, scheint die Devise zu lauten.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 07.11.2019:

 

MÄRKTE – MEINUNGEN  

 

Corporate Governance in Schwellenländern: Das Klima des Wandels nutzen Ein Beitrag der Franklin Templeton Emerging Markets Equity Group

 

Die Schwellenländer sind eine ergiebige Quelle für Anlagechancen. Aber in ihren Defiziten bei der Corporate Governance, im Vergleich zu den Industrieländern, liegen auch Herausforderungen. Eine Verbesserung der Governance könnte sich positiv auf die Aktien der Schwellenländer auswirken.

 

Corporate Governance ist ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeit eines Unternehmens. Ein gesundes System von Kontrollen, Anrei-zen und Werten, das sich in Merkmalen wie einem mehrheitsunabhängigen Vorstand, einem gut durchdachten Vergütungssystem für Füh-rungskräfte und einem vernünftigen Verfahren der Kapitalallokation widerspiegelt, sollte das Management disziplinieren, um das Unter-nehmen langfristig zu steuern.

 

Auffällig sind auch die Auswirkungen, die Governance oft auf Aktienbewertungen hat. Bei Unternehmen mit mangelhaftem Verhalten oder einer Politik, die Anleger benachteiligt, wird dies in der Regel vom Markt in die Kurse eingepreist. Verbesserungen der Governance geben diesen Unternehmen dagegen die Möglichkeit, ein neues, besseres Rating zu erzielen.

Insgesamt haben Studien weitgehend eine Korrelation zwischen besserer Governance und verbessertem Zugang zu Finanzierungsmöglich-keiten, niedrigeren Kapitalkosten, stärkerer operativer Leistung und höheren Bewertungen für Unternehmen gefunden. Um es aber klarzu-stellen: Corporate Governance ist nur einer von vielen Faktoren, die die Perspektiven und den Aktienkurs eines Unternehmens beeinflussen können. Wir sind der Meinung, dass Anleger die Governance eines Unternehmens neben traditionellen Finanzmaßnahmen bewerten soll-ten, um sich einen umfassenden Überblick über die potenziellen Anlageerträge und -risiken zu verschaffen.

 

Corporate-Governance-Defizite

Schwellenländer gewinnen auf der Finanzbühne zunehmend an Bedeutung. In den letzten 20 Jahren hat sich ihr Anteil an der globalen Bör-senkapitalisierung mehr als verdoppelt – im Juni 2019 lag sie nach Bloomberg bei 30 %.

Obwohl Schwellenländer eine ergiebige Quelle potenzieller Anlagechancen sind, liegen ihre Governance-Standards im Vergleich zu denen der entwickelten Märkte in der Regel zurück und schrecken manche Anleger ab. In einer Studie der World Federation of Exchanges (WFE, weltweite Vereinigung regulierter Wertpapierbörsen) identifizierten Anleger Governance-Bedenken als besondere Herausforderung bei Anlagen in Schwellenländern. Einige gaben sogar an, sie würden es vermeiden, in ein Unternehmen zu investieren, wenn sie Mängel in der Governance vermuteten.

 

Eine der Problematiken kann beispielsweise die Unternehmenseigentümerstruktur sein. Denn häufig liegt in Schwellenländern eine Domi-nanz von Familien- und Staatsunternehmen vor. Dies kann zur Folge haben, dass die Interessen von Minderheitsaktionären kaum berück-sichtigt werden. Ohne angemessene Garantien könnten die kontrollierenden Anteilsinhaber die Unternehmensressourcen leichter für ihre eigenen Zwecke und auf Kosten der Minderheiten einsetzen.

Nehmen wir zum Beispiel eine Transaktion mit verbundenen Unternehmen, bei der ein börsennotiertes Unternehmen einen überhöhten Preis zahlt, um Vermögenswerte von einem anderen Unternehmen zu erwerben, das mit seinem Mehrheitsaktionär verbunden ist. In einem anderen Szenario könnte ein staatliches Unternehmen in ein Projekt investieren, das die strategischen Ziele des Landes vorantreibt, aber den Shareholder Value komprimiert.

 

Der Schutz der Minderheitsaktionäre ist ein wichtiges Thema in den Schwellenländern. Mehr ­Transparenz von Seiten der Aufsichtsbehör-den und Unternehmen könnte zur Gleichbehandlung der Aktionäre beitragen.

 

Fortschritte in der Corporate Governance

Im Laufe der letzten Jahre wurden die Corporate-Governance-Defizite in manchen Schwellenländern abgebaut. Zwei Hauptantriebskräfte für diese Entwicklung können ausgemacht werden: Als Erstes sind die Weckrufe infolge von Wirtschaftskrisen und Unternehmensskanda-len, die durch Governance-Fehler ausgelöst wurden, zu nennen. So war beispielsweise die asiatische Finanzkrise von 1997 ein wichtiger Wen-depunkt für Volkswirtschaften und Unternehmen. Der zweite Beweggrund ist der Wunsch, in die wichtigsten Marktindizes aufgenommen zu werden, um mehr Kapital anzuziehen. Für Volkswirtschaften, die eine Indexaufnahme im Visier haben, gehören Governance-Maßstäbe zu den Kriterien, die sie erfüllen müssen. Die Zugänglichkeit, Effizienz und Transparenz ihrer Finanzmärkte sowie die Stärke ihrer Regulie-rungssysteme sind nur einige Faktoren, die die Index­anbieter ­bewerten.

 

Die Verbesserungen der Governance in den Schwellenländern waren uneinheitlich. Dennoch sind die allgemeinen Fortschritte, die wir in mehreren Bereichen beobachtet haben, ermutigend. Ein Beispiel hierfür sind die Rechnungslegungsstandards. Lokale Standards haben sich zunehmend international anerkannten Standards angenähert und sorgen für mehr Informationsqualität und Transparenz.

Die Regulierungsbehörden haben zudem Maßnahmen ergriffen, um die Position von Minderheitsaktionären zu stärken, indem sie ihnen beispielsweise mehr Mitspracherechte bei Transaktionen mit verbundenen Unternehmen einräumen. Die Weltbank stellte in ihrer globalen jährlichen Studie „Ease of Doing Business“ fest, dass Volkswirtschaften mit niedrigem Einkommen in den letzten 10 Jahren zu ihren ein-kommensstarken Konkurrenten aufgeschlossen haben, wenn es um die Transparenz von Transaktionen mit verbundenen Unternehmen geht.

Trotz der erfreulichen Fortschritte merken Kritiker an, dass die Reformen der Corporate Governance in vielen Schwellenländern noch nicht weit genug fortgeschritten sind. Während einige Volkswirtschaften ihre öffentlichen Institutionen gestärkt haben, scheinen andere zu we-nig getan zu haben. In der jüngsten Studie der Worldwide Governance Indicators lagen die Volkswirtschaften mit niedrigem Einkommen als Gruppe in Bezug auf die Regulierungsqualität weiterhin deutlich hinter den Märkten mit hohem Einkommen zurück.

 

Die Verbesserung der Corporate Governance in den Schwellenländern ist zu einem strukturellen ­Thema geworden, das die Aktien mittel- bis langfristig antreiben könnte.

 

Rückenwind für Schwellenländeraktien

Defizite in der Governance zeigen Verbesserungsmöglichkeiten auf sowie Chancen für Anleger, von der positiven Entwicklung des Wandels zu profitieren. Wir sind überzeugt, dass die Verbesserung der Governance zu einem strukturellen ­Thema geworden ist, das die Aktien der Schwellenländer antreibt. Zudem vertreten wir die Auffassung, dass aktive Anleger in einer günstigen Position sind, diesen ­Rückenwind zu nutzen.

 

Warum aktive Anleger? Passives Screening und andere quantitative Instrumente haben es Anlegern scheinbar leicht gemacht, Unternehmen mit hohen Governance-Werten in die engere Wahl zu nehmen oder Unternehmen mit niedrigen Ratings auszuweichen. Dieser Ansatz stößt jedoch insbesondere in den Schwellenländern an seine Grenzen.

Mit standardisierten Maßnahmen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass markt- oder unternehmensspezifische Nuancen übersehen wer-den, so etwa die Notwendigkeit einer stärkeren Überprüfung großer familiengeführter Konzerne mit Kreuzbeteiligungen.

Unterschiede in den Sprachen und Offenlegungsregeln können die Informationsbeschaffung behindern. Vor allem sind Screens eher rück-wärtsgewandt, was bedeutet, dass sie schlecht bewertete Unternehmen herausfiltern dürften, auch wenn sie zu Veränderungen bereit sind.

 

Daher sehen wir kaum eine Alternative zum Bottom-up-Research aus erster Hand, wenn es um die Beurteilung des unternehmerischen Verhaltens geht. Durch Unternehmensbesuche vor Ort, persönliche Interaktionen mit dem Management und andere Formen der Feldarbeit werden aktive Anleger eher ein umfassendes Bild von der Einstellung der Unternehmen zu Governance-Fragen und von ihrer Bereitschaft zu Reformen gewinnen.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 05.11.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Winston Churchill 2.0

 

Winston Churchill 2.0: Erleben wir in diesem Jahr doch noch das Durchschlagen des gordischen Brexit-Knotens? Zumindest ist seit letzter Woche gewiss, dass morgen das Parlament aufgelöst wird und die Briten am 12. Dezember 2019 ein neues wählen sollen. Premierminister Johnson erhofft sich durch die Neuwahlen ein klares Mandat für seinen neu ausgehandelten Brexit-Deal. Und obwohl die Tory-Partei in den Umfragen mit etwa 35 Prozent recht deutlich hinter den Werten der letzten Wahl im Jahr 2017 liegt (damals erreichten die Tories 43,5 Pro-zent), könnte es für die britischen Konservativen dennoch für eine absolute Mehrheit im Parlament reichen. Grund hierfür ist das britische Mehrheitswahlrecht, bei dem in den einzelnen Wahlkreisen der Kandidat gewählt ist, der die meisten Stimmen auf sich vereint. Die Stim-men der Gegner verfallen – egal, wie viele sie gesammelt haben. Somit könnten 35 Prozent der Stimmen bei den aktuellen Umfragewerten für eine absolute Mehrheit der Sitze reichen, da der Abstand zur Labour-Partei, die in den Umfragen gerade einmal bei 25% liegt, deutlich größer ist als im Jahr 2017 (damals waren es 41 Prozent). Britische Wahlexperten taxieren die Wahrscheinlichkeit für eine konservative Mehrheit aktuell auf etwas mehr als 50 Prozent.

 

Da Johnson trotz des verschobenen Austrittsdatums nicht „tot im Graben liegt“, was er ursprünglich einer Verschiebung vorgezogen hatte, bleibt ihm also doch noch die Chance, seinen Deal durchzuboxen – und zu beweisen, dass er der größte Premierminister seit Winston Chur-chill ist. Kommt das Austrittsabkommen mit einer Tory-Mehrheit durch, träte eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 in Kraft. Das Versprechen Johnsons, bis dahin einen Handelsdeal mit der EU auszuhandeln, darf man jedoch getrost unter der Kategorie „Märchenstun-de“ verbuchen. Wir erinnern uns: Die EU und Kanada benötigten fünf Jahre, um ihr Handelsabkommen auszuhandeln. Ein Deal mit Groß-britannien dürfte wesentlich komplexer sein, da die Handelsbeziehungen des Königreichs mit der EU weitaus intensiver sind als die zwi-schen der EU und Kanada. Somit dürfte den Briten und der EU die Unsicherheit rund um den Brexit auch nach einem offiziellen Austritt erhalten bleiben.  

 

Für Zuversicht sorgt dieser Tage die Berichtssaison der Unternehmen für das dritte Quartal. Zugegeben, es war für die allermeisten Firmen nicht sonderlich schwer, die sehr niedrigen Erwartungen zu übertreffen. Allerdings ist das Bild, das die Berichtssaison bis dato zeichnet durchaus als Achtungszeichen zu interpretieren. In den USA waren Analysten von einem Gewinnrückgang ausgegangen. Tatsächlich fiel der Gewinnrückgang der Unternehmen, die bisher Zahlen vorgelegt haben, deutlich geringer aus als befürchtet. Besonders positiv hervorzuhe-ben ist dabei, dass dieser Trend über nahezu alle Branchen hinweg zu beobachten ist. Während in den USA fast 80 Prozent aller Unterneh-men die Gewinnerwartungen übertreffen konnten, sind es in Europa nur rund 60 Prozent – und das bei ebenfalls leicht rückläufigen Gewin-nen. Dennoch verläuft die Berichtssaison auch bei uns hier in Europa bislang alles andere als enttäuschend.

 

Positive Überraschungen von der US-Unternehmensseite passen zu den guten Nachrichten, die uns zuletzt von der Front makroökonomi-scher Daten erreicht haben. Das US-Wachstum fiel im dritten Quartal etwas stärker aus als erwartet, auf dem Arbeitsmarkt wurden im Sep-tember und Oktober 2019 weit mehr Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen als prognostiziert und auch die Stimmung in der US-Industrie scheint sich – wenngleich auf niedrigem Niveau – zu stabilisieren. Insofern ist der US-Notenbankchef durchaus glaubwürdig, wenn er verkündet, dass die Zinssenkung in der vergangenen Woche voraussichtlich das Ende des „Mid-Cycle-Adjustments“ der US-Geld-politik darstellt.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Der Weg des geringsten Widerstandes führt an den Aktienmärkten dieser Tage weiterhin nach oben. Die starken Daten aus den USA, sowie die Aussicht auf ein absehbares Ende des Brexit-Dramas gepaart mit verhaltenem Optimismus, dass die USA und China sich trotz der Absa-ge des APEC-Gipfels doch noch zur Unterzeichnung ihres „Phase 1 Deals“ durchringen können, ließ Aktienkurse auf neue Jahreshöchststän-de klettern. Besonders positiv aus Sicht europäischer Autohersteller sind gerade die guten Gespräche mit dem US-Handelsministerium, in denen man sich befindet und wonach die Einführung von Autozöllen wohl abgewendet wird.

 

Wenngleich die eindrucksvolle Rallye an den Aktienmärkte im vierten Quartal ein wenig nach einer Korrektur schreit, ergibt sich durch das nachlassende geopolitische Risiko durchaus weiterer Spielraum nach oben – gerade, weil viele Anleger den Kursanstieg bei Aktien in 2019 von der Seitenlinie aus betrachtet haben und mit einem Wiedereinstieg liebäugeln dürften.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 04.11.2019:

 

FRIDAY-POST: „Wendepunkte?

 

 

Die Handelsspannungen zwischen China und den USA waren die größte Un-sicherheitsquelle für das globale Wirtschaftswachstum der letzten zwei Jahre. Doch es zeichnet sich eine – nach langwierigen Verhandlungen beider Seiten – vorläufige Vereinbarung in Richtung eines ersten Handelsabkommens ab. Allerdings bleiben dabei die großen strukturellen Fragen im Handelsstreit nach wie vor ungeklärt. Diese mögliche Übereinkunft könnte den ersten Wen-depunkt für einen Ausweg aus der Sackgasse bedeuten. Eine Sackgasse, die sich im zeitlichen Verlauf zunehmend mehr im Unternehmer- und Verbrau-chervertrauen bzw. im Investitionsaufwand der Unternehmen niedergeschla-gen hat – u. a. fiel die globale Unternehmensstimmung auf das niedrigste Niveau seit Anfang 2016.

 

Ein weiterer Wendepunkt könnte auch die zuletzt deutliche Annäherung in den seit Monaten festgefahrenen Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und der Europäischen Union (EU) um den Brexit sein. Zwar scheint eine kurzfristig Lösung nicht in Sicht, und so dürfte die politische Unsicherheit an den Börsen noch eine Weile anhalten. Doch mit der Abstim-mung im Unterhaus, den Gesetzgebungsprozess in die nächste Phase treten zu lassen – auch wenn die Parlamentarier den Regierungsplan über den Um-setzungszeitplan ablehnten –, erscheint ein geregelter EU-Austritt Großbri-tanniens nach einer erneuten Fristverlängerung durch die EU zu einem späteren Zeitpunkt eine realistische Option.

 

Aber jene politischen Unwägbarkeiten bleiben nicht ohne konjunkturelle Folgen. Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) hat sich das Wachstum in 90 % aller Staaten gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt. Es lag mit 2,9 % gegenüber Vorjahr im dritten Quartal 2019 auf dem niedrigsten Stand seit 2009. Studien der US-Notenbank Fed sowie des IWF gehen von einem negativen Einfluss des Handelskonflikts auf das globale Wirtschaftswachstum von 80 bis 110 Basispunkten aus (siehe dazu die Grafik der Woche). Das zeigt sich auch am schwächsten Wachstum Chinas seit Jahrzehnten, wenngleich die schwache Entwicklung des Außenhandels sowohl auf Gründe außerhalb als auch inner-halb Chinas zurückgehen dürfte. Und so rechnen wir vor dem Hintergrund anhaltender (geo-)politischer Risiken im zweiten Halbjahr 2019 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft unter Potenzial. Dabei überwiegt weiterhin Skepsis, ob eine expansivere Geldpolitik – seit Anfang des Jahres haben mehr als 40 Notenbanken ihre Leitzinsen gesenkt – mit nur begrenzter fiskalischer Unterstützung ausreicht, um die zahl-reichen ökonomischen und politischen Belastungsfaktoren im derzeitigen spätzyklischen Konjunkturumfeld auszugleichen.

 

Diese potenziellen Wendepunkte – die Teileinigung im Zollstreit sowie die Entwicklung in den EU-Austrittsverhandlungen – sorgten letzt-lich an den internationalen Kapitalmärkten für Wohlwollen. Während Aktienmärkte teilweise sogar fast neue Allzeithochs erreichten, kam es an den Anleihenmärkten zu Gewinnmitnahmen. Ob sich allerdings dieser implizierte Optimismus fortschreiben lässt, hängt auch vom Verlauf der laufenden Q3-Berichtssaison ab. Der Konsensus geht für den US-Aktienmarkt (S&P 500) von einem Gewinnrückgang von knapp 4 % aus – das lässt Raum für positive Überraschungen. Die vermehrt zurückhaltende Positionierung der Investoren sowie Nettomittelzuflüs-se von insgesamt fast 900 Mrd. US-Dollar in weltweite Anleihen- und Geldmarktfonds seit Anfang des Jahres könnten für einen weiteren Wendepunkt sprechen – trotz eines Volumens von mehr als 13 Bio. US-Dollar umlaufender Anleihen mit negativer Rendite. Denn sollte sich die politische Unsicherheitsprämie in den kommenden Wochen weiter verringern, könnte dies zusammen mit einer international zuneh-mend akkommodierenden Geldpolitik Unterstützung für die globalen Aktienmärkte mit sich bringen.

 

Taktische Allokation Aktien & Anleihen

  • Trotz einer weiter nachlassenden globalen Wachstumsdynamik und erhöhter mittelfristiger Abwärtsrisiken waren die jüngsten Wirtschaftsdaten nicht so schwach wie befürchtet.
  • Die Teileinigung im Zollstreit sowie die Entwicklung in den EU-Austrittsverhandlungen könnten erste Wendepunkte darstellen,       um die politische Unsicherheitsprämie in den kommenden Wochen weiter zu verringern.
  • Jedoch bleiben die politischen Unwägbarkeiten nicht ohne konjunkturelle Folgen. Vor diesem Hintergrund ist im zweiten Halbjahr 2019 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft unter Potenzial zu rechnen.
  • Dabei überwiegt weiterhin Skepsis, ob eine expansivere Geldpolitik (mit nur begrenzter fiskalischer Unterstützung) ausreicht, um    die zahlreichen ökonomischen und politischen Belastungsfaktoren im derzeitigen spätzyklischen Konjunkturumfeld auszugleichen.
  • Die Geldpolitik sollte auch weiterhin stimulierend wirken, dürfte dabei aber zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Mit erhöhten Marktschwankungen, verursacht u. a. durch verbleibende politische Unwägbarkeiten, muss gerechnet werden.

 

Wir wünschen Ihnen positive Wendepunkte in der laufenden Woche.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 31.10.2019:

 

KOMMENTARE UND GEDANKEN ZUM GESTRIGEN WELTSPARTAG

 

Weltspartag wird zum Ereignis für Kinder und Nostalgiker

 

Der Weltspartag soll den Gedanken des Sparens fördern. Banken nutzen ihn neben der Kundenaufklärung traditionell vor allem für Werbung in eigener Sache. Allerdings hat der Tag in der öffentlichen Wahrnehmung hierzulande stark an Bedeutung eingebüßt.

 

Nur noch wenige Deutsche hängen am Weltspartag. Das ist Ergebnis einer Studie aus dem Hause Yougov. Anlässlich des gestrigen Welt-spartags, der hierzulande am 30. Oktober begangen wird, hat das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Anfang Oktober mehr als 2.000 deutsche Erwachsene online befragt.

Demnach besuchen rund 4 Prozent der Befragten jedes Jahr an dem Tag eine Bankfiliale. 7 Prozent tun das zumindest oft. Generell etwas häufiger suchen Familien mit Kindern dann ihr Geldinstitut auf. Von den Erziehungsberechtigten gaben 5 Prozent an, regelmäßig am Welt-spartag in eine Bankfiliale zu gehen, 14 Prozent tun das meistens. Eine Mehrheit sieht im Weltspartag vor allem einen willkommenen Anlass, Kinder an das Thema Sparen heranzuführen. 61 Prozent finden den Weltspartag aus dieser Warte heraus wichtig.

 

Und auch Nostalgie schwingt mit: So wünschen sich 60 Prozent, der Weltspartag hätte wieder die gleiche Bedeutung wie in ihrer Kindheit. Je älter die Befragten, desto eher vertraten sie diese Ansicht.

 

Immer weniger Menschen hängen am Weltspartag

Warum der Tag an Bedeutung eingebüßt hat? 68 Prozent der Befragten sehen in ihm keinen Sinn mehr, weil hiesige Banken auf traditionelle Sparformen keine Zinsen mehr zahlen. An der Sinnhaftigkeit von Banken zur Geldaufbewahrung zweifelt trotzdem nur eine Minderheit: 55 Prozent sehen ihr Geld bei einer Bank besser aufgehoben als zu Hause, bei den über 70-Jährigen sind es sogar 64 Prozent.

Das Vertrauen, dass das eigene Geld bei Banken gut aufgehoben sei, könnte allerdings schwinden, wenn Banken dazu übergehen würden, Strafzinsen auch von kleineren Privatkunden zu verlangen. In dem Fall würden 77 Prozent ihr Geld lieber unter dem Kopfkissen horten als es auf der Bank real dahinschmelzen zu sehen. Ein solches Szenario mit Strafzinsen halten immerhin 37 Prozent der Befragten in den kom-menden fünf Jahren für wahrscheinlich.

 

Negativ- was?

Allerdings hat auch nicht jeder Deutsche von dem Begriff Negativzinsen überhaupt gehört. Rund 81 Prozent können mit ihm etwas anfang-en, 42 Prozent meinen die Bedeutung des Begriffs immerhin gut zu kennen. Dagegen hat vom Weltspartag etwas mehr als jeder Zweite (54 Prozent) schon gehört. In Österreich ist der Tag insgesamt populärer als hierzulande, sagen die Studienautoren unter Verweis auf eine Befragung aus dem Nachbarland.

 

Gespart wird übrigens weiterhin. 58 Prozent der Bevölkerung legt laut der Umfrage regelmäßig kleine Geldbeträge beiseite. Diese sind für besondere Anschaffungen reserviert, oder sie landen auf einem Sparbuch. 75 Prozent der Deutschen bezeichnen sich selbst als sparsam.

Die Anregung zum Weltspartag stammt aus dem Bankenumfeld. Sie sei erstmals 1924 auf einem Bankenkongress in Mailand aufgekommen, heißt es von den Sparkassen. Der erste Weltspartag wurde am 31. Oktober 1925 begangen. Seitdem findet er in den meisten Ländern jährlich Ende Oktober, in der Regel am 31. Oktober, statt. In Deutschland wird er wegen des Reformationstags um einen Werktag vorgezogen. International hat der Weltspartag in vielen Ländern im Laufe der Jahre allerdings an Bedeutung eingebüßt.

 

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Es ist doch wie mit dem Rauchen

 

Fonds aussuchen, Rate bestimmen, loslegen – Zack, fertig. So einfach. Nur warum sparen so wenige Menschen in Fonds und schieben stattdessen so etwas immer vor sich her. Redakteur Andreas Harms (Das Investment) versucht sich in Ursachenforschung, erinnert sich an seinen ehemaligen Chef und vergleicht Sparen mit Rauchen.

 

Zugegeben, meine Überschrift ist nicht ganz korrekt. Denn mit dem Sparen ist es eher wie mit dem Nicht-Rauchen, also dem Aufhören mit Rauchen. In beiden Fällen liegt der Nutzen viel zu weit in der Zukunft. Klar verlängert es mein Leben, wenn ich aufhöre zu rauchen. Aber eben erst in 20, 30 oder 40 Jahren. Und klar kann ich ein Vermögen ansparen, wenn ich in einen Investmentfonds spare. Aber eben erst in 5, 10 oder gar 20 Jahren. Das ist doch noch so lange hin.

 

Wie schnell habe ich dagegen einen Handyvertrag abgeschlossen (20 Euro im Monat) und Netflix (14 Euro) und Spotify (10 Euro)? Aber da habe ich den Nutzen eben sofort und kann am Stück zehn Stunden „Breaking Bad“ glotzen. Der Fuffi fürs eigene Vermögen ist dagegen erst-mal weg. Absolut verständlich diese Denkweise und total menschlich, aber eben auch sehr schade.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich Menschen so schwertun, regelmäßig Geld beiseite zu legen. Dabei ist es doch so einfach: Ein Konto hat eh fast jeder. Also einmal einen Fonds ausgesucht (Berater helfen dabei), einen monatlichen Betrag bestimmt, Freistellungsauftrag nicht vergessen, und los geht’s.

 

Leider gibt es keine bundesweiten Zahlen, wie viele Menschen das wirklich machen. Selbst der BVI hat nur Daumengrößen dazu. Eine geht wie folgt: 20 Millionen Menschen haben hierzulande irgendeinen Fonds, die Hälfte davon zahlt wohl regelmäßig ein. Die Betonung liegt wohlgemerkt auf „Wohl“. Aber sollte das stimmen, wäre das eine wirklich schlappe Quote für ein Land mit 33,4 Millionen sozialversiche-rungspflichtig Beschäftigten. Denn zu denen sollte man noch die über 10 Millionen Kinder unter 14 Jahren hinzurechnen, von denen grund-sätzlich auch jedes für einen Fondssparplan infrage kommt. Meine beiden Jungs haben jedenfalls je einen.

 

Auch im Kleinen ergibt sich ein ähnliches Bild. In meinem Bekanntenkreis sind in den vergangenen Jahren einige Kinder auf die Welt ge-kommen. Kinderzimmer wurden eingerichtet, Bettchen und Schnuller gekauft, Ratgeber gelesen. Nur Geld regelmäßig auf die kindliche Kante zu legen, damit tun sich alle durchweg schwer.

 

Lieber der schnelle Erfolg

Wenn ich an Sparpläne denke, erinnere ich mich immer an einen nicht gerade angenehmen Chef, den ich vor nicht ganz 20 Jahren in der Dresdner Bank hatte. Er war damals Filialleiter und unglaublich heiß auf den schnellen Erfolg. Legte ich das Vermögen eines Kunden an, war er begeistert. Schloss ich einen Fondssparplan ab, zuckte er nur muffelig mit den Schultern. Gab ja erstmal nix für die eigene Erfolgsga-lerie. Dabei zeigten erst kürzlich Zahlen der Maklerpools und unsere eigenen Berechnungen, wie sich solche Pläne im Laufe der Zeit läppern können. Und dass viele Berater ihren Wert offenbar doch kennen. Aber das war nichts für meinen damaligen Chef. Die sofortige Provision bedeutete ihm alles. Mit dem Weitblick hatte er es dagegen nicht so.

 

Doch den sollten alle Beteiligten an den Tag legen: Sparer, Eltern, Berater, deren Chefs. Und ja, selbst die Regierung, indem sie Einzahlpläne steuerlich entlastet. Von fördern will ich ja gar nicht reden. Es reicht schon aus, wenn sie endlich mal steuerlich nicht schlechter gestellt werden als eine Lebensversicherung.

 

Dann wären wir schon einen großen Schritt weiter und könnten Vermögen aufbauen.

 

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News 30.10.2019:

 

MÄRKTE – MEINUNGEN

 

Oktober-Fazit

Kein Ausverkauf bis Halloween

 

Der Blick auf die Finanzmärkte war im Herbst zuweilen schaurig: Kristina Hooper, Chefstrategin beim Fondsanbieter Invesco, sagt, ob Anleger bis Halloween mit einem neuen Kursspuk rechnen müssen.

 

Im Oktober feiern Menschen rund um die Welt Halloween und damit alles, was makaber und gruselig ist. Auch an den Aktienmärkten gilt der Oktober als schauriger Monat. Einige der größten Aktien-Crashs aller Zeiten haben im Oktober stattgefunden – etwa die Börsenpanik von 1907, der Börsen-Crash von 1929 und der Kurssturz von 1987. Auch im Jahr 2018 brachen die Aktienmärkte im Oktober ein.

 

Allerdings zeigt ein Blick auf die Gesamtstatistik, dass der Oktober in der Historie nicht der schlechteste Monat für die Aktienmärkte war. Für dieses marktpsychologische Phänomen gibt es einen Ausdruck: den sogenannten Oktober-Effekt. Laut Definition beschreibt dieser die „wahrgenommene Marktanomalie, wonach die Aktienkurse im Oktober tendenziell sinken“. Man beachte: Wahrnehmung, nicht Realität. In der Definition heißt es weiter: „Der Oktober-Effekt wird hauptsächlich als psychologische Erwartung und weniger als tatsächliches Phäno-men betrachtet, da die meisten Statistiken die Theorie widerlegen.“

 

Da aktuell viele Themen für Verunsicherung sorgen, scheinen viele Anleger in Bezug auf diesen Oktober nervös zu sein. Obwohl die Aktien-kurse gerade leicht gestiegen sind, fürchten die Kunden hinter jeder Ecke den Auslöser für den nächsten Kurssturz. Ist die Sorge berechtigt? Fünf Themen, die Anlegern im Oktober möglicherweise Angst machen:

 

Erstens: Chinas Wirtschaft befindet sich noch im Zielkorridor

Chinas Wirtschaft ist im dritten Quartal 2019 mit einer annualisierten Rate von 6 Prozent gewachsen, nach 6,2 Prozent im zweiten Quartal. So schwach war das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in der Volksrepublik zuletzt vor mehr als zwei Jahrzehnten. Für die Märkte stellt dies einen erheblichen Sorgenfaktor dar. Denn ein Abschwung in China drückt für gewöhnlich auch auf das Wachstum in Europa und kann sich außerdem auch weltweit auswirken.

Obwohl diese Daten bei Investoren für Nervosität sorgen könnten, dürften Ängste schnell wieder verfliegen: Ein BIP-Wachstum von 6 Pro-zent ist immer noch beachtlich. Zudem liegt es noch innerhalb des Zielkorridors, den China für 2019 festgelegt hat. Einige BIP-Wachstums-prognosen für das vierte Quartal sind zwar auf annualisierte 5,9 Prozent heruntergeschraubt worden. Dennoch wird Peking voraussichtlich alles dafür tun, das 6-Prozent-Ziel im vierten Quartal zu erreichen.

 

Zweitens: Der US-chinesische Handelskonflikt dürfte andauern

Die USA und China haben recht unterschiedliche Vorstellungen davon, welche Ziele die Beratungen über eine Handelsvereinbarung errei-chen sollen. Das könnte ein Scheitern der Verhandlungen wahrscheinlicher machen. Wie das Hin und Her in den Gesprächen die Märkte bislang bewegt hat, wissen wir zur Genüge. Allerdings besteht die Hoffnung, dass die Anleger nicht zu stark auf solche Meldungen reagieren werden. Kurzfristig wird es vermutlich noch mehr Auf- und Abbewegungen geben, jedoch keine schnelle, endgültige Einigung.

 

Drittens: USA melden schwache Konjunkturdaten

Im Oktober wurden in den USA eine Reihe enttäuschender Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Die Einzelhandelsumsätze sind im September um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, nachdem Analysten mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet haben. Auch die

Industrieproduktion im September fiel mit einem Rückgang um 0,4 Prozent schwächer als erwartet aus.

Der US-Arbeitsmarkt stimmt Wirtschafts-Experten zwar weiterhin optimistisch. Allerdings würden viele Verbraucher in den Vereinigten Staaten einen Konjunkturabschwung deutlich zu spüren bekommen, weil sie keine ausreichenden Ersparnisse haben. So hätten einer aktu-ellen Umfrage zufolge 60 Prozent aller Amerikaner nicht genug Geld für eine unerwartete Ausgabe von 1.000 US-Dollar, zum Beispiel für eine notärztliche Behandlung oder eine Autoreparatur.

Dennoch dürften die US-Wirtschaftsdaten kurzfristig robust bleiben, sodass die Finanzmärkte auf etwaige negative Daten positiv reagieren könnten: Negative Konjunkturdaten würden eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) wahrscheinlicher machen.

 

Viertens: Fed tagt Ende Oktober

Im Oktober 2018 waren die restriktiven Anmerkungen des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell der Auslöser für die Kursverluste an den Finanz-märkten. Ein unpopulärer Zinsentscheid – oder auch nur restriktive Äußerungen des Fed-Chefs – könnte demnach ausreichen, um einen er-neuten Ausverkauf im Oktober 2019 anzustoßen. Da die Fed auf ihrer Pressekonferenz Ende Oktober sehr sorgfältig auf ihre Wortwahl ach-ten dürfte, um Schlimmeres zu verhindern, scheint ein solches Szenario eher unwahrscheinlich.

 

Fünftens: Finanzmärkte dürften geopolitischen Entwicklungen trotzen

Politische Turbulenzen in vielen Teilen der Welt, etwa die anhaltenden Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel und die Pro-teste in Hongkong, könnten bei Investoren für Nervosität sorgen. Die Märkte sind jedoch vermutlich schon relativ abgehärtet gegenüber den meisten geopolitischen Turbulenzen: Solange uns eine extrem ungewöhnliche Entwicklung erspart bleibt, dürften diese Ereignisse kaum oder gar keine Auswirkungen auf die Aktienmärkte haben.

 

Fazit: Alles nur ein Spuk?

Dass einige Investoren zum Ende des Monats Oktober etwas ängstlich sind, ist verständlich. Zum aktuellen Zeitpunkt ist es jedoch eher un-wahrscheinlich, dass die Beklemmung in einen echten Ausverkauf münden wird. Am furchteinflößendsten dürften an diesem Halloween die Gruselhäuser und Horrorfilme sein – nicht die Entwicklung am Aktienmarkt.

 

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News 29.10.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Grazie Mario Draghi

 

Was hat sich Mario Draghi in den letzten acht Jahren alles anhören müssen! Von Graf Draghila, der die deutschen Sparer aussaugt bis zum typischen Italiener, der mit seiner Geldpolitik nur Interessen seines Heimatlandes verfolgt, wurde so ziemlich jedes Klischee bedient. Dabei war es nicht nur Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung, die das Draghi-Bashing auf die Spitze trieb, sondern zuweilen auch Stimmen, denen man ein Minimum an ökonomischer Grundausbildung zutrauen darf. Grund dafür, dass der ausscheidende EZB-Präsident auch die Zunft der Fachleute spaltete, dürfte die Richtungsentscheidung gewesen sein, welche die EZB unter Draghi traf. Jene nämlich, zunächst ein-mal den Fortbestand der Währung zu sichern, für deren Stabilität man als Zentralbank gemäß EU-Vertrag zu sorgen hatte. Kein Euro, keine Stabilität, so Draghis Begründung. Die Entscheidung, mit seiner berühmten „Whatever-it-takes“-Rede am 26. Juli 2012 zunächst einmal die Existenz der Europäischen Währungsunion zu sichern, traf Draghi denn auch nicht mit uneingeschränkter Unterstützung im EZB-Rat, wohl aber mit stillschweigender Zustimmung der wesentlichen Regierungen Europas. Den Titel als Retter des Euro nimmt der am MIT pro-movierte Topökonom, der zudem durch leitende Rollen im italienischen Finanzministerium, bei einer globalen Investmentbank sowie als Gouverneur der Banca d’Italia ideal auf sein EZB-Amt vorbereitet war, nun verdientermaßen mit in die Geschichtsbücher.

 

Dabei hat nicht alles funktioniert, was die EZB unter Draghi probiert hat, um der Inflation in der Eurozone wieder Leben einzuhauchen. Die an Kreditvergabe der Banken gekoppelte Langfristrefinanzierung (sogenannte TLTROs) funktionierten nicht recht, weil die Kreditinstitute – unter anderem mangels Nachfrage - nicht genügend neue Darlehen herausgaben. Der erst anschließend folgende Versuch der Bilanzauswei-tung mittels ‚Quantitative Easing‘ (QE) kam dann wohl zu spät. Die Zinsen waren bereits zu niedrig, um einem inflationsrelevanten Effekt zu erzielen, allenfalls in Kombination mit den ebenfalls 2014 eingeführten Negativzinsen konnte mit Umweg über eine Abwertung des Euro ein kleiner Inflationseffekt generiert werden. Kritiker monieren somit, teils zu Recht, dass mit sehr viel – und sehr umstrittener – monetärer Expansion bezüglich Inflation am Ende relativ wenig erreicht wurde.

 

Der September-Beschluss des EZB-Rates, bei dem eine weitere Senkung des Einlagezinses und der Wiedereinstieg in die Anleihekäufe be-schlossen wurden, stellt sicher, dass sich auch unter Christine Lagarde so bald nichts an der Ausrichtung der EZB-Politik ändern muss. Im Stil allerdings dürfte Lagardes Präsidentschaft sich von Draghis unterscheiden. Die charmante Französin gilt als Brückenbauerin, der die Kompromisssuche im EZB-Rat leichter fallen könnte als dem knurrigen, für seine einsamen Entscheidungen bekannten Italiener. Eine nach außen weniger zerstritten auftretende EZB dürfte aber in der Öffentlichkeit und an den Finanzmärkten mehr Glaubwürdigkeit genießen, mit der Folge, dass ihr Handeln effektiver würde. Darüber hinaus könnte der neue EZB-Rat von der Ablösung Sabine Lautenschlägers durch Isabel Schnabel im Direktorium profitieren. Anders als Lautenschläger, die sich oft durch Draghi-Kritik im typisch deutschen Monetaristen-sound hervortat, gilt Schnabel als versierte Ökonomin. Als solche ist sie wesentlich besser in der Lage, der deutschen Öffentlichkeit die trübe Aussicht auf noch lange niedrige Zinsen nahe zu bringen.

 

Was das für Anleger bedeutet

In dieser Woche richtet sich der Blick zudem auf die Fed, denn am Mittwoch steht vermutlich deren dritte Zinssenkung in Folge ins Haus. Während wir erwarten, dass die US-Notenbank danach erst einmal auf Sicht fahren, das heißt ‚datenabhängig‘ entscheiden wird, ist zu rund 45% mindestens eine weitere Zinssenkung bis Ende Q1 2020 eingepreist. Falls – was wir für wahrscheinlich halten – sich die realwirtschaf-tlichen Indikatoren über die nächsten Monate eher aufhellen, ist damit zu viel Zinssenkungsfantasie in den Notierungen enthalten. Ver-schwindet sie aus den Preisen, bedeutet das meist Rückschläge für Aktien. Am Freitag geben der Arbeitsmarktbericht und der ISM-Index für die Industrie Aufschluss über den Zustand der US-Wirtschaft.

 

Die Argentinier haben mit hoher Wahlbeteiligung (81%) die Peronisten zurück an die Macht gewählt. Zwar siegte Herausforderer Alberto Fernàndez mit 48% zu 41% knapper gegen Amtsinhaber Mauricio Macri als nach den Vorwahlen erwartet, aber die Finanzmärkte müssen nun endgültig ihre Hoffnung auf den 2015 mit großen Vorschußlorbeeren gestarteten Macri begraben. Vier Jahre später sieht die Realität düster aus. Millionen von Familien sind in die Armut gerutscht, die Inflation steht bei 50%, und Argentinien droht die Staatspleite. Für An-leger wird entscheidend sein, welche Signale der künftige Präsident Fernàndez, der am 10. Dezember sein Amt übernimmt, nun aussendet. Aus Marktsicht wäre wohl eine Umschuldung der rund 100 Mrd. US-Dollar umfassenden Verbindlichkeiten sowie eine neuerliche Einigung mit dem IWF (der Argentinien allein 57 Mrd. US-Dollar geliehen hat) die am wenigsten schädliche Lösung. Über Aktien und Schuldverschrei-bungen aus Lateinamerika dürfte aber bis auf weiteres die Unsicherheit hängen wie ein Damoklesschwert.

 

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News 25.10.2019:

 

FRIDAY-POST: „Süßes oder Saures?

 

Halloween steht vor der Tür. Ob der Abend vor Allerheiligen „Süßes oder Saures“ für die Börsianer bringt, scheint noch keine ausgemach-te Sache zu sein.

 

Zweierlei steht jedoch fest:

1. Ein geregelter EU-Austritt des Vereinigten Königreichs zum 31. Ok-tober ist vom Tisch. Zwar haben sich die britischen Abgeordneten in dieser Woche nicht prinzipiell gegen das von Premier Boris Johnson vorgeschlagene Austrittsgesetz ausgesprochen. Sie weigerten sich allerdings, den eng getakteten Ratifizierungszeitplan zu akzeptieren. Ein ungeregelter, wirtschaftlich schmerzlicher Brexit droht kurzfris-tig wohl dennoch nicht. Vielmehr ist eine erneute Verlängerung der Brexit-Frist, voraussichtlich um drei Monate bis zum 31. Januar 2020, wahrscheinlich. Neuwahlen sind denkbar. Damit ist der erste Akt der langwierigen Brexit-Saga, der Austritt, noch immer nicht abgehakt. Der zweite Akt, die Übergangsphase, während derer die zukünftige Partnerschaft mit der EU ausgehandelt werden soll, rückt einmal mehr in die Ferne. Mit anderen Worten: Die Politik bleibt ein Un-sicherheitsfaktor für die Märkte.

 

2. Nach acht Jahren im Amt wird Halloween Mario Draghis letzter Tag in den Frankfurter Bürotürmen der Europäischen Zentralbank (EZB) sein. Auf der Abschiedssitzung des EZB-Präsidenten am Donnerstag wurden wie erwartet keine weg-weisenden geldpolitischen Entschei-dungen getroffen, sondern vielmehr Details zu dem im September geschnürten, umfassenden Lockerungspaket verkündet. Letzteres bein-haltet neben einer Senkung des Einlagensatzes um 10 Basispunkte eine verstärkte „Forward Guidance“ sowie die umstrittene Wiederauf-nahme der Nettowertpapierkäufe ab 1. November. Mit der klaren Festlegung, die Anleihekäufe in einem monatlichen Umfang von 20 Mrd. Euro noch lange Zeit fortzusetzen, ist der Weg für Draghis Nachfolgerin Christine Lagarde gewissermaßen vorgeebnet. Erst auf der Rats-sitzung am 12. Dezember, bei der auch die neuesten Makroprojektionen veröffentlicht werden, dürfte Madame Lagarde eine Kursanpassung vornehmen.

 

Der Übergang zu einem gestaffelten Einlagensatz, der die negativen Auswirkungen auf das Bankensystem abmildern soll, eröffnet ihr grundsätzlich Zinssenkungsspielraum. Mit anderen Worten: Die Geldpolitik im Euroraum – und darüber hinaus – bleibt bis auf Weiteres ultra-expansiv, und damit konjunkturstützend.

 

Wenn nach Halloween die Kürbisse allmählich von der Bildfläche verschwinden, sollte sich auch in Bezug auf entscheidende Unsicherheiten der Nebel lichten: Entscheidet sich Trump bis zum 13. November für oder gegen eine Erhöhung der US-Importzölle für die Autoindustrie? In Europa würden v.a. Deutschland, Großbritannien und Italien empfindlich getroffen. Ist Euroraum-Schwergewicht Deutschland im dritten Quartal tatsächlich in eine „technische“ Rezession gerutscht (Zahlen am 14. Nov.)? Unterzeichnen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping wahrhaftig auf dem Apec-Gipfel (16./17. Nov.) den „Phase-eins-Deal“, und bereiten damit den Boden für weitere konstruktive Gespräche der beiden Supermächte? Denn Obacht, die großen strukturellen Fragen im Handelsstreit bleiben nach wie vor ungeklärt.

 

Die Woche voraus

Mit diesen Fragen im Hinterkopf steht eine spannende Börsenwoche bevor.

In den USA nimmt die Berichtssaison für das dritte Quartal an Fahrt auf. Positive Überraschungen sind ausgehend von niedrigen Gewinn-erwartungen möglich. Darüber hinaus richtet sich das Augenmerk auf den Zinsentscheid der Federal Reserve (Mi). Der US-Geldmarkt preist mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 90% eine dritte „vorsorgliche“ Leitzinssenkung von 25 Basispunkten ein. Das Zielband für die Fed Funds Rate läge dann bei 1,50-1,75%. In der Vergangenheit haben „insurance rate cuts“ der Fed in einem nicht-rezessiven Konjunkturumfeld maximal 75 Bp. betragen. Eine Reihe von Indikatoren lassen auf die (künftige) Konsumentwicklung schließen, darunter das Verbraucher-vertrauen (Di) und die privaten Einkommen und Ausgaben (Do). Die amerikanischen Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft, da rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) vom Privatkonsum abhängen. Während die Erstanträge auf Arbeitslosen-hilfe (Do) voraussichtlich bestätigen, dass der US- Jobmotor läuft, wenngleich schleppender, drohen nach wie vor Mitte Dezember die ge-planten zusätzlichen Strafzölle von 15% auf chinesische Konsumgüter im Wert von rund 160 Mrd. US-Dollar.

Auch in Japan würde eine Lockerung der Zinszügel (Do) nicht für eine große Überraschung sorgen – der Geldmarkt rechnet mit einer Wahr-scheinlichkeit von über 90% mit einem Zinsschritt bis Jahresende. Trotz Vollbeschäftigung ist das Inflationstempo auf der Verbraucherebene (Di) nach wie vor verhalten. Die Aussichten für die japanische Konjunktur bleiben vorerst gedämpft. Der andauernde Handelskonflikt zwi-schen den USA und China lastet auf den Exportperspektiven der Industrie (Do). Dagegen könnte der Einzelhandelsumsatz im September von vorgezogenen Käufen im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung (seit Okt. in Kraft) profitiert haben.

Hinweise auf die Wachstumsperspektiven Chinas im vierten Quartal geben die Einkaufsmanagerindizes (Do, Fr). Während die bisher zu beobachtende Konjunkturbeschleunigung weitgehend auf die wirtschaftspolitisch angekurbelte Binnennachfrage zurückgeht, könnte sich das Stimmungsbarometer angesichts der jüngsten Handelsgespräche zwischen Washington und Peking aufgehellt haben.

Im Euroraum stehen die BIP-Zahlen für Frankreich (Mi) und Italien (Do) im Blickpunkt, neben dem Economic Sentiment (Mi) und den Ver-braucherpreisen im Oktober (Do). Bislang hat die robuste Binnenwirtschaft ein Abgleiten der Wirtschaft in eine Rezession verhindert. Die Inflationsrate dürfte angesichts gefallener Energiepreise weiterhin um die Marke von 1% schwanken, zum Unmut der EZB.

 

Während die Geldpolitik insgesamt konjunkturstützend bleibt – seit Anfang des Jahres haben Zentralbanken weltweit mehr als 40-mal ihre Leitzinsen gesenkt – könnten ereignisreiche Wochen den Märkten sowohl Süßes bringen als auch „einen Streich spielen“. Dabei gilt: Je ge-ringer die (politisch induzierten) konjunkturellen Abwärtsrisiken, desto größer dürfte die Risikofreude ausfallen. Je größer, desto lauter sollten einmal mehr die Rufe nach einer Lockerung der Fiskalpolitik werden. In China sind weitere Stimuli bereits geplant. In Europa lassen die Budgetzahlen für 2020 zumindest auf einen sanften Lockerungskurs schließen, mehr aber nicht.

 

Wir wünschen Ihnen, Dass sich der November nicht von seiner trüben Seite zeigt.

 

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MÄRKTE – MEINUNGEN

 

Draghi geht, Lagarde kommt: Nachlese und Ausblick

 

Nach acht Jahren Dienstzeit geht Mario Draghi am 31. Oktober in Rente. Er hinterlässt ein streitbares Erbe: Einerseits rettete er die Euro-zone, andererseits etablierte er sich als Zinsvernichter.

 

Der heilige Mario - Schutzpatron der Eurozone

Ab 2011 verhinderte Draghi den Zahlungsausfall von Ländern wie Italien, was die Eurozone insgesamt über die Klippe hätte stürzen lassen. Zur Abwendung einer dann auch konjunkturellen Depression waren nicht nur massivste Leitzinssenkungen nötig. Über Anleihekäufe wur-den 2,6 Billionen Euro in die eurozonalen Finanzmärkte gepumpt.

Dennoch, bis heute hat es die EZB nicht geschafft, eine Inflation von zwei Prozent zu erzielen, bei der eine Balance zwischen Preisstabilität und Deflationsgefahr besteht. Ebenso vermochte es die freizügigste Geldpolitik aller Zeiten nicht, die Euro-Konjunktur von rezessiven Ten-denzen zu befreien. Daher, nur zehn Monate, nachdem Draghi das Ende von Zinssenkungen und Anleiheaufkäufen versprach, hat er kurz vor Amtsaufgabe weitere Zinserleichterungen und den erneuten Beschuss der Finanzmärkte mit der „Dicken Berta“ angekündigt. Zu viel ist offenbar noch nicht genug.

 

Die Großoffensive der EZB hat gewaltige Nebenwirkungen

Was zum konjunkturellen Erfolg fehlt, ist ein wirtschaftspolitisch gut gedüngter Standort. Doch sind die Regierungen der Euro-Länder  nicht mehr gezwungen, über Wähler vergraulende, da schmerzhafte Reformmaßnahmen für gute Bonitäten und somit günstige Kreditbe-dingungen zu sorgen.

Das übernimmt die EZB mit planwirtschaftlicher Zinsdrückung. Und so haben die mickrigen Anleiherenditen in Italien mit guter Bonität so wenig gemeinsam wie Zucker mit Salz. Apropos Italien, die neue Regierung darf sich alle Schuldensünden ohne Beanstandung der EU er-lauben, wenn damit die politische Wiederkehr des Euro-kritischen Matteo Salvini bei z.B. Neuwahlen verhindert wird.

Die permanente Verhinderung von Krisen via Geldpolitik hat zu einer dauerhaften Guthabenkrise der Zinssparer geführt. Berücksichtigt man die offizielle Inflation, so liegen die in Deutschland erzielbaren Zinsen auch real unter Null. Die Entschuldung des Staates ist die Ent-reicherung der Zinssparer.

 

Der Zins als effektives Steuerungsinstrument fällt immer weiter aus. Es werden unzählige Fehl- und Modeinvestitionen getätigt, die bei hö-heren Zinskosten zu Recht unterblieben. U.a. lässt der Anlagenotstand die Immobilienpreise immer weiter ansteigen.

Und je länger dieses „Schlaraffenland“ anhält, umso schwerer wird es, jemals wieder auf Umkehr zu schalten. Zinsschocks hält das völlig überschuldete und finanzierungsverwöhnte Finanzsystem immer weniger aus. Solange die Eurozone existiert, wird es keine wirklich hohen Zinsen mehr geben können.

Leider kommt unsere Regierung nicht auf die Idee, die absehbare Altersarmut, die mit Zinssparen und klassischen Lebensversicherungen verbunden ist, zu bekämpfen. Sinnvoll wäre die steuerliche Begünstigung des regelmäßigen Aktiensparens. Aus dem betrüblichen Weltspar-tag sollte der freudige Weltaktientag werden. Aber ich befürchte, hier befinden wir uns im Bereich der politischen Utopie.

 

Wer ist schuld an der zügellosen Geldpolitik?

Es ist nicht fair, Mario Draghi die alleinige Schuld zu geben. Seine Geldpolitik wird missbraucht als willfähriger Erfüllungsgehilfe stinkend reformfauler und müßiggehender Politiker. Und so ist auch die Kritik vieler Politiker in Deutschland heuchlerisch. Ohne Eingreifen der EZB hätten wir heute längst Euro-Anleihen, bei denen Deutschland mit seinem guten Leumund für die schlechte Bonität anderer Euro-Länder haften müsste. Dann hätte Deutschland höhere Kreditzinsen zu zahlen und eine schwarze Null wäre so wahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto mit Zusatzzahl.

 

Allerdings besteht auch kein Grund, Herrn Draghi heiligzusprechen. Nicht umsonst hat die deutsche Notenbankerin Sabine Lautenschläger das EZB-Direktorium verlassen. Draghi hat sich zu sehr als Einzelkämpfer aufgeführt, das geldpolitische Mandat nach Gutdünken ausge-weitet und die konstruktive Kritik der Bundesbank zu oft weggewischt.

 

Wofür steht Christine Lagarde?

Mario Draghis Amtsnachfolgerin Christine Lagarde hat zunächst die Aufgabe, Grabenkämpfe bei der EZB zu beenden und den Team Spirit wiederzubeleben.

Damit Madame Lagarde nicht schon zu Beginn ihrer Amtszeit stabilitätspolitisch verbrannt ist, hat Mario Draghi ihr mit seinen erneuten geldpolitischen Lockerungsübungen die Drecksarbeit abgenommen. Allerdings wird sie sich massiv mit den Konsequenzen der Happy Hour der EZB auseinandersetzen müssen. Wird sie vielleicht sogar auf geldpolitische Umkehr schalten?

 

Vom Ruf her gilt Frau Lagarde als Weichspülerin. Daher geht es auch ihr primär um den Erhalt der Eurozone, nicht um die Stabilität der Fi-nanzen. Eine der Ordnungspolitik verpflichtete Ausrichtung der EZB wie früher bei der Bundesbank ist nicht zu erwarten. Inflationsauftrieb ist gewünscht, denn sie frisst Staatsverschuldung wie von Geisterhand auf. Böse Zungen sagen sogar voraus, dass unter ihr die heiligste aller Stabilitäts-Kühe - die strikte Trennung von Geld- und Finanzpolitik - vollends aufgegeben wird. Sie werden zu Blutsbrüdern: Sollte kein pri-vater Investor italienische oder griechische Staatsanleihen zu Niedrigrenditen abnehmen, muss die Notenbank ran.

 

Dieser Sündenfall soll moralisch mit den vermeintlich edlen Motiven des Staats geheilt werden, der an das Gute, an das Gemeinwohl, denkt. Gerne wird dabei auf Amerika und China verwiesen. Dort finanziert die Notenpresse doch auch Wirtschaftswachstum. Ist es da nicht nur gerecht, dem amerikanisch-asiatischen Beispiel schon aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit zu folgen? Überhaupt sorgt billiges Geld für eine Währungsabschwächung des Euro, was Exportstimulierung begünstigt.

 

Selbstverständlich, wie für alle neuen Amtsträger gilt eine Schonzeit von 100 Tagen, in der man Frau Lagarde in Ruhe gewähren lassen sollte. Allerdings, als Französin ist sie als Ausgleich für die Ernennung einer Deutschen, Frau von der Leyen, als EU-Kommissionspräsidentin in das Amt der Notenbankpräsidentin gekommen. Frankreich, das der deutschen Stabilitätskultur - ich sage es freundlich - wenig zugetan ist, wusste sehr wohl, wen es an die Spitze der EZB befördert.

 

Ehe sich unter Lagarde die EZB stabilitätspolitisch wieder vom Saulus zum Paulus wandelt, wird Uli Hoeneß Ehrenpräsident von Borussia Dortmund. Wetten, dass…?

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 23.10.2019:

 

MÄRKTE – MEINUNGEN

 

Anlagen in den USA, Europa, China

Wer Wertzuwächse will, muss flexibel bleiben

 

Wirtschaftspolitische Unsicherheiten belasten die internationalen Märkte weiterhin schwer. Welche Investitionsstrategien sich derzeit auszahlen könnten, schätzen Invesco-Kapitalmarktstrategen aus New York, London und Hongkong ein.

 

USA verzeichnen Abschwung wegen geldpolitischer Fehlentscheidungen

Ein stark belastetes US-chinesisches Geschäftsklima, Investitionszurückhaltungen in den Vereinigten Staaten, eine kurzfristig invertierte US-Zinsstrukturkurve und ein auf unter 50 Zähler gesunkener Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA: Hiobsbotschaften aus den Vereinigten Staaten lösten einander im Sommer 2019 reihenweise ab. „Die Stimmung in der Wirtschaft und an der New Yorker Wall Street blieb überwiegend düster“, berichtet Brian Levitt, Kapitalmarktstratege bei Invesco, New York. „Dennoch ist der marktbreite S&P 500 Index, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst, aktuell nur noch 1,16 Prozent von seinem Allzeithoch entfernt.“ Der Wertverlust des breiten Marktes von 6 Prozent zwischen dem Höchststand Ende Juli und dem Tiefststand Mitte August fiel nur rund halb so hoch aus wie der mittlere jährliche Kursrückgang seit 1980. Diese Entwicklung ist laut Levitt moderater verlaufen als beispielsweise die Kursverluste im Mai 2019.

 

Der Renditeabstand zwischen zwei- und zehnjährigen US-amerikanischen Staatsanleihen, der kurzfristig die Zinsstrukturkurve invertiert hat, drehte laut Levitt wieder ins Positive. Der Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX), der die erwartete Schwankungsbreite des S&P 500 ausdrückt, ist gesunken. Die Differenz zwischen einem risikobehafteten und einem risikofreien Referenzzinssatz hat sich Levitt zufolge „weitgehend gut gehalten“.

 

Die Erklärung dafür, dass die Stimmung an den Märkten unter dem Strich gedrückt ist, sieht der Kapitalmarktstratege in wiederholten politischen Fehlern: Die Märkte mussten Ende 2018 beispielsweise Zinserhöhungen der US-amerikanischen Notenbank (Fed) verkraften. Im Mai 2019 verunsicherte die Aussicht auf unaufhörlich steigende Strafzölle auf mexikanische Waren die Märkte. Aktuell sei es die Handels-politik mit China. „In den ersten beiden Fällen hat die Politik ihren Kurs korrigiert“, analysiert Levitt. „Die Fed ist auf einen expansiveren Kurs eingeschwenkt. Und die Trump-Regierung hat von den geplanten Strafzöllen auf mexikanische Importe Abstand genommen.“ Dass sich die US-Regierung in Kürze mit Vertretern der chinesischen Regierung treffen will, lasse auf „bessere politische Entscheidungen“, ein stabiles Geschäftsklima und eine aufstrebende Konjunktur hoffen.

 

Bislang hat sich der US-Aktienmarkt zwölf Monate nach seinem Höchststand sehr positiv entwickelt, wie die vorstehende Grafik zeigt. Ende August 2019 hatte er sogar einen weiteren Höchststand erreicht. „Die US-Kapitalmärkte waren in diesem Zyklus trotz des aktuell nachlas-senden Wirtschaftswachstums durchweg am erfolgreichsten. Jetzt soll die Politik den drohenden Schaden durch eine nachlassende Wirt-schaftsleistung minimieren helfen“, fordert US-Kapitalmarktstratege Levitt.

 

Großbritannien und Europa: Ein konstruktiver Kurs könnte Sicherheit vermitteln

 

Viel politischen Lärm, aber auch politische „Weiter-so“-Signale verunsicherten in dieser Phase auch die Märkte in Europa. Zwar ergaben sich beim Wirtschaftswachstum, den regionalen und den globalen Risikoanlagen leichte Verbesserungen. Bei den als „sichere Häfen“ geschätz-ten Staatsanleihen ging dieses Kalkül allerding nicht ganz auf. „Insgesamt dürfte die anhaltende Unsicherheit geringere Verbesserungen mit sich bringen – auch wegen der etwas weniger akkommodierenden Haltung der großen Zentralbanken. Deshalb werden die Marktschwan-kungen weiterhin stark ausfallen“, schätzt Arnab Das ein, Invesco-Kapitalmarktstratege in Großbritannien.

 

Da sich das britische Unterhaus der parlamentarischen Agenda von Regierungschef Boris Johnson entgegengestellt hat, dürfte sich die Be-drohung eines ungeregelten Brexits auf Januar 2020 verschieben. „Indes ebnen die wiederholten Verzögerungen den Weg für eine lang-anhaltende politische Unsicherheit“, warnt Arnab Das. Denkbar seien aktuell eine vierte Verlängerung der Brexit-Frist, vorgezogene Wahlen und politische Taktierereien – möglicherweise mit dem Worst Case eines Brexit ohne Vertrag.

 

Die größte Oppositionspartei, Labour, schnürt aktuell ein Wahlpaket, das in den Augen vieler Wirtschafts-Experten einem Enteignungspro-gramm gleichkommt: Viele Abgeordnete und Wähler würden Labour zwar unterstützen, um einen „No Deal“-Brexit zu verhindern. Gleich-zeitig würden sie aber eine Labour-Agenda ablehnen, die Steuererhöhungen, gedeckelte Gehälter und Bonuszahlungen, verstaatlichte Unter-nehmen, mehr Regulierung und höhere, durch Kapitalertragsteuern und Anleihen finanzierte Staatsausgaben umfassen soll. Während Labour-Widersacher Johnson die Förderung von Wachstum und Investitionen durch Deregulierung sowie höhere Staatsausgaben in Aus-sicht stellt, scheint es sich beim Labour-Entwurf um „eine Umverteilung auf Kosten des Wachstums und der Investitionen zu handeln“, kri-tisiert Experte Das.

 

Brexit dämpft auch Unternehmensinvestitionen

Ein Verbleib in der EU könnte per se markt- und wirtschaftsfreundlich sein. Sollte dies indes das Wachstum im Vereinigten Königreich bremsen, werde es dauerhaft schwieriger, das britische Wirtschaftsmodell mit jenen der EU und der USA abzustimmen. „Die politische De-batte wird sich voraussichtlich stärker an einer am US- oder EU-Modell angelehnten Form des Kapitalismus orientieren. Doch die wirt-schaftspolitische Zukunft Großbritanniens bleibt zunächst vor allem eins: ungewiss“, betont Das.

 

In der Eurozone haben sich die politischen Wogen derweil geglättet, obwohl die europäische Wirtschaft weiterhin schwächelt. Die Gefahr eines erneuten, innenpolitisch bedingten Haushaltsdisputs Italiens mit der EU erscheint deutlich geringer auszufallen. Wie stabil das neue Arrangement ist, bleibt abzuwarten. Häufige Regierungswechsel verhindern nicht nur in Italien wegweisende Strukturreformen. Während die politischen Kosten einschlägiger Reformen gewöhnlich direkt schulterbar sind, wird die positive wirtschaftliche Wirkung erst länger-fristig erkennbar.

 

Die wichtigsten Industriesektoren der Eurozone im Allgemeinen und Deutschlands im Besonderen scheinen kontinuierlich abwärts zu ten-dieren. Während sich die französische Wirtschaft wieder etwas robuster zeigt, leidet die deutsche Exportmaschine für Autos, Werkzeugma-schinen und Investitionsgüter weiter unter dem US-chinesischen Handelskonflikt und dem Brexit-Drama. Ungeachtet ihrer jüngsten Zins-senkung am 13. September gilt die Europäische Zentralbank (EZB) nur begrenzt manövrierfähig. Die Banken der Eurozone dürften weiter-hin große Schwierigkeiten haben, ihre traditionell wichtige Rolle als Motor der Kreditvergabe auszufüllen. „Wenn die inländische Kredit-schöpfung der Eurozone in Zeiten schwacher Nettoexporte weiterhin niedrig bleibt, lässt sich ein entsprechend schwaches Wirtschafts-wachstum erwarten. Das Risiko einer wirtschaftlichen Stagnation oder Rezession in der Eurozone bleibt weiterhin relativ hoch“, fasst Das zusammen.

 

Chinesische Interventionen wollen Unsicherheiten verringern

Die Unsicherheit an den Märkten betrifft auch den chinesischen Markt, berichtet David Chao, Invesco-Kapitalmarktstratege in Hongkong. Zwar fällt die Volatilität in China gering aus, weil die Regierung in Peking die Fiskal-, Geld- und Industriepolitik kontrolliert und zudem ihre wirtschaftspolitische Agenda regelmäßig verkündet. Dennoch verzeichnen die Märkte starke Kursausschläge – wegen der anhaltenden Pro-teste in Hongkong, des andauernden US-chinesischen Handelskonflikts und der an Schwung verlierenden chinesischen Wirtschaft.

 

Anlässlich der 70-Jahres-Feier der chinesischen Zentralregierung im Oktober 2019 signalisierte Peking den Märkten bereits, sie werde expan-sivere Geld- und Fiskalpolitikmaßnahmen ergreifen. Erklärtes Ziel: das Wachstum durch Sachanlageinvestitionen zu unterstützen. Aus die-sem Grund sollten Anleger ihr Augenmerk auf die folgenden drei Ankündigungen richten:

1.      Die diesjährige Kommunalanleihenquote für Infrastrukturinvestitionen wird voraussichtlich steigen. Wie stark die Anhebung  ausfällt, hat die Regierung in Peking indes noch nicht festgelegt.

2.      Der Mindestreservesatz, den die Banken bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegen müssen, wird kurzfristig sinken, um die Liquidität der Zentralbank zu erhöhen.

3.      Der Zins für die mittelfristige Kreditfazilität für Finanzinstitute und die „Loan Prime Rate“ (der Zins, den die Banken bisher nur   ihren besten Kunden berechnen) dürften voraussichtlich beide sinken, um die Kreditvergabe an staatseigene Unternehmen zu fördern.

 

Obwohl noch unklar ist, wie umfangreich diese Stimuli ausfallen sollen, dürfte von ihnen das bislang stärkste wirtschaftspolitische Signal des Jahres ausgehen: „Voraussichtlich wird das Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Jahr 2019 dem Regierungsziel von 6,0 bis 6,5 Prozent entsprechen. Chinesische Aktien — sowohl inländische A-Aktien als auch die in Hongkong gehandelten H-Aktien — notieren seit einiger Zeit mit einem Bewertungsabschlag“, berichtet Chao. Falls die chinesische Regierung ihre Geldpolitik lockern und die Wirtschaft vor Oktober 2019 gezielt stärken sollte, dürfte das den chinesischen Risikoanlagen zugutekommen.

 

Fazit: Anleger brauchen Handlungsspielraum für unterschiedliche Wirtschaftsszenarien

Die schwierigen Themen sind und bleiben der US-chinesische Handelskonflikt, der Brexit, der stotternde europäische Wachstumsmotor sowie die Integrationsproblematik in der EU und in der Eurozone. Chinas Stärkungsversuche der eigenen Wirtschaft scheinen derweil nicht die gleichen positiven Impulse wie noch 2009/10 oder 2015/16 für den Rest der Welt zu senden.

Die Unsicherheit an den Märkten dürfte anhalten. Gleichzeitig können geld- und fiskalpolitische Entscheider voraussichtlich die Abwärts-risiken an den Kapitalmärkten kompensieren. Die Märkte dürften sich daher weder kräftig erholen noch dramatischen Rezessionsrisiken ausgesetzt sein. Die Kapitalmärkte werden vermutlich moderat wachsen – mit wiederholt zu- und abnehmenden Risiken und einer andau-ernden, allgemeinen Unsicherheit. Daher sind bei Anlagen nach wie vor über verschiedene Anlagenklassen diversifizierte Portfolios das Mittel der Wahl. Dieser Ansatz gibt Anlegern mehr Handlungsspielraum, sobald die Lage klarer wird. Er steht im deutlichen Gegensatz zu einer massiven Umschichtung in Anleihen oder riskantere Anlagen. Erst in einer Rezession wie in den Jahren 2010 bis 2012 oder 2015/16 dürfte es angebracht sein, Depots umzuschichten. Käme es zu einer gleichlaufenden Erholung wie im Jahr 2017, würden Investitionen in Risikoanlagen indes mehr Sinn ergeben als derzeit.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 22.10.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Beklagenswertes Europa

 

Zu sagen, in Brüssel habe man vom Brexit die Nase voll, wäre eine vornehme Untertreibung. Zuletzt wurde dies deutlich in der genervten Intensität, mit der eine Lösung für Nordirland gesucht wurde, um das leidige Thema nun endlich vom Tisch zu bekommen. Schließlich hatten beide Seiten ein bisschen nachgegeben, ein wachsweicher Kompromiss war gefunden, nur damit am letzten Samstag alle Beteiligten lernen mussten, dass man in dieser Frage keine Rechnung ohne das britische Unterhaus machen darf. Nun muss erst die gesamte Ratifizie-rung des Austrittsabkommens in trockenen Tüchern sein, bevor der Brexit zum 31. Oktober doch noch erfolgen kann. Das ist machbar, aber ambitioniert.

 

Die damit verbundene und allseits greifbare Verwirrung lässt sich auch an den Preisen britischer Finanzaktiva ablesen. Zwar hat es eine merkliche Erholung, vor allem beim Pfund Sterling gegeben, das allein seit der jüngsten Abwertung Anfang Oktober in den letzten Tagen um 4,3% gegenüber dem Euro zugelegt hat (und sage und schreibe 8% seit dem 9. August, seinem bisherigen Tiefststand), aber gerade das wilde Hin und Her der Kurse während der letzten Handelstage zeigt, wie sehr Investoren auf die sich geradezu im Minutentakt ändernde Nach-richtenlage anspringen. Zwar erscheint es aus unserer Sicht rational, graduell Positionen in britischen Anlagen aufzubauen. Zu denken wäre etwa an Anleihen, deren Verzinsung deutlich über denen der Eurozone liegt, oder an britische Small- und Mid-Cap-Aktien. Aber Investoren, die in dieser Weise auf einen gütlichen Ausgang des Brexit-Dramas setzen, werden noch einen langen Atem brauchen. Denn wie hart oder weich die Beziehungen der Rest-EU zu Großbritanniens auf lange Sicht sein werden, dürfte erst in vielen Jahren endgültig absehbar sein. Üblicherweise dauert das Aushandeln von Freihandelsabkommen mindestens fünf Jahre, meistens mehr. Jede Erleichterung der genervten Brüsseler Beamten über das vermeintlich absehbare Ende des Brexit-Geschachers dürfte damit verfrüht sein.

 

Schon Goethes Faust musste auf schmerzliche Weise lernen, dass ein Pakt mit dem Teufel sehr teuer sein kann. Als die EU, im Angesicht des von Assad begangenen Völkermordes in Syrien, mit der absehbaren Flüchtlingskatastrophe konfrontiert wurde, schloss sie eilig den nahe-liegendsten Pakt, nämlich mit dem Nato-Partner in der Region. Erdogans Türkei versprach, die verzweifelten Syrer an der Grenze abzu-fangen und dort in Lagern zu beherbergen, wofür die EU der Türkei rund 6 Mrd. Euro in Aussicht stellte. Nun hat der türkische Autokrat aber, wie lange angedroht, die Möglichkeit des US-Truppenabzugs ergriffen, in Nordsyrien einzumarschieren, um die nunmehr schutzlosen dort lebenden Kurden zu vertreiben, stattdessen syrische Flüchtlinge unterzubringen und eine Art Pufferzone zur Türkei zu schaffen. Das Ergebnis ist, wie nicht anders zu erwarten, eine humanitäre Katastrophe. Rund 200.000 Kurden sind seitdem auf der Flucht, vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen. Wer erwartet hätte, die EU würde entschlossen reagieren, etwa mit Wirtschaftssanktionen, der Been-digung des türkischen EU-Beitrittsstatus‘ oder einem Einfrieren von Finanzanlagen des Erdogan-Clans, hatte die Rechnung ohne Mephisto gemacht. Der nämlich drohte Europa nur für den Fall, dass man den militärischen Überfall auf Nordsyrien eine Invasion zu nennen wage damit, die rund 3,6 Millionen flüchtenden Syrer aus den türkischen Lagern direkt nach Europa zu schicken. Die EU hat auf diese Erpressung bis heute keine Antwort gefunden. Wenn asiatische oder amerikanische Investoren Europa als blutarm, gesichts- und mutlos empfinden und ihre Fonds lieber woanders anlegen, hat dies auch mit der fehlenden Vorstellung davon zu tun, was Europa eigentlich will.

 

Was das für Anleger bedeutet

Anleger auf der Suche nach überzeugenderer politischer Führung werden heutzutage auch in den USA kaum fündig. Immer irrationaler werden die Tweets des Präsidenten, immer mehr muss man an seiner geistigen Gesundheit zweifeln. Vermutlich ist eine vorzeitige Beendi-gung seiner Amtszeit im Rahmen des 25. Zusatzartikels der Verfassung inzwischen ebenso denkbar wie die bereits laufende Prüfung eines Impeachment-Verfahrens.

Zusatzartikel 25, insbesondere Absatz 4, sieht vor, dass der Präsident abgesetzt werden kann, wenn er sein Amt nicht mehr ausüben kann, etwa weil er geisteskrank ist. Das klingt angesichts des täglichen Irrsinns aus dem Weißen Haus auch aus Anlegersicht nicht wirklich gut. Dass die USA dennoch für viele Investoren das bevorzugte Ziel sind, liegt denn auch nicht an Trump, sondern an den US-Unternehmen. Denn diese sind im Vergleich zu ihren europäischen Pendants viel besser darin, technologische Innovationen zu großen und erfolgreichen börsennotierten Unternehmen weiterzuentwickeln. Gewinnwachstum und Margen sind robuster, Breite und Tiefe der Aktienmärkte bilden den globalen Maßstab.

 

Gerade in Zeiten politischer und ökonomischer Unsicherheit ist es daher kein Wunder, wenn weltweit Anleger ihr Heil eher in amerika-nischen Aktien suchen. Europa steht derweil zaudernd an der Seitenlinie. Auch wir bleiben übergewichtet in Aktien, und auch wir ziehen US-Unternehmen solchen aus anderen Teilen der Welt vor.

 

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News 21.10.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

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Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

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Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

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News 18.10.2019:

 

FRIDAY-POST: „Ausweg aus der Sackgasse?

 

Die vorläufige Vereinbarung, die am vergangen Freitag im Handelskonflikt zwischen den USA und China erzielt worden ist, dürfte eine weitere Eskala-tion zwischen beiden Staaten vorübergehend verhindern und könnte nach vorne blickend den ersten Schritt für einen Ausweg aus der Sackgasse be-deuten. Ebenso kam es zu einer überraschenden Annäherung in den seit Monaten festgefahrenen Verhandlungen zwischen der britischen Regie-rung und der Europäischen Union. Die internationalen Kapitalmärkte nahmen die Teileinigung im Zollstreit sowie die Entwicklung in den EU-Austrittsverhandlungen (Brexit) wohlwollend auf und stiegen teilweise so-gar knapp unter ihre Allzeithochs (S&P, Nasdaq) bzw. unter ihre Höchst-stände des laufenden Jahres (Stoxx 600, EuroStoxx 50, DAX, Nikkei).

 

Doch gilt es nach wie vor Vorsicht walten zu lassen:

1) Auch wenn sich die USA und China auf die Umrisse eines Abkommens einigten, das bereits im nächsten Monat am Rande des Treffens der Pazifik-anrainerstaaten (APEC) Mitte November in Chile unterzeichnet werden könnte, bleiben die großen strukturellen Fragen im Handelsstreit nach wie vor ungeklärt. Ebenso unklar ist, ob die geplanten zusätzlichen Strafzölle von 15% auf Konsumgüter im Wert von rund 160 Mrd. US-Dollar Mitte Dezember in Kraft treten

2) Streitpunkt beim Brexit ist nach wie vor die Verhinderung einer harten Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland („Backstop“-Lösung). Trotz neuer Vorschläge erscheint es fraglich, ob die nordirische DUP-Partei sowie die Hardliner der Konservativen Partei letztend-lich einer Regelung im Parlament zustimmen.

 

Klar scheint, dass sich der Brexit sowie der Handelskonflikt negativ auf das globale Wirtschaftswachstum auswirken. Letzterer spiegelte sich in der abgelaufenen Woche auch in Chinas Außenhandelsstatistiken wider, wenngleich die schwache Entwicklung des Außenhandels sowohl auf Gründe außerhalb wie innerhalb Chinas zurückgehen dürften. Auf Seiten der USA zeigte der schwache ISM-Einkaufsmanagerindex, dass auch die dortige Wirtschaft nicht immun gegenüber einer globalen Wachstumsverlangsamung ist, während in der Eurozone der Industrie eine Rezession droht.

In Summe sei in fast 90% der Welt ein langsameres Wachstum für 2019 zu erwarten, so die neue Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, mit der Folge, dass die Zentralbanken längerfristig ihre Zinssätze niedrig halten dürften – so haben seit Anfang des Jahres internationale Zentralbanken mehr als 40- mal ihre Leitzinsen gesenkt, erstmals seit drei Jahren auch die Zentralbank des Stadtstaates Singapur.

 

Die Woche voraus

Nachdem der IWF und die Weltbank ihre jüngsten Prognosen zum Weltwirtschaftswachstum erneut nach unten revidiert haben, richtet sich vor diesem Hintergrund der Fokus in den USA vor allem auf den am Donnerstag veröffentlichten Markit Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe. Denn jener Index dürfte – entgegen dem ISM-Index – vielmehr den aktuellen wirtschaftlichen Zustand der US-Bin-nenkonjunktur widerspiegeln. Die Auftragseingänge für langlebige Güter (Do) – als Frühindikator für die industrielle Nachfrage – könnten hierzu ein weiteres Indiz liefern, während die Q3-Berichtssaison in der kommenden Woche in den USA an Fahrt aufnimmt.

In der Eurozone richtet sich der Blick neben den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB; beide Do). Nachdem EZB-Präsident Draghi im September ein umfassendes Lockerungspaket durchgesetzt hat, werden für die anste-hende Zinssitzung keine Neuerungen erwartet. Es markiert aber die letzte EZB-Sitzung unter Draghis Führung, dessen Präsidentschaft vor allem durch drei Worte in Erinnerung bleiben dürfte – „whatever it takes“. In Deutschland dürfte der ifo-Geschäftsklimaindex im Mittel-punkt stehen (Fr), während in Großbritannien die Verhandlungen über den „Brexit“ auch nach dem EU-Ratsgipfel (17-18.Okt) weiter anhal-ten dürften, sollte es keine Einigung in den Verhandlungsgesprächen zwischen der EU und Großbritannien geben. Falls es jedoch zu einer überraschenden Einigung kommt, könnte das britische Parlament bereits am Samstag (19. Okt,) darüber abstimmen. Doch für den Fall der Fälle wird bereits ein nächster EU-Gipfel für den 29./30. Oktober diskutiert – um gegebenenfalls vor dem möglichen EU-Austritt Großbritan-niens am 31.Oktober (ohne Abkommen) eine erneute Verlängerung des EU-Austrittstermins gemäß Artikel 50 zu beantragen.

Während in den Emerging Markets Zinsentscheide u.a. in Ungarn (Di), Chile (Mi), Indonesien, Türkei (beide Do) und Russland (Fr) anste-hen – Zinssenkungen vor allem in den letztgenannten Ländern werden erwartet –, richtet sich in Asien die Aufmerksamkeit insbesondere auf Japan, das seine Außenhandelsdaten für September (Mo) bekanntgeben wird. Die leichte Schwäche des japanischen Yens zum US-Dollar seit Ende August könnte hier zu einer Verbesserung der Exportstatistik geführt haben sowie zu einer Stabilisierung des Einkaufsmanager-index für das verarbeitende Gewerbe (Do).

 

HANDELN:

Kurzfristige Indikatoren zur Positionierung deuten an, dass sich die Investoren vermehrt abwartend positioniert haben: Laut der Umfrage der American Association of Individual Investors (AAII) stieg der Anteil der „Bären“ in den letzten vier Wochen von 28% auf 44% an – der Anteil der „Bullen“ fiel auf den niedrigsten Stand seit Mai 2016 –, während Put-Call Ratios zwischenzeitlich den höchsten Stand seit April 2010 erreichten.

Dazu passt, dass weltweite Anleihe- und Geldmarktfonds laut dem Datenanbieter EPFR seit Anfang des Jahres Nettomittelzuflüsse von ins-gesamt über 860 Mrd. US-Dollar (fast 22 Mrd. US-Dollar allein in der letzten Woche) verzeichneten – trotz einem Volumen der umlaufenden Anleihen mit negativer Rendite von mehr als 14 Bio. US-Dollar.

 

Doch mit den aktuellen politischen Entspannungssignalen (Brexit und Handelskonflikt) könnte sich die politische Unsicherheitsprämie in den kommenden Wochen womöglich verringern und zusammen mit einer international zunehmend akkommodierenden Geldpolitik Unter-stützung für die globalen Aktienmärkte mit sich bringen (siehe auch Grafik der Woche).

 

Wir wünschen Ihnen für die kommende Woche freie Fahrt.

 

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News 17.10.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Trumps Fest der Liebe

 

Der Handelskrieg mit China sei endlich beigelegt, ließ US-Präsident Trump am Freitag verlauten, nicht weniger als „the greatest and biggest deal ever“ für die amerikanischen Farmer habe er gerade mit Liu He, dem stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidenten verabredet. Letzterer wollte dann doch nicht so ganz in Trumps Übertreibungsorgie von einem „Fest der Liebe“ zwischen den Kontrahenten einstim-men, äußerte sich aber zuversichtlich, am 16. November beim APEC-Gipfel in Santiago de Chile ein „Phase 1-Abkommen“ mit den USA unterzeichnen zu können. Obwohl bis dato kaum Konkretes bekannt ist und wir gesehen haben, dass vollmundigen Versprechungen zum Thema Handelskonflikt schon allzu oft Enttäuschung gefolgt ist, haben die Finanzmärkte positiv auf die Nachricht reagiert. Aktien in Amerika, Asien und Europa verzeichneten über den Verlauf der letzten Woche satte Kurszuwächse, der DAX legte um über 4% zu. Renditen zehnjähriger Staatsanleihen mit hoher Bonität stiegen markant, um 15 Basispunkte in Deutschland, um 24 in den USA, der Goldpreis verlor 1,7%. All dies sind Zeichen einer markanten „risk-on“-Reaktion.

 

Dass US-Exporte nach China demnächst die Größenordnung von 40-50 Mrd. US-Dollar erreichen, wie von Trump behauptet, erscheint indes fragwürdig. Dies entspräche rund einer Verdopplung der Lieferungen im Vergleich zu der Phase vor Eskalation des Handelskonflikts. Eine Erhöhung der Importe von Sojabohnen, die infolge der jüngsten Streitigkeiten eingebrochen sind, dürfte hierfür ebenso wenig ausreichen wie deutlich mehr amerikanische Exporte von Schweinefleisch. Besonders an letzterem haben die chinesischen Behörden durchaus Interes-se, weil die afrikanische Schweinepest die eigenen Bestände an Zuchtschweinen erheblich dezimiert hat und Versorgungsengpässe drohen. Unterm Strich dürften aber nur Exporte auch außerhalb des Agrarsektors das Potenzial eröffnen, in die angestrebte Region von 40-50 Mrd. zu gelangen. Ein geeigneter Kandidat könnte amerikanisches Schieferöl sein, zuletzt waren aber auch in diesem Bereich die Lieferungen infolge gestiegener Frachtkosten zurückgegangen. Im Wettbewerb mit dem Mittleren Osten sind die weiten Lieferwege aus Nordamerika ein Nachteil für Fracking-Öl made in USA.

 

Auch in Europa gab es in der Vorwoche Hoffnung auf Entspannung, die sich in den Preisen von Finanzaktiva, vor allem in Pfund Sterling, niederschlug. Gespräche zwischen der britischen Regierung und der EU, ganz besonders ein Treffen Boris Johnsons mit seinem irischen Kollegen Leo Varadkar, ließen Erwartungen bezüglich eines Deals ins Kraut schießen. Sollte es tatsächlich gelingen, im Austrittsabkommen eine harte Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Land Republik Irland zu vermeiden, könnte der in Großbritannien so verhasste „Backstop“ aus dem Vertragswerk entfernt und das Abkommen somit doch noch unterzeichnet werden. Für Boris Johnson wäre das ein großer Sieg. Er könnte sich dann als der Premierminister darstellen, der den Briten endlich den ersehnten Brexit geliefert hat, und zwar in der soften, also für alle schonenderen Variante. Es dürfte sein Plan B sein, nachdem Plan A, die Suspendierung des Unterhauses und ein gleichsam dem Zeitmangel geschuldetes Herausrutschen aus der EU ohne Deal zum 31.10., am Widerstand des Parlaments gescheitert ist. Johnson ist schlau genug, immer wieder darauf hinzuweisen, dass ein weicher Brexit, also einer mit Abkommen natürlich viel besser sei als ein harter „no-deal Brexit“, man letzteren aber dennoch einem weiteren Aufschub vorziehe. Damit hat er sich quasi für alle Eventualitäten abgesichert. Während also auch ein harter Brexit weiterhin nicht ausgeschlossen ist (offenbar arbeitet Johnsons Regierung daran, einzelne EU-Länder zur Ablehnung eines eventuellen Verlängerungsantrages zu nötigen), steigen die Chancen dafür, dass Großbritannien nun doch am 31. Oktober auf der Basis des 570-seitigen, von Theresa May ausgehandelten Austrittsabkommens die EU verlässt. Endlich, möchte man sagen. Die EU muss nur höllisch aufpassen, auf den letzten Metern nicht noch von Johnson & co. über den Tisch gezogen zu werden.

 

In dieser Woche stehen Makrodaten aus den beiden größten Volkswirtschaften der Welt im Mittelpunkt. China legt Wachstumszahlen zum 3. Quartal vor, der Markt rechnet mit einer leichten Verlangsamung auf 6,1%. In Amerika geben Einzelhandelsumsätze und Industriepro-duktionszahlen Aufschluss über die Robustheit der US-Wirtschaft. Wir halten weiterhin eine Rezession für unwahrscheinlich und erwarten, dass niedrige Arbeitslosigkeit und um gut 3% wachsende Löhne die Konsumlaune der Verbraucher hochhalten sollten. Der private Ver-brauch, der für rund 70% der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage steht, hat in den letzten Jahren konstant die höchsten Wachstumsbeiträge geliefert. Selbst wenn also die zuletzt schwachen Frühindikatoren aus der Industrie sich in den harten Daten, etwa in den Outputzahlen dieser Woche, niederschlagen sollten, bleibt angesichts des robusten privaten Verbrauchs die Rezessionsgefahr gering. Dieses Thema wird umso wichtiger – und umso umstrittener – je mehr sich die USA der Präsidentschaftswahl 2020 nähern.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 11.10.2019:

 

FRIDAY-POST: „Auf Herbstwetter einstellen

 

Die zurückliegende Woche stimmte auf ein immer herbstlicher werdendes Konjunkturbild ein. So sank der Sammelindex der Frühindikatoren Japans im August überraschend deutlich auf ein Zehnjahrestief. Der reale Auftrags-eingang im deutschen verarbeitenden Gewerbe entwickelte sich derweil erneut rückläufig, und das deutlicher als erwartet. Der Abwärtstrend in der deutschen Industrie ist vor allem auf die erhebliche Eintrübung des inter-nationalen Wirtschaftsklimas zurückzuführen. Erfreulich allerdings: Die deutsche Industrieproduktion ist zuletzt überraschend und gegen den Trend gestiegen.

 

Die Woche voraus

Derweil läuft die Berichtssaison zum dritten Quartal an, bei der die US-Firmen wie gewohnt den Auftakt bilden. Das erwartete Gewinnwachstum über alle Sektoren hinweg dürfte im Durchschnitt bei einer roten Null liegen. Dabei wurde unterstellt, dass das von den Analysten eingestellte Gewinnwachstum der US-Firmen von im Schnitt -4% zum Vorquartal noch um die typischen Gewinnüberraschungen von annähernd ähnlicher Größe nach oben korrigiert werden kann. Insgesamt sollte die Berichtssaison zwischen den Sektoren äußerst heterogen verlaufen. Die Versorgerwerte („utilities“) und der Immobiliensektor („real estate“) dürften am positivsten abschneiden, während bei den Energiewerten („energy“) der deutlichste Gewinnrückgang zu erwarten ist. Aber auch die Grundstoffe („materials“) und die IT lassen einen spürbaren Rückwärtsgang bei den Gewinnen erwarten. Die Konjunktur – und im Falle der USA auch das Herauswachsen aus den Steuersenkungen – schlagen durch, und spiegeln sich in einem sinkenden Gewinnwachstum und fallenden Margen wider.

 

Die Konjunkturdaten der nächsten Woche sollten den Aktien derweil wenig Rückendeckung geben. Die für die USA anstehenden Daten lassen ein insgesamt gemischtes Bild mit Licht (Empire State Index für das verarbeitende Gewerbe) und Schatten (Konjunkturindikator der Phili-Fed; Industrieproduktion) erwarten. In Deutschland sollte das Hauptaugenmerk auf dem seit Mitte 2018 rückläufigen ZEW-Konjunk-turindikator liegen. Bleibt zu hoffen, dass die für China anstehende Industrieproduktion hält was sie verspricht. Die Consensus-Schätzungen gehen von einem Anstieg aus.

 

HANDELN: Auf Herbstwetter an den Börsen einstellen

Die technische Lage ist, gemessen an den Relative-Stärke-Indikatoren, entspannt. Risikosignale gehen von den Märkten keine aus. Die Risikozuschläge bei den Anleihen („spreads“) sind fest. Die Stressindikatoren der Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve Bank von St. Louis zeigen eine ruhige Lage an. Allerdings sollten das Gewinnbild der Firmen und die Konjunkturdaten in der Summe wenig Anlass zur Hoffnung geben, dass die expansive Geldpolitik der großen Zentralbanken bereits die erhoffte Auffangbewegung bei der Konjunktur ge-schafft hat. Dazu kommen die Unabwägbarkeiten der Handelspolitik, die jetzt auch in Form von Zöllen auf Europa übergreifen. Im Vorder-grund stehen allerdings die Spannungen zwischen den USA und China. Nachdem Handelsgespräche auf Ministerebene angesetzt waren, ließ die US-Regierung eine ganze Reihe chinesischer Technologie-Firmen auf die schwarze Liste setzen. Es gilt, sich auf eine herbstliche Woche an den Kapitalmärkten einzustellen.

 

Gut, dass sich die „Bären“ bereits mit Puts abgesichert haben, wie das Put-Call-Verhältnis für die USA und Europa zeigt.

 

Gehen Sie lieber mit einem Regenschirm raus.

 

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News 08.10.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Schlechte Nachrichten sind (wieder einmal) gute Nachrichten

 

Die Stimmung in der US-Industrie ist äußerst trübe. Zu dieser zugegebenermaßen nicht wirklich neuen Schlussfolgerung kommt unweiger-lich jeder, der den jüngsten Bericht des Institutes of Supply Management (ISM) betrachtet. Das Problem dabei: Ein Ende des Abwärtstrends zeichnet sich nicht ab. Fast alle Subkategorien des ISM-Manufacturing-Index, der mit nur noch 47,8 Punkten auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren fiel, verschlechterten sich gegenüber dem Vormonatswert. Da der Index als einer der wichtigsten Gradmesser für die Verfassung der US-Wirtschaft gilt, mussten Anleger zuletzt den dritten größeren Kursrutsch in diesem Aktienjahr miterleben – den fünften seit der Konflikt zwischen den USA und China Anfang des letzten Jahres begann. Wenngleich der Ausverkauf in Sachen Schärfe bis dato nicht an die anderen heranreicht, gaben globale Aktienmärkte seit Mitte September in der Spitze dennoch um rund vier Prozent nach. Zu präsent waren auf einmal wieder die Sorgen vor einem Abdriften der US-Ökonomie in Richtung Rezession.

 

Allein angebracht sind diese Sorgen nach wie vor eher nicht. Ein Blick in den Rückspiegel offenbart zudem, dass in den letzten sieben Jahr-zehnten ein Abrutschen des ISM-Manufacturing-Index in etwa 80 Prozent der Fälle (immerhin mehr als 30 an der Zahl) keine Rezession der gesamten US-Wirtschaft zur Folge hatte, was letztlich auch damit zusammenhängt, dass die US-Industrie weit weniger als 20 Prozent der gesamten Wertschöpfung der US-Wirtschaft ausmacht.

 

Entspanntes Zurücklehnen ist dennoch keineswegs angesagt, da nach und nach auch einige industrienahe Dienstleistungsbereiche ins Tau-meln geraten. Zwar beruhigte ein solider US-Arbeitsmarktbericht am letzten Freitag die Gemüter etwas. Der Frühindikator des ISM für das nichtverarbeitende Gewerbe gab jedoch ebenfalls empfindlich nach und macht ein Beobachten der Verfassung der einzelnen US-Wirt-schaftssektoren daher zu einer der wichtigsten Aufgaben der Marktteilnehmer im aktuellen Umfeld.

 

Letzten Endes könnten die Schwäche der US-Industrie sowie die wackligen Aktienmärkte dennoch ihr Gutes haben. Denkbar ist nämlich, dass Trump seine Chefunterhändler dieser Tage anweist, sehr viel lösungsorientierter in die Verhandlungen mit der chinesischen Seite am kommenden Donnerstag und Freitag zu gehen. Der US-Präsident weiß genau, dass ein erneutes Scheitern der Gespräche das Letzte ist, was die Finanzmärkte und er selbst zu Beginn des US-Wahlkampfes gebrauchen können. Gut möglich ist ein Angebot der USA an die Chinesen, welches ein Aussetzen der Erhöhung der Zölle beinhaltet. Der Preis, den Peking dafür zahlen müsste, ist hinlänglich bekannt: Washington erwartet nicht weniger als die deutliche Reduzierung des gewaltigen Handelsdefizits mit China über eine Erhöhung der chinesischen Im-porte in den Bereichen Flugzeuge und landwirtschaftliche Erzeugnisse.

 

Im Schatten des sino-amerikanischen Konflikts deutet sich derweil ebenfalls eine Annäherung zwischen den USA und der EU in ihrem Zoll-streit an. Nachdem die WTO den USA das Recht auf die Erhebung von Zöllen auf Einfuhren aus der EU zugesprochen hatte, erklärten beide Seiten doch lieber erst einmal miteinander zu sprechen. Zur Erinnerung: Zwei Rechtsstreitigkeiten – einmal Boeing gegen Airbus und ein-mal Airbus gegen Boeing jeweils wegen unlauteren Wettbewerbs – liegen bzw. lagen bei der WTO auf dem Tisch. Nachdem Boeing Recht bekommen hat und die USA nach WTO-Regeln damit das Anrecht auf eine Bestrafung der EU haben, wird auch Airbus sein Verfahren gegen Boeing gewinnen. Somit bekäme die EU ihrerseits die Möglichkeit für eine zeitnahe Retourkutsche. Angesichts strauchelnder Industrien in beiden Wirtschaftsräumen dürfte sich der Appetit auf beiden Seiten für eine Eskalation des Konflikts doch sehr in Grenzen halten. Darüber hinaus könnte dies ein erstes zaghaftes Indiz dafür sein, dass auch die Einführung von Autozöllen seitens der USA noch einmal ernsthaft verhandelt und somit sogar verhindert werden könnte.

 

Was bedeutet das für die Anleger?

Wer jetzt allzu viel Hoffnung in einen umfassenden Deal zwischen den USA und China legt, riskiert das gleiche Schicksal zu erleiden, wie all jene, die seit Anfang 2018 bereits des Öfteren fest mit einem Abkommen gerechnet hatten. Allerdings dürfte eine durchaus mögliche Waffen-ruhe zwischen den beiden wichtigsten Wirtschaftsmächten der Welt bereits ausreichen, um die Märkte zu einem Freudentänzchen zu ver-anlassen. Insbesondere dann, wenn sich auch die Lage zwischen den USA und der EU entspannt.

 

Zudem könnten schlechte Nachrichten von der Makrodatenfront gleich in doppelter Hinsicht gut für die Märkte sein, da neben einer Annä-erung im Handelsstreit gleichzeitig auch die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung im Oktober in den USA gestiegen ist. Anleger rechnen zu circa 80 Prozent mit einer Reduzierung um 25 Basispunkte. Machen Powell & Co. in dieser Woche keine Anstalten diese einge-reiste Wahrscheinlichkeit „herunterzureden“, ist der Weg für eine Senkung Ende Oktober frei.

 

Während US-Zinsen also durchaus noch Luft nach unten haben, zeichnet sich bei Bundesanleihen immer stärker ab, dass das Ende der Fah-enstange bald erreicht sein könnte. Trotz der starken Verluste am Aktienmarkt in den letzten Tagen war der Renditerückgang von deutschen Staatsanleihen überschaubar. Man muss es recht deutlich sagen: Bricht die negative Korrelation zwischen Bundesanleihen und Aktienmärk-ten zusammen, weil ein unsichtbarer Boden bei den negativen Renditen erreicht ist, verlieren Bundesanleihen bei dem aktuellen Renditeni-veau zunehmend ihre Daseinsberechtigung in einem breit diversifizierten Portfolio.

 

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News 07.10.2019:

 

FRIDAY-POST: „Goldener Herbst?

 

Während auf der Nordhalbkugel die Blätter welken und kühlere Temperaturen Einzug halten, zeigen sich die Börsen hiervon bislang unbeeindruckt. Im ersten Dreivierteljahr 2019 haben sich die Finanzmärkte auf breiter Basis erholt. Dies wurde wesentlich durch den weltweit zu beobachtenden Schwenk der Noten-banken zu erneuten Zinssenkungen und Geldspritzen befeuert – und weniger durch die unverändert kraftlose Dynamik bei globalem Wirtschafts- und Gewinnwachstum in einem alternden Aufschwung.

 

Um den Börsen einen durchgängig „goldenen Herbst“ zu bescheren, reichen die hohen Erwartungen an Notenbanker und Finanzminister (nicht zuletzt den chinesischen und den deutschen) allein mittelfristig jedoch nicht aus. Zumin-dest, solange die Weltkonjunktur nicht wieder Tritt fasst. Und solange politische Unsicherheiten die Märkte nicht loslassen.

Seit die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Ende Juli erstmals seit elf Jahren ihren Leitzins gesenkt hat, lässt sich ganz in diesem Sinne eine uneinheitlichere Entwicklung der verschiedenen Anlageklassen feststellen. Der Wechsel zwischen Risikofreude und Risikoaversion der Marktteilnehmer („Risk-on/Risk-off“) ist seit Jahresmitte wieder sichtbar geworden. Dabei haben – je nach kurzfristiger Risikostimmung – entweder risikobehaftete Anlageklassen wie Aktien und Hoch-zinsanleihen oder aber die Gruppe der als sicher wahrgenommenen Anlageklas-sen wie Staatsanleihen eine positive Wertentwicklung verzeichnet. Nicht aber beide gleichzeitig.

Offensichtlich vermochte die Erwartung einer expansiveren Wirtschaftspolitik nicht mehr „alle Boote zu heben“. Stattdessen haben andere Treiber wie der makroökonomische Nachrichtenfluss und (geo-)politische Risiken wieder an Bedeutung gewonnen.

 

  1. Die Weltkonjunktur befindet sich nicht in einem freien Fall, doch nehmen die Sorgenfalten zu. So zeigt das zyklisches Rezessionsmodell der AGI für die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA, aktuell eine Rezessionswahrscheinlichkeit                          von lediglich 2% auf Sicht von sechs Monaten an. Allerdings lasten die fortdauernde Schwäche im Handel und geopolitische Unsicherheiten weiterhin schwer auf dem globalen Verarbeitenden Gewerbe. Mit Argusaugen beobachten Investoren, ob                     sich Abstrahleffekte auf den bislang widerstandsfähigen, binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleistungssektor bemerkbar   machen. Zusätzlich könnte sich der jüngste Ölpreisanstieg als Belastungsfaktor für den – angesichts fester Arbeitsmärkte und steigender Lohneinkommen – bislang robusten Konsum entpuppen. Die Risiken eines Konjunkturabschwungs sind gestiegen.
  2. Mehrere politische Stolpersteine scheinen vorerst aus dem Weg geräumt: Die neue italienische Regierung schlägt fiskalpolitisch   einen weniger konfrontativen Kurs mit Brüssel ein. Das britische Parlament hat das Szenario eines ungeordneten Brexit     eingedämmt. Und bei den US-chinesischen Handelsgesprächen zeichnen sich verhaltene positive Signale ab. Doch ungeachtet       eines möglichen Waffenstillstands belasten die durchschnittlichen US-Importzölle, die im September mit 4,7% den höchsten          Stand seit 45 Jahren erreichten, die Binnen- und Weltwirtschaft schon seit längerem. Falls die Trump-Administration die               bereits angekündigten zusätzlichen Einfuhrzölle auf chinesische Waren umsetzt, steigt der durchschnittliche Satz bis Ende           dieses Jahres weiter auf 6,2%. Darüber hinaus lauert im Hintergrund eine mögliche Erhöhung der US-Importzölle für die Autoindustrie (Entscheidung im November). In Europa würden insbesondere Deutschland, Großbritannien und Italien       empfindlich getroffen.

 

Was bedeutet dies für Anlageentscheidungen?

  • Die Hoffnung auf eine expansivere Geld- und Fiskalpolitik stützt für sich genommen risikobehaftete Anlageklassen. Ob dies jedoch ausreicht, um eine anhaltend aufgehellte Stimmung an den Börsen zu erzeugen, ist fraglich. Die Belebung von Konjunktur und Unternehmensgewinnen ist bisher ausgeblieben.
  • Dies legt einerseits ein breit gestreutes Portfolio nahe, andererseits eine taktisch vorsichtige Positionierung bei risikobehafteten Anlagen in einem Multi-Asset-Kontext, die eine aktive Selektion von Wertpapieren mit Leben füllt.
  • In einem globalen Aktienportfolio bevorzugen wir derzeit beispielsweise den historisch weniger schwankungsanfälligen US-Aktien-markt sowie defensive Sektoren.

 

Ob „goldener Herbst“ oder nicht – aktives Management scheint weiterhin Hochkonjunktur zu haben.

 

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News 03.10.2019:

 

Märkte - Meinungen 

 

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News 02.10.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

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Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

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News 01.10.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Eigentor der Demokraten

 

Die noch junge Amtszeit von Donald Trump ist reich an fragwürdigen Handlungen des Präsidenten, von denen manche rechtlich derart grenzwertig waren, dass sie vermutlich für ein Amtsenthebungsverfahren, das sogenannte Impeachment, genügt hätten. Überraschend also, dass die Parteiführung der Demokraten erst jetzt, im Zuge der Ukraine-Affäre, den formalen Überprüfungsprozess für ein solches Verfahren in Gang gesetzt hat. Erklärbar wird die Zurückhaltung von Pelosi, Schumer & Co. gegenüber dem wohl skrupellosesten US-Präsidenten aller Zeiten zunächst durch die lange anhaltende Schockstarre infolge der Wahlniederlage 2016 und anschließend das Gefühl, ein Impeachment-verfahren würde Trump vermutlich weniger schaden als vielmehr nutzen. Dieses Gefühl ist den Demokraten offenbar abhandengekommen. Angesichts der Erwartung, dass bis zur heißen Phase des Wahlkampfes nicht mehr viele Gelegenheiten kommen werden, Trump weh zu tun, hat Nancy Pelosi nun, auf Druck ihrer Parteifreunde im Repräsentantenhaus, die formale Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens eingeleitet.

Aber obwohl viele US-Wähler Trump durchaus kritisch sehen und seine Zustimmungswerte trotz solide laufender Wirtschaft nur bei rund 40% liegen, lehnt eine Mehrheit von 54% ein Impeachmentverfahren ab. Den Demokraten dürfte dieser Schritt also kaum etwas bringen, wo-gegen er Trump eine Steilvorlage dafür liefert, sich als Opfer einer Hexenjagd zu inszenieren. Dies gilt umso mehr, als die Beweislage dünn aussieht. Sollten die Demokraten nicht erheblich mehr in der Hand halten als das dürftige Transkript von Trumps Telefonat mit dem ukrai-nischen Präsidenten Selinskyj, wird das Verfahren wohl nicht einmal eröffnet. Pelosi stünde beschädigt da, Trumps Wiederwahlchancen könnten, gerade bei den umkämpften Wechselwählern, erheblich steigen.

 

Die Österreicher haben gewählt, und das haben sie auf rationale Weise getan. Sebastian Kurz und die ÖVP haben mit kräftigen Zugewinnen und 38,4% der Stimmen die Wahl gewonnen und suchen nun einen Koalitionspartner. Die FPÖ, welche mit der Ibiza-Affäre die letzte Regie-rung zu Fall brachte und dafür vom Wähler mit dem Verlust eines Drittels ihrer Stimmen bestraft wurde, hat sich schon aus dem Rennen verabschiedet und kam damit wohl einer Absage seitens Kurz bevor. Die SPÖ verlor ebenfalls, wenngleich milder, gegenüber der Wahl 2017 und dürfte ebenfalls nicht die erste Wahl des alten und neuen Bundeskanzlers sein. Denn Sebastian Kurz vermag es, Stimmungen im Wahl-volk zu erspüren und mit der Aura des Neuen, Unverbrauchten zu punkten. Es ist also naheliegend zu vermuten, dass seine erste Präferenz in einer Zusammenarbeit mit den Grünen besteht, die im Zuge der Klimaaktualität gegenüber 2017 8,6 Prozentpunkte zulegen konnten und Kurz nun mit ihren 12,4% zur Mehrheit verhelfen könnten. Geschmeidig genug, als ÖVP-Konservativer und in der Migrationspolitik durch-aus rechtslastig auftretender Regierungschef auch mit eher linken Positionen umzugehen, etwa seitens der Wiener Grünen, ist Kurz allemal. Konservativen Schwesterparteien in Europa hat er gezeigt, wie man auch in Zeiten des Rechtspopulismus Wahlen gewinnen kann.

 

Die angekündigte Demission von Sabine Lautenschläger als EZB-Ratsmitglied kam unerwartet und befeuert die Diskussion um die Niedrig-zinspolitik der Notenbank vor allem hierzulande. Denn Lautenschläger vertrat, üblicherweise in Allianz mit Bundesbankpräsident Weid-mann, die bei deutschen Sparern beliebte Position der „Falken“, also jene der Opposition zu Präsident Draghi, Chefvolkswirt Lane und wei-teren „Tauben“ im Direktorium. Dadurch, dass Lautenschläger nun schon die dritte Deutsche ist (nach Axel Weber und Jürgen Stark im Jahr 2011), die sich quasi aus Protest gegen die mehrheitlich vertretene Geldpolitik aus dem mächtigen EZB-Rat zurückzieht, trägt sie zur Verhär-tung der Fronten bei. Gesucht wird nun eine Nachfolgerin (tatsächlich dürften Männer keine Chance haben), die es eher als Lautenschläger vermag, die EZB-Politik den Menschen im Land zu erklären. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Banken die Negativzinsen an ihre Kunden weitergeben und in einer aktuellen Reuters-Umfrage rund 70% der Rentenstrategen von einer Fortsetzung des Niedrigzinsumfeldes über mindestens die nächsten fünf Jahre ausgehen, ist hier Kommunikationstalent gefragt. Viel wäre gewonnen, wenn die kommende deut-sche EZB-Direktorin besser erklären würde, wie es an den Finanzmärkten zu niedrigen Zinsen kommt, dass dies also mehr mit Angebot und Nachfrage von Kapital und nicht so sehr mit der bösen EZB zu tun hat. Vielleicht wären dann auch hierzulande mehr Sparer dafür zu gewin-nen, ertragreicher anzulegen, statt wie bisher rund zwei Drittel ihres Finanzvermögens in Cash zu halten.

 

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News 30.09.2019:

 

FRIDAY-POST: „Die Rückkehr von RORO

 

Nach der Ernüchterung Ende des Jahres 2018 sind die ersten drei Quartale im Kalenderjahr 2019 für Anleger in fast allen Assetklassen sehr gewinnbringend verlaufen. Hauptsächlich die Aussicht auf erneute Stützung der Konjunktur durch die Zentralbanken haben sowohl Aktien- als auch Rentenmärkte beflü-gelt. Seit Mitte diesen Jahres fällt aber zunehmend eine Zweiteilung der Ertragslandschaft auf: Entweder riskantere und somit schwankungsanfälligere Vermögensklassen wie Aktien, Hochzinsanleihen oder Industriemetalle wiesen positive Erträge auf oder die Gruppe als sicher oder defensiv wahrgenommener Vermögensklassen wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen mit guter Bonität oder Gold konnte Gewinne verbuchen. Kurz gesagt: Risiko rauf oder runter, oder Englisch „risk-on – risk-off“ (RORO; siehe auch Grafik der Woche).

 

Nachdem die Kapitalmärkte nicht nur die globale Finanzkrise, sondern auch den vorläufigen Höhepunkt der Eurozonen-Schuldenkrise gegen Ende 2013 verarbeitet hatten, hat die Kombination aus solider Konjunktur und expansiver Geldpolitik eine Phase eher gleichlaufender Erträge zwischen sicheren und riskanten Vermögensklassen ermöglicht, die Liquiditätsflut der Zentralbanken hat sprichwörtlich „alle Boote gehoben“ – mit Ausnahme des Jahres 2018, als fast alle Vermögensklassen eine negative Wertentwicklung verzeichneten.

 

Dieses Umfeld scheint sich nun dem Ende zuzuneigen. Zweifel an der Wider-standsfähigkeit des Konjunkturzyklus und an der Effektivität weiterer geldpoli-tischer Stimulusmaßnahmen sowie die weiterhin hohen politischen Unsicherheiten erfordern bei Anlegern wieder stärkeres Risikobewusst-sein. Gerade konjunkturelle Sorgen wurden in der vergangenen Woche durch schwache vorläufige Einkaufsmanagerindizes für den Monat September aus der Eurozone bestätigt.

 

Die Woche voraus

Im Nachgang der Zentralbankmeetings und vor der anbrechenden Gewinnberichtssaison ab Mitte Oktober sollten in der kommenden Wo-che hauptsächlich Konjunkturdaten im Mittelpunkt stehen. Wie gewöhnlich zum Monatswechsel werden am Dienstag die Einkaufsmana-gerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und am Donnerstag für das Dienstleistungsgewerbe für einen Reigen von Ländern und Regionen veröffentlicht. Die vorläufigen Daten deuten zumindest für die Eurozone auf eine weitere Verlangsamung der Wachstumsdynamik hin. Deutschland könnte im dritten Quartal sogar in eine vorerst milde, sogenannte „technische“ Rezession einbiegen, also zwei Quartale hinter-einander ein negatives Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt aufweisen. In Japan wird außerdem am Dienstag die Tankan-Umfrage für das dritte Quartal erwartet. In den USA sollte der Arbeitsmarktbericht am Freitag etwas mehr Klarheit darüber bringen, wie viel geldpoli-tische Unterstützung der Federal Reserve in diesem Jahr noch von Nöten ist um den US-Konjunkturzyklus am Laufen zu halten. Am Mitt-woch kommt außerdem aus der Eurozone die Vorabschätzung für die Konsumentenpreisinflation im September.

 

Politisch könnte Großbritannien in den Mittelpunkt rücken. Nach der Entscheidung des obersten Gerichtshofes, dass die von Prime Minis-ter Boris Johnson durchgesetzte Zwangspause des Parlamentes unrechtmäßig ist, dürften die politischen Entscheidungsprozesse in Rich-tung Brexit wieder volle Fahrt aufnehmen – am Mittwoch bricht der letzte Monat vor der derzeitigen Deadline am 31. Oktober an. Ein (er-zwungener) Rücktritt von Boris Johnson rückt dabei ebenso in den Bereich des Möglichen wie eine erneute Verlängerung der Brexit-Frist und Neuwahlen im vierten Quartal.

 

HANDELN: Risikobewusstsein stärken

Die Rückkehr des Risk-on Risk-off-Phänomens sowie schwache Konjunkturdaten besonders aus der Eurozone lassen uns weiter vorsichtig agieren. Bei stärkerer Differenzierung der Kapitalerträge bleiben aktive Vermögensallokationsentscheidungen wichtiger denn je.

 

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche

 

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News 25.09.2019:

 

Robert J. Shiller

Trumps Ruf und die nächste Rezession

 

Der US-Präsident nutzt alle Gelegenheiten, um sein Narrativ, seine Selbstinszenierung eines einflussreichen Gewinners, stimmig zu halten. Er hat damit auch den längsten US-Aufschwung seit den 1850er-Jahren befeuert.

 

Auf dem jüngsten G7-Gipfel schloss US-Präsident Donald Trump seine Ausführungen mit einer Einladung an die versammelten Staats- und Regierungschefs, das Treffen im nächsten Jahr in seinem Doral Park Country Club in der Nähe von Miami abzuhalten. Diesen beschrieb er als märchenhafte Welt mit „prachtvollen Bauten“, deren „Festsäle zu den größten und besten in Florida“ gehören. Dabei handelte es sich um ein weiteres Beispiel für Trumps öffentliches Narrativ, seine Selbstinszenierung, die er seit beinahe einem halben Jahrhundert mit wachsen-dem Erfolg pflegt.

Beobachten lässt sich das, indem man die Häufigkeit von Trumps Erwähnung in digitalen Nachrichtenquellen sucht. Sein Narrativ wuchs demnach so langsam (aber über lange Zeit), dass seine Dominanz im öffentlichen Diskurs der USA beinahe unplausibel erscheint. Ein Teil der Begabung Trumps besteht darin, dass er ein Leben lang Dinge tat, die die Verbreitung dieses Narrativs unterstützten: Er zelebrierte den Glamour, umgab sich mit schönen Frauen, die ihn scheinbar anhimmelten, und er erweckte immer wieder den Anschein enormen Einflus-ses.

 

Diese Strategie hatte Trump bereits bis 1983 entschlossen verfolgt, als in einem Artikel in der „New York Times“ unter dem Titel „The Empire and Ego of Donald Trump“ berichtet wurde, er sei bereits in jenem Jahr ein „international anerkanntes Symbol für New York City als Mekka der Superreichen dieser Welt“ gewesen.

 

Inszenierung bis zum Wrestling-Schaukampf

Man denke an sein Interesse am ProfiWrestling, einer die Massen anziehenden Unterhaltungsform, bei der das Publikum an die Authenti-zität einer offensichtlich inszenierten Darbietung glauben will. Trump beherrscht den FakeStil der Branche und setzt ihn wirksam ein. 2007 nahm er sogar selbst an einem inszenierten Schaukampf teil. Im Jahr 2004 hatte Trump das Glück, Moderator der TV-Reality-Show „The Apprentice“ zu werden, in der es um realitätsnahen wirtschaftlichen Wettbewerb ging. Sofort erkannte er die Chance, seine öffentliche Per-son noch stärker in den Vordergrund zu rücken. Hier konnte er sich als zwar strenger, aber auch liebevoller Fake-Boss profilieren. „Sie sind gefeuert!“, blaffte er die Verlierer in seiner Show an, während er Siegern und Verlierern gleichermaßen auch Freundlichkeit entgegenbrach-te. Je bekannter Trump wird, desto stärker lebt er auch seine TV-Show-Persönlichkeit aus.

 

Nachdem er die USA auf dem Parteitag der Republikanischen Partei im Jahr 2016 als eine Macht im Niedergang dargestellt hatte, erklärte er: „Ich allein kann das ändern.“ Folglich entließ er als Präsident hochrangige Regierungsvertreter in beispielloser Geschwindigkeit, um sicher-zustellen, dass bloß niemand mit dem Anschein der Unabhängigkeit Teil seiner Administration bleibt. Dies begründete eine neue Form der Willkür in der US-Regierung, die Trump-Kapriolen, die angesichts der Verflechtungen der USA und der globalen Volkswirtschaften die ganze Welt betreffen können.

 

Doch nichts davon ist neu. Trump verfolgt eine Spielart eines wiederkehrenden Narrativs, das bereits seit Tausenden von Jahren existiert. Der antike Satiriker Lukian von Samosata beschreibt in seinem aus dem 2. Jahrhundert stammenden Aufsatz „Die Rednerschule“ über die Redekunst für angehende Führungspersönlichkeiten, wie man ein Machtnarrativ nutzen kann, indem man es selbst auslebt:

„Im Privatleben magst du alles treiben, was dir gefällt, spielen, saufen, huren, ehebrechen, oder dich dessen wenigstens rühmen, auch wenn du es nicht tust, und Liebesbriefchen vorweisen, die von Weibern an dich geschrieben sein sollen. Denn es muss dir daran liegen, für einen liebenswürdigen Mann zu gelten, um den sich alle schönen Frauen Mühe geben. Der gemeine Haufen wird dies auf die Rechnung deiner Rednerkunst schreiben, deren Ruhm in die Gemächer der Weiber gedrungen sei.“

Bei Lukian beschreibt dieses Narrativ nicht die Wirklichkeit, sondern es schafft diese erst. Es kommt nicht auf die Substanz an, sondern auf Stimmigkeit: „Das Erste nun und Wichtigste, was du mitzubringen hast, ist Unwissenheit und Keckheit, nicht minder auch Frechheit und Unverschämtheit. Alles anständige, bescheidene und verschämte Wesen hingegen lass mir ja zu Hause; dies würde zu deiner Absicht nicht nur nichts nützen, sondern sogar entgegenwirken. Entwischt dir ein Sprachschnitzer oder gar ein Barbarismus, so ist Unverschämtheit das beste Mittel.“

 

Zu einer Zeit, da die Menschen in der Regel nicht so lange lebten wie heute, konnte sich Lukian freilich nicht vorstellen, dass man die Auf-rechterhaltung eines Rufs über 50 Jahre planen kann. Aber ebenso wenig kann ein derartiges Narrativ ewig bestehen. Das Ende des Ver-trauens in Trumps Ruf wird wohl mit einer Rezession verbunden sein.

 

Während einer Rezession ziehen sich die Menschen zurück und überdenken ihre Sicht der Dinge. Die Verbraucher geben weniger aus und vermeiden Anschaffungen, die aufgeschoben werden können: ein neues Auto, Renovierungen im Haus und teure Urlaube. Unternehmen geben weniger für neue Produktionsstätten und Anlagen aus und stellen keine neuen Mitarbeiter ein. Sie müssen ihre Gründe dafür nicht darlegen. Ihr Bauchgefühl und ihre Emotionen können dafür schon reichen.

Bislang war Trump mit seinem protzigen Lebensstil für viele Verbraucher und Anleger ein maßgebender Impuls. Die US-Wirtschaft war außergewöhnlich „stark“ und verlängerte die Erholung von der großen Rezession, die ihren Tiefpunkt erreichte, als Barack Obama 2009 die US-Präsidentschaft übernahm. Die darauffolgende Expansion ist die längste, die seit den 1850erJahren verzeichnet wurde. Im Grunde ist ein starkes Narrativ die Ursache für die Stärke der US-Wirtschaft.

 

Doch motivierende Redner stoßen letztendlich oft genau die Menschen ab, die sie einst inspirierten. Man denke an die Reaktionen der Stu-dierenden an der Trump University, jener auf Betrug aufgebauten Ausbildungsstätte, die ihr Namensgeber 2005 gründete und die fünf Jahre später nach mehrfachen Gerichtsprozessen geschlossen wurde. Oder man erinnere sich an das abrupte politische Ende des US-Senators Joe McCarthy im Jahr 1954, nachdem er seine antikommunistische Rhetorik zu weit getrieben hatte.

 

In der Art, wie Trump seine Präsidentschaft gestaltet, bestehen zu viele Unwägbarkeiten, als dass man überzeugende Vorhersagen treffen könnte. Er wird sicher versuchen, an seinem Image festzuhalten. Doch eine schwere Rezession könnte sein Verderben sein.

Und womöglich wird die Öffentlichkeit seinen Verirrungen nach der wirtschaftlichen Katastrophe mehr Aufmerksamkeit zu schenken beginnen — ebenso wie den sich ausbreitenden Gegennarrativen, die die Trump’schen verdrängen.

 

Robert J. Shiller, Professor für Ökonomie an der Yale University. Shiller veröffentlichte auf dem Höhepunkt der Dotcom-Hausse 2000 sein Buch „The Irrational Exuberance“. Es machte ihn weltweit bekannt, weil er auf die Übertreibungen auf den Aktienmärkten hinwies. Shiller erhielt 2013 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Demnächst erscheint sein Buch „Narrative Economics: How Stories Go Viral and Drive Major Economic Events“.

 

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News 25.09.2019:

 

Kalendereffekt: Bald beginnt die bessere Börsenhälfte

 

Kurioserweise ist das Winterhalbjahr an fast allen Aktienmärkten das ertragreichere. Entgegen aller Logik hat sich dieser "Kalender-effekt" in jüngerer Zeit nicht abgeschwächt, sondern verstärkt. Selbst Experten rätseln, woran das liegt.

 

Wieviel unbeschwerter wäre das Berufsleben als Berater, könnte man die immerwährende Kundenfrage, wann der optimale Zeitpunkt für ein Börsenengagement gekommen ist, mit dem Verweis auf schlichte Regeln beantworten. Eine solch simple Timing-Taktik gibt es tatsäch-lich, in Form des sogenannten "Kalendereffekts" – und der scheint gültiger denn je zu sein.

Der Begriff fasst zusammen, dass die Performanceverteilung an den Börsen einem auffälligen saisonalen Monatsmuster folgt. Die Daumen-regel: Sobald die Temperaturen sinken, gehen die Aktienkurse nach oben – und das weltweit! Auswertungen internationaler Kapitalmark-tstatistiken zufolge ist das Winterhalbjahr an einer Vielzahl von Aktienmärkten das lukrativere, wohingegen das Sommersemester im Best-fall performanceschwach und tendenziell verlustreich ist. Der prägnante Spruch "Sell in May and stay away, but remember to come back in September" stimmt also – wenn man ihn leicht abwandelt: Denn statt "September" muss es "November" heißen.

 

Zahlreiche statistische Belege, aber…
Besonders gründlich ging der neuseeländische Finanzmarktwissenschaftler Ben Jacobsen dem "Kalendereffekt" auf den Grund: Er wies die Saisonalität für gleich 109 nationale Börsen nach – anhand von Daten, die teilweise bis ins Jahr 1695 zurückreichen, also in die Gründungs-phase der Aktien-Umschlagplätze. Sein Resultat: An den meisten Börsen sind die Renditen in der Zeitspanne von November bis April deut-lich höher als von Mai bis Oktober. Während der Wintermonate legten die Kurse laut Jacobsens Datenrecherche im Schnitt um 6,9 Prozent zu, im Sommerhalbjahr dagegen nur um 2,4 Prozent.

Für die USA zeigten die Ökonomen Jeffrey und Yale Hirsch Ähnliches. In der langen Frist sind die Performance-Unterschiede auch hier ekla-tant: Hätte ein Investor sein Kapital seit 1950 nur in den sechs Wintermonaten in den Dow-Jones-Index investiert, wäre sein Vermögen um das über Hundertfache gestiegen. Wer dagegen nur in den Sommermonaten engagiert war, hat über die letzten 68 Jahre in der Sommer-saison unterm Strich magere zehn Prozent dazuverdient.

 

…keine rational belastbare Begründung
Verfechter der Saisonstrategie meinen nun, Anleger könnten den Börsenlaunen entkommen, indem sie diesen Kalendereffekt durch ge-schickt getimte Käufe und Verkäufe gezielt ausnutzen. Doch nicht alle sind überzeugt – und appellieren an den gesunden Menschenver-stand: Wäre das Saisonmuster so zuverlässig wie behauptet und der Markt derart einfach zu überrumpeln, würden alle vernünftigen Inves-toren diesen Effekt nutzen. Doch je mehr ihr Heil im Kalendereffekt suchen und Konkurrenten zuvorzukommen versuchen, indem sie kau-fen, bevor die Kurse im Herbst davonlaufen, desto eher müssten die monatsspezifischen Performancespitzen im Winterhalbjahr abgeschlif-fen werden – und das merkwürdige Muster mit der Zeit verschwinden.

Dumm nur, dass dem Phänomen mit Logik nicht beizukommen und der Effekt gerade in jüngster Zeit nicht schwächer, sondern stärker ge-worden ist, wie die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) anhand des Schweizer Aktienmarktes feststellt. Für den Zeitraum 1998 bis 2019 hätte ein imaginärer "Winter-Aktionär" eine durchschnittliche Plus-Performance von 5,8 Prozent per annum erzielt, wohingegen der "Sommer-Bör-sianer" einen Verlust von jährlich 0,3 Prozent erlitt.

Gleiches gilt auf europäischer Ebene: Im Wintersemester legten die Kurse seit 1998 um durchschnittlich 3,9 Prozent zu, wohingegen das Sommerhalbjahr mit einem Minus von 3,3 Prozent per annum negativ zu Buche schlug. Interessanterweise waren die Ergebnisse im Winter immer in jenen Jahren am besten, wenn die Kursentwicklung insgesamt rückläufig war, haben die NZZ-Redakteure ermittelt. Der verhee-rende Börsenherbst von 2018 könnte also dazu beigetragen haben, dass der Kalendereffekt zuletzt wieder stärker zum Tragen kommt.

 

Fantasie statt Fakten
An wolkigen Erklärungsversuchen für das Performance-Phänomen mangelt es nicht – an wissenschaftlich fundierten Belegen indes schon. Einige Beobachter argumentieren beispielsweise mit einer Art Wetterfühligkeit der Anleger. Eine andere Theorie schaut den Investoren in die Lohntüte: Weil viele Firmen im Dezember und Januar die Boni und die 13. Jahresgehälter an ihre Angestellten auszahlen, suche um die Jahreswende besonders viel Kapital nach Rendite – was die Kurse befeuert.

Der Genfer Asset Manager Jean-Evrard Dominicé hat laut NZZ noch eine andere Begründung parat: "Vermögensverwalter nehmen Anfang des Jahres mehr Risiko auf sich, um die angestrebten Renditeziele zu erreichen, und reduzieren dieses dann im Laufe des Jahres, sobald sie ihre Performanceziele erreicht haben." Für die Investmentprofis stehe ja auch die eigene Karriere auf dem Spiel. Haben sie die Vorgaben ihrer Klienten im Laufe des Jahres erreicht, gebe es für sie keinen Grund mehr, im Risiko zu bleiben und so vielleicht die ganze Performance zu verlieren.

 

Nicht denken, handeln!
Vielleicht stimmt nüchtern besehen, was Alfons Cortés sagt: Dass Versuche, die auffälligen Performancemuster durch nachgeschobene real-wirtschaftliche oder verhaltenstheoretische Überlegungen plausibel zu machen, zwar menschlich nachvollziehbar – aber im Grunde über-flüssig sind. "Wichtig ist es nur, die Fakten festzustellen", zitiert die NZZ den anerkannten Markttechniker und Senior-Partner der Vermö-gensverwaltung Unifinanz aus Vaduz. Cortés' Credo: "Das Faktische entscheidet über den Erfolg an den Finanzmärkten, unabhängig davon, ob sie rational erklärbar sind."

 

 

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News 24.09.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Comeback der Value-Aktien?

 

Es ist noch gar nicht lange her, da erreichten Rezessionssorgen in den USA neue Höhen. Befeuert etwa durch die Invertierung der Zinskurve in den USA oder das Abstürzen des ISM-Manufacturing Index unter die wichtige Marke von 50 wurden Wachstumsprognosen für die größte Volkswirtschaft der Welt mitunter deutlich nach unten korrigiert.

 

Nun, im September, mehren sich jedoch Signale, wonach es um die Wirtschaft in den USA offenbar doch nicht so schlecht stehen könnte, wie noch vor wenigen Wochen gedacht – ganz im Gegenteil, denn zuletzt lagen derart viele volkswirtschaftliche Daten oberhalb der Erwar-tungen, dass sogenannte Surprise-Indizes auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr kletterten („Überraschungs-Indizes“ messen, ob neu veröffentlichte volkswirtschaftliche Daten vermehrt unter oder über den Erwartungen von Analysten liegen). Ein gutes Zeichen, da derart Indizes als recht verlässliche Vorlaufindikatoren für die tatsächliche Entwicklung von wichtigen Konjunkturdaten gelten. Gerade Indikato-ren, welche die Stärke der US-Binnenkonjunktur messen, geben aktuell Anlass zur Hoffnung. Zuletzt gehörten Zahlen zu den US-Einzelhan-delsumsätzen oder aber auch zum US-Häusermarkt dazu. In Europa muss man bessere Daten bislang noch mit der Lupe suchen. Aber auch hier mehren sich zumindest die Zeichen dafür, dass die Schwäche der Industrie sich nicht auf andere Sektoren überträgt.

 

Diese sich abzeichnende Aufhellung der Wirtschaftsdaten dürfte ein wesentlicher Grund dafür gewesen sein, dass zahlreiche stimmberech-tigte Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank nach der Leitzinssenkung in der vergangenen Woche den Anlegern klar zu verstehen gegeben haben: Weitere Zinssenkungen sind keine ausgemachte Sache und hängen sehr stark von der Datenentwicklung in den kommenden Monaten ab. Sollte sich die Datenlage weiter aufhellen, kann das Leitzinsniveau in den USA bis Weihnachten durchaus unver-ändert bleiben.

 

Im politischen Berlin stand letzte Woche alles im Zeichen des Klimas. Das von der Koalition vorgestellte Klimaprogramm 2030 stellte dabei allerdings eher Unternehmen als Klimaschützer zufrieden. Hintergrund dürfte die aus Sicht der Klimaexperten recht geringe Besteuerung von CO2 ab 2021 sein. Sie erzeuge auf absehbare Zeit keine Verhaltensänderung bei den Menschen. Dabei ist die Zeit das, was beim Kampf ums Klima am wenigsten bleibt.

Obwohl die Bundesregierung den Begriff CO2-Steuer vermeidet, ist das angedachte Stufenmodell, bei dem der Preis für CO2 ab 2021 Jahr für Jahr steigt, zunächst genau das: eine Steuer, die sukzessive etwa auch zu einem Anstieg der Benzinkosten beitragen wird. Erst später wird es in ein Zertifikatemodell überführt, das allerdings selbst perspektivisch mit derart geringen Höchstpreisen für die Emission von CO2 operie-ren soll, sodass ein Erreichen der Klimaziele ernsthaft gefährdet ist. Einem gerade im Ausland erwünschten spürbaren fiskalischem Impuls kommt das Klimaprogramm zudem eher nicht gleich. Die Regierung will trotz des Programms ganz klar an der schwarzen Null festhalten. Da unter anderem keine Beschleunigung des Ausbaus von erneuerbaren Energien vorgesehen ist, erscheint ein ausgeglichener Haushalt im Jahr 2020 auch tatsächlich keine Herkulesaufgabe zu sein.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Die zahlreichen guten Wirtschaftsdaten aus den USA gepaart mit versöhnlicheren Tönen in Sachen Handelskonflikt (letzte Woche wurden Gespräche zwischen den USA und China auf Arbeitsebene aufgenommen) haben ganz erheblich zum Kursanstieg bei Aktien seit Monatsbe-ginn beigetragen. Globale Aktien liegen seit Monatsanfang bereits um rund drei Prozent vorne und damit nur noch knapp unter ihrem All-zeithoch aus dem Januar 2018.

 

Bei genauerer Betrachtung fällt der starke Preisanstieg der Value-Aktien auf – also solcher Werte, die besonders günstig bewertet sind. Momentum-Titel schnitten hingegen unterdurchschnittlich ab. Diese Wachablösung ist bemerkenswert, schließlich wurden die Comeback-Chancen von Value-Aktien, zu denen in Europa vor allem Bankaktien zählen, lange Zeit als äußerst gering eingestuft. Sollte sich hingegen tatsächlich eine Stabilisierung der makroökonomischen Daten oder gar eine breiter angelegte Verbesserung ergeben, dann könnte sich auch der Aufschwung der Value-Aktien fortsetzen. Gerade für europäische Aktien wäre das eine gute Nachricht, gilt Europas Aktienmarkt doch als Markt mit einem starken Übergewicht an günstig bewerteten Aktien. Da aber ein Teil der Erholung der Value-Titel auch auf die starke Wert-entwicklung von günstigen Energie-Aktien nach dem Ölpreisschock zurückzuführen gewesen ist und gleichzeitig ein länger anhaltender Zinsanstieg wenig wahrscheinlich anmutet, erscheint an dieser Stelle ein großes Comeback von Value-Aktien noch nicht plausibel.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 20.09.2019:

 

FRIDAY-POST: „Hoffnungsschimmer

 

Zumindest die jüngsten US-Daten ließen gewisse Hoffnungsschimmer für das Wachstum der Weltwirtschaft aufkommen. Sorgen um einen harten Brexit (31. Oktober) sowie die Lage im Handelskonflikt zwischen den USA und China ent-spannten sich ein wenig, was Anlass zu der Hoffnung gibt, dass die wirtschaft-lichen Aussichten künftig in etwas geringerem Maße durch politische Risiken belastet werden.

 

Die Inversion der Zinsstrukturkurve in den USA (d.h. die Differenz zwischen den 10-Jahres- und den 3-Monats-Anleiherenditen) hat sich verringert, was darauf hindeutet, dass auch das Risiko eines baldigen Konjunkturabschwungs gesunken ist.

Auch nach dem, ersten Erkenntnissen zufolge mit Drohnen und Raketen durch-geführten, Angriff auf eine saudi-arabische Ölraffinerie in der vergangenen Woche blieb die Zinsstrukturkurve ziemlich stabil, was ermutigend und vernünf-tig erscheint. Der Angriff schmälert Saudi-Arabiens Produktionskapazität um 5,9 Millionen Barrel (rund 6% des globalen Angebots). Die Ölpreise schnellten zwar um 9% in die Höhe, aber unseren Analysen zufolge wurden ‚ölschock-bedingte Rezessionen‘ in der Vergangenheit nur durch einen Preisanstieg um über 100% ausgelöst (vgl. die Grafik der Woche).

 

Wie sollten die Anleger diese Situation einordnen? Um es klar zu sagen: Unsere Modelle deuten seit einiger Zeit auf strukturellen Gegen-wind, höhere Anfälligkeiten und steigende Marktvolatilität hin. Die zentrale Frage lautet, ob eine Rezession in den kommenden 12 Monaten unvermeidlich ist. Die Antwort lautet unseres Erachtens nach „nein“.

Zu Konjunkturverlangsamungen ist es bereits früher gekommen. So lösten z.B. Wechselkurs-abwertungen in China in den Jahren 2015/2016 Sorgen um das Wachstum der Weltwirtschaft, Verkaufswellen bei chancenreichen Vermögenswerten und einen Ölpreisrückgang auf 26 US-Dollar pro Barrel aus. Die Industrieproduktion in den USA schrumpfte, der Beschäftigungsaufbau verlangsamte sich und die US-Notenbank Federal Reserve lockerte ihre Geldpolitik – ganz ähnlich wie heute.

 

Wir haben bereits an anderer Stelle erläutert, dass viel von einer Einigung der Präsidenten Xi und Trump im Handelskonflikt abhängt. Wie dies ausgeht, ist unklar; die jüngsten Entwicklungen waren jedoch günstig. Auch im zweiten Halbjahr 2019 wird das Wachstum der Welt-wirtschaft wohl unter der Potenzialrate liegen. 2020 wird dann unseres Erachtens ein entscheidendes Jahr für den weiteren Verlauf sein.

 

Die Woche voraus

In der nächsten Woche werden wichtige Daten für den Ausblick für die Weltwirtschaft veröffentlicht. Am Montag stehen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und die Dienstleistungssektoren im Euroraum, Frankreich, Deutschland, Japan und den USA an. Der Dienstleistungssektor wächst in den meisten Ländern weiterhin, das verarbeitende Gewerbe jedoch könnte von der drohenden Abschwächung des weltweiten Handels und der Investitionen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Am Dienstag und Mittwoch wird sich alles um das Verbrauchervertrauen drehen; in Deutschland, Frankreich und den USA werden die neu-esten Daten veröffentlicht. In Frankreich hat sich die Stimmung zwar aufgehellt, in den USA bewegt sich der Index jedoch seitwärts, und in Deutschland fiel er zuletzt auf den tiefsten Stand seit 28 Monaten.

Am Donnerstag stehen die USA im Mittelpunkt. Konsensschätzungen zufolge wird die BIP-Wachstumsrate für das zweite Quartal 2019 auch nach der endgültigen Revision unverändert bei 2,0% liegen. Damit verlangsamt sich die Expansion zwar gegenüber dem ersten Quartal (3,1%), liegt aber immer noch über der langfristigen Potenzialrate von rund 1,8% und über den aktuellen Echtzeitprognosen der Federal Re-serve-Banken von Atlanta bzw. New York für das BIP im dritten Quartal (1,8% bzw. 1,6%). Außerdem werden die neuen Zahlen zu den Erst-anträgen auf Arbeitslosenunterstützung, den Lagerbeständen im Großhandel und den Immobilienverkäufen veröffentlicht.

Zum Wochenschluss am Freitag folgen noch das Geschäftsklima für den Euroraum (zuletzt im Aufschwung), Inflationszahlen aus Japan und Frankreich (zuletzt niedriger), das Verbrauchervertrauen in Großbritannien (zuletzt schwächer) und aus den USA Zahlen zum Einkommen der privaten Haushalte, zum privaten Konsum und zu den Auftragseingängen für dauerhafte Gebrauchsgüter (sämtlich voraussichtlich stärker).

 

HANDELN: Markttechnische Daten berücksichtigen.

Der S&P 500 ist bei einem deutlich höheren Gesamthandelsvolumen endlich aus seinem Handelskorridor ausgebrochen. Beim Momentum-Handel, der Wachstums- und defensive Sektoren über weite Strecken des Jahres 2019 stützte, findet eine Korrektur statt. Inzwischen liegen zyklische Werte vorn, wovon europäische Aktien, Auto- und Bankaktien profitieren, die zum Teil nahe Rezessionsbewertungen handelten. Sichere Häfen wie Gold und Treasuries haben sich konsolidiert, und der Kupferpreis (ein Indikator für die globale Industrienachfrage) erholt sich.

 

Verlieren Sie nicht die Hoffnung und bleiben Sie geduldig.

 

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News 19.09.2019:

 

Märkte – Meinungen

 

Andrew Wilson von Goldman Sachs

„Umkehr der Zinskurve bewirkt noch keine Rezession“

 

Eine inverse Zinsstrukturkurve, also höhere Zinsen für kurzfristige Zinsbindung als für langfristige, lässt bei vielen Anlegern die Alarmglocken schrillen: Schlittert die Wirtschaft in einen Abschwung? – Alles halb so dramatisch, beruhigt Anleihen-Experte Andrew Wilson von Goldman Sachs Asset Management. Anleger müssten deswegen noch lange nicht alle Risiken zurückfahren.

 

Der jüngste Anstieg des Anleihehandels geht Hand in Hand mit historisch niedrigen oder gar negativen Renditen, Wachstumsunsicherheit und einer enttäuschenden Inflation. Das ist Grund genug für Anleger, um verunsichert zu sein. Vor allem, weil die Parallelen zur japa-nischen Post-Bubble-Economy der 1990er-Jahre offensichtlich sind. Aktuell kommen aber geopolitische Unsicherheiten und die invertierte Zinskurve bei 2- und 10-jährigen US-Staatsanleihen hinzu: ein in der Vergangenheit relativ verlässliches Anzeichen für eine Rezession. Die Zinskurven in anderen Laufzeitsegmenten und Regionen haben sich ebenfalls umgekehrt.

 

Vor diesem Hintergrund würde ich zwei Narrative in Frage stellen, die sich derzeit auf Anlageentscheidungen auswirken:

 

Erstens hört man immer wieder, dass in einem Umfeld negativ rentierender Anleihen positive Renditen ausgeschlossen seien. Wenn ein Anleger eine solche Anleihe kauft und sie bis zum Laufzeitende hält, macht er logischerweise Verluste. Aber so sieht kein aktives Portfolio-management aus: Relative-Value-Strategien in bestimmten Ländern oder zinskurvenfokussierte Ansätze können noch immer positive Ge-samtrenditen aus negativ rentierenden Anleihen erwirtschaften.

 

Auch längerfristige Staats- oder Unternehmensanleihen mit weniger negativen Renditen als bei kurzfristigen Papieren können zu positivem Carry beitragen. Das ist in vielen Teilen Europas, einschließlich Deutschland, möglich. Zudem könnten die Renditen noch weiter in den Negativbereich rutschen, was wiederum zu Kapitalzuwächsen führen würde. Diese Situation hat sich in diesem Jahr inmitten geldpolitisch expansiver Erwartungen an die Zentralbanken entwickelt.

Daher sollten Investoren nicht überstürzt auf negativ rentierende Anleihen reagieren, Qualität reduzieren oder längere Laufzeiten eingehen, um höhere Renditen zu erzielen.

 

Auch das zweite Narrativ, das auf die Anlegerstimmung drückt, ist meiner Meinung nach eine Fehleinschätzung. Die Rede ist von der bevor-stehenden Zykluswende infolge der invertierten Zinskurve. Seit den frühen 1960er-Jahren war die Umkehrung der US-Zinskurve sieben Mal Vorbote für eine Rezession. Aber die Varianz im zeitlichen Ablauf zwischen Inversion und einsetzender Rezession war sehr groß: In drei der letzten zehn Fälle, in denen die Zinskurve invertierte, dauerte es länger als zwei Jahre bis zur Rezession.

 

Entscheidend ist, dass eine Umkehr allein nicht ausreicht, um eine Rezession zu bewirken. Sie ist vielmehr im allgemeinen wirtschaftlichen Kontext zu sehen. Und hier sind die typischen Treiber für einen Abschwung nicht erkennbar. Gemeint ist eine überhitzte Wirtschaft mit erhöhter Inflation, die wiederum zu einer sehr straffen Geldpolitik führt.

 

Diese Fakoren im Blick behalten

In der gegenwärtigen Situation sind wir mit einer gegenläufigen Dynamik konfrontiert: Die Inflation ist gedämpft und die Zentralbanken verfolgen eine lockere Politik, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Weitere Faktoren wie signifikante Ungleichgewichte im Privatsektor müssen sich auch erst noch zeigen. Und auch insgesamt war dieser Zyklus insofern ungewöhnlich, als dass die lang anhaltend lockere Geld-politik die niedrigen Zinsniveaus zementiert und die Form der Zinskurve beeinflusst hat. Deshalb kann sie nicht länger als verlässliches Rezessionssignal gedeutet werden.

 

Während ich davon ausgehe, dass sich die anhaltende Expansion nach der Krise – wenn auch langsamer – fortsetzen wird, gibt es zwei Fak-toren, die man im Auge behalten sollte:

 

Der erste ist die erhöhte politische Unsicherheit. Unsichere Handelsbeziehungen wirken sich negativ auf die Anlegerstimmung und die real-wirtschaftliche Aktivität aus. Noch wird das Wirtschaftswachstum durch das Arbeitsplatzwachstum gestärkt. Das stützt wiederum das Kon-sumverhalten der Haushalte. Eine strukturelle Verschiebung hin zum vermehrten Konsum von Dienstleistungen hat diesen Sektor als Gan-zen gestärkt und Arbeitsplätze geschaffen. Schließlich ist der Dienstleistungsbereich per se sehr personalintensiv. Wenn aber gleichzeitig die globale Produktionsaktivität zurückgeht, besteht das Risiko, dass dies auf den Dienstleistungssektor übergreift. Die Zeit der stabilen Beschäftigungszuwächse wäre vorbei.

 

Der zweite Faktor, der den Ausblick trübt, sind die Grenzen der Geldpolitik. Auch wenn dieser Zyklus gezeigt hat, dass die untere Grenze der Leitzinsen nicht bei null liegt, finde ich es schwierig, mir vorzustellen, die Zinsen würden noch weiter in den negativen Bereich abrutschen. Wir werden einen Wendepunkt erreichen, an dem die negativen Folgen der Negativzinsen die möglichen positiven Effekte bei weitem über-wiegen. Eine Folge ist die geschwächte Rentabilität der Banken, die die Kreditvergabe belastet. Zudem kommt es zu Ungleichgewichten im Finanzsektor, indem die expansive Geldpolitik Vermögenswerte in die Höhe treibt, aber nicht die Realwirtschaft stärkt.

Diese Entwicklung wird zudem durch Anleihekäufe der Zentralbanken verstärkt.

 

Keine Angst vor Zinspapieren

Auch die Bargeldhortung ist riskant, insbesondere dann, wenn Banken die Negativzinsen an Privatkunden weitergeben. Natürlich wäre das in einer bargeldlosen Wirtschaft vermeidbar.  Der digitale Zahlungsverkehr hat im letzten Jahrzehnt deutlich zugenommen. Aber die nahe Zukunft wird nicht völlig bargeldlos sein, sodass Zentralbanken noch niedrigere Leitzinsen beschließen könnten. Der Anteil des im Umlauf befindlichen Bargelds am BIP beläuft sich in den USA auf 8 Prozent und in Japan auf fast 20 Prozent. Länder wie Schweden oder Norwegen sind weniger bargeldintensiv – ihre Zentralbanken sind dadurch flexibler, was niedrigere Zinsen anbelangt. In Bezug auf geldpolitische Im-pulse muss ausgewogen agiert und die Fiskalpolitik eine stärkere Rolle einnehmen. Regierungen müssen aber vor allem dann in puncto fis-kaler Expansion umsichtig und diszipliniert vorgehen, wenn ihre Wählerschaft der Sparmaßnahmen überdrüssig ist.

 

Noch nie dagewesene Zeiten erfordern nicht unbedingt noch nie dagewesene Maßnahmen von Anlegern.

Negative Renditen sind ungewöhnlich, erfordern aber keine radikale Abkehr von festverzinslichen Anlagen. Zweifellos ist ein dynamischer Anlageansatz aber empfehlenswert. Die Inversion der Zinskurve könnte sich als Schaf im Wolfspelz erweisen und sollte daher nicht als Anlass interpretiert werden, Risiken abzubauen.

 

Über den Autor:

Andrew Wilson ist Chef für die Emea-Region (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) bei Goldman Sachs Asset Management. Er leitet außerdem das Team für globale Renten und Liquiditätsmanagement.

 

 

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News 18.09.2019:

 

Märkte – Meinungen

 

Neue Ölkrise - Berechtigt oder nur Sturm im Ölfass?

 

Mit den Drohnenanschlägen auf zwei saudische Ölanlagen sind mehr als die Hälfte der saudischen und fünf Prozent der globalen Ölproduktion lahmgelegt. Dieser Angebotsschock kommt für viele Wirtschaftsexperten zur Unzeit, ist doch die Weltkonjunktur bereits angeschlagen.

 

Öl hat viel von seinem wirtschaftlichen Schrecken verloren

Um steigenden Preisen und Versorgungsengpässen entgegenzu-wirken, wollen die USA und Saudi-Arabien - wenn nötig - ausrei-chend stille Ölreserven hörbar auf den Markt bringen. Außerdem setzen die Saudis alles daran, ihre Ölproduktion so schnell wie möglich wieder zu normalisieren. Die Energieagentur IEA in Paris sieht den Ölmarkt momentan gut versorgt, zumal die Nachfrage weltkon-junkturbedingt zur Schwäche neigt. Ein Engpass droht für Deutschland sowieso nicht, da nur unter zwei Prozent des Öls aus Saudi-Arabien stammt. Daneben ist gemessen an der Wirtschaftsleistung der heutige deutsche Ölverbrauch gegenüber 1990 um 40 Prozent gefallen und im Durchschnitt geben deutsche Verbraucher weniger als drei Prozent ihres Einkommens für Kraftstoff aus.

Die neuerlichen Querelen im Mittleren Osten dürften die europäische Suche nach alternativen Energiequellen forcieren. Mit dem Bau von Flüssiggas-Terminals „an der Nordseeküste am plattdeutschen Strand“ bereitet sich Deutschland schon auf den Import von amerikanischem Fracking-Gas vor.

 

Das amerikanische Fracking dürfte die EU sogar erfreuen wie den Liebhaber von Alkoholpralinen das erste Mon Chéri nach der Sommerpau-se. Denn mit amerikanischem Fracking schlägt Europa gleich vier Fliegen mit einer Klatsche. Erstens wirkt man der Abhängigkeit von kon-ventionellem Opec-Öl entgegen. Zweitens werden im Zeitalter des Klimaschutzes immer mehr Schiffe das im Vergleich zu Schweröl und Diesel umweltfreundlichere Gas als Treibstoff nutzen. Drittens reduzieren die USA mit Fracking-Export ihr chronisches Handelsbilanzdefi-zit gegenüber Europa. So geht im transatlantischen Handelskrieg so mancher dicken Berta von Trump die Munition aus. Und viertens macht sich Europa weniger abhängig von russischen Gaslieferungen.

Also alles nur halb so schlimm?

 

Spielt der Iran die Nordkorea-Strategie?

Die US-Regierung und die Saudis machen den Iran für die Luftangriffe auf die saudischen Ölanlagen verantwortlich. Dagegen bestreitet der Iran jede Tatbeteiligung. Nähme man theoretisch an, der Iran stünde hinter den Anschlägen, würden die USA dann wirklich die Islamische Republik angreifen?

Der Iran beobachtet sehr genau, dass sich Amerika unter Trump dann mit seinen Erzfeinden arrangiert, wenn diese weder diplomatisch, noch wirtschaftlich, noch mit „Feuer und Wut“ in die Knie zu zwingen sind. Hat nicht Nordkorea unter Kim Jong-Un erst mit seinen auf-sehenerregenden Raketentests für amerikanische Gesprächsbereitschaft gesorgt? Was spricht also dagegen, dass auch Irans Führung mit Machtdemonstrationen im Persischen Golf signalisiert, dass es selbst für die USA unbezwingbar ist?

Amerika ist wirklich geschockt, mit welch geringem Aufwand höchst möglicher Schaden angerichtet werden kann, ohne geeignete Gegen-maßnahmen ergreifen zu können. Drohnenattacken haben ab sofort ein sehr reales Bedrohungsszenario für die Ölversorgung aus dem Golf geschaffen. Daneben ist die Straße von Hormus, über die knapp ein Drittel der seeseitigen Ölexporte und knapp 20 Prozent der weltweiten Produktion verschifft wird, ein Nadelöhr, das die Iraner so mühelos kontrollieren wie Löwen eine seltene Wasserstelle in der Wüste.

 

Wie wahrscheinlich ist ein Krieg im Persischen Golf?

Grundsätzlich würde ein amerikanischer Vergeltungsschlag auf den hochgerüsteten Iran das Pulverfass Mittlerer Osten explodieren lassen, wo unterschiedlichste Interessen zahlreicher Konfliktparteien unmittelbar aufeinanderprallen. Amerika müsste mit hohen Verlusten rech-nen. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die USA mit „Befreiungsaktionen“ - siehe Vietnam, Irak, Afghanistan - so schlechte Erfahrungen gemacht, dass mittlerweile selbst hartgesottenen republikanischen Wählern Federn von Friedenstauben wachsen. Gerade deswegen hat Trump seiner Anhängerschaft ja versprochen, Amerika werde die Rolle als Weltpolizist abgeben und keine großen neuen Militärinterventio-nen mehr eingehen. Und tatsächlich hat Trump bereits im Juni auf vermeintlich iranische Angriffe auf Tanker im Golf nicht mit der Feue-rung von Raketen, sondern später mit der von seinem außenpolitisch scharfmachenden Sicherheitsberater John Bolton reagiert.

 

Überhaupt, ein vermutlich ewig dauernder Militärkonflikt mit dem Iran würde über schwerste geopolitische Verunsicherungen mit aller-höchsten Ölpreisen weltweit den Investitionsappetit von Unternehmen und die Kauflust der Verbraucher förmlich torpedieren. In den USA würde die Konjunktur in den industrialisierten Bundesstaaten geschwächt, wo Trump treue Wähler hat. Das amerikanische Fracking-An-gebot wird zwar laufend besser, kann aber aufgrund unbefriedigender Logistik noch nicht ausgleichend wirken. Lässt schließlich die US-Rezession auch noch die Aktienkurse fallen, kann Trump seine Chancen auf Wiederwahl im Persischen Golf versenken.

 

Bei aller Irrationalität, ein politischer Selbstmörder ist der gute Donald sicher nicht. Die Risiken eines Iran-Kriegs sind Trump grundsätzlich viel zu hoch und viel zu teuer. Selbst wenn Trump zur Wahrung einer Position der Stärke Kriegsschiffe zum Schutz der Tanker in den Golf schickt, der Regimewechsel des Erzfeindes Iran ist weg vom Washingtoner Tisch.

Vor diesem Hintergrund scheint die Anwendung der Nordkorea-Strategie für Teheran sinnvoll zu sein. Ein Interessenausgleich mit dem Iran ist die einzig vernünftige Handlungsoption für die US-Regierung. So könnte der Iran u.a. eine Lockerung der wirtschaftlich schmerzen-den (Öl-)Boykottsanktionen erreichen.

 

Unter Abwägung all dieser Argumente spricht wenig für eine neue Ölkrise. Namhafte Wirtschaftsinstitute kommen übrigens zum Ergebnis, dass die Weltkonjunktur selbst bei einem gegenüber Voranschlags-Niveau um 20 Prozent gestiegenen Ölpreis lediglich um 0,1 Prozent 2020 und um 0,2 Prozent 2021 einbüßen würde.

 

Ölkrise sieht anders aus.

 

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News 17.09.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Eskalation im mittleren Osten

 

Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen haben sich zu dem verheerenden Anschlag auf die Ölverarbeitungsanlagen im saudi-arabischen Abqaig bekannt, aber ob wirklich aus Richtung Süden anfliegende Drohnen die Explosionen ausgelöst haben oder doch eher von Norden kommende Marschflugkörper, wie Zeugen behaupten, werden wir vielleicht erst viel später erfahren. Vielleicht auch nie. Im Mo-ment tobt noch der Kampf um die Deutungshoheit. Wie zu erwarten haben die USA ihre martialische Rhetorik gegenüber Teheran hochge-fahren. Man sei ‚locked and loaded‘, um gegenüber Iran loszuschlagen, ließ der Präsident verlauten. Problematisch bezüglich der Glaubwür-digkeit dieser Pose ist nur, dass erst vor wenigen Tagen Trumps Sicherheitsberater John Bolton, ein Befürworter militärischen Vorgehens im Mittleren Osten, seinen Hut nehmen musste. Das Signal, demzufolge Donald Trump gegenüber Iran im Zweifel nur bellt aber nicht beißt, könnte sowohl bei Hassan Rohani als auch den amerikanischen Wählern angekommen sein. Für Trump könnte im Hinblick auf den Wahl-kampf 2020 noch zum Problem werden, dass er sich durch seine brachialen Tweets diesbezüglich in die Ecke manövriert hat.

 

Die Finanzmärkte haben auf den Schlag ins Ölkontor, der nach saudischen Angaben rund 5,7 Mio. Barrel Rohöl und damit über die Hälfte der vom Königreich bereitgestellten Menge vom weltweiten Angebotstisch nimmt, wenig überraschend mit Kursabschlägen reagiert. Noch am Wochenende schnellte der Rohölpreis zunächst um fast 20% nach oben, nur um gleich darauf wieder um 10% nachzugeben. Letzteres erklärt sich dadurch, dass nicht nur Saudi-Arabien selbst über umfangreiche Reserven verfügt, um eine plötzlich auftretende Angebotsver-knappung auszugleichen, sondern auch die US-Regierung sogleich ankündigte, ihre strategischen Ölreserven anzuzapfen. Am Aktienmarkt, der in der Vorwoche durch Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China einen erleichterten Kursanstieg verzeichnet hatte, lieferte der Start in die Woche einen – wenn auch milden – Rücksetzer.

 

Auf längere Sicht wird es nun darauf ankommen, wie schnell Aramco, die saudische Ölgesellschaft, die Schäden an den Ölanlagen von Abqaig reparieren kann. Vermutlich wird es Wochen, wenn nicht Monate dauern. Kommt aber auf Sicht das saudische Öl zurück an den Markt, dürfte der Anschlag vom Wochenende die globalen Wachstumsaussichten nur unwesentlich beeinträchtigen. Wichtiger aus Markt-perspektive dürfte sein, ob der Schlag zu einer Eskalation militärischer Gewalt in der Region führt.

 

Letzten Donnerstag hat Mario Draghi einen seiner letzten großen Auftritte als EZB-Präsident genutzt, um einmal mehr seine außergewöhn-lichen Fähigkeiten als Finanzmarktflüsterer unter Beweis zu stellen. Viele Beobachter hatten im Vorfeld spekuliert, ob die EZB überhaupt in der Lage sein würde, die enormen Erwartungen, die sich im Vorfeld aufgebaut hatten, zu erfüllen. Aber Draghi schaffte es, durch ein wohl-dosiertes Paket positiv zu überraschen. Zwar fiel die Zinssenkung mit zehn Basispunkten sogar ein wenig kleiner aus als erwartet, und gleiches gilt für die Ankündigung, ab November wieder Anleihen im Wert von 20 Mrd. Euro zu erwerben. Hier hatte der Markt eher mit etwas über 30 Mrd. gerechnet. Allerdings kompensierte die EZB diese eher moderaten Zahlen mit der Tatsache, dass für die Anleihekäufe erstmals kein Enddatum gesetzt wurde. Vielmehr sollen sie solange laufen, bis die Inflation „robust“ wieder in der Nähe von 2% ist, und dies gilt für die Zinsen ebenso.

Damit knüpfte die EZB ihre „Forward Guidance“ erstmals nicht an ein Datum, sondern an die Bedingung, dass ihr Inflationsziel erreicht wird. In dieser Woche wird nun zu sehen sein, wie sich andere Zentralbanken positionieren. Viele Augen sind etwa auf die Schweizer Natio-nalbank gerichtet, die versuchen dürfte, den Schweizer Franken vor weiterer Aufwertung zu bewahren. Im Fokus steht natürlich auch die US-Fed, wo Chairman Jerome Powell den Mittelweg finden muss zwischen besonnenem, ökonomisch vernünftigem Handeln und einer an-gemessenen Reaktion auf die pausenlosen Twitter-Beschimpfungen aus dem Weißen Haus. Der Markt preist jedenfalls eine Zinssenkung von 25 Basispunkten für den morgigen Mittwoch mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 85% ein. Das ist vermutlich mehr als notwendig, aber weniger als Trump gern hätte.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Obwohl auch die Bank of England in dieser Woche eine Zinsentscheidung zu treffen hat (der Markt und wir rechnen mit einem unveränder-ten Leitzins von 0,75%), steht eher die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes über die Verfassungsmäßigkeit der Parlamentssuspendie-rung im Mittelpunkt. Erklärt der Supreme Court den Coup von Premier Johnson, das Unterhaus in eine fünfwöchige Pause zu schicken, für verfassungswidrig, könnte der umtriebige Bewohner von 10 Downing Street zurücktreten, munkeln manche. Aber angesichts des langen Anlaufs, den Johnson auf das Amt seiner Träume genommen hat, erscheint dies schwer vorstellbar. Vermutlich gilt aus seiner Sicht für einen eventuellen Rücktritt das gleiche, was er über seinen Appetit auf einen erneuten Brexit-Verlängerungsantrag gegenüber der EU gesagt hat: ‚I’d rather be dead in a ditch‘. Lieber liege er also tot im Graben. Angesichts der zur Auswahl stehenden Optionen weiß man kaum noch, was man Johnson und den Briten in diesem Zusammenhang wünschen soll.

 

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News 02.09.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

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Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

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News 13.09.2019:

 

FRIDAY-POST: „Es ist nicht alles Gold was glänzt

 

Vor acht Jahren, am 6. September 2011, markierte der Goldpreis sein bisheriges Allzeithoch von rund 1.920 US-Dollar pro Feinunze. Nach dem Beginn der Normalisierung der Geldpolitik in der Mitte der Dekade hatte das Edelmetall meist in der Spanne von 1050 bis 1350 Dollar gehandelt, bevor der Kurs im Sommer 2011 nach oben ausbrach und über die Marke von 1500 kletterte.  Es gibt gute Gründe für die Annahme, dass der Goldpreis mittelfristig weiter steigen könnte: Die erneute Lockerungspolitik der Notenbanken weltweit – mit nur wenigen Ausnahmen wie der Norges Bank – übt für sich genommen fortgesetzt Abwärtsdruck auf die Anleiherenditen aus. So verkündete die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ein umfassendes Lockerungs-paket (u.a. Einlagensatzsenkung auf -0,5%, zeitlich unbegrenzte Anleihekäufe von monatlich 20 Mrd. Euro). Neben den realen, d.h. um die Inflation berei-nigten, Zinsen verharren zunehmend auch nominale Sätze unter der Null-marke. Gold – eine Währung, die 0% Zinsen „zahlt“– profitiert von den mittle-rweile sogar negativen Opportunitätskosten der Goldhaltung. Kurzfristig scheint Gold jedoch überkauft zu sein.

 

Auch mit Blick auf die Börsen fragt sich gegenwärtig so manch‘ Anleger, ob tatsächlich alles Gold ist, was glänzt. Maßgeblich für die höheren Aktienkurse – der globale MSCI-Aktienindex hat seit Jahresbeginn ein Plus von etwa 18% verzeichnet, gegenüber dem Vorjahr von rund 5% – scheint ebendieser Eifer der Notenbanken zu sein, weitere Stimulierungsmaßnahmen zu lancieren. Gleichzeitig hat sich die stetige Ab-schwächung der Weltwirtschaft im August fortgesetzt, trotz der (zögerlichen) Stabilisierung „weicher“ Früh- und Stimmungsindikatoren. Auf Dreimonatssicht verschlechterten sich die Makrodaten in allen großen Industrie- und Schwellen-ländern und waren auf globaler Ebene in 17 der letzten 19 Monate rückläufig (siehe auch Grafik der Woche). Für sich genommen kein Grund für überschäumenden Enthusiasmus. Für eine anhaltend aufgehellte Börsenstimmung wird entscheidend sein, ob den Notenbankern und Finanzministern eine (seltene) „weiche Landung“ des alternden globalen Konjunkturzyklus gelingt, mit der die Grundlage für einen erneuten Aufschwung gelegt werden könnte. Die hohen Markterwartungen an die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger bergen unseres Erachtens ein gewisses Enttäuschungs-potenzial (wie die jüngste Gegenbewegung bei Kernstaatsanleiherenditen offenbart hat).

 

Immerhin scheinen mehrere politische Stolpersteine vorerst aus dem Weg geräumt: Die neue italienische Regierung schlägt fiskalpolitisch einen weniger konfrontativen Kurs mit Brüssel ein. Das britische Parlament hat unlängst das Szenario eines ungeordneten Brexit am 31. Oktober eingedämmt. Premier Johnson muss nun entweder bis zum 19. Oktober einen (neuen) Deal mit der EU unterbreiten oder um einen dritten Aufschub bitten. Und bei den US-chinesischen Handelsgesprächen zeichnen sich zumindest verhaltene positive Signale ab.

 

Die Woche voraus

Auch in der kommenden Börsenwoche geben die Zentralbanken den Takt für die Kapitalmärkte vor. In den USA richtet sich das Augenmerk auf den Zinsentscheid der Federal Reserve (Mi). Der US-Geldmarkt preist mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 95% eine zweite „vorsorg-liche“ Leitzinssenkung von 25 Basispunkten ein. Das Zielband für die Fed Funds Rate läge dann bei 1,75-2,00%. In der Vergangenheit haben „insurance rate cuts“ der Fed in Summe maximal 75 Basispunkte betragen.

Die Bank of England (BoE) steht weiterhin vor einem Dilemma. Obwohl sich binnenwirtschaftlicher Preis-druck aufbaut – in den drei Mona-ten bis Juli fiel die britische Arbeitslosenquote auf 3,8%, den tiefsten Stand seit 44 Jahren, während die Löhne ein Plus von 4,0% verzeich-neten, so kräftig wie seit über zehn Jahren nicht mehr – dürfte die BoE am Donnerstag in Anbetracht der anhaltenden Brexit-Ungewissheit vorerst die Füße stillhalten. Ob die Notenbanker perspektivisch am Leitzins schrauben – und wenn ja, in welcher Richtung – wird davon abhängen, wie der EU-Austritt vonstattengeht.

 

Die Weltkonjunktur befindet sich zwar beileibe nicht in einem freien Fall, der unvermeidlich und zeitnah in die Rezession führt. Doch lasten die fortdauernde Schwäche im Handel und geopolitische Unsicherheiten weiterhin schwer auf dem verarbeitenden Gewerbe. Mit Argus-augen beobachten Investoren, ob sich Abstrahleffekte auf den bislang robusten, binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleistungssektor bemerkbar machen. Im Blickpunkt wird u.a. stehen, ob sich die Industrieproduktion in den beiden Supermächten China (Mo) und den USA (Di) wie erwartet erholt hat. Hinweise darauf, ob Deutschland im dritten Quartal in eine „technische“ Rezession gerutscht ist, liefert der ZEW-Index (Di). In Japan dürften die Exporte (Mi) auf einen kurzfristig nur mäßigen Anstieg der Wirtschaftsleistung schließen lassen. Im Vorfeld der für Oktober geplanten Mehrwertsteuererhöhung sind zudem die Bedenken hinsichtlich der Belastbarkeit des privaten Konsums gestiegen. Ein Umfeld, in dem die Bank of Japan (Do) den Markterwartungen entsprechend unverändert an ihrem lockeren Kurs festhalten wird. Eine Zinssenkung Ende Oktober würde am Geldmarkt jedoch nicht für eine Überraschung sorgen.

 

HANDELN: Was bedeutet all dies für Anlageentscheidungen?

Die sich abzeichnende geldpolitische Lockerung stützt für sich genommen risikobehaftete Anlageklassen. Ob dies mittelfristig jedoch aus-reicht, um eine anhaltend aufgehellte Stimmung an den Börsen zu erzeugen, scheint weiterhin mit einem Fragezeichen behaftet. Zumindest solange eine Belebung bei Konjunktur und Unternehmensgewinnen ausbleibt.

 

Dies legt einerseits ein breit gestreutes Portfolio nahe, andererseits eine taktisch vorsichtige Positionierung bei risikobehafteten Anlagen in einem Multi-Asset-Kontext, die eine aktive Selektion von Wertpapieren mit Leben füllt.

 

In einem globalen Aktienportfolio bevorzugen wir derzeit beispielsweise den US-Aktienmarkt aufgrund seines niedrigen Betas (d.h. der his-torisch relativ geringeren Sensitivität zum Weltaktienmarkt) sowie defensive Sektoren. Der breite US-Dollar dürfte sich angesichts politi-scher und zyklischer Belastungsfaktoren und der erwarteten global synchronisierten Lockerung der Geldpolitik vorerst weiter gut behaupten – jedoch vor allem gegenüber Schwellenländerwährungen aus dem asiatischen Raum, weniger gegenüber den internationalen Reservewäh-rungen und „sicheren Häfen“ japanischer Yen und Schweizer Franken.

 

Gerade in „Glanzzeiten“ lohnt sich das genaue Hinschauen.

 

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News 10.09.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Alle Augen auf die EZB

 

Die globalen Aktienmärkte waren in der letzten Woche in guter Stimmung. Um zwischen 1,5% und 2% legten die meisten größeren Indizes zu, Asien noch etwas stärker. Auf der Suche nach Gründen wird man schnell fündig. Denn gerade die Entwicklung von Risikoanlagen ist zurzeit stärker als im langfristigen Vergleich von Ereignissen an der politischen Front geprägt, zu messen etwa an dem Performancebeitrag, der aus anderen Quellen als Gewinnwachstum - mithin aus politischer Unsicherheit - gespeist wird. Just diese Unsicherheit hat in der letzten Woche abgenommen, und zwar in Italien und auf der britischen Insel. Die neue Regierung in Rom, bestehend aus Fünfsternepartei und Sozialdemokraten, dürfte einen weniger radikalen Konfrontationskurs zur EU steuern als ein von Lega-Chef Matteo Salvini geführtes rechtsnationales Bündnis, das zwischenzeitlich gedroht hatte. Und in London hat der neue Premierminister Boris Johnson seine No-Deal-Brexit-Rechnung ohne das Parlament gemacht, so dass ein hartes Ausscheiden Großbritanniens aus der EU zunächst unwahrscheinlicher geworden ist.

 

Die Märkte honorieren derartige Nachrichten mit steigenden Aktienkursen, niedrigerer Volatilität (für Europa letzte Woche zurück auf unter 15, also in die Nähe des Durchschnitts der letzten Jahre) und leicht nachgebenden Gold- und Anleihepreisen. Allerdings scheint den Marktteilnehmern bewusst zu sein, dass die Entwarnung nur vorübergehend sein könnte, und zwar sowohl in Italien als auch in Großbri-tannien. Nach wie vor drohen Neuwahlen in beiden Ländern, und die könnten dann doch noch zu Konstellationen führen, die aus Markt-sicht negativ wären. Kommt es nämlich in Großbritannien zu einer Neuwahl noch im Oktober, könnte sogar das Gesetz wieder rückgängig gemacht werden, welches letzte Woche zur Verhinderung eines harten Brexit verabschiedet wurde. Dann hätte Boris Johnson doch noch gewonnen.

 

Derweil mehren sich die Zeichen, dass es im Handelskonflikt zwischen den USA und China Entspannung gibt. Beide Seiten scheinen ge-sprächsbereit zu sein, so dass ein Abkommen doch wieder in greifbare Nähe rücken könnte. Auch hier ist allerdings Vorsicht geboten. Schon allzu oft erschien der Konflikt nahezu beigelegt, nur um dann im letzten Moment wieder hochzukochen. Erinnern wir uns nur an Anfang Mai, als die chinesische Delegation gefühlt schon auf dem Weg nach Washington war und der Vertragsabschluss dann doch in letzter Mi-nute durch einen Tweet des US-Präsidenten verhindert wurde.

 

Es erscheint also ratsam, die Entspannung im Handelskonflikt erst zu feiern, wenn die Tinte auf dem Vertrag trocken ist. Ohnehin geht es ja nur um eine relativ oberflächliche Verabredung. Denn auf mehr als auf niedrigere Zölle und darauf, dass China mehr aus den USA impor-tiert, wird man sich kaum einigen können. Die eigentlich relevante Rivalität, nämlich jene um die strategische und vor allem technologische Vormachtstellung im 21. Jahrhundert, ist weder für die chinesische noch für die US-Führung verhandelbar. Und so wird es wohl hinsichtlich kritischer Fragen wie ‚Made in China 2025‘, also des chinesischen Anspruchs auf globale Führerschaft in einer Reihe von Zukunftstechnolo-gien bis zum Jahr 2025, kaum Annäherung geben. Andererseits haben aber trotzdem beide Seiten Interesse an einem Deal, der sich nur auf so profane Dinge wie Zölle oder Handelsvolumina beschränkt. Der chinesischen Führung würde eine Belebung des Handels helfen, das schwächelnde Wachstum zu stützen, und US-Präsident Trump könnte einen Handelsdeal mit den Chinesen im Wahlkampf des nächsten Jahres als Erfüllung eines wichtigen Wahlversprechens feiern. Und wenn beide Seiten eine Einigung wollen, ist realistisch, dass es sie auch gibt.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Dass vor dem Hintergrund der vielen politischen Unsicherheiten die Risikomärkte überhaupt so gut laufen, liegt vor allem an den Zentral-banken. Und in diesem Zusammenhang ruhen diese Woche alle Augen auf der EZB, die früher im Jahr weitere Expansion angekündigt hatte und vermutlich nun auch liefern wird. Die Frage scheint eigentlich nur, ob es eine weitere Zinssenkung und neuerliche Assetkäufe im Paket gibt, oder nur eines von beiden. Wir denken, dass Mario Draghi auf seiner vorletzten Pressekonferenz als EZB-Präsident die Senkung des Einlagezinses um 10, maximal 20 Basispunkte bekanntgeben, den Ankauf weiterer Finanztitel aber zunächst nur in Aussicht stellen wird, ohne ihn zu präzisieren. Dafür rechnen wir mit Maßnahmen, um die negative Wirkung des ‚Strafzinses‘ auf die Banken abzumildern, etwa ein Staffelungssystem. Weitere Lockerung könnte dann später im Jahr bekanntgegeben werden. So sichert die EZB sich selbst und den Märkten die Aussicht auf positiven Newsflow Richtung Jahresende, was auch mit Blick auf die neue Präsidentin Christine Lagarde er-wünscht sein kann. Für Risikoanlagen wären dies in jedem Fall gute Nachrichten. Solange es dann aus London, Washington, Peking etc. keine dramatischen Störgeräusche gibt, bleiben fürs erste die Signale auf grün.

 

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News 09.09.2019:

 

Märkte – Meinungen  

 

China im Handelskonflikt

Warum der Druck auf Peking auch etwas Gutes hat

Anleger sind angesichts der Eskalation des Handelskonflikts und der verzögerten chinesischen Konjunkturentwicklung in Unruhe. Sukumar Rajah von Franklin Templeton Emerging Markets Equity geht davon aus: China kann die Handelsprobleme besser wegstecken als befürchtet.

 

Im August 2019 kündigte US-Präsident Donald Trump neue Zölle in Höhe von 10 Prozent auf chinesische Exporte im Wert von weiteren 300 Milliarden US-Dollar an. Als Vergeltung für die ab dem 1. September 2019 geltenden Zölle setzte China den Kauf von US Landwirtschaftsprodukten aus.

Am 6. August bezichtigten die USA China offiziell der Währungsmanipulation, nachdem der chinesische RMB erstmals seit 2009 unter die Marke von sieben Yuan je US-Dollar abgewertet hatte.

 

Diese Ereignisse lösten einen umfangreichen Abverkauf an den weltweiten Aktienmärkten aus. Seit Augustbeginn verloren der MSCI EM Index und der MSCI World Index um 6,17 Prozent beziehungsweise 3,33 Prozent in US-Dollar, während der MSCI China Index um fast 7,39 Prozent absackte, wie MSCI berechnet hat. Der Streit zwischen den USA und China griff vom Handel zunächst auf die Technologiebranche und dann auf die Finanzbranche über. Mit den Anschuldigungen der Währungsmanipulation scheint das Risiko einer tiefergehenden, langfristigen Konfrontation zu steigen.

 

China ist gezwungen, sich schneller wirtschaftlich zu öffnen

Auf kurze Sicht verlangsamt sich die chinesische Konjunktur. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) war im zweiten Quartal so niedrig wie seit 27 Jahren nicht mehr. Die anhaltende Unsicherheit um den Handel veranlasst einige Hersteller, ihre Fertigung von China weniger abhängig zu machen. Für Finanzinstitute könnten Kollateralschäden entstehen, falls Fabrikschließungen zu Kreditausfällen führen.

Zu den längerfristigen Folgen eines verschärften Handelskonflikts gehört aber auch die schnellere wirtschaftliche Öffnung und Deregulie-rung in China, womit die Regierung versucht, das Wirtschaftswachstum zu stützen.

Zu den politischen Veränderungen der vergangenen Jahre, die die Folgen des Handelsstreits zwischen den USA und China abmildern, gehö-ren ein flexiblerer Wechselkurs, die Reform der staatseigenen Betriebe zusammen mit der verstärkten Förderung der privatwirtschaftlichen

Unternehmen sowie eine gelockerte Geld- und Haushaltspolitik. Zusätzliche Infrastrukturinvestitionen könnten für die chinesische Kon-junktur ebenfalls eine wichtige kurzfristige Stütze sein.

 

Außerdem ist Folgendes zu beachten:

¨   Das chinesische Wachstum ist vom Handel mittlerweile weniger abhängig; Chinas Export von Waren und Dienstleistungen                (in Prozent des BIP) ging im vergangenen Jahrzehnt nach Weltbank-Angaben von 32,6 Prozent im Jahr 2008 auf nur noch                  19,5 Prozent im Jahr 2018 zurück.

¨   Chinas Handelsbilanz mit den USA ist geschrumpft, und bei der Leistungsbilanz sind die chinesischen Importe von US-Dienstleistungen (anders als bei Waren) gestiegen.

¨   Chinas Wirtschaft richtet sich neu aus, der Binnenkonsum ist mittlerweile der Haupttreiber des Wirtschaftswachstums.                   2018 machte er 76 Prozent des BIP-Wachstums aus. Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch bei 44 Prozent, zieht das National       Bureau of Statistics of China den Vergleich.

 

Der Handelskonflikt verzögert die Verbreitung von Schlüsseltechnologien…

Unserer Meinung nach sind die Folgen des Handelskrieges am stärksten sichtbar in Technologiebereichen, die die nationale Sicherheit und Spitzentechnologie (5G, künstliche Intelligenz) betreffen, und bei Hardware-Produkten, die Teil weltweiter Lieferketten sind (Smartphones, Notebooks, Tablets).

 

Wir erwarten, dass die Kosten der Zölle innerhalb der Lieferketten und von den Endverbrauchern aufgefangen und die Folgen für die einzel-nen Unternehmen somit abgemildert werden. Dies könnte jedoch letztlich zu einer Abschwächung von Konsumnachfrage und Umsätzen so-wie zur Aufschiebung von Investitionen führen. Auf längere Sicht könnten die Handelsspannungen zu einer verzögerten Einführung von Schlüsseltechnologien, etwa von 5G, zu einer Diversifizierung der Lieferketten und zu einer Zersplitterung der Industriestandards beitra-gen.

Zu den strukturellen, nicht wesentlich betroffenen Treibern gehören unter anderem lokale Innovationen aus Schwellenländern, die weiter-hin zunehmende Datennutzung/-generierung und die daraus resultierende Chip-Nachfrage sowie die Umstellung auf Online Dienstleis-tungen und -Konsum.

 

…diversifiziert aber auch die globalen Lieferketten

Die jüngste „Waffenruhe“ im Handelsstreit zwischen den USA und China war aufgrund ihrer Kürze bemerkenswert: Die immer feindseli-gere Haltung der beiden Länder zueinander ist für uns ein Signal, dass der Handelskrieg über die US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 hinaus andauern könnte und dass sich die Anleger an eine anhaltende Marktvolatilität gewöhnen sollten.

 

In Anbetracht der langwierigen Handelsspannungen wird für viele Unternehmen die Diversifizierung der Lieferketten immer wichtiger. Obwohl China darunter leidet, könnte der Trend in anderen Märkten Asiens und anderen Regionen jedoch zu höheren Investitionen führen.

 

Beispielsweise könnten Mexikos traditionelle Verzahnung mit den US-Lieferketten, seine geografische Lage und die wettbewerbsfähigen Löhne Investitionen anlocken. Chinesische Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Farmer dürften wiederum die Exporte des Ausweichlieferan-ten Südamerika steigern.

 

Gleiches gilt für einige asiatische Länder, darunter Indien, Taiwan, Vietnam: Während der Handel Chinas mit den USA zurückgeht, ist das Handelsvolumen anderer asiatischer Länder im Jahr 2019 gestiegen – und so konnten beispielsweise Südkorea und Vietnam in der Wert-schöpfungskette aufrücken.

 

Die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) verringert den Aufwärtsdruck auf den US-Dollar, den die Zölle ansonsten verteuern wür-den. Die Zinssenkung hilft den Schwellenländer-Währungen und verhilft den dortigen Notenbanken zu größerer geldpolitischer Flexibilität, indem sie Zinssenkungen, beispielsweise in Südkorea, Indonesien und Thailand, ermöglicht. Überdies hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Lockerungszyklen der Fed die Schwellenländer im Allgemeinen stützen.

 

Fazit: Niedrige Bewertungen bergen viel Potenzial

Wir evaluieren kontinuierlich, wie sich unsere Portfoliorisiken in der aktuellen Phase der gestiegenen Volatilität entwickeln. Hierzu arbeiten wir mit der Investment Risk Group von Franklin Templeton zusammen und führen sowohl Stresstests für einzelne Aktien als auch Szenario-Analysen für den breiteren Markt durch.

 

Wichtig ist für uns: Obschon sich die Gewinne der vom Handelskonflikt betroffenen Unternehmen zunächst verringern, bleiben die Wettbe-werbsvorteile der von uns bevorzugten Unternehmen aus unserer Sicht intakt. Wir sind bestrebt, in Unternehmen mit nachhaltigen, hoch-wertigen Gewinnströmen sowie robusten Cashflows und Bilanzen anzulegen, die unsichere makroökonomische Bedingungen aushalten können.

 

Dennoch beeinflussen die schwelenden, unvorhersehbaren Handelsspannungen – verschärft durch tägliche Schlagzeilen – die Stimmung von Verbrauchern und Unternehmen. Sie schwächen den Konsum und zögern Investitionsentscheidungen hinaus. Es ist schwierig, Risiken zu vermeiden. Doch wir sind nach wie vor zuversichtlich, weiterhin Anlagechancen zu finden. Die sich aus den niedrigen Bewertungen ergebenden Chancen sehen insgesamt sehr gut aus.

 

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News 06.09.2019:

 

FRIDAY-POST: „Kampf um den Werterhalt“

 

Unruhige Wochen an den Kapitalmärkten liegen hinter uns. Sie waren geprägt von immer wieder aufwallenden Hoffnungen und Sorgen rund um die Geopolitik (Eskalation im Handelsstreit, Entspannungssignale vom G7- Gipfel) sowie einer sich in der Tendenz weiter abschwächenden Weltwirt-schaft. Hinzu kam die trügerische Hoffnung, die großen Zentralbanken dieser Welt würden es schon richten. Wo sich Risikoprämien ausweiten, wo Investitionen wegen gestiegener Unsicherheiten zurückgestellt werden, wo sich die Stimmung – langsam auch bei den Verbrauchern – eintrübt, da kann aber billige Zentralbankliquidität nicht die Wunderwaffe per se sein. Am Ende die Erkenntnis: Billiges Zentralbankgeld führt zu Übermut – und der tut selten gut.

 

Nun sind wir noch nicht in der Phase des Übermuts angekommen. Aber es fällt schon auf, dass Aktien- und Anleihenmärkte eine unterschiedliche Me-lodie spielen. Die Liquidität scheint Risikoprämien zu verzerren. Während auf der Aktienseite die Hoffnung zu überwiegen scheint, den Zentralbanken gelänge es, eine Rezession abzuwenden, sind die Staatsanleihenmärkte tief in das negative Renditeterrain abgerutscht. Über 30 % des weltweiten Mark-tes für Staatsanleihen haben eine negative Rendite. Im Euroraum sind da-von allein 60 % aller Staatsanleihen betroffen – und fast 100 % aller Bundes-anleihen.

In den USA ist die Zinsstrukturkurve invers, spiegelt also die Erwartung wider, dass die größte Volkswirtschaft der Welt im Verlauf des nächsten Jahres in die Rezession abrutscht. Noch ist es nicht so weit, noch kann sie abgewendet werden.

Und deshalb bleibt die Geopolitik der wichtigste Treiber der nächsten Monate. Die Faustregel lautet: Je weniger Sand im Getriebe des Welt-handels, desto besser – für die Konjunktur, für die Märkte und für die Menschen.

Die schwachen Tage haben an den Börsen derweil für mehr Bodenhaftung der Aktienmärkte gesorgt. Zumindest ist die Relation zwischen dem Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 und dem Volatilitätsindex gesunken. Kein schlechtes Zeichen.

 

Taktische Allokation

Trotz eines weiter nachlassenden Konjunkturmomentums und erhöhter mittelfristiger Abwärtsrisiken deuten die hochfrequenten Makro-indikatoren aktuell weiterhin auf eine nur geringe Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Rezession hin. Die zwischenzeitliche Eskalation im US-chinesischen Handelskonflikt erhöht aber ohne Zweifel die Verwundbarkeit der globalen Konjunktur. Vor diesem Hintergrund ist im 2. Halbjahr dieses Jahres mit einem Wachstum der Weltwirtschaft unter Potenzial zu rechnen, allerdings mit vorherrschenden Risiken einer ausgeprägteren Abschwächung. Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat einen Zinsschritt als Vorsichtsmaßnahme gegen eine be-fürchtete Rezession („Insurance Rate Cut“) vorgenommen. Aber das allein ist keine Garantie gegen einen etwaigen Rücksetzer an den Aktienmärkten. Die Geldpolitik sollte auch weiterhin stimulierend wirken, dürfte dabei aber zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Mit er-höhter Volatilität, getriggert u. a. von den politischen Unsicherheiten, muss gerechnet werden.

 

Bei einer immer noch positiven, wenn auch niedrigen Inflation und bei um sich greifenden negativen Renditen ist der Kampf um den Werterhalt schwieriger geworden – aber er lohnt sich.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 03.09.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Zentralbanker gegen Handelskrieger

 

Die Zentralbankkonferenz in Jackson Hole war gerade ohne große Überraschungen über die Bühne gegangen, da platzte letzte Woche doch noch eine geldpolitische Bombe in den USA. Bill Dudley, seines Zeichens ehemaliger Vize-Chef der US-Notenbank veröffentlichte bei einem großen Nachrichtendienst einen Artikel, in dem er der Fed recht deutlich eine Geldpolitik ans Herz legte, die Donald Trump das Leben und vor allem die Wiederwahl erschwert. Konkret schrieb er, die Fed habe eine Wahl: Entweder bleibt sie Getriebene der Handelspolitik Trumps und senkt als Reaktion auf die protektionistische und wirtschaftsfeindliche Politik des US-Präsidenten die Zinsen. Oder aber sie setzt ein Zeichen und signalisiert, dass sie das Spiel Trumps nicht mitspielt und nicht weiter gewillt ist, dessen „schlechte Entscheidungen“ mitzutra-gen. Soll heißen: Keine Zinssenkungen mehr!

 

So sehr man weite Teile seiner Argumentation in dem Artikel nachvollziehen kann – mit einer derartigen eindeutigen Handlungsempfeh-lung hat der ehemalige Fed-Offizielle der US-Notenbank einen absoluten Bärendienst erwiesen. In einer Zeit, wo die Fed Anfeindungen des US-Präsidenten ertragen und um ihre Unabhängigkeit kämpfen muss, liefert Dudley’s Artikel Trump eine Steilvorlage, um der Fed erst recht hochgradig politisches Verhalten vorzuwerfen. Insofern muss die Frage erlaubt sein, was den ehemaligen Notenbanker dazu bewogen hat, sich derart weit aus dem Fenster zu lehnen. Sicher dürfte sein, dass Trump dieses „Geschenk“ gegen die Fed verwenden wird. Das Klima zwi-schen US-Notenbank und US-Regierung dürfte entsprechend noch frostiger werden als es ohnehin schon ist.

 

Auch in Großbritannien bleiben die politischen Fronten verhärtet. Premier Johnson versucht mit allen Tricks den No-Deal-Brexit bis Ende Oktober zu realisieren. Wer jedoch hofft, dass das leidige Thema Brexit zeitnah der Vergangenheit angehören wird, dürfte so oder so ent-täuscht werden. Denn einerseits spricht die Einigkeit der Opposition sowie zahlreicher Tory-Abgeordneter gegen einen harten Brexit und für eine abermalige Verschiebung des Austrittsdatums. Daran ändert auch die Verlängerung der Sitzungspause des Parlaments nichts. Dem Parlament bleibt nach wie vor genug Zeit, um an der Regierung vorbei eine Verschiebung des Austrittsdatums zu erzwingen. Andererseits wäre ein harter Brexit alles andere als das Ende der Konfrontation zwischen EU und Großbritannien, da es dann Aufgabe der britischen Re-gierung wäre, das neue bilaterale Verhältnis mit einer EU zu auszuhandeln, die man gerade im Unfrieden verlassen hat. Womöglich wird sich sogar rasch eine Bewegung zusammenfinden, die unmittelbar einen baldigen Wiedereintritt in die EU anstreben wird.

Wenngleich die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexits durch den Machtwechsel in 10 Downing Street gestiegen ist, taxieren wir diese nach wie vor bei unter 50 Prozent. Die Verschiebung des Austritts gefolgt von Neuwahlen, vielleicht einem erneuten Referendum, stufen wir als das plausiblere Szenario ein.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Besorgniserregende Nachrichten von der politischen Front, schwache Wirtschaftsdaten aus fast allen Ecken der Welt, ein steigender Gold-preis und Zinsen auf Rekordtief inklusive einer invertierten Zinsstrukturkurve in den USA: Ein Umfeld, von dem man eigentlich erwarten würde, dass es selbst dem letzten Anleger die Lust auf Aktien verdirbt. Tatsächlich liegen EuroStoxx 600 und S&P 500 jedoch gerade einmal neun bzw. drei Prozent unterhalb ihres jeweiligen Allzeithochs. In der letzten Woche ging es mit den Kursen sogar deutlich nach oben. Die Zentralbanken machen es möglich.

 

Gleichzeitig bleiben die Kursbewegungen in beide Richtungen hochgradig erratisch und werden vor allem durch den Nachrichtenfluss rund um den chinesisch-amerikanischen Konflikt getrieben. Die Korrelation von sicheren Anlageklassen untereinander sowie riskanteren Anlage-klassen untereinander bleibt dabei entsprechend hoch. Soll heißen: Wir erleben derzeit einen recht „digitalen“ Markt. Gibt es gute Nachrich-ten beim Thema Handel steigt der Kurs von nahezu fast allem, was als risikoreichere Anlageklasse gilt. Umgekehrt sorgen schlechte Nach-richten für das gegenteilige Phänomen. Zuletzt wurde eine derart hohe „Gleichschaltung“ des Marktes im Jahr 2015 – damals befürchtete man ein Abdriften Chinas in die Rezession.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 02.09.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

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Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 30.08.2019:

 

FRIDAY-POST: „Aufhellung?“

 

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist wohl mit Abstand der wichtigste Faktor für den globalen Wachstumsausblick im Jahr 2019. Falls die beiden größten Volkswirtschaften der Welt wieder zusammenkämen , sollten sich die Aussichten aufhellen, weil die Unsicherheiten abklingen und bereits umfangreiche geld- und fiskalpolitische Impulse vorhanden sind.

Je länger andererseits die Verhandlungen in der Sackgasse stecken, desto stärker wird der Abwärtsdruck. Weitermachen wie bisher hilft nicht. Da-durch wird nur die Unsicherheit fortgeschrieben, die den globalen Handel, die Investitionstätigkeit und die Produktion im verarbeitenden Gewerbe beeinträchtigt. (Vgl. „Grafik der Woche“). Und die Geldpolitik ist im Grunde nicht dafür geeignet, die Ergebnisse schnelllebiger Verhandlungen auszu-gleichen, die internationale Lieferketten weiter stören und die Unterneh-mensumsätze dämpfen könnten. Zentralbankmaßnahmen zeigen ihre Wirkung in der Regel erst nach 6 – 18 Monaten, die Aussichten für den Handel können sich aber mit jedem Tweet ändern.

Die Verhandlungen werden zusätzlich dadurch verkompliziert, dass die USA noch nach der Neuaushandlung des NAFTA-Abkommens die Zölle für mexikanische Produkte erhöht haben und dass ein mögliches Abkommen mit den Protesten in Hongkong verknüpft wurde. Da über diese heikle Be-ziehung nun in aller Öffentlichkeit verhandelt wird, könnte es schwierig werden, bisherige Positionen ohne Gesichtsverlust zu räumen. Dennoch bestehen für beide Präsidenten starke wirtschaftliche und politische Anreize, den Streit zu beenden und das Umfeld für das Wachstum der Weltwirtschaft freundlicher zu gestalten.

 

DIE WOCHE VORAUS

Die anstehenden Wirtschaftsdaten werden wohl größtenteils daraufhin unter die Lupe genommen werden, ob und wie sich der Handelskon-flikt ausgewirkt hat. In Asien wird Chinas Wirtschaft im Mittelpunkt stehen; im zweiten Quartal wurde die niedrigste Wachstumsrate seit 30 Jahren verzeichnet. Neue Daten zum verarbeitenden Gewerbe (Prognose: beschleunigte Kontraktion) und zum Handel (zuletzt volatil, weil sich die Binnennachfrage verlangsamte und die Exporte in die USA sanken) stehen an. In Japan wird der Index für die Frühindikatoren veröffentlicht, der im Juni auf den niedrigsten Stand seit Februar 2010 fiel.

Die europäischen Exportländer wurden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. In Deutschland wird sich zeigen, ob sich Industrieproduktion und Bauinvestitionen nach den stärksten Rückgängen seit 10 Jahren bzw. seit 17 Monaten stabilisiert haben. Außerdem werden die Einzel-handelszahlen für den Euroraum veröffentlicht, die nach einem Anstieg um 2,6% im Juni wohl günstig ausfallen dürften.

Am 31. Oktober steht Großbritanniens Austritt aus der EU an. Die Brexit-Beobachter werden daher genau im Auge behalten, ob das britische verarbeitende Gewerbe wie erwartet weiter schrumpft und ob sich das Wachstum im Dienstleistungssektor wie erwartet abschwächt. Ähn-lich wie der Handelskonflikt sorgt auch der Brexit für Unsicherheit und dämpft möglicherweise die Investitionstätigkeit und die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe.

Auf der anderen Seite des Atlantik dürften die US-Daten erneut zeigen, dass sich die binnenwirtschaftlich orientierten Sektoren und die exportorientierten Sektoren unterschiedlich entwickeln; erstere sind robust, letztere schwächeln. Die ISM-Daten könnten eine anhaltende Abschwächung sowohl im Dienstleistungssektor als auch im verarbeitenden Gewerbe ausweisen; letzteres könnte jedoch aufgrund seiner Zyklizität und der Abhängigkeit vom Export schlechter abschneiden. Zum Ende der Handelswoche werden am Freitag noch die US-Arbeits-marktdaten veröffentlicht. Das Beschäftigungswachstum sollte stabil bleiben, und die Arbeitslosenquote könnte auf einen 50-Jahres-Tief-stand fallen.

 

HANDELN: Technische Daten im Blick behalten

Weitere Turbulenzen sind möglich, denn die nächste Zeit ist aus saisonalen Gründen schwierig. An den globalen Aktienmärkten sind die Kurse zwar zuletzt gefallen, was aber Anleger, die bei fallenden Kursen kaufen, noch nicht hinter dem Ofen hervor locken konnte. Die Spreads von Unternehmensanleihen haben sich ausgeweitet, wenn auch noch nicht im selben Maße wie im vergangenen Dezember. Der Volatilitätsindex VIX schwankt zwischen 15 (zuletzt ein Verkaufssignal für Aktien) und 25 (zuletzt ein Kaufsignal). Gold ist nach wie vor als ‚sicherer Hafen‘ und Wertaufbewahrungsmöglichkeit beliebt, zumal weltweit Anleihen im Wert von über 16 Billionen US-Dollar nur noch negative Renditen einbringen und die Zentralbanken weiter auf Lockerungskurs sind.

 

Wir wünschen Ihnen, dass sich die Aussichten nach dem Sommertheater wieder aufhellen.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 29.08.2019:

 

Kommentare – Meinungen

 

Star-Ökonom Nouriel Roubini

„Herkömmliche Geldpolitik kann drohende Rezession nicht verhindern“

 

Notenbanken und Steuerpolitiker können bis zu einem gewissen Grad eine Rezession abmildern, sie können sie allerdings nicht perma-nent verhindern. US-Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini erläutert in einem Beitrag für die Meinungsplattform "Project Syndi-cate" die Möglichkeiten und Grenzen von Notenbankpolitik.

 

Drei globale Krisenherde könnten bis 2020 eine Rezession auslösen – und in allen spielten die USA eine tragende Rolle, sagt Star-Ökonom Nouriel Roubini. Da wäre zum einen der offen ausgetragene amerikanisch-chinesische Handels- und Währungskrieg. Zum zweiten der et-was stiller, aber nicht minder verbissen geführte Kampf beider Länder um die technologische Weltführerschaft – und zum dritten drohende Engpässe bei der Ölversorgung aufgrund des eskalierenden Konflikts zwischen USA und Iran.

 

In jedem dieser Krisenszenarien würden die Preise für Importgüter in die Höhe schießen und wegen unterbrochener Handelsketten die Ausfuhren gleichzeitig sinken. „Alle drei möglichen Schockauslöser hätten eine Stagflation zur Folge“, glaubt Roubini in Aussicht. Bei einer Stagflation tritt die Wirtschaft auf der Stelle, die Preise hingegen steigen.

 

Der Konflikt zwischen der traditionellen Weltmacht Nummer 1 USA und dem aufstrebenden China befeuere schon jetzt den langfristigen Trend der fortschreitenden Deglobalisierung: „Der Handel mit Gütern, Kapital, Arbeit, Informationen, Daten und Technologie splittert sich zunehmend auf, daher werden weltweit die allgemeinen Produktionskosten steigen“, so Roubini.

 

Als problembehaftetes Beispiel nennt Roubini den chinesischen Telekomausrüster Huawei: Der Konzern sei global führend in der 5G-Tech-nologie – einer Technologie, die im Begriff ist, zum globalen Kommunikationsstandard für zivile und militärische Infrastruktur zu werden. Wenn man allerdings befürchte, dass jeder einzelne 5G-Chip auch ein chinesisches Abhörinstrument sein könnte, werde man in den USA zukünftig nicht mehr nur Huawei als nationale Bedrohung wahrnehmen. Dann würden auch tausende chinesische Exportgüter, die mit dem Chip bestückt sind, als Bedrohung gelten.

 

„Es ist leicht vorstellbar, wie die heutige Situation zu einer kompletten Implosion des offenen Welthandelssystems führen könnte“, so Roubini.

 

Die Folgen fehlender Investitionen machten sich bereits bemerkbar. So seien Unternehmen aus dem Industrie- und Technologiesektor be-reits vom Rückgang erfasst worden. Wenn jetzt noch das allgemeine Haushaltswachstum ins Negative drehe und Verbraucher ihr Vertrauen in die Konjunktur verlören, würde das eine umfassende globale Rezession anstoßen, befürchtet Roubini.

 

Unter diesen Voraussetzungen sei das Handeln der Notenbanken verständlich: „Die Notenbanken tun gut daran, die Zinsraten zu senken.“ Das könne die schlimmsten Auswirkungen fürs Erste abwenden. Im Übrigen sollten die Staaten sie fiskalpolitisch dabei noch mehr unter-stützen, findet Roubini. Dann würde eine kommende Rezession weniger dramatisch ausfallen.

 

Allerdings – und diesen Punkt streicht der Ökonom hervor: Die Notenbanken – im Verein mit den verantwortlichen Wirtschafts- und Steuer-politikern – können zwar kurzfristig Schadensbegrenzung betreiben. Den Gesamtschaden können sie auf Dauer allerdings nicht neutralisie-ren. Denn die aktuelle Krise unterscheide sich grundlegend von der Finanzkrise 2008. Damals sei vor allem die gesamtwirtschaftliche Nach-frage eingebrochen. Diesmal hingegen werde die Angebotsseite erschüttert, und das nicht nur auf kurze Sicht, sondern auch langfristig und nachhaltig.

 

Roubinis Fazit: „Den Schaden mit endlosen geldpolitischen und steuerlichen Anreizen beheben zu wollen, ist keine vernünftige Alternative.“ Auf diese Weise könnten die Notenbanken als unerwünschte Nebenwirkung nur eine ungewollt heftige Inflation anstoßen. Besser als immer weiter gegensteuern zu wollen, sei es, wenn sich alle Seiten mit der veränderten Lage anfreundeten: Man solle sich für die Zukunft auf ein insgesamt geringeres Wachstum einstellen, rät Roubini.

 

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News 28.08.2019:

 

Perspektiven - Märkte

 

Fünf Dinge, die jeder Anleger über Disruption wissen muss

Disruption wirkt sich auf alle Aspekte unseres Lebens aus. Aber warum sollten Anleger sich für dieses Thema interessieren?

 

Was genau ist Disruption?

Der Begriff „Disruption“ ist definiert als eine Störung oder Problemkette, die ein Ereignis, eine Aktivität oder einen Prozess unterbricht.

In der Weltwirtschaft kann Disruption verschiedene Ursachen haben:

  • Technologische Innovation (beispielsweise das Internet, Mobiltelefone oder künstliche Intelligenz)
  • Verändertes Verbraucherverhalten (wie etwa der Trend zum Online-Shopping)
  • Neue aufsichtsrechtliche oder politische Auflagen (zum Beispiel die Umstellung auf erneuerbare Energien oder                            strengere Vorschriften zum Verkauf von Tabak- und Alkoholprodukten).

 

Wo taucht dieses Phänomen auf?

Disruption ist überall zu beobachten und wirkt sich auf alle Aspekte des modernen Lebens aus. Kleine, agile Start-up-Unternehmen lösen mit hochmoderner Technologie und innovativen Produkten tief greifende Branchenumwälzungen aus und verdrängen etablierte Großkonzerne, die ihre Industriezweige jahrzehntelang dominierten.

 

Disruption findet nicht nur in den Bereichen statt, wo man es vermuten würde (etwa in den Sektoren Telekommunikation, Software, Einzel-handel und Massenmedien), sondern betrifft das gesamte Branchenspektrum. Das berührt auch Bereiche, von denen man bislang glaubte, dass sie gegenüber Disruption immun seien.

 

Zum Beispiel befinden sich rechtliche Dienstleistungen derzeit stark im Wandel, da es mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) mög-lich wird, juristische Recherchen mit weniger Zeit- und Arbeitsaufwand und (hoffentlich) auch weniger Kostenaufwand durchzuführen. Im Gesundheitswesen verändert Technologie die Art, wie Pharmaunternehmen in Bereichen wie Genetik und Gentherapie forschen, wie es vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. DNA-Sequenzierungstechnologie lässt sich nun auf kleine Zielbereiche oder das gesamte Erbgut anwenden. Dadurch können Forscher Krankheiten auf eine völlig neue Weise und deutlich kostengünstiger analysieren. Das wiede-rum verändert die Entwicklung neuer Medikamente von Grund auf.

 

Wie reagieren Unternehmen auf Disruption?

Disruption verändert die gesamte Funktionsweise der Weltwirtschaft. Die schnelle Anpassungsfähigkeit neuer Unternehmen definiert völlig neu, wie diese mit ihren Kunden interagieren.

Unternehmen, die mit Disruption konfrontiert sind (durch neue Konkurrenz oder ein neues Produkt), reagieren darauf für gewöhnlich, in-dem sie entweder zu Wegbereitern (und damit selbst zum Instrument des Wandels) werden, zu Kompetenzträgern (und Frühnutzern, die ihren Geschäftsbetrieb oder ihr Produktsortiment weiterentwickeln) oder zu Verweigerern (wie die etablierten Unternehmen, die nicht mehr Schritt halten können).

Während des kalifornischen Goldrauschs im 19. Jahrhundert waren die Wegbereiter (und diejenigen, die in dieser Zeit reich wurden) die Verkäufer von Spitzhacken und Schaufeln. Ein Beispiel für die Wegbereiter von heute sind Softwareunternehmen. Bei jeder Disruption gibt es Unternehmen, die alle für den Wandel benötigten Werkzeuge bereitstellen (und dabei oftmals die Risiken vermeiden, die von den Wegbe-reitern der Disruption getragen werden müssen).

 

Wann ist dieses Phänomen zu beobachten?

Disruption an sich ist nichts Neues – die industrielle Revolution kann als eines der frühesten Beispiele von wirtschaftlicher Disruption be-trachtet werden. Aber das Tempo des Wandels beschleunigt sich infolge technologischer Innovation.

 

Die technologische Revolution der vergangenen Jahre mit der Verbreitung des Internets und der zunehmenden Nutzung von Mobiltelefonen ist erst der Anfang. Wir haben inzwischen den Punkt erreicht, an dem die bestehenden Technologien so stark miteinander verknüpft sind, dass über die nächsten Jahre hinweg mit einer regelrechten Innovationsexplosion zu rechnen ist.

 

Künstliche Intelligenz wird sich mit extrem hoher Geschwindigkeit weiterentwickeln und immer wichtiger bei der Verwaltung und Aufbe-wahrung der rasant anwachsenden Datenmengen (wie beispielsweise digitale Fotos, Musik, Filme etc.) der vergangenen Jahre.

Branchen wie der Bankensektor werden transformiert, da Verbraucher mit neuen Technologien ihr Geld vollkommen anders verwalten wer-den. Einzelhändler werden noch größeren Druck von Online-Konkurrenten bekommen. Außerdem wird in den nächsten Jahren die kom-plette Umstellung von Verbrennungsmotoren auf Elektromotoren beginnen.

 

Warum sollte ich mich als Anleger für das Thema Disruption interessieren?

Die heutige Welt verändert sich immer schneller. Disruption ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres Alltags und verändert Verbrau-chergewohnheiten und die Art und Weise, wie Unternehmen und Kunden miteinander interagieren. Aber für Anleger ist vor allem das durch Disruption ausgelöste Wachstum interessant. Disruption führt zu Innovation, und dies kann Entwicklungen mit massiven Auswirkungen in Gang setzen. Innovation eröffnet ungeahnte Wachstumsmöglichkeiten.

 

Zweifellos sind die erfolgreichen Unternehmen der Zukunft diejenigen, die sich auf Disruption einstellen und an Veränderungen anpassen. Gleichzeitig könnten die Unternehmen, die sich nicht anpassen können oder sich den Veränderungen verschließen, leicht auf der Strecke bleiben.

 

Als Anleger in disruptiven Trends möchte ich über die aktuellen Schlagzeilen hinausblicken und mir vorstellen, wie die Zukunft aussehen wird. Moderne Anleger müssen die Kraft der Disruption verstehen, um zu erkennen, welche Unternehmen von ihr profitieren und welche ihr zum Opfer fallen. Anleger, die ein Aktienportfolio zusammenstellen wollen, könnten beispielsweise einen Teil davon auf das allgemeine Thema Disruption ausrichten, statt sich auf ein bestimmtes Land, eine bestimmte Branche oder einen bestimmten Aktienindex zu konzen-trieren.

 

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News 27.08.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Der Irrsinn eskaliert

 

Investoren scheinen dieser Tage mit wenig zufrieden zu sein. So konnten sich deutsche und Schweizer Aktien über den Verlauf der Vor-woche um einen runden halben Prozentpunkt erholen, nur weil es – zumindest bis Freitagmittag – keine neuen schlechten Nachrichten von seiten der Weltwirtschaft gab. Italienische Risikoaufschläge sanken um 10 Basispunkte, einzig und allein aufgrund der Tatsache, dass der scheidende Ministerpräsident Giuseppe Conte seinem rechtsnationalen Innenminister eine flammende Standpauke hielt und damit die Chance auf ein Bündnis aus Sozialdemokraten und Fünfsternepartei, das heißt eine konstruktivere Regierung, eröffnete. Der Ölpreis legte trotz der unüberhörbaren Warnungen vor globaler Rezession weiter zu und steht nunmehr seit Jahresbeginn um 11% im Plus. Und kaum ließ US-Präsident Trump verlauten, die Chinesen wollten verhandeln, drehen am Montagmorgen die Märkte ins Plus. Allenfalls der Goldpreis, letzte Woche um weitere 1,8% und seit Jahresbeginn um fast 20% gestiegen, erinnert an die rumorende Unsicherheit. War da was? Die Makrozahlen sind, jedenfalls sofern man von der deutschen Industrie absieht, alle noch ganz brauchbar. Gefühlt zittert dennoch der Boden, als sei irgendetwas richtig Ungutes im Anmarsch. Wie ein finsteres Menetekel brennt am Amazonas die grüne Lunge des Planeten, ange-facht durch die verheerende Politik des neuen brasilianischen Präsidenten Bolsonaro. Auch dies passt ins Bild, denn der Irrsinn eskaliert weltweit.

 

An die eine oder andere Merkwürdigkeit aus dem Weißen Haus in Washington haben wir uns derweil gewöhnt. Auch dass Präsident Trump auf die neuen chinesischen Zölle (zusätzlich 5% auf rund 75 Mrd. US-Dollar Importe aus den USA), die ihrerseits eine Vergeltungsaktion ge-gen die vorher erhöhten US-Zölle waren, mit einer neuen Runde Zusatzzölle reagiert, kann nicht überraschen. Dabei ist jede weitere Schwä-chung des Welthandels Gift für die ohnehin angeschlagene globale Konjunktur. Kein Land, nicht einmal die USA, können sich dauerhaft von der Weltwirtschaft abkoppeln, protektionistische Maßnahmen werden unweigerlich auch zu Hause spürbar. Im Fall der vereinigten Staaten werden etwa die stark erhöhten Zölle auf chinesische Importe zu deutlich höheren Einfuhrpreisen führen. Diese werden dann entweder auf die Einzelhandelspreise überwälzt und betreffen somit direkt die Kaufkraft der Wähler. Oder die Handelsunternehmen fangen sie in ihren Margen ab, mit negativen Folgen für ihr Betriebsergebnis und damit den Aktienkurs. Mal sehen, wie Trump damit im Wahlkampf umgeht. Aber es dreht sich nicht nur um die USA. Wegen der vielfach verflochtenen, Grenzen bzw. ganze Erdteile überschreitenden Wertschöpfungs-ketten werden auch Volkswirtschaften in den US-chinesischen Handelskrieg hineingezogen, die gar nicht direkt betroffen sind. Abgesehen davon also, dass Trump mit seiner kindischen Polterei gegenüber China auf Sicht auch seinem eigenen Land schweren Schaden zufügt, zer-stört er Schritt für Schritt das, was in den letzten Jahrzehnten in weiten Teilen der Welt Wohlstand – wenn auch sehr ungleich verteilten – geschaffen hat.

 

Dabei schauen ihm die Vertreter der G7-Länder ratlos zu, scheinbar mit einer Mischung aus Faszination und Entsetzen. Trumps Fremd-schäm-Auftritt in Biarritz gerät zur Normalität, auf die Formulierung eines Abschlusskommuniqués hat man vorsichtshalber gleich verzich-tet. Aufmerksamkeit erregt bestenfalls noch ein unverhohlener Erpressungsversuch des neuen britischen Premierministers Johnson, der an-droht, beim anstehenden Brexit die EU auf den rund 39 Mrd. Pfund sitzen zu lassen, die Großbritannien der EU noch schuldet, es sei denn, man schnüre den Austrittsvertrag wieder auf und streiche die Regelung zum sogenannten Irland-Backstop. Was in normaleren Zeiten als bespielloser, geradezu historischer Affront gelten würde, gerät in einer Welt, die sich an Trump, Bolsonaro & Co. gewöhnen musste, schein-bar zur Nebensache.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Den Gegenpol zum Wahnsinn des Weltgeschehens bilden die Zentralbanker. Auf ihrem Symposium in Jackson Hole war am Wochenende aber auch Ratlosigkeit spürbar. Konjunkturabschwünge kann man mit Geldpolitik bekämpfen, aber was macht man mit der Unberechenbar-keit der Politik? Fed-Chef Powell fand eine angemessene Einschätzung, in dem er die Bereitschaft seines Instituts erklärte, im Falle fort-schreitender wirtschaftlicher Eintrübung die Zinsen weiter zu senken. Die Zentralbanken bleiben also die Hoffnung der Anleger an Aktien- und Anleihemärkten, auch wenn sich zunehmend die Erkenntnis zu verfestigen scheint, dass all dies nicht dauerhaft tragfähig sein kann. Für Anleiheinvestoren bedeutet dennoch der verstärkte ‚Easing Bias‘ – zumindest auf Sicht – ein Weiterlaufen der Rally. Für Aktienanleger scheint ein Übergewicht in Anteilsscheinen alternativlos, zumindest solange die Rezession nur in den Frühindikatoren stattfindet. 

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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Perspektiven - Märkte

 

Investieren in turbulenten Marktphasen

Warum uns Handelskonflikte keine Angst machen sollten

Der Zollstreit zwischen den USA und China verunsichert viele Anleger. Sollten wirdeshalb Aktien meiden? Nur Mut! Qualität setzt sich durch. Ein Plädoyer für das langfristige Investieren.

 

Der Konflikt der USA mit China schreckt aktuell viele Anleger. Eine protektionistische Auseinandersetzung der beiden größten Volkswirt-schaften der Welt hat selbstverständlich das Potenzial, ganze Wertschöpfungsketten zu zerstören. Ein weiter eskalierender Handelskrieg hätte natürlich auch Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, in den USA, China und der restlichen Welt.

 

Aus unserer Sicht erscheint es aber beinahe unmöglich, den Fortgang dieses Konfliktes seriös zu prognostizieren. Es geht auf lange Sicht nicht „nur“ um Zölle, sondern um die technologische, politische und ökonomische Hegemonie unter den Weltmächten. Einerseits erscheint der erratische US-Präsident (nicht nur im Wahlkampf) völlig unberechenbar. Andererseits hat eben dieser Präsident seiner Wählerschaft Wohlstand und Jobs versprochen. Ein Konjunktureinbruch mit einem Kurssturz am Aktienmarkt würde die Bilanz seiner Amtszeit zerstö-ren. Ein solches Szenario gefährdet Trumps Wiederwahl.

 

Investieren ohne Kristallkugel

Über den Ausgang des Konfliktes lässt sich trefflich streiten. Wir orientieren uns an den Fakten. Für die Marktteilnehmer ist das Thema alles andere als neu. Schon seit mehr als anderthalb Jahren sorgt der Konflikt für Verunsicherung. Zyklische Aktienindizes wie beispielsweise der deutsche Leitindex Dax haben in dieser Zeit deutlich nachgegeben. Zu einem gewissen Teil spiegelt das Kursniveau diese Verunsicherung also bereits wider. Aktien von konjunkturabhängigen Unternehmen erscheinen, mit Blick auf Gewinnrenditen und Kurs-Gewinn-Verhält-nisse, selbst im langjährigen Vergleich inzwischen sogar günstig.

 

Defensivere Titel von Unternehmen, die nicht nur in Wachstumszeiten stabile Erträge erwirtschaften, sind weniger stark betroffen. Selbst für einen Anleger, der vor zwei Jahren auf eine kontinuierliche Eskalation mit immer neuen Zöllen gesetzt hat, hätte sich ein Investment in den Aktienmarkt lohnen können.

Oder zugespitzt formuliert: Wer hätte etwa vor zwei Jahren in den Aktienmarkt investiert, wenn er gewusst hätte, dass der Streit zwischen China und den USA eskaliert? Und wer würde sich heute in der Rückschau nicht darüber ärgern, nicht investiert zu haben, obwohl es eben diese Eskalationen gab? Der Aktienindex MSCI Welt legte in den vergangenen zwei Jahren knapp 20 Prozent zu (in Euro, inklusive Dividen-den). Folgende Übersicht zeigt die Maßnahmen der US-Regierung und belegt, dass die „Handelspolitik“ Trumps vor allem von Eskalation und Deeskalation geprägt ist.

 

Der „Trumpsche Protektionismus“ im Zeitablauf

 

7. Februar 2018

Waschmaschinen- und Solarzölle läuten das Zeitalter des „Trumpschen Protektionismus“ ein.

23. März 2018

Aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ erheben die USA fortan Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte – wichti-gen Handelspartnern (insbesondere EU, Kanada, Mexiko) wird noch ein (Verhandlungs-)Aufschub bis Inkrafttreten gewährt.

1. Juni 2018

Inkrafttreten der US-Zölle auf Stahl und Aluminium für die EU, Kanada und Mexiko.

6. Juli 2018

Die USA eröffnen den US-chinesischen Handelskonflikt und erheben einen Zoll von 25 Prozent auf Warenimporte mit einem geschätzten Handelsvolumen von 50 Milliarden US-Dollar.

24. September 2018

Nachdem China Gegenmaßnahmen auf den Weg bringt, werden nun weitere chinesische Importe mit einem Zoll von 10 Prozent belegt (Handelsvolumen von 200 Milliarden US-Dollar), der sich per 1. Januar 2019 auf 25 Prozent erhöhen sollte.

30. November 2018

Abschluss des United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) – eine Modifikation des zuvor bestehenden Freihandelsabkommens NAFTA.

10. Mai 2019

Die ursprünglich für den 1. Januar 2019 angekündigte Erhöhung der Zolltarife auf chinesische Warenimporte mit einem Handelsvolumen von 200 Milliarden US-Dollar tritt in Kraft.

16. Mai 2019

Die USA setzen Huawei auf die Schwarze Liste, die den Handel von US-Unternehmen mit dem chinesischen Telekommunikationsriesen aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ unterbinden soll.

20. Mai 2019

Aufhebung der US-Zölle auf kanadische und mexikanische Stahl-/Aluminiumimporte.

31. Mai 2019

Androhung Trumps, mexikanische Warenimporte ab dem 10. Juni mit einem Zolltarif von 5 Prozent zu belegen, der sukzessive auf bis zu 25 Prozent ansteigen kann.

8. Juni 2019

Trump informiert via Twitter, dass man mit Mexiko eine Einigung im Grenzstreit erzielen konnte. Die angedrohten Zölle werden damit auf unbestimmte Zeit nicht eingeführt.

29. Juni 2019

Xi Jinping und Donald Trump verständigen sich auf einen vorläufigen „Waffenstillstand“, das heißt, beide Seiten sehen zunächst von weite-ren Zöllen ab, China sichert den Kauf von US-Agrarproduktenzu, der Huawei-Bann wird im Gegenzug gelockert und die Verhandlungen werden wieder aufgenommen.

1. August 2019

Die Ruhe im Handelskonflikt währt nur kurz. Trump beabsichtigt, die verbleibenden US-Warenimporte aus China (rund 300 MilliardenUS-Dollar Handelsvolumen) mit Strafzöllen in Höhe von 10 Prozent zu belegen, die ab dem 1. September 2019 gelten sollen.

 

Quellen: Federal Register, U.S. Customs and Border Protection, Twitter, Flossbach von Storch, Stand: 4. Juli 2019

 

Wir spekulieren nicht, sondern investieren langfristig. Der Horizont beträgt mehr als fünf Jahre, besser zehn. Auf Basis unseres anlagestra-tegischen Weltbildes und unserer Investmentleitlinien stellen wir unsere Depots robust auf. Das tun wir grundsätzlich, denn das ist der Kern unserer Anlagephilosophie. Kurzfristige Kursschwankungen gehören dazu. Absolute Return, also das Vermögen zu erhalten und zu mehren, kann aus unserer Sicht nur langfristig funktionieren.

 

Die Grundsatzfrage stellen

Als aktiver Vermögensverwalter investieren wir nicht in den breiten Markt, sondern in aktiv verwaltete Fonds mit den jeweiligen Einzelposi-tionen. Diese konzentrieren sich in der Regel auf Geschäftsmodelle, von denen wir überzeugt sind, dass sie auch turbulentere Phasen über-stehen. Das Management sollte in der Lage sein, Antworten auf die Herausforderungen der Zeit zu finden, denn Gegenwind kann von vielen Seiten kommen. Heute ist es der Handelskonflikt, morgen der Brexit – und in der Zukunft erfordern vielleicht noch unbekannte Technolo-gien die Neuaufstellung eines gesamten Geschäftsmodells.

 

Herausforderungen hat es immer gegeben. Wer deswegen nicht mehr investiert, unterstellt, dass die Risiken langfristig größer sind als die Chancen. Tatsächlich ist es aber immer umgekehrt gewesen. Daran kann auch Donald Trump nichts ändern.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 23.08.2019:

 

FRIDAY-POST: „Tiefenentspannung?“

 

Ein wenig inspirationslos begann die abgelaufene Woche. Die ersten Tage schienen wie eine pflichtgemäße technische Erholung auf die vorherigen Kursrückgänge abzulaufen. Stimulierend wirkten, zumindest wurde das kolportiert, die Erwartung eines Konjunkturpakets für Deutschland und an eine expansivere Geldpolitik in China in Folge der Reformen beim Leit-zins. Dass billiges Geld aber nicht zwingend in Wachstum umschlagen muss, daran erinnert spätestens die Tatsache, dass die Kreditexpansion im Reich der Mitte zwar vorankam (wenn auch mit einem zuletzt rück-läufigen Momentum), unser proprietärer „China Tracker“ aber keine Wachstumsbeschleunigung anzeigt. Am Mittwoch dann standen das FOMC-Sitzungsprotokoll an. Die „Begleitmusik“ dazu kam schon tags zuvor aus dem Weißen Haus.

 

DIE WOCHE VORAUS

 

Die neue Woche startet mit den Ergebnissen von Jackson Hole, dem Tref-fen der führenden Zentralbanker und Finanzminister, und dem G7-Tref-fen. Auf der Agenda beider Tagungen steht u.a. die Weltkonjunktur mit ihrer Schwächeneigung. Besonders um Jackson Hole sind die Erwar-tungen teilweise zu weit gelaufen, wenn es um die Geldpolitik der großen Zentralbanken geht. Deshalb wird die Rede von Fed-Chef Jerome Powell am Freitag zum Wochenausklang so wichtig. Geht er auf die Forderungen von US-Präsident Donald Trump zu weiteren, deutlichen Zinsschritten ein? Zeichnet er einen Weg für eine nach unten führende Zinstreppe vor? Die Geldmärkte scheinen hier bereits Fakten geschaffen zu haben. Sie haben das Heft in die Hand genommen und preisen sowohl für die US-Zentralbank Fed als auch für die Europäischen Zentralbank deutliche Lockerungen ein.

 

Zusätzlich ist der Veröffentlichungskalender für Konjunkturdaten prall gefüllt. Die Stimmungsindikatoren sollten das Bild prägen. Am Mon-tag steht der viel beachtete ifo-Konjunkturklima-Index für Deutschland an, der wiederholt deutliche Schwächeanzeichen reflektierte und auf eine konjunkturelle Abkühlung hinweist. Aus den USA folgen am gleichen Tag der Chicago-Aktivitätsindex und die Auftragseingänge für langlebige Gebrauchsgüter. Am Dienstag dann folgt das Verbrauchervertrauen des Conference Boards für die Vereinigten Staaten, das sich bis zuletzt robust zeigte. Jetzt bleibt abzuwarten, ob sich der Handelsstreit nicht doch bemerkbar macht. Der Konsensus der Analysten stellt sich jedenfalls auf einen Rückgang ein. Am Mittwoch dürften die Wirtschaftsstimmung für die Eurozone und die Revision des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes im 2. Quartal aus den USA hervorstechen. Den Wochenabschluss am Freitag bilden die Verbraucherpreise für den Euroraum, das GfK-Verbrauchervertrauen für das Vereinte Königreich und der Chicago-Einkaufsmanagerindex für die Vereinigten Staaten. Das Verbrauchervertrauen ist schon seit geraumer Zeit rückläufig und eine Umkehr ist kaum zu erwarten. Nach einer Serie an Rückgängen beim Chicago-Einkaufsmanagerindex erwartet der Konsensus jetzt eine Erholung, was Raum für Enttäuschungen lässt.

 

HANDELN:

Der CISS-Index, mit dem die EZB den systematischen Stress im Finanzsystem misst, ist zuletzt etwas gestiegen, was aber vornehmlich der höheren Volatilität am Aktien- wie am Anleihenmarkt geschuldet ist. Ansonsten zeigen die auf das Risiko bezogenen Indikatoren Tiefenent-spannung an. Besonders die Risikozuschläge an den Anleihenmärkten („Spreads“) bewegen sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Technisch betrachtet deuten die Relative-Stärke-Indikatoren auf eine neutrale bis leicht überverkaufte Lage hin.

 

Unter der Annahme, dass es zu keinen negativen Überraschungen von Jackson Hole und der G7-Tagung kommt (Jerome Powell könnte aller-dings die ambitionierten Zinssenkungserwartungen enttäuschen – was eigentlich ein gutes Zeichen für die Konjunktur wäre, aber die Märk-te schauen aktuell hauptsächlich auf die Unterstützung der Zentralbank), und sich die Konjunkturindikatoren im Schnitt eher schwächer entwickeln, sieht es nach einer Woche aus, in der die Aktien Mühe haben sollten ihr Niveau zu verteidigen, während im Anleihesegment der Anteil an Anleihen mit negativer Rendite weiter zunimmt (vgl. Grafik der Woche).

 

Wir wünschen auch Ihnen Tiefenentspannung für den Spätsommer.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 21.08.2019:

 

Marktüberblick

 

Die aktuelle Infografik der Fondsgesellschaft Schroders beschäftigt sich mit dem Thema "Nachhaltigkeit" und beleuchtet sowohl die Seite der Verbraucher, als auch der Industrie und gibt einen Einblick über den Stellenwert im eigenen Managementprozess:

Quelle: Schroders, Stand: 30. Juni 2019. 1Schätzungen des Weltwirtschaftsforums 2Schätzungen der Weltbank 3Schätzungen der Weltbank 4Daten nach Nielsen

Die in der Vergangenheit erzielte Performance gilt nicht als zuverlässiger Hinweis auf künftige Ergebnisse. Anteilspreise und das daraus resultierende Einkommen können sowohl steigen als auch fallen; Anleger erhalten eventuell den investierten Betrag nicht zurück. Die in diesem Dokument aufgeführten Prognosen basieren auf statistischen Modellen, die auf einer Reihe von Annahmen basieren. Prognosen unterliegen einem hohen Grad an Unsicherheit bezüglich zukünftiger Wirtschafts- und Marktfaktoren, welche die tatsächliche zukünftige Wertentwicklung beeinflussen können. Die Prognosen werden Ihnen zu informativen Zwecken mit Stand des heutigen Datums zur Verfügung gestellt. Unsere Einschätzungen können sich je nach den zugrunde liegenden Annahmen wesentlich ändern – beispielsweise aufgrund von Änderungen der Wirtschafts- und Marktbedingungen. Wir übernehmen keine Verpflichtung, Sie über Aktualisierungen oder Änderungen unserer Daten zu informieren, wenn sich Wirtschafts- und Marktbedingungen sowie Modelle oder andere Faktoren ändern.

Wichtige Hinweise: Dieses Dokument ist nur für Informationszwecke bestimmt. Das Dokument stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments oder Wertpapiers oder zur Verfolgung einer bestimmten Anlagestrategie dar. Die bereitgestellten Informationen sind nicht als Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Anlageresearch zu verstehen und berücksichtigen nicht die besonderen Umstände des Empfängers. Das Dokument ist nicht als Beratung in buchhalterischen, rechtlichen oder steuerlichen Fragen gedacht und sollte nicht für diese Zwecke genutzt werden. Die hierin aufgeführten Informationen gelten als zuverlässig. Schroders garantiert jedoch nicht deren Vollständigkeit oder Richtigkeit. Für Fehler oder Meinungen wird keine Verantwortung übernommen. Die Ansichten und Informationen in diesem Dokument sollten nicht als Grundlage für einzelne Anlage- und/oder strategische Entscheidungen dienen. Die Zeichnung von Anteilen an der Gesellschaft kann nur auf der Grundlage des aktuellen Verkaufsprospekts und des letzten geprüften Jahresberichts (sowie des darauf folgenden ungeprüften bjahresberichts, sofern veröffentlicht), erfolgen. Weitere fondsspezifische Informationen können dem aktuellen ausführlichen sowie dem vereinfachten Verkaufsprospekt (bzw. Kundeninformationsdokument – KID) entnommen werden, die kostenlos und in Papierform bei den Zahl- und Informationsstellen in Deutschland (UBS Deutschland AG, OpernTurm, Bockenheimer Landstraße 2–4, D-60306 Frankfurt am Main sowie Schroder Investment Management GmbH, Taunustor 1, 60310 Frankfurt am Main [nur Informationsstelle]) und in Österreich (Raiffeisen Bank International AG, Am Stadtpark 9, A-1030 Wien, Österreich) in deutscher Sprache erhältlich sind. Investitionen in die Gesellschaft sind mit Risiken verbunden, die im Verkaufsprospekt ausführlicher beschrieben werden. Schroders hat in diesem Dokument eigene Ansichten und Meinungen zum Ausdruck gebracht. Diese können sich ändern. Schroders ist ein Datenverantwortlicher in Bezug auf Ihre personenbezogenen Daten. Informationen dazu, wie Schroders Ihre personenbezogenen Daten verarbeitet, finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie, die Sie unter www.schroders.com/en/privacy-policy einsehen oder bei Schroders anfordern können, falls Sie auf diese Webseite keinen Zugriff haben. Herausgegeben von Schroder Investment Management (Europe) S.A., 5, rue Höhenhof, L-1736 Senningerberg, Luxembourg. Handelsregister Luxemburg: B 37.799. Für Ihre Sicherheit kann die Kommunikation aufgezeichnet oder überwacht werden. Q219/DE

 

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News 20.08.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Von Höhenluft und Niedrigzins

Vielleicht würden die Zentralbanker, die sich dieser Tage im idyllischen Jackson Hole, Wyoming, treffen, ihr Konferenzhotel am liebsten  in eine Bergfestung umbauen.

Denn selten zuvor in der jüngeren Geschichte stand die Unabhängigkeit ihrer Institutionen derart im Feuer wie derzeit, wobei die Diskus-sion ausgelöst wurde durch diverse Versuche von US-Präsident Trump, die Notenbank Fed vor seinen Karren zu spannen. Es geht um das Risiko einer Abschwächung der US-Konjunktur zur Unzeit, nämlich kurz vor den Präsidentschaftswahlen im November 2020. Und da der Kongress dem Präsidenten kaum noch einmal in eine derart opulente Ausgabenorgie folgen dürfte wie mit der Steuerreform 2018, liegt der Ball im Feld der Geldpolitik. Niedrigere Zinsen müssen also her, zumal diese in Trumps Vorstellungswelt notwendig wären, um einer von China gezielt betriebenen Abwertung des Yuan begegnen zu können.

 

Und dann sind da noch die Europäer, die vermutlich mit Schrecken verfolgen, wie Trump die Fed sturmreif schießt, andererseits aber ein bisschen neidisch auf die robust brummende US-Wirtschaft blicken, mit einer Inflationsrate in Sichtweite des 2%-Ziels und Zinsen, die zu-mindest nominal noch positiv sind. In der Tat wirkt die EZB ratlos. Der Ankündigungseffekt neuerlicher, bis vor kurzem noch für undenkbar gehaltener geldpolitischer Lockerung (darunter ein weiteres Absenken des jetzt schon negativen Einlagenzinses) scheint zu verpuffen, je-denfalls wenn man die marktbasierten Inflationserwartungen zum Maßstab nimmt. Und dabei nähert sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe der Marke von -1%, in der Vorwoche wurden – 0,73% erreicht, und erst nach Hinweisen auf eine ausgabenfreundlichere Hal-tung des Bundesfinanzministeriums erholte sich die Rendite bis Wochenschluss um ein paar Basispunkte. Dennoch kann keineswegs als gesichert gelten, dass hiermit der Tiefpunkt erreicht ist. Denn wenn die EZB wie angekündigt den Einlagenzins weiter senkt und über er-neute Ankäufe von Finanzaktiva die Bankenliquidität erhöht, scheint auch ein neuerliches Abrutschen der Benchmark-Rendite keineswegs ausgeschlossen. Dies gilt umso mehr, als sichere Häfen gefragt bleiben.

 

Überhaupt wird die Musik in diesen Tagen eher an den Anleihemärkten gespielt. So darf es durchaus als überraschend gelten, dass der ita-lienische Risikoaufschlag auf deutsche Anleihen in der letzten Woche um satte 30 Basispunkte zusammenschmolz, gilt doch Italien vor allem in letzter Zeit nicht gerade als Hort der Stabilität. Von Regierungskrise war die Rede, von Neuwahlen und sogar der Gefahr des Italexit, also eines Ausscheidens aus der Europäischen Währungsunion. Was also hatte Anleger bewogen, so stark auf Italienanleihen zu setzen, dass der Spread sich derart verkleinerte? Die Antwort besteht wohl aus zwei Teilen: Einerseits erschien vermutlich immer mehr Investoren der Preis von Staatsanleihen besserer Ratings – etwa Deutschland oder Frankreich – inzwischen dermaßen hoch, dass Rücksetzer drohten und damit das Risiko der Alternative – etwa Italien – attraktiver erschien. Zweitens scheint in den letzten Tagen die Rhetorik des italienischen Innenmi-nisters Matteo Salvini, der bis dato maßgeblich den Regierungsbruch vorangetrieben hatte, moderater zu werden. Man könne, so hieß es plötzlich, ja noch mal mit dem ungeliebten Koalitionspartner von der Fünfsternepartei reden. Sofort wetteten weniger Marktteilnehmer auf Regierungskrise, Chaos und Italexit, und als Ergebnis sanken die Risikoaufschläge.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Derart von täglichen Wasserstandsmeldungen beeinflusstes Investieren zeigt die Nervosität der Anleger. Auch die Aktienvolatilität hält sich über 20, also weit über dem Durchschnitt der letzten Jahre. In der Tat sieht nicht nur die Weltwirtschaft wacklig aus, auch die politischen Unsicherheiten haben weiter zugenommen. Seit einigen Wochen kocht neben den Dauerbrennern Handelskrieg, Brexit und Italien (um nur die markantesten zu nennen) auch der Protest in Hong Kong hoch. Für die chinesische Regierung ist diese Situation brandgefährlich. Denn nach dem verheerenden Ausgang der Tiananmen-Proteste vom Juni 1989 war die Devise „Stillhalten gegen Wohlstand“ zum gesellschaftli-chen Konsens geworden, auf dem die einzigartige chinesische Erfolgsgeschichte erst aufbauen konnte. Nun droht China einerseits ökono-mische Abkühlung, verstärkt durch Handelskrieg und hausgemachte Probleme, andererseits genau der Ungehorsam, den man durch zuneh-menden Reichtum vermeiden wollte. Bisher war dies ein Thema der 1997 von Großbritannien an China übergegangenen Sonderverwaltungs-zone, ein Übergreifen auf die Volksrepublik scheint aber nicht ausgeschlossen. Daher wäre ein Niedertrampeln der Proteste à la 1989 für China kontraproduktiv. Es erscheint wahrscheinlicher, dass Xi Jinping & Co. versuchen werden, die Proteste weiter zu diskreditieren und darauf zu hoffen, dass den Demonstrationen mit der Zeit die Dynamik ausgeht.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 19.08.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

Copyright 2019 JPMorgan Chase & Co. AlleRechtevorbehalten.

Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

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News 16.08.2019:

 

FRIDAY-POST: „Geld regiert die Welt?

 

Anzeichen einer weiteren Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China, zusätzliche geopolitische Risiken (Argentinien und Hong Kong) sowie schwache Konjunkturdaten aus China drückten zu Beginn der Kalenderwoche auf das Anlegerverhalten, lasteten auf risiko-behafteten Vermögens-werten bzw. Rohstoffen (ex Gold), während In-vestoren Zuflucht in Staatsanleihen suchten.

In Erwartung einer möglicherweise stärkeren globalen Wachstumsab-schwächung dürfte dies  zusätzlichen Druck auf die weltweiten Noten-banken bzw. Regierungen ausüben, ihre Geld- und Fiskalpolitik zu lockern. Das wäre vor allem für China zu erwarten, sollten die USA chi-nesische Importprodukte im Wert von rund 300 Mrd. US-Dollar mit einem neuen Strafzoll von 10% belegen. Zwar ist nach wie vor unklar, ob der spätzyklische Schwenk in Richtung einer expansiveren globalen Geldpolitik ausreicht, um den bestehenden konjunkturellen Gegenwind auszugleichen, die jüngste Eskalation im US-chinesischen Handelskon-flikt erhöht aber ohne Zweifel die Verwundbarkeit der globalen Kon-junktur. Vor diesem Hintergrund rechnen wir in H2/2019 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft leicht unter Potenzial, das allerdings mit stärkeren Abwärtsrisiken. Gründe für Überraschungen gibt es ja genug: der Handelskonflikt zwischen China und den USA, die Brexit-Unsicher-heit, eventuelle Neuwahlen in Italien, geopolitische Unsicherheit im Na-hen Osten oder länderspezifische Risiken in einigen Schwellenländern.

Im Zuge fallender Inflationserwartungen preisen die Kapitalmärkte mehr und mehr geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der weltweiten Notenbanken ein. So scheint die billige Liquidität einmal mehr das Zünglein an der Waage zu sein. Seit Jahresbeginn senkten 20 der insgesamt 37 von der Bank for International Settlement (BIS) erfassten Notenbanken ihre Leitzinsen in Summe 30-mal. Das führt zu folgendem Bild:

 

¨   Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen fiel auf ein neues Allzeittief, so dass die US-Zinsstrukturkurve so flach wie seit                            2007 nicht mehr ist;

¨   Über 60% des gesamten Staatsanleiheuniversums im Euroraum rentiert unter der Nullmarke bzw. über 40% der EU-            Staatsanleihen liegen unter dem Einlagezins von -0,4%;

¨   Nachdem die Rendite 30-jähriger deutscher Staatsanleihen jüngst ein neues Allzeittief erreichte, weist nun die gesamte Zinsstrukturkurve bis 30 Jahren eine negative Rendite aus.

¨   Anleihen im Wert von mehr als 15 Billionen US-Dollar weisen negative Renditen aus, das entspricht fast 30% aller                       ausstehenden Anleihen weltweit und bedeutet einen Anstieg von 4 Billionen US-Dollar seit Anfang des Jahres.

 

Dem nicht genug: Die Zinsen dürften auf längere Zeit niedrig bleiben. Der Kapitalmarkt preist derzeit eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) für Oktober von 14 Basispunkten (bp) ein, während für die US-Notenbank (Fed) bereits etwa 30bp für September eskomp-tiert sind bzw. fast 100bp bis Juli 2020. Da trifft es sich gut, dass sich in der kommenden Woche u.a. die Notenbanker und Finanzminister auf der jährlichen Konferenz im amerikanischen Jackson Hole treffen. Der Titel des Symposiums könnte nicht besser gewählt sein: "Challenges for Monetary Policy".

 

DIE WOCHE VORAUS

Der Datenkalender aus den USA ist sonst eher spärlich besetzt. Neben dem FOMC-Sitzungsprotokoll (Mi) zur letzten Fed-Sitzung, das wei-tere Einblicke über die Meinungsbildung innerhalb des Offenmarktausschusses liefern könnte, dürfte der Fokus auf dem Einkaufsmanager-index des verarbeitenden Gewerbes (Do) liegen. Bei Letzterem liegt die Vermutung nahe, dass sich die allmähliche Abschwächung des globa-len Wachstums nun auch beim verarbeitenden US-Gewerbe bemerkbar machen könnte. Gleiches gilt für die vorläufigen Einkaufsmanager-index des verarbeitenden Gewerbes aus der Eurozone (Do). In Asien richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Japan. Nach den über-raschend positiven Zahlen zum Q2-Wirtschaftswachstum, werden mit Interesse die japanischen Handelszahlen (Mo) erwartet. Der unge-löste Handelskonflikt zwischen den USA und China bzw. auch die Spannungen zwischen Japan und Südkorea dürften ihre Spuren in der Handelsstatistik hinterlassen. Gleiches könnte auch für den japanischen Einkaufsmanagerindex gelten (Do), während die Verbraucherpreise (Fr) trotz eines engen Arbeitsmarktes und Lohnsteigerungen keine Anzeichen liefern dürften, um von einer nachhaltigen Verbesserung der Teuerungsrate in Japan zu sprechen.

 

HANDELN:

Risiken jeglicher Couleur – siehe oben – dürften uns auch in den kommenden Wochen begleiten, darunter auch das Risiko, dass die hohen Erwartungen an die globalen Notenbanken und deren expansive Geldpolitik Enttäuschungspotential mit sich bringen. Zwar kann die billige Liquidität risikoreiche Vermögenswerte weiter begünstigen, die Volatilität niedrig halten und den Konjunkturzyklus abermals verlängern. Dazu gehört notwendigerweise aber auch, dass sich die realökonomischen Daten nachhaltig verbessern – das war zuletzt nicht zu beobach-ten. So erzielten laut dem Datenanbieter EPFR Geldmarktfonds in der letzten Woche Nettomittelzuflüsse von 103 Mrd. US-Dollar – der zweithöchste Wert seit 2007 –, bzw. Goldfonds Nettomittelzuflüsse die 12-te Woche in Folge. Zudem hat sich der Anteil der Bären gemäß der American Associaton of Individual Investors auf nunmehr 48% erhöht – den höchsten Stand seit Dezember 2018. Die Risikoaversion unter Investoren ist stark ausgeprägt. Das könnte zumindest kurzfristig als technischer Kontraindikator gesehen werden, zumal sich die globalen Aktienindizes laut den Relative-Stärke-Indizes im überverkauften Bereich befinden.

 

Geld(politik) regiert die Welt!

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 13.08.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Von Handelskrieg und Notenpresse

 

Wer gehofft hatte, der Sommer könne Entspannung bei schon lange schwelenden Politikrisiken bringen, sieht sich nun, Richtung Ende der Feriensaison, enttäuscht.

 

Der Brexit steht unverändert bedrohlich im Raum, und durch die Wahl von Boris Johnson zum Premierminister ist die Gefahr eines harten Ausscheidens Großbritanniens aus der EU vermutlich sogar gestiegen. Italiens Populistenregierung nahm erst eine harte Haltung in der Flüchtlingspolitik ein, nun lässt Oberpopulist und Innenminister Salvini sogar die Regierung platzen und versucht, seine guten Umfrage-werte durch vorgezogene Neuwahlen in einen Machzuwachs umzumünzen. Ärger mit den EU-Partnern scheint programmiert. Und US-Präsident Trump bleibt unberechenbar wie eh und je. Zum Ausklang der vorvergangenen Woche kündigte er 10% Zölle auf weitere China-Importe im Umfang von 300 Mrd. US-Dollar zum 1. September an, was umgehend Chinas Reaktion in Form einer Währungsabwertung provozierte. Für die Finanzmärkte ist diese Gemengelage – altbekannte Risiken, nur schlimmer – prekär. Denn die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase der Abkühlung, bewirkt durch schwächere Nachfrage aus China, das Auslaufen der steuerreformbedingten Sonderkon-junktur in den USA und strukturell dürftige Dynamik in Europa. Zwar halten die Zentralbanken durch ihre expansive Wende das globale Wachstum am Laufen und zwingen Anleger damit in reale Assets hinein. Aber gleichzeitig nehmen die Risiken von Fehlallokation und -bewertung weiter zu, die Normalisierung der Geldpolitik rückt in weite Ferne. Die Konsequenz ist eine spürbare Verunsicherung, ablesbar im Anstieg der Aktienvolatilität und einem regelrechten Run auf vermeintlich sichere Anlagen.

 

Dabei wird deutlich, dass der Gegenpol der allerorts zündelnden Populisten, nämlich die Zentralbanken, durch ihr Heilsversprechen unge-wollt die Volatilität verstärken. So war der Kurseinbruch in den ersten Augusttagen neben Trumps Handelspolitik und Chinas Reaktion auch der Enttäuschung darüber geschuldet, dass die Fed am 31. Juli die Zinsen nicht so stark senkte wie erhofft und sich Notenbankchef Jerome Powell auch nicht auf einen weiteren Zinsschritt im September festlegen wollte. Überzeugt hat dies die Märkte aber nicht, denn nach wie vor ist in den Fed Funds Futures eine Zinssenkung um 25 Basispunkte am 18. September zu über 80% eingepreist. Sollte die US-Zentralbank in fünf Wochen also nicht liefern, wäre eine weitere verschnupfte Marktreaktion zu erwarten.

 

Die EZB hat sich Richtung Ende der Präsidentschaft von Mario Draghi stärker zu weiterer monetärer Lockerung bekannt als noch vor weni-gen Monaten erwartet wurde. So gehen die meisten Marktteilnehmer inzwischen davon aus, dass noch vor Jahresende eine Senkung des ohnehin schon negativen Einlagenzinses ansteht, möglicherweise begleitet durch die Ankündigung, wieder verstärkt Anleihen und/oder andere Finanztitel zu kaufen. Selbst derartig drastische Kurswechsel sind allerdings inzwischen kaum noch in der Lage, die Inflationserwar-tungen der Markteilnehmer nachhaltig zu beeinflussen, obwohl genau das stets die offizielle Begründung für die Lockerungsmaßnahmen ist. De facto dagegen versinkt Europa immer mehr in einem Japan-ähnlichen Szenario, also schwachem Wachstum, kaum spürbarer Infla-tion und niedrigen, weitestgehend negativen Zinsen. Es ist bezeichnend, dass über den Verlauf der vergangenen Woche die Rendite zehn-jähriger Bundesanleihen noch einmal um einen Zehntelpunkt gesunken ist und nunmehr bei rund -0.6% steht, also niedriger als der Einla-gezins der EZB (-0,4%). Erstmals sank auch die gesamte Renditekurve, also die Verzinsung von Schuldtiteln über alle Fälligkeiten von 3 Monaten bis 30 Jahre, in den negativen Bereich.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Investoren werden in einem derartigen Umfeld geradezu in reale Anlageformen getrieben, also Aktien, Gold oder auch Immobilien. Aktienpreise stehen trotz der oben angesprochenen Risiken seit Jahresanfang im Plus, um etwa 10% beim DAX, sogar über 16% beim S&P 500. Gleichzeitig gibt es aber einen regelrechten Run auf vermeintlich sichere Anlagen wie etwa Gold, dessen Preis inzwischen wieder die Marke von 1.500 Dollar pro Feinunze überschritten hat. Und auch die Immobilienbewertungen dürften weiter zulegen, wenn auch mit star-ken lokalen und qualitativen Unterschieden. Solange also der Widerstreit zwischen der Drohkulisse Handelskrieg und seinen negativen Fol-gen für Wachstum und Gewinne dem Heilsversprechen der Zentralbanken mit immer mehr, immer billigerem Geld gegenübersteht, bleibt eine Positionierung an beiden Enden des Risikospektrums (also eine sogenannte Barbell-Positionierung) die unserer Ansicht beste Strategie für Anleger.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 09.08.2019:

 

FRIDAY-POST: „Handels-Blues

 

Von der Datenseite hätte der Auftakt der zurückliegenden Woche kaum erfreulicher sein können. Eine Reihe von Frühindikatoren für die USA, das Vereinte Königreich, Japan sowie die BRIC-Staaten (Brasilien, Russ-land, Indien, China) stiegen. Für die Eurozone fiel das Bild gemischter aus. Der Einkaufsmanagerindex schwächte sich ab, blieb aber über der expansiven Schwelle von 50. Während die deutschen Auftragseingänge in der Industrie überraschend stark zulegten, gab die Industrieproduk-tion nach. Diese realen Fakten schienen an den Kapitalmärkten aber kaum für Bewegung zu sorgen. Bei den Aktien setzte sich die Talfahrt, die bereits am Freitag der Vorwoche begonnen hatte, zunächst weiter fort. Grund: Einmal mehr der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Dass die chinesische Zentralbank den Yuan unerwartet zum Dollar weiter abwerten ließ, wurde als Hinweis dafür genommen, dass das Reich der Mitte den Fehdehandschuh aufnimmt. Zur Wochenmitte dann gab es leichte Erholungstendenzen.

Was gegen den Handels-Blues helfen würde, sind solide Konjunkturda-ten. Allerdings ist zu befürchten, dass der Handelskonflikt sich immer stärker in den Daten nach vorne arbeitet und sich über die Erwartungs-indikatoren hinaus in den harten Fakten niederschlägt.

 

DIE WOCHE VORAUS

So stehen in der kommenden Woche die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone, (Dienstag), die Industrieproduktion für China und die Eurozone, das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im zweiten Quartal für Deutschland und die Eurozone (Mittwoch), die Kapazitätsauslastung der japanischen Volkswirtschaft, der Philly-Fed-Index, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Einzelhan-delsumsätze jeweils für die USA (Donnerstag) sowie das Verbrauchervertrauen der Universität auf Michigan für die größte Volkswirtschaft der Welt (Freitag) im Mittelpunkt des Interesses.

 

Beim proprietären globalen „Macro Breadth Index“ der AGI kam es zwischenzeitlich zum 16. Rückgang innerhalb der vergangenen 18 Mona-te. Stabile bis leicht bessere Daten in den USA und Europa wurden durch die Schwäche in Japan und den Schwellenländern – nicht zuletzt China – mehr als überkompensiert. Die Inflationsdaten waren in der Breite ebenfalls rückläufig. Gut nur: Trotz eines weiter nachlassenden Konjunkturmomentums und erhöhter mittelfristiger Abwärtsrisiken deuten die hochfrequenten Makroindikatoren aktuell weiterhin auf eine nur geringe Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Rezession hin. Die jüngste Eskalation im US-chinesischen Handelskonflikt erhöht aber ohne Zweifel die Verwundbarkeit der globalen Konjunktur. Damit hängt der Konjunkturpfad weiter zu allererst an der Geopolitik, während die Geldpolitik (siehe den jüngsten Schritt der Federal Reserve) nur hinterher arbeitet. Antizipativ zwar, aber reaktiv auf die politische Großwetterlage.

 

HANDELN: Vorsicht walten lassen

Der Handels-Blues überlagert die Stimmung, von einer generellen Kapitulation kann noch nicht gesprochen werden. Der Anteil der „Bullen“ unter den US-amerikanischen Investoren ist immer noch vergleichsweise hoch. Die Risikozuschläge an den Anleihenmärkten („Spreads“) sind niedrig und fest. Die üppige, nach Rendite suchende Liquidität scheint alles zu überlagern. Sie trägt auch den Goldpreis, sonst ein Kri-senindikator, und hält die Anleiherenditen niedrig. Mittlerweile ist auch die 30-jährige deutsche Staatsanleihe – sie ist die Benchmark im Euroraum - ins negative Terrain abgerutscht. Ein Paradies für Schuldner, eine Hölle für Gläubiger. Allerdings zeigt die technische Tiefen-bohrung, dass unruhige Zeiten ins Haus stehen dürften. Der amerikanische Aktienmarkt hat zwar seit Ende Juni neue, wenn auch marginale Allzeithochs erzielt. Der Markt wurde jedoch überwiegend von „systematischen“ Geldern (Hedgefonds, CTA‘s) getrieben. Dies hat sich zu-letzt in hohen Shortpositionierungen auf die Volatilität bei Aktien ausgewirkt. Nach den jüngsten Notenbank-Entscheidungen und der er-neuten Eskalation im Handelsstreit mit China sollten die aufgebauten Risikopositionen erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Mit dem Unterschreiten der Marke von 2.950-Indexpunkten beim S&P500 sollte der Boden nun deutlich brüchiger sein.

 

Der Handels-Blues ist noch nicht zu Ende gespielt. Lassen Sie Vorsicht walten.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 08.08.2019:

 

Kommentare und Meinungen

 

Aktien bleiben in Anlegerportfolios entscheidend

 

Die derzeitige Schwäche des Wachstums und der Unternehmensgewinne hält Degroof Petercam Asset Management (DPAM) lediglich für eine Delle im langfristigen Auf-wärtstrend: Eine zu negative Einstellung gegenüber Aktien sei unangebracht.

 

Während das Wirtschaftswachstum – vor allem im Industriesektor – weiterhin von einer negativen Dynamik geprägt ist und politische Auseinandersetzungen auf europä-ischer und globaler Ebene zusätzlich für Unsicherheit sorgen, stellen sich viele Investoren die Frage, wie es mit dem Geschäftsklima bzw. den Investitionen der Unternehmen und dementsprechend an den Aktienmärkten weitergeht.

 

Die Konsensschätzungen für das Wachstum der Gewinne pro Aktie wurden zuletzt in allen Regionen erneut leicht nach unten korrigiert. In Europa liegen die Erwartungen demnach bei 2,3 Prozent für 2019 und 9,7 Prozent für 2020. „Wir halten diese Annahmen für unrealistisch und gehen davon aus, dass der Gewinn pro Aktie für 2019 etwa bei null liegen dürfte“, sagt Yves Ceelen, Head of Institutional Portfolio Management bei DPAM. „Allerdings rechnen wir nicht mit rückläufigen Gewinnen, da sich die Wirtschaft insgesamt recht gut hält“.

 

Der Asset Allocation-Stratege nimmt an, dass die Volatilität in den kommenden Monaten weiterhin eine bedeutende Rolle an den Aktienmärkten spielen wird. Als Gründe hierfür nennt er auf globaler Ebene die Wachstumsprobleme (vor allem in China), die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China sowie die Spannungen im Nahen Osten. Europa bleibe ein Pulverfass – zum einen durch den Risikofaktor Italien, zum anderen durch den mit Boris Johnson als neuer Premier wieder wahrscheinlicher gewordenen ‚harten‘ Ausstieg Großbritanniens aus der EU.

 

„Die Gesamtsituation spricht dafür, diversifizierende Komponenten im Portfolio nicht außer Acht zu lassen. Insgesamt bleiben wir für Aktien bei einer leicht untergewichteten bis neutralen Positionierung“, sagt Yves Ceelen. „Obwohl sich die Märkte in einem Spannungsfeld zwischen zyklischem Abschwung und lockerer Geldpolitik der Zentralbanken befinden, halten wir eine zu negative Einstellung für unangebracht.“

 

Er begründet seine Einschätzung vor allem mit der Bereitschaft der Zentralbanken, Wachstum und Bewertungen durch weitere Anreize zu unterstützen, so dass geringere Gewinne durch höhere Kennzahlen ausgeglichen werden sollten. Gleichzeitig werde auch China neue Anreize über geldund haushaltspolitische Maßnahmen schaffen. Daher ist der DPAM-Experte der Auffassung, dass die derzeitige Schwäche des Wachstums und der Gewinne lediglich eine Delle in einem langfristigen Aufwärtstrend bilden.

 

Die regionalen Aktienmärkte beurteilen Yves Ceelen und sein Team aktuell folgendermaßen:

 

Europa: Die Bewertungen zeigen sich weiterhin chancenreich, während die allgemeinen Gewinnerwartungen zu optimistisch sind. Politische Probleme (Brexit, Italien) belasten nach wie vor die Stimmung. Wir erkennen daher keinen Impuls, der diese Bewertungslücke schließen könnte. Aus der Bottom-up-Perspektive kennzeichnet sich der europäische Aktienmarkt weniger durch Qualität als vielmehr eine starke Abhängigkeit von Finanzwerten und durch Disruption beeinträchtigte Branchen. Wir sind jedoch weiterhin fest vom Potenzial des aktiven Managements überzeugt, mit dem sich in Europa eine Outperformance erzielen lässt.

 

USA: Die Bewertungen sind im Vergleich zu Anleihen und europäischen Aktien weniger attraktiv, während das Gewinnwachstum mit dem in Europa vergleichbar ist. Aller-dings unterstützen Aktienrückkäufe weiterhin das Wachstum der Gewinne pro Aktie. Im US-Aktienmarkt haben vor allem disruptive Unternehmen ein hohes Gewicht. Hin-zu kommt, dass man im Vergleich zu anderen globalen Aktienmärkten höherwertige Unternehmen findet und der Markt robuster ist.

 

Japan: Nippon-Aktien gehören mit einem hohen Anteil von Investitionsgüter- und Automobilherstellern nach wie vor zu den konjunkturempfindlichsten Märkten. Wir ge-hen davon aus, dass die für Oktober geplante Umsatzsteuererhöhung kurzfristig eine bremsende Wirkung auf die Wirtschaft haben wird. Die Erwartungen für das Gewinn-wachstum in 2019 sinken weiter und liegen derzeit bei -7 Prozent. Massive Aktienrückkäufe könnten jedoch einen Ausgleich zu den negativen Schlagzeilen schaffen. Mittel-fristig bleiben die Bewertungen attraktiv, und die Geldpolitik ist weiterhin extrem akkommodierend. Der Yen behält seine Funktion einer Fluchtwährung, mit möglicher-weise negativem Einfluss auf die Entwicklung japanischer Aktien in Euro gerechnet.

 

Aktien der Schwellenländer beurteilen wir neutral und sind überzeugt, dass es China gelingen kann, seine Wachstumsschwäche durch geld- und haushaltspolitische Maß-nahmen in den Griff zu bekommen - auch trotz der weiteren Eskalation im Handelsstreit mit den USA. Mäßige Kapitalabflüsse haben zuletzt wieder Kapitalzuflüssen Platz gemacht. Die Bewertungen liegen unter ihrem langfristigen Durchschnitt, und die Risikoaufschläge sind die höchsten im Universum der Schwellenländeraktienmärkte. Ein sich stabilisierender oder etwas schwächerer Dollar hätte unterstützende Wirkung für die Emerging Markets.

 

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News 07.08.2019:

 

Blick über die Märkte

 

Notenbanken, Trump und “BoJo“ zerren an den Kursen

 

Das Monatshighlight im Juli gab es kurz vor Ultimo: Mit einer Leitzinssenkung um 25 Basispunkte hat die US-Notenbank am 31. Juli zum ersten Mal seit rund elf Jahren die Zinsen gesenkt. Ein Schritt der sich bereits seit mehreren Wochen angedeutet hatte.

 

Anders als die EZB, die im Juli eine Lockerung der Geldpolitik für den Herbst in Aussicht gestellt hat und dabei mehr oder weniger „klas-sisch“ auf eine Verschlechterung der makroökonomischen Fundamentaldaten reagiert, handelte es sich bei der Fed um einen „Insurance Rate Cut, also eine Zinssenkung, die als Versicherung gegen mögliche schlechte Zeiten in der Zukunft zu interpretieren ist – und vor allem: Eine Zinssenkung, die nicht notwendigerweise den Beginn eines Zinssenkungszyklus darstellt.

 

Zentralbanken werden also in der spätzyklischen Phase, in der wir uns mittlerweile beim Blick auf die globale Konjunktur befinden, nicht die Spielverderber sein, die beim Aufschwung den Stöpsel ziehen (Ein Muster, welches wir in früheren Zyklen durchaus des Öfteren beobachten konnten). Entsprechend richtet sich der Blick auf andere potenzielle Auslöser einer weiteren wirtschaftlichen Abschwächung oder gar einer Rezession.

 

Ganz weit vorne mit dabei ist diesbezüglich der Konflikt zwischen den USA und China. Seit Mai herrschte mehr oder weniger Eiszeit zwi-schen Washington und Peking. Im Juli wurde der offizielle Gesprächsfaden zwar wieder aufgenommen. Allerdings kann man sich des Ein-drucks nicht erwehren, dass sich die rhetorische Schärfe, die Donald Trump gegenüber Chinas Regierung an den Tag legt, stets in starker Abhängigkeit zur aktuellen US-Aktienmarktentwicklung zu stehen scheint. Nachdem der S&P 500 Ende Juli ein neues Allzeithoch erklomm, feuerte der US-Präsidenten offenbar aus einer gefühlten Position der Stärke heraus mehrere Salven in Richtung Peking und beschwerte sich über nicht eingehaltene Zusagen seitens China. Entsprechend nervös reagierten Anleger, die sich immer mehr darum sorgen, was für Scha-den der Konflikt in der Zukunft noch anrichten könnte.

 

Die Tatsache, dass bereits einiges an Porzellan zerschlagen wurde, lässt sich an der gegenwärtig miserablen Verfassung der Industrie in wei-ten Teilen der Welt – aber ganz besonders in Deutschland – ablesen. Die negativen Nachrichten aus dem verarbeitenden Gewerbe häufen sich. Zunahme der Zeitarbeit, erste Entlassungen, rückläufige Auftragseingänge, schlechte Stimmung, Investitionszurückhaltung. Die Symptome in der deutschen Industrie sind klar rezessionärer Natur.

 

Ob sich die Stimmung in den Chefetagen deutscher Firmen weiter eintrübt, dürfte auch von den Entwicklungen auf der britischen Insel abhängen. Seit Juli ist Boris Johnson, genannt „BoJo“, neuer britischer Premier und Befürchtungen, Johnson könnte ein britischer Trump werden und zwar dem Sinne, dass er tatsächlich das liefert, was er predigt, nehmen zu. Sein erklärtes Ziel ist bekanntermaßen ein Brexit bin Ende Oktober – „ohne Wenn und Aber“. Ein Schreckensszenario – nicht nur für deutsche Autobauer. Ich halte allerdings nach wie vor eine Variante, die Neuwahlen und/oder ein zweites Referendum enthält, für wahrscheinlicher als einen harten Brexit.

Letztlich dürfte mit dem Blick auf den Rest des Jahres die Gretchenfrage lauten, ob und wenn ja wie lange der Dienstleistungssektor der Schwäche der Industrie widerstehen kann. Irgendwann schlägt ein schwacher Arbeitsmarkt auch auf den Konsum durch. Automatische Stabilisatoren dürften einen zeitnahen Einbruch des Konsums verhindern. Eine unendliche Immunität kann und wird es aber sicher nicht geben.

 

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News 06.08.2019:

 

Marktüberblick

 

Die aktuelle Infografik der Fondsgesellschaft Schroders beschäftigt sich in erster Linie mit dem Thema "Nobenbankpolitik", zeigt sowohl die möglichen Instrumente der Notenbanken, als auch deren Wirkung auf die Kapitalmärkte:

 

 

 

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News 05.08.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

Copyright 2019 JPMorgan Chase & Co. AlleRechtevorbehalten.

Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

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News 02.08.2019:

 

FRIDAY-POST:

„Den Worten Taten folgen lassen“

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken rund um den Globus erneut auf eine akkommodierende Geldpolitik einschwenken, ist hoch – angeführt von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), gefolgt von der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie zahlreichen Zentralbanken aus den Emerging Markets, u. a. Indonesien, Russ-land, Südafrika, Südkorea und Türkei. Diese Antizipation einer zunehmend lockeren Geldpolitik hievte dann auch die internatio-nalen Aktienmärkte auf neue Allzeit- oder zumindest Jahreshochs. Gleichzeitig jedoch engten sich am Anleihenmarkt die Risikoauf-schläge ein und die Renditen sanken teils auf Rekordtiefs.

 

Viele Investoren fragen sich, ob es den geld- und fiskalpolitischen Entscheidungsträgern gelingt, eine „weiche Landung“ des seit mehr als 120 Monaten anhaltenden Konjunkturzyklus der USA zu errei-chen – eine Landung, mit der die Grundlage für einen erneuten Aufschwung gelegt werden könnte. Im Großen und Ganzen waren vorsichtige Anzeichen einer Stabilisierung zumindest im abgelau-fenen Monat erkennbar. Eine detaillierte Betrachtung zeigt jedoch erste Schwächesignale aus den USA, die insbesondere aus dem ver-arbeitenden Gewerbe kamen. Die Vermutung liegt nahe, dass sich die allmähliche Abschwächung des globalen Wachstums nun auch beim verarbeitenden Gewerbe in den USA bemerkbar macht.

 

Dieses Szenario verbunden mit dem schwelenden Handelskonflikt, der politischen Unsicherheit hinsichtlich eines ungeordneten Brexits so-wie den geopolitischen Spannungen in der Golfregion waren es, die den Internationalen Währungsfonds veranlassten, seine Wachstums-prognose abermals nach unten zu korrigieren. Der weitere Verlauf der aktuellen Berichtssaison zum zweiten Quartal 2019 ist daher entschei-dend, wie sich der Handelsstreit ausgewirkt hat. Zumal auch der Margendruck in Folge besserer Lohnentwicklung größer zu werden scheint – in den USA, aber auch in Europa.

 

Um die überbordenden Erwartungen nach geldpolitischer Unterstützung nicht zu enttäuschen, werden die Zentralbanken kaum umhin kommen, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Zweifel an der Wirkung sind allerdings angebracht: Eine schnelle Linderung der durch poli-tische Unsicherheit verursachten Vertrauenskrise ist kein Selbstläufer und die billige Liquidität hat auch Kehrseiten. Die Verschuldung der 30 größten Emerging Markets stieg laut dem Institute of International Finance auf 216 % ihrer Wirtschaftsleistung bzw. knapp 70 Billionen US-Dollar. Dieser Umstand könnte auch die Aktienmarktentwicklung bremsen, wie die Betrachtung vergleich-barer Situationen der Vergan-genheit vermuten lässt. Klar ist: Wenn die Geldpolitik sowieso weiter expansiv bleibt bzw. noch expansiver wird, könnte dies risikoreiche Vermögenswerte weiter begünstigen, die Volatilität niedrig halten und den Konjunkturzyklus im Idealfall abermals verlängern. Bei Anlegern bleiben damit weiterhin Einkommensströme wie Dividenden gefragt. Umso mehr als der Anteil ausstehender Staats- und Unternehmens-anleihen mit negativer Rendite mittlerweile ein Volumen von rund 13 Billionen US-Dollar erreicht hat.

 

Taktische Allokation Aktien & Anleihen

¨    Um die überbordenden Erwartungen nach geldpolitischer Unterstützung nicht zu enttäuschen, werden die Zentralbanken kaum 

        umhin kommen, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Das dürfte für Aktien, aber auch für Anleihen noch immer stimulierend      

        wirken.

¨    Zudem wird es in dieser späten Phase des Konjunkturzyklus zunehmend wichtiger, dass die realen Konjunkturdaten die positiven Auswirkungen von Geld- und Fiskalpolitik widerspiegeln. Zinssenkungen sind keine Wunderwaffe bei einer sich abschwächenden Konjunkturdynamik, und die billige Liquidität hat auch Kehrseiten.

¨    Die aktuelle Berichtssaison zum zweiten Quartal 2019 allerdings zeigt: Je länger der Handelskonflikt schwelt, desto größer sind die Abwärtsrisiken für Konjunktur- und Gewinnschätzungen, die auf den Erwartungen eines verbesserten zweiten Halbjahres aufbauen.

¨    Einkommensströme wie Dividenden werden weiterhin gefragt sein. Umso mehr als der Anteil ausstehender Staats- und Unternehmensanleihen mit negativer Rendite mittlerweile ein Volumen von rund 13 Billionen US-Dollar erreicht hat.

¨    Mit erhöhter Volatilität muss gerechnet werden. Das aktive Management bei der Selektion der Wertpapiere, aber auch der Anlagesegmente bleibt das Gebot der Stunde.

 

Die Jagd nach Rendite geht weiter. Leichter ist sie nicht geworden.

 

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News 01.08.2019:

 

Boris und der Brexit – ein Update?

 

Pünktlich zum alljährlich grüßenden Sommerloch warten die Briten mit einem erwähnenswerten Update zum Ausstieg aus der Europäischen Union auf. Just während der Deutsche Bundestag Ferien macht, drängelt sich der Brexit mit der Wahl von Boris Johnson zum neuen Tory-Vorsitzenden und Premier in die Schlagzeilen. Doch gibt es tatsächlich Neuigkeiten zu berichten? Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen.

 

Alle auf ihre Plätze

 

Nachdem Theresa May in der Brexit-Sackgasse feststeckte, blieb ihr nur ein tränenreicher Rücktritt. Wenig überraschend übernimmt ihre Amtsnachfolge nun der zuvor als Spitzenkandidat gehandelte Boris Johnson. Mit 66 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde der als Hard-liner geltende Johnson zum neuen Parteichef und somit automatisch zum neuen Premierminister von Großbritannien gewählt. Klar ist: John-son stellt alle Zeichen auf Brexit. Wenige Stunden nach seiner Ernennung durch Queen Elizabeth II. sind bereits 15 Kabinettsmitglieder gefeu-ert – tonangebend ist so nun vor allem ein konservatives Brexit-Lager. Und auch der EU gegenüber setzt Johnson auf die harte Tour: Verhan-deln will er nur, wenn die EU-Regierungschefs einlenken. Sein vermeintliches Ass im Ärmel heißt hierbei No-Deal-Brexit.

 

Nordirischer Trick 17

 

Schon als die Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg Boris Johnsons stieg, reagierte das britische Parlament und erhöhte die Hürde für einen Brexit ohne Verhandlungen durch ein neues Gesetz. Dieses nutzt den aktuellen Streitfall um Nordirland: Da sich die dortigen Parteien nicht auf eine Regierungsbildung einigen können, wird das Land aus London regiert. Das Unterhaus kommt im September und Oktober nun alle 14 Tage zusammen, um die Lage im britischen Nordirland zu debattieren – und mithin auch den Brexit. Auf diese Weise soll eine mögliche mehr-wöchige Zwangspause des Parlaments ausgehebelt werden. Diese setzt üblicherweise mit dem Ende der einjährigen Sitzungsperiode ein und bedeutet eine Niederlegung jeglicher parlamentarischen Aktivität. Dieser Trick eröffnet dem Parlament ein Schlupfloch, um auch im Fall einer Zwangspause gegen No-Deal vorzugehen. Dieses Prozedere zeigt vor allem eins: Auch innenpolitisch sind die Brexit-Diskussionen keineswegs ausgestanden. Alle Parteien befinden sich in Hab-Acht-Stellung, um letztendlich ihren Einfluss bestmöglich geltend machen zu können. Die Unsicherheit rund um Großbritannien wird somit in den kommenden Monaten mit Sicherheit nicht abnehmen.

 

Neue Personen, alte Probleme

 

Ist man der Entscheidung mit der Personalie Boris Johnson einen entscheidenden Schritt näher gekommen? Zugegeben, es weht ein frischer Wind im Britischen Parlament und aktuellen Umfragen zufolge finden die Wähler den Hardliner-Kurs gut. Doch der politische Gegenwind nimmt zu: Nicht nur das Parlament, auch die konservative Partei selbst ist in Bezug auf die Brexit-Entscheidung immer noch uneins. Schon in den ersten Tagen musste sich Boris Johnson mit Mini-Revolten aus den eigenen Reihen auseinandersetzen, die seine Vorstöße Richtung No-Deal-Brexit als zu hart verurteilten. Mehrere Minister haben ihre Posten bereits aufgegeben. Hauchdünne Mehrheitsverhältnisse im Parla-ment und eine innerparteiliche Spaltung lassen es weiter nicht zu, dass schnelle Entscheidungen getroffen werden können. Und auch von außen braut sich was zusammen: Beim Amtsbesuch in Schottland legte Johnsons Brexit-Tour einen holprigen Start hin. Sowohl Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon als auch ihr walisischer Amtskollege Mark Drakefort lehnen einen ungeordneten Brexit strikt ab. Und in Irland gab Ministerpräsident Leo Varadkar jetzt zu Protokoll, dass angesichts des aktuellen Kurses der britischen Regierung auch eine Wie-dervereinigung vorstellbar sei. Schon stünde England mit seiner Entscheidung isoliert im europäischen Abseits – Großbritannien adé.

 

Frage der Fragen

 

Über die Idee, dass Boris Johnson einen No-Deal-Brexit im Eiltempo durch das Parlament boxt, lässt sich also eher müde lächeln. Der neue Premierminister muss einen anderen Weg finden. Vielleicht gelingt es ihm, einen neuen Exit-Deal auszuhandeln, mit dem alle Beteiligten leben können – vielleicht aber auch nicht. Er könnte den No-Deal zu hart angehen und durch ein Misstrauensvotum im frühen Herbst zu Fall kommen, wie es von einigen Parlamentsmitgliedern bereits angedroht wird. Eventuell ist die Situation bereits so zerfahren, dass sich der No-Deal einfach zwangsläufig ergibt. Vielleicht wird die Entscheidung aber auch erneut hinausgezögert. All diese Fragestellungen haben sich durch die Personalie Boris Johnson nicht in Wohlgefallen aufgelöst.

 

Brexit-Bilanz

 

Wie schon an früherer Stelle berichtet, belastet die aktuelle Situation vorrangig die britische Binnenwirtschaft. Investitionen werden zurück-gehalten und Unsicherheiten belasten den britischen Konsum. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass der MSCI UK seit Anfang 2018 eine signifikante Underperformance zeigt. Doch alle Themen, die aktuell wieder auf die Agenda kommen, sind nicht neu und bereits im Markt ein-gepreist. Für den globalen Bullenmarkt sind die Auswirkungen gering. Lediglich die binnenmarktorientierten Unternehmen leiden. Global agierende, am Finanzplatz London gelistete Konzerne, die bloß in Britischen Pfund bilanzieren und den Großteil ihrer Umsätze im Ausland machen, profitieren hingegen von einer schwachen britischen Währung. Unser Fazit: Ein für die Märkte wirklich relevantes Update zum Bre-xit lässt weiterhin auf sich warten.

 

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Blick über die Märkte

 

DRAGHIS LETZTES HURRA

 

Nun haben wir es schwarz auf weiß: Ganz offiziell prüft die EZB, ob und wenn ja mit welchen Lockerungsmaßnahmen sie der Inflation in der Eurozone auf die Beine helfen kann. Alle Varianten – Zinssenkungen, eine Staffelung des Einlagesatzes, Änderungen der Forward Guidance sowie ein neues Ankaufprogramm – sind zurück auf dem Tisch. Wenngleich Draghi die EZB in keiner Einbahnstraße in Richtung Lockerung sieht, spricht doch vieles für ein letztes Hurra des Italieners im September.

 

Zwei Aspekte, denen in der Kommunikation der EZB am vergangenen Donnerstag aus unserer Sicht nicht ausreichend Aufmerksamkeit ge-schenkt wurde, sind es wert, noch einmal hervorgehoben zu werden. Zum einen die Tatsache, dass ein Gremium damit beauftragt werden soll, die besten Optionen und Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung zu analysieren. Dies ist bemerkenswert, da es möglicherweise be-deuten könnte, dass sich ein mögliches neues Ankaufprogramm in punkto Form und Ausgestaltung von vorherigen Programmen unter-scheidet. Zweitens hat die EZB ihre Strategie geändert, indem sie zukünftig auf die Symmetrie des Inflationsziels abstellt, was unterstreicht, dass sie in Zukunft weniger bereit sein wird, ein dauerhaftes Unterschießen der Inflationsrate zu tolerieren und entsprechend aggressiver auf zu niedrige Inflation reagieren könnte.

 

Die Rendite deutscher zehnjähriger Staatsanleihen fiel am vergangenen Donnerstag auf ein neues Rekordtief, die Rendite vergleichbarer italienischer Anleihen immerhin auf den niedrigsten Stand seit Ende 2016. Der Euro sackte auf ein neues Jahrestief im Vergleich zum US-Dollar ab. Gerade letzteres dürfte einigen in den USA bitter aufstoßen. Allen voran dem US-Präsidenten, der sich in der Vergangenheit schon öfter über die Schwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar zu Ungunsten der USA beschwert hatte. Aktuell notiert der handelsgewich-tete US-Dollar sogar in der Nähe des absoluten Allzeithochs – und das obwohl die Fed am Donnerstag das erste Mal seit 2008 die Zinsen senken dürfte. Umso lauter werden daher Spekulationen, wonach die US-Regierung über eine konkrete aktive Schwächung der US-Währung nachdenken könnte. Donald Trump hätte rein rechtlich sogar die Macht, eine Devisenmarktintervention zur Schwächung des Dollars im Alleingang durchzudrücken. Zuletzt haben die USA im Jahr 2011 am Devisenmarkt interveniert. Insgesamt wurde seit 1995 drei Mal einge-griffen – jedes Mal jedoch in Absprache mit anderen Notenbanken, um Schwankungen an den Devisenmärkten zu reduzieren.

Unter dem Strich erscheint die Wahrscheinlich einer unilateralen amerikanischen Devisenmarktintervention gering zu sein. Schließlich könnte Trump sonst niemanden mehr glaubhaft der Währungsmanipulation bezichtigen. Vermutlich bleibt der US-Präsident daher bei sei-nem „Lieblingsinstrument“ – den Zöllen. Apropos: Ab heute werden die Handelsgespräche zwischen China und den USA fortgesetzt. Allzu viele Hoffnungen auf eine schnelle Einigung sollte man nicht hegen.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone sowie den USA hat die Volatilität an den Finanzmärkten über nahezu alle Assetklassen hinweg weiter fallen lassen. Im Vergleich zum Jahresstart hat sich etwa die Volatilität an den Aktienmärkten nahezu halbiert. Auch die Schwankungsintensität von EUR-USD notiert in der Nähe des niedrigsten Werts seit mehr als zehn Jahren. Während die Aktien-marktvolatilität durch die Notenbanken nach oben gedeckelt sein sollte, besteht zumindest an den Devisenmärkten kurzfristig die Gefahr, dass die Schwankungen aufgrund der Spekulationen um eine US-Intervention zunehmen.

 

Mittelfristig dürfte EUR-USD jedoch wieder wie auch schon in der jüngeren Vergangenheit vor allem durch das Wachstumsdifferential zwi-schen den USA und der Eurozone getrieben werden. Glaubt man den neuen, in der letzten Woche veröffentlichten Prognosen des Interna-tionalen Währungsfonds (IWF), dann dürfte sich die Lücke beim Wachstum zwischen den beiden Währungsräumen reduzieren. Für 2019 prognostiziert der IWF in den USA nun ein BIP-Wachstum von 2,6%. Für die Eurozone hingegen nur eines von 1,3%. In 2020 liegen die Euro-zone (1,6%) und die USA (1,9%) nach Meinung des IWF dann deutlich näher beieinander. Letztlich ergibt sich hieraus wohl aber nach wie vor eher kein starkes Momentum zugunsten der europäischen Gemeinschaftswährung.

 

Gegenüber den Schwellenländerwährungen hat der Dollar zuletzt eher nachgegeben. Diese Dollarschwäche gepaart mit den Zinssenkungs-aussichten in den USA hat es vielen Zentralbanken in den Emerging Markets (EM) in den letzten Tagen und Wochen erlaubt, ebenfalls die Zinsen zu senken, sodass wir derzeit von einem globalen Lockerungstrend sprechen können. Von der Türkei über Südkorea bis nach Südaf-rika und Russland wurden jüngst die Zinsen gesenkt. Brasilien könnte diese Woche folgen. Sollten diese Stimuli das Wachstum in den be-treffenden Ländern erhöhen, könnte sich gar eine positive Rückkopplung ergeben. Denn mehr Wachstum könnte mehr Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer bedeuten. Dies hätte wiederum stärkere EM-Währungen zur Folge, die den Weg für die Zentralbanken frei machen, die Zinsen noch weiter zu senken. Nicht zuletzt deshalb bleiben wir gerade in Bezug lokale Schwellenländeranleihen positiv gestimmt.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 29.07.2019:

 

Kommentare und Meinungen

 

„Mario Draghi legt die Zündschnur“

Der größte Geldautomat Europas, die Zentralbank, öffnet die Geldschleuse vorerst nicht weiter. Aber wie ist der Vortrag von Zentralbank-Chef Mario Draghi einzu-schätzen? Und was kommt im Herbst? Hier sind die Meinungen und Analysen von Wirtschafts- und Investmentprofis.

 

Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim

Es ist zu begrüßen, dass der EZB-Rat nicht jetzt bereits die Leitzinsen weiter gesenkt hat und zunächst eine Reflexionsphase abwartet. Dies wirkt souverän und gelassen. Ein Zinsschritt hätte die Sorge um Europas Konjunktur aufgrund der Signalfunktion möglicherweise sogar noch verschärft. Auch wird eine weitere Absenkung der Zinsen auf die Einlagefazilität dem Bankensystem weiter zusetzen, so dass Überlegungen zur Milderung der Härten negativer Zinsen wichtig sind.

Gleichzeitig signalisiert der Rat mit seinem heutigen Statement sehr deutlich, dass die Zinspolitik alleine nicht ausreichen wird, um die Inflationsrate in den gewünschten Bereich zu heben. Neue Wertpapierkäufe werden ausdrücklich als denkbares zusätzliches Instrument genannt. Auch wenn die EZB heute also einen gefährlichen Aktionismus vermieden hat, bleibt die Botschaft unzweideutig: Die EZB wird ihre Politik der Null- und Negativzinsen, wahrscheinlich im Verbund mit neuen Anleihekäufen, noch auf Jahre hinaus weiterführen.

 

Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe

Mario Draghi legt die Zündschnur für ein geldpolitisches Feuerwerk im September. Es wird also vermutlich nochmals zum Abschied des obersten Währungshüters ordentlich geböllert.

Mario Draghi bleibt sich aber zunächst treu. Der oberste Währungshüter handelte nicht, ohne vorher neue Einschätzungen des volkswirtschaftlichen Stabes zu haben. Selbst an der Forward-Guidance, wonach die Leitzinsen bis Jahresmitte 2020 unverändert bleiben, wurde nichts geändert.

Mario Draghi wäre aber nicht Mario Draghi, hätte er nicht geldpolitische Bonbons zum Verteilen bereit. Die EZB überprüft ein neues Anleiheaufkaufprogramm. Darüber hi-naus wird auch ein Stufenzinssystem für die Reserve-Einlagen überprüft. Letzteres lässt darauf schließen, dass die EZB den Leitzins – möglicherweise deutlicher als bislang erwartet – senken könnte und im Gegenzug den Geschäftsbanken Freigrenzen bei der Berechnung des Negativzinses einräumt.

 

Hetal Mehta, Senior-Volkswirt für Europa bei Legal & General Investment Management

Die EZB mag diejenigen enttäuscht haben, die sich nach einem Übermaß an schwachen Stimmungsdaten eine sofortige Zinssenkung erhofften, aber ihre Absichtserklärung ist klar: Die geldpolitische Lockerung wird kommen, und zwar bald. Mögliche Optionen sind dabei ein abgestufter Einlagenzinssatz, weitere geldpolitische Lockerungsmaßnah-men und Zinssenkungen. Draghi und der Rest des EZB-Rates wollen so demonstrieren, dass ihnen die Instrumente nicht ausgegangen sind. Die Stärkung ihrer Glaubwürdigkeit hat eindeutig oberste Priorität, und sie können nicht länger leugnen, dass die Inflationserwartungen verankert sind.

 

Wolfgang Bauer, Manager des M&G (Lux) Absolute Return Bond Fund

Mario Draghis Amtszeit als EZB-Präsident wird wahrscheinlich nicht mit Gewimmer, sondern mit einem Knall enden. Mit dem heute aktualisierten Zinsausblick, der „Forward Guidance“, erscheint eine Zinssenkung auf der bevorstehenden geldpolitischen Sitzung der EZB im September sehr wahrscheinlich. Auch eine Wiederbelebung des Ankauf-programms ist wahrscheinlicher geworden.

Wenig überraschend haben die Bundrenditen unmittelbar nach der Ankündigung neue Tiefststände erreicht. Gleichzeitig erlebten risikobehaftete europäische Anlagen ange-sichts der Lockerungssignale der EZB eine Rally. Die Marktreaktionen zeigen somit einmal mehr, dass die Zentralbanken derzeit alle wirtschaftlichen Probleme übertrumpfen.

Und diese türmen sich in Europa. Kurz vor der heutigen Ankündigung der EZB – und von den Marktteilnehmern kaum beachtet – war der ifo Geschäftsklimaindex auf den nie-drigsten Stand seit April 2013 gesunken. Die Gefahr: Anleger könnten zu selbstgefällig werden, sich völlig auf die zurückhaltende Geldpolitik verlassen und so die anhaltenden Risiken am Ende des Konjunkturzyklus ignorieren.

 

Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck Privatbankiers

 

Die EZB verzichtet bei ihrer heutigen Ratssitzung zwar darauf, bereits neue Lockerungsmaßnahmen zu beschließen, ihre Ankündigungen sind aber weit mehr als vage Andeu-tungen. Die Währungshüter stehen parat, sich mit weiteren umfangreichen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen gegen den schwindenden Preisdruck und wirtschaftliche Risiken zu stemmen. Der Ende Oktober scheidende EZB-Chef beschönigt bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage nichts. Der Ausblick werde "schlechter und schlech-ter".

 

Die Beschlüsse und Kommentare im Einzelnen

¨    Die Notenbank nennt in ihrer Presseerklärung erstmals ihr Inflationsziel von unter, aber nahe 2 Prozent nicht ausdrücklich. EZB-Chef Mario Draghi bestätigt Diskus-sionen innerhalb des Rates über das jetzige Inflationsziel sowie symmetrische Inflationsziele, schließt aber aus, dass der Rat die aktuell niedrigen Inflationsraten akzeptieren werde. Spekulationen über eine Anpassung des Inflationsziels in Richtung eines symmetrischen Ziels dürften damit zunehmen.

¨    Die EZB reagiert auf den geringen Preisdruck und die steigenden wirtschaftlichen Risiken in der Eurozone mit einer Anpassung ihrer Forward Guidance. Die Wahr-scheinlichkeit einer weiteren Senkung des Einlagesatzes hat sich damit deutlich erhöht.

¨    Der EZB-Rat stellt einen gestaffelten Einlagesatz in Aussicht. Er bereitet den Markt auf einen unteren Einlagesatz vor, der merklich unter dem aktuellen Satz in           Höhe von minus 0,4 Prozent liegen könnte.

¨    Die Notenbank sieht verstärkten geldpolitischen Handlungsdruck vor dem Hintergrund niedriger aktueller Inflationsraten sowie -erwartungen. Sie betont sowohl       ihren Handlungswillen als auch die Bereitschaft, alle der ihr zur Verfügung stehenden Instrumente einzusetzen. Auf der Pressekonferenz betonte Draghi abermals,     dass erhebliche geldpolitische Impulse nötig seien. Dies weckt die Erwartungen, dass die EZB wahrscheinlich schon auf ihrer kommenden Sitzung im September    weitere konkrete Lockerungsmaßnahmen verkünden wird. Auf der Pressekonferenz stellte der EZB-Chef außerdem die Bekanntgabe weiterer QE-Details für die September-Sitzung in Aussicht.

¨    Eine Wiederaufnahme der Netto-Neukäufe im Rahmen des Anleihekaufprogramms APP ist damit deutlich wahrscheinlicher geworden. Sollte die EZB trotz der          klaren Aussagen doch noch auf zusätzliche Anleihekäufe verzichten, wäre das aus Marktsicht eine herbe Enttäuschung.

 

Marktreaktion

¨    Der Anleihemarkt reagierte zunächst mit kräftigen Kursgewinnen auf die EZB-Ankündigungen. Investoren setzen klar auf die Wiederaufnahme der Anleihekäufe,     sodass vor allem Renditen von EWU-Anleihen mit längerer Laufzeit stark fielen. Im Laufe der Pressekonferenz setzten zwischenzeitlich Gewinnmitnahmen ein -          nicht zuletzt, da Draghi auf Nachfrage das Risiko einer Rezession weiterhin als eher gering einschätzt.

¨    Die Renditen italienischer Staatsanleihen sanken nach der EZB-Ankündigung zwischenzeitlich um mehr als zehn Basispunkte. Anleger gewichten den Einfluss neuer Anleihekäufe durch die EZB höher als die anhaltend hohen politischen und fiskalischen Risiken. Auch hier drehte der Markt wenig später ins Gegenteil.

¨    Der Euro reagierte zwischenzeitlichen mit leichten Verlusten gegenüber dem US-Dollar auf die Aussicht weiterer geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen der EZB,    konnte sich im Verlauf der Sitzung jedoch wieder erholen.

 

Gerry Fowler, Investment-Direktor bei Aberdeen Standard Investment

Draghi und die EZB haben sich in den letzten Jahren angewöhnt, die Märkte mit ihrem zurückhaltenden Vorgehen zu überraschen - aber heute ist es ihnen nicht gelungen.  Die Zinsen wurden nicht weiter in den negativen Bereich gesenkt, aber dies ist noch im September wahrscheinlich. Auch Anleihekäufe könnten kommen. Die Märkte haben sich bisher auf die Neuigkeiten in Bezug auf den Euro nicht viel bewegt und die Renditen von Bundesanleihen sind zunächst leicht gesunken. Das bedeutet, dass die Messlatte für die Fed nicht ganz so hoch liegt, wie sie nächste Woche hätte liegen können. Wir erwarten, dass sie dann die Zinsen senken wird, aber eine Lockerung der EZB und ein schwächerer Euro heute, hätten es Powell erschwert, einen erneuten Sturm auf Twitter oder eine umgehende Intervention von Präsident Trump in Bezug auf den US-Dollar zu vermeiden.

 

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 26.07.2019:

 

FRIDAY-POST:

Die Geldpolitik wird es schon richten – oder?

 

Die Weltkonjunktur befindet sich beileibe nicht in einem freien Fall, der unweigerlich und in naher Zukunft in einer Rezession mündet. Die Hoffnungen auf eine Konjunkturbeschleunigung in den Mittel-quartalen dieses Jahres müssen Investoren jedoch vorerst ad acta legen. Zu schwer lasten die fortdauernde Schwäche im Handel und geopolitische Unsicherheiten auf dem globalen verarbeitenden Ge-werbe. Der IWF hat daher jüngst seine Konjunkturprognose ge-senkt. Für sich genommen kein Grund für überschäumenden En-thusiasmus an den Börsen. Immerhin zeichnen sich positive Signale nach der Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China ab.

 

Maßgeblich für die höheren Börsenkurse – der globale MSCI-Aktien-index legte seit Jahresbeginn um etwa 17% zu und übertrifft damit den Zehnjahresdurchschnitt – ist derzeit jedoch der Eifer der Noten-banken, weitere Stimulierungsmaßnahmen zu lancieren. Ganz in diesem Sinne signalisierte die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer „taubenhaften“ Ratssitzung am Donnerstag weitere Hand-lungsbereitschaft. Risikoreichere Anlageklassen wie Aktien und Unternehmensanleihen waren auch in der abgelaufenen Woche begehrt.

 

Für eine anhaltend aufgehellte Börsenstimmung wird jedoch ent-scheidend sein, ob den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern eine (seltene) „weiche Landung“ des alternden Konjunkturzyklus ge-lingt, mit der die Grundlage für einen erneuten globalen Aufschwung gelegt werden könnte. Ob die Zentralbanken allmächtig sind, sei da-hingestellt. Die hohen Markterwartungen bergen unseres Erachtens ein gewisses Enttäuschungspotenzial.

 

Noch hinterlassen die eingetrübten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Bremsspuren. Zum einen bei den Unternehmensgewinnen, wie sich an den sich mehrenden Gewinnwarnungen in der laufenden Berichtssaison, insbesondere in Europa, ablesen lässt. Die Hoffnungen ruhen auf der zweiten Jahreshälfte. Zum anderen hat im Euroraum – trotz der äußerst günstigen Finanzierungsbedingungen – die steigende Risikoaversion der Banken angesichts der Sorge vor einer wirtschaftlichen Abschwächung zu strafferen Kreditvergaberichtlinien im Firmen-kundengeschäft im zweiten Quartal geführt (siehe auch die Grafik der Woche). Eine Kehrtwende des seit 2014 anhaltenden Lockerungszyklus, wie aus der jüngsten EZB-Umfrage hervorgeht.

 

Die Woche voraus

Auch in der kommenden Handelswoche geben die Zentralbanken den Takt für die Kapitalmärkte vor. In den USA richtet sich das Augen-merk auf den Zinsentscheid der Federal Reserve (Mi). Der US-Geldmarkt preist mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 80% eine Leitzins-senkung von 25 Basispunkten (Bp) ein. Das Zielband für die Fed Funds Rate läge dann bei 2,00-2,25%. Mit einem weiteren Zinsschritt wird am 18. September gerechnet. Die feste Verfassung des Arbeitsmarkts (Fr) spricht für die Einschätzung eines „insurance rate cut“ in einem nicht-rezessiven Konjunkturumfeld. In der Vergangenheit haben solch‘ vorsorgliche Zinssenkungen der Fed maximal 75 Bp betragen.

Nach einem überraschend kräftigen Wirtschaftswachstum Japans im ersten Quartal (+0,6% ggü. Vorquartal) lassen die jüngsten Konjunk-turdaten in der kurzen Frist auf einen nur mäßigen Anstieg der Wirtschaftsleistung schließen. Zuletzt waren die Bedenken hinsichtlich der Belastbarkeit des privaten Konsums im Vorfeld der für Oktober geplanten Mehrwertsteuererhöhung gestiegen (u.a. fallende Löhne im Vor-jahresvergleich). Der Fokus richtet sich daher auf die Einzelhandelsumsätze (Mo), Arbeitslosenquote (Di) und das Verbraucher-vertrauen (Mi). Ein Umfeld, in dem die Bank of Japan (Mo) den Markterwartungen entsprechend unverändert an ihrem lockeren Kurs festhalten wird. Ein Zinsschritt im Herbst würde am Geldmarkt jedoch nicht für eine Überraschung sorgen.

Im Euroraum deuten Konjunkturindikatoren auf eine Abkühlung im zweiten Quartal (Mi) hin, nachdem sich das Wachstum im ersten Jah-resviertel um 0,4 % (ggü. Vorquartal) beschleunigt hatte. Eine Erholung des Exportgeschäfts und der Industrie ist noch nicht zu erkennen. Mit einem Anteil von 15,4% des gesamten Warenverkehrs (2018) ist China der zweitwichtigste Handelspartner der Europäischen Union nach den USA (17,1%). Daher dürften neben dem Economic Sentiment Indicator (Di) auch die chinesischen Einkaufsmanagerindizes (Mi, Do) im Auge behalten werden. Hinweise darauf, ob die binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte nach wie vor intakt sind, liefern das GfK-Verbrau-chervertrauen (Di), die französischen Konsumausgaben Juni (Di) sowie die Arbeitslosenzahlen für das Euro- Währungsgebiet (Mi).

 

Für die EZB werden darüber hinaus die Verhandlung des Bundesverfassungsgericht über die EZB-Anleihenkäufe (Mi) sowie die Inflations-zahlen für Spanien (Mo), Frankreich und Italien (Mi) von Interesse sein. Zwar haben die Angebotsverknappung von Rohöl und geopolitische Unsicherheiten das Risiko eines Ölpreisanstiegs im zweiten Halbjahr erhöht. Für 2019 erwartetet die EZB aber lediglich eine Teuerung von 1,3% und steht damit weiterhin unter Druck, ihr Preisstabilitätsziel von „unter, aber nahe 2 % auf mittlere Sicht“ zu gewährleisten.

Die Sitzung der Bank of England (BoE) lässt die geldpolitisch geprägte Woche ausklingen (Do). In Anbetracht der anhaltenden Brexit-Unge-wissheit dürfte sie vorerst die Füße stillhalten und von einem dritten Zinsschritt absehen, obwohl sich binnenwirtschaftlicher Preisdruck aufbaut. Ob die BoE perspektivisch am Leitzins schraubt – und wenn ja, in welcher Richtung – wird davon abhängen, wie der EU-Austritt vonstattengeht. Das unter dem neuen Premier Boris Johnson greifbarere Szenario eines „ungeordneten“ Brexit ließ den Pfund-Wechselkurs unlängst auf ein Zweijahrestief rutschen.

 

HANDELN:

Was bedeutet all dies für Anlageentscheidungen? Die sich abzeichnende geldpolitische Lockerung stützt für sich genommen risikobehaftete Anlageklassen. Ob dies mittelfristig jedoch ausreicht, um eine anhaltend aufgehellte Stimmung an den Börsen zu erzeugen, scheint mit einem Fragezeichen behaftet. Zumindest solange den Notenbanken keine „weiche“ Landung gelingt und eine Belebung bei Konjunktur und Unternehmensgewinnen ausbleibt.

 

Selbst die Götter der griechischen Mythologie waren nicht allmächtig.

 

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News 25.07.2019:

 

MARKT-AUSBLICK

 

Neu justiert für die zweite Halbzeit

 

Das erste Halbjahr ist vorbei, Aktien sind gut gelaufen, Anleihen ebenfalls. Viele Anleger fragen sich, ob das in der zweiten Jahreshälfte so weitergeht? Risiken wie der Han-delsstreit zwischen Wirtschaftsmächten, der Iran-Konflikt, Brexit oder die hohen Staatsschulden im südlichen Euroraum lassen sie zweifeln. Was die Experten vom BlackRock Investment Institute dazu meinen.

 

Im Moment ist zwar ein wenig Ruhe eingekehrt, was die Handelskonflikte zwischen den USA und China angeht. Doch wissen wir mittlerweile alle: Der nächste Streit ist nur einen Tweet entfernt.

Und daher wundert es nicht, was die Kollegen vom BlackRock Investment Institute (BII) in ihrem Global Investment Outlook für die zweite Jahreshälfte 2019 feststellen: Die Handelsstreitigkeiten (zusammen mit anderen geopolitischen Konflikten) sind mittlerweile maßgeblicher Einflussfaktor für die Weltwirtschaft und die Kapitalmärkte. Was die weltweite Konjunktur angeht könnte man auch sagen: wichtigster Bremser. Denn der Konflikt lastet längst auf dem Wachstum.

 

Die Experten machen derzeit drei große Strömungen aus, und sie erläutern, was das für Anleger bedeutet. Zum einen ist da eben der wachsende Protektionismus. Was Anle-ger tun können: Sie sollten vor diesem Hintergrund tendenziell Risiken etwas herunterfahren.

Zum zweiten ist da die Geldpolitik: Es sieht mittlerweile alles danach aus, dass die US-Notenbanker die Zinsen wieder senken werden. In der Eurozone wird an der lockeren Geldpolitik festgehalten, erste Zinsschritte aufwärts wie seinerzeit in den USA sind nicht in Sicht. Das spricht grundsätzlich für Aktien, gerade für US-Aktien sind die Experten noch optimistisch.

Drittens wird in diesem unsicheren Umfeld aber auch die Widerstandskraft des Portfolios wichtiger, die Resilienz. Anleger sollten sich also so aufstellen, dass sie für alle Even-tualitäten gewappnet sind. Auch für ein Worst-Case-Szenario mit weniger Wachstum und mehr Inflation dank Deglobalisierung und in der Folge fallenden Aktien- und Anlei-hekursen. Und da helfen in erster Linie Staatsanleihen (selbst wenn sie nur niedrige oder keine Renditen abwerfen).

 

Und was heißt das ganz konkret für einzelne Regionen? Wie erwähnt, raten die Experten im Bereich Aktien besonders zu US-Werten. Die Bewertungen seien noch nicht zu hoch angesichts des fortgesetzten Wirtschaftsaufschwungs. Europäische Aktien stufen sie auf „Neutral“ hoch wegen des erwarteten Lockerungskurses der EZB. Für eine bes-sere Einschätzung reicht es aber nicht – aufgrund der nachlassenden Konjunkturdynamik und der Risiken durch den Handelsstreit, der konjunkturellen Abkühlung in China, die vor allem Europa stark trifft. Und auch wegen europaspezifischer, also hausgemachter politischer Risiken wie Brexit und die Instabilität Italiens.

Ganz interessant: Bei Schwellenländeraktien mahnen die Experten zur Vorsicht, sie stufen Aktien aus den Emerging Markets auf „Neutral“ zurück. Die Begründung: Am Markt erhoffe man sich zu viel von Chinas Stützungsmaßnahmen für die heimische Wirtschaft. Größere Chancen sieht das BII in Lateinamerika, konkret in Mexiko oder Brasilien.

 

Abgesehen davon bleiben die Experten davon überzeugt, dass Staatsanleihen, gerade langfristige, jetzt als Sicherheit ins Portfolio gehören. Was erst einmal überrascht: Bei europäischen Staatsanleihen votieren die Experten jetzt mit „Overweight“ – angesichts der Negativzinsen der meisten Bundesanleihen und der Minizinsen selbst für südeuro-päische Anleihen schon erstaunlich. Hier würden die geldpolitischen Maßnahmen der EZB nämlich eher unterschätzt, heißt es, im Klartext: Da könnte noch einiges kommen.

 

Die Markterwartungen bezüglich der Fed-Zinssenkungen seien dagegen schon zu hoch, daher werden US-Treasuries auf „Underweight“ zurückgestuft. Aussichtsreich seien hingegen Emerging Markets-Staatsanleihen, besonders solche in lokalen Währungen. Da gehen die Experten nämlich davon aus, dass sich diese gegenüber dem US-Dollar noch weiter erholen werden.

 

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News 24.07.2019:

 

Kommentare und Meinungen

 

Asset Manager kommentieren neuen britischen Premier Boris Johnson

 

Boris Johnson übernimmt offiziell von der bisherigen Premierministerin Theresa May. Mit ihm bekommt Großbritannien einen Brexit-Vertreter der ersten Stunde. Denn während sich May im Wahlkampf um das Brexit-Referendum für den Verbeleib in der EU stark machte, war Johnson von Anfang an Teil der Leave-Kampagne.

Als Bürgermeister von London war Johnson zuvor vor allem als Freund internationaler Investments und der Globalisierung bekannt. Nun will er Großbritannien bis zum Oktober aus der EU führen. Welche Folgen seine Ernenung zum Prime Minister für die Wirtschaft und mögliche Anlageentscheidungen haben kann erklären vier Asset Manager.

Die DWS meint auf den Folgenden Seiten etwa, man sollte britische Assets meiden, Kames Capital denkt Johnson sieht Trump zwar ähnlich, hat aber viel weniger Einfluss auf die Wirtschaft, M&G schätzt Johnson könnte wirtschaftliche Impulse liefern und Investec AM sieht trotz einigen Risiken keinen großen Unterschiede bis zum Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU.

 

Johannes Müller, Head Macro Research DWS

"Es ist Boris", wurde sinngemäß auf dem Kongress der Konservativen Partei am Dienstag verkündet. Mit 66 Prozent der Stimmen wurde Boris Johnson zum neuen Parteichef gewählt und wird damit als Premierminister des Vereinigten Königreichs vereidigt. Dies erwies sich als eines der seltenen Ereignisse im Brexit-Prozess, bei dem sich Erwar-tungen in Realität wandelten. Jetzt geht es zurück auf das Terrain des Unerwarteten und Unvorhersehbaren – die Brexit-Realität. Die Volatilität in Politik und Kapitalmärkten dürfte somit bestehen bleiben, was weiter auf den Vermögenspreisen in Großbritannien lasten dürfte.

Wird ein ungeordneter (No-Deal-) Brexit ohne Verhandlung unter einem selbsternannten Brexit-Hardliner als neuem Premierminister wahrscheinlicher?

Wir glauben nicht, denn der neue Premierminister wird im Parlament mit den gleichen Einschränkungen konfrontiert sein wie der vorherige: Es mangelt selten an Mehrhei-ten, die gegen etwas stimmen, dafür regelmäßig an Mehrheiten, die für etwas stimmen. Zum Missfallen von Boris Johnson gibt es zumindest eine Mehrheit gegen einen No-Deal-Brexit. Die Mehrheit seiner Regierungskoalition ist hingegen noch dünner geworden. Dies könnte einer der Gründe dafür sein, dass sich die Europäische Union (EU) nicht allzu sehr von den Drohungen Johnsons beeindrucken lässt. Ein weiterer Grund könnte sein, dass sich die EU jetzt besser auf einen No-Deal-Brexit vorbereitet fühlt, da in den vergangenen Monaten Vorbereitungen getroffen wurden, um die Auswirkungen eines solchen Ausgangs zu verringern.

(...)

Während des Wahlkampfs fuhr Johnson eine harte Linie und forderte die Streichung der Backstop-Klausel im Austrittsabkommen. Andernfalls gäbe es einen No-Deal-Brexit am 31. Oktober, egal unter welchen Umständen (whatever it takes). Die EU hat jedoch glaubwürdig signalisiert, dass sie nicht bereit ist, das Abkommen aufzuschnüren, und wird die Wünsche Irlands nach einer Backstop-Lösung weiterhin unterstützen. In den zurückliegenden drei Jahren hat sich die EU als der besser vorbereitete, erfahrenere und konsequentere Verhandlungspartner erwiesen. Dies wurde vom Vereinigten Königreich permanent unterschätzt. Zu allem Überfluss geht das britische Parlament vom 25. Juli bis zum 3. September in Sommerpause, was wenig Zeit für konstruktive Vorbereitungen lässt. Ohnehin wird auch das Parlament den Plänen Johnsons im Weg stehen. Einen No-Deal-Brexit am 31. Oktober durch Suspendierung des Parlaments zu erzwingen, haben die Parlamentarier mittels Beschluss nahezu unmöglich gemacht.

(...)

Unterdessen betont die Bank of England (BoE) immer wieder die negativen Folgen eines möglichen Brexit. So sagte ihr Gouverneur Carney neulich, dass die Unsicherheit des Brexit dazu führe, dass die britischen Unternehmensinvestitionen im Vergleich zu den G7-Ländern um 12 Prozent zurückgegangen seien. Derzeit befindet sich das zugrunde liegende Wachstum unter dem Potenzial und hängt stark von den weiter ausgabenfreudigen Privathaushalten ab. Wir glauben nicht mehr, dass die BoE noch mit einer Zins-erhöhung plant. Ob sie eine Zinssenkung vornehmen wird, hängt vom weiteren Brexit-Verlauf ab. Sollte es zu keiner Einigung kommen, erwartet die BoE Angebots- und Nach-frageschocks, denen sie mit einer Lockerung der Geldpolitik begegnen würde.

 

Die aktuellen Prognosen der DWS gehen von einem BIP-Wachstum von 1,4 Prozent für 2019 und 1,5 Prozent für 2020 aus, basierend auf unserem Hauptszenario eines Ver-bleibs in der EU oder eines weicheren Brexit-Szenarios.

Die Einkaufsmanagerindizes sind im Juni unter die 50er Marke gefallen, was auf eine langsamere Investitionstätigkeit der Unternehmen hindeutet. (...)

Es gibt derzeit kein einziges Szenario, dem wir eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent beimessen würden. Die Situation bleibt im Wesentlichen die gleiche: eine Menge unüberwindlicher Meinungsunterschiede. Trotz historisch relativ attraktiver Bewertungen in einigen Bereichen, spricht das weiterhin dafür, britische Vermögenswerte zu meiden.

 

Colin Dryburgh, Portfoliomanager, Kames Capital

Angesichts gewisser optischer Ähnlichkeiten zwischen Donald Trump und Boris Johnson könnte man meinen, dass letzterer für das Pfund genauso hilfreich sein könnte wie Trump für den US-Dollar. Es sei ihnen verziehen, dass sie glauben, der US-Dollar wäre aufgrund Trumps jüngster Interventionen stark. Die Wahrheit ist, dass der Dollar auf handelsbereinigter Basis heute nur noch rund 1% höher datiert, als zur Wahl von Trump. Die Schlussfolgerung Boris Johnson könne das Pfund ankurbeln, könnte dement-sprechend ähnlich unzutreffend sein.

Sowohl die Wirtschaft Großbritanniens als auch die der USA haben sich in letzter Zeit relativ gut entwickelt. Die Zentralbanken beider Länder haben jeweils ihren Leitzins er-höht und beide Länder weisen ein Außenhandelsdefizit auf. Doch hier enden leider auch schon die Gemeinsamkeiten. Was auch immer über die USA gedacht wird, die US-Regierung ist stabil und verfolgt eine kohärente Wirtschaftspolitik. Sie ist weit entfernt von dem Durcheinander im Vereinigten Königreich, welches Boris Johnson als Manifest und nicht als Heilung betrachtet.

Die USA sind die wichtigste Volkswirtschaft der Welt. Sie verfügen über die globale Reservewährung und sind zunehmend energieautark (und so können sie allen anderen Bedingungen vorschreiben). Das Vereinigte Königreich ist viel mehr der Großzügigkeit von Fremden verpflichtet und hat eine sehr unsichere Außenperspektive, insbesondere im Hinblick auf die EU.

Trump wird von einer loyalen und soliden Basis gestützt, welche ein zweites positives Wahlergebnis liefern könnte, sofern es weiterhin keine wirklichen Alternativen gibt. Alles, was wir über Boris Johnson wissen, ist, dass er die Unterstützung der regierenden konservativen Partei erhält, die deutlich weniger als 1% der Bevölkerung ausmacht. Die Ukraine hat jetzt einen Komiker als Anführer. Man könnte sich jetzt fragen, ob wir viel besser geworden sind? Und wenn es nicht Boris Johnson geworden wäre, dann wäre es jetzt Jeremy Corbyn, Vorsitzender der Arbeiterpartei. Theresa May hatte ihre Schwächen, aber für Investoren vermittelte sie zumindest den Eindruck, dass nichts

Dramatisches geschehen könnte. Weder Boris Johnson noch Jeremy Corbyn vermitteln dieses Gefühl von Stabilität. Schließlich besteht die Herausforderung für das Pfund darin, dass es - wenige Vorteile ausgenommen - nicht billig genug ist, die Risiken sowohl hinsichtlich des Ausgangs des Brexits als auch der innenpolitischen Unsicherheiten zu absorbieren.

Boris Johnson und Donald Trump haben vielleicht ähnliche Frisuren, doch Boris Johnson wird sich wahrscheinlich als viel haarsträubender erweisen!

 

Jason Borbora-Sheen, Portfoliomanager, Investec AM

Die anhaltende Unsicherheit um den Brexit ist wohl das schlechteste Ergebnis für britische Vermögenswerte. Wir müssen realistisch sein: Selbst wenn der neu ernannte Pre-mierminister Boris Johnson sein Amt in 10 Downing Street antritt, wird die Unklarheit für das Vereinigte Königreich wahrscheinlich noch so lange anhalten bis die künftigen Handelsbeziehungen geklärt sind. Daher halten wir es für wichtig, dass Anleger bei britischen Vermögenswerten einen sehr selektiven Ansatz verfolgen.

Wir glauben, dass es Kaufgelegenheiten geben dürfte, sobald mehr Klarheit über das Brexit-Ergebnis besteht. Die Ankündigung von Boris Johnson als nächster Premierminis-ter wurde vom Markt weithin erwartet und dürfte daher kaum unmittelbare Auswirkungen haben. Seine Ernennung erhöht jedoch zweifellos die Chancen auf einen harten oder No-Deal Brexit. Dieses Szenario würde voraussichtlich zu einer Abschwächung des Pfund Sterling führen und somit die kurzfristigen Wachstumschancen des Vereinigten Königreichs beeinträchtigen, da UK-gelistete multinationale Unternehmen gegenüber inländischen Akteuren bevorzugt würden. Nach kurzer Zeit werden allerdings Investo-ren die Situation nutzen und beginnen, nach überverkauften Werten in Großbritannien zu suchen und ihr Exposure zu erhöhen.

 

Tristan Hanson, Portfoliomanager, M&G Investments

Der neue Premierminister wird versuchen, Änderungen an Theresa Mays Deal zu verhandeln. Gelingt ihm das, wird sein Ziel sein, bis zu diesem Zeitpunkt einen überarbei-teten Deal durch das Parlament zu bringen. Gelingt es ihm nicht, werden er und das Parlament damit konfrontiert sein, die gleichen Entscheidungen treffen zu müssen, wie unter der Führung von Theresa May.

Das Risiko eines No Deal-Brexit mag gestiegen sein, aber es gilt als sicher, dass das Parlament versuchen wird, ein solches Ergebnis zu vereiteln. Auch die Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen ist gestiegen. Der weitere Weg bleibt also genauso unsicher und unvorhersehbar wie bisher. Letztendlich bleiben die Optionen die gleichen – unabhängig von den Zwischenschritten und davon, wer auch immer Premierminister ist oder welche Partei in der Regierung ist: Brexit mit oder ohne Abkommen oder in der EU bleiben.

Interessanter könnte Johnsons Einstellung zu finanzwirtschaftlichen Impulsen und Steuern sein. Auf Basis der nur sehr eingeschränkten Informationen während seiner Kam-pagne, ist es wahrscheinlich, dass Johnson einen Wirtschaftsimpuls schafft - finanziert durch höhere Staatsverschuldung und niedrigere Steuern. Brexit oder nicht: Der mit-telfristige Ausblick für britische Staatsanleihen bei den heutigen extrem niedrigen Renditen ist bedenklich, selbst wenn die Bank of England die Zinsen senken und die geld-politische Lockerung wieder aufnehmen sollte. Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben sind ein Rezept für weitere Gewinne an den Aktienmärkten, aber die Kursent-wicklung des Pfund Sterling und die Entwicklungen der Brexit-Verhandlungen werden eine ebenso wichtige Rolle spielen.

 

Es ist zu früh, um über längerfristige Folgen nachzudenken und darüber, wie sich die vielen Unsicherheiten entwickeln werden. Wie wir seit dem Referendum 2016 gesehen haben, können globale Entwicklungen für die zukünftige Renditeentwicklung britischer Vermögenswerte noch wichtiger sein als der Brexit.

 

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 23.07.2019:

 

Blick über die Märkte

ANLEGER IN ALARMBEREITSCHAFT

Der Start in das zweite Halbjahr verlief an den Finanzmärkten bislang eher schleppend. US-amerikanische Aktien konnten seit Ende Juni nur moderate Kursanstiege verbuchen. Europäische Aktien treten im zweiten Halbjahr hingegen bis dato auf der Stelle, genauso Aktien aus den Schwellenländern. Vielen Anlegern steht erkennbar ein Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, wie die Reise an den Märkten nun weiter-gehen mag. Gleichzeitig fühlt es sich ein wenig nach der Ruhe vor dem Sturm an, da in den nächsten Wochen viele wichtige Fragen geklärt werden dürften. Etwa wie es in Sachen Brexit unter dem neuen Premierminister weitergeht. Oder ob die EZB tatsächlich eine geldpolitische Lockerung noch in diesem Jahr vorbereitet. Auch spannend: Wird die US-Notenbank den Zins womöglich radikaler senken als von vielen Marktteilnehmern gegenwärtig erwartet? Gibt es vielleicht sogar zeitnah Neuwahlen in Italien? Und was mit dem Konflikt in der Golfregion? Fragen, die ein gewisses Zögern unter Anlegern durchaus erklären können – allerdings bei erhöhter Alarmbereitschaft, da je nachdem, wie diese Fragen beantwortet werden, mitunter Neupositionierungen in den Portfolios notwendig werden könnten.

 

Heute zur Mittagszeit (11 Uhr Londoner Zeit) werden die Briten erfahren, wer ihr neuer Premierminister wird. Glaubt man den Quoten bri-tischer Wettbüros, spricht vieles dafür, dass sich die rund 180.000 Tory-Parteimitglieder für Boris Johnson als neuen Parteichef und somit als Nachfolger von Theresa May entschieden haben. In den letzten Tagen und Wochen hat sich bereits abgezeichnet, wie chaotisch der Start der Amtszeit von Boris Johnson werden könnte. Johnson selbst möchte Großbritanniens Austritt aus der EU um jeden Preis bis Ende Okto-ber vollzogen sehen. Zuletzt mehrten sich sogar Gerüchte, Johnson wolle sich des Instruments der Prorogation bedienen, um den Brexit durchzudrücken. Dabei handelt es sich um eine vorzeitige Beendigung der Sitzungsperiode des britischen Parlaments. Johnson könnte, so die Sorge, diese Pause so legen, dass der 31. Oktober genau hineinfällt und eine Intervention der „No-Deal-Gegner“ damit verhindern. Allerdings erschwerte das Parlament letzte Woche in einer Entscheidung die Prorogations-Strategie und das sogar mit Hilfe mehrerer Tory-Abgeordneter. Da einige Kabinettsmitglieder übers Wochenende sogar ihren Rücktritt für den Fall, dass Johnson neuer Premier werden sollte, angekündigt haben, dürfte sich das politische Drama auf der Insel also bis auf weiteres erst einmal fortsetzen. Wir rechnen bis Ende Oktober noch mit mehreren Tricks, Kehrtwenden und Überraschungen. Nach wie vor gilt jedoch: Ein „No-Deal-Brexit“ bleibt theoretisch weiter möglich – wahrscheinlich ist er aus unserer Sicht allerdings nicht.

 

Den Italienern droht derweil wieder einmal ein vorgezogener Urnengang. Die Regierungskoalition bestehend aus der Fünf-Sterne-Partei und der Lega ist hoffnungslos zerstritten. Endgültig scheitern könnte das Bündnis nun am Konflikt um die Autonomie mehrerer italieni-scher Regionen, die von der Lega gefordert, von der Fünf-Sterne-Partei allerdings abgelehnt wird. Da aber auch ansonsten in Sachen Refor-men so gar nichts voran geht, lautet die Frage nicht ob, sondern wann es Neuwahlen gibt. Die Lega liegt in den Umfragen vorne und hat ent-sprechend durchaus ein verstärktes Interesse an einer erneuten Befragung des Volkes.

 

Währenddessen könnte die EZB am Donnerstag den Weg für eine umfassende Lockerung der Geldpolitik in Europa frei machen. Wir rech-nen mit einer Senkung des Einlagesatzes um zehn Basispunkte im September. Zudem erwarten wir im Nachgang eine Neuauflage des An-leiheankaufprogramms. Begründen könnte die EZB derlei Maßnahmen unter anderem mit einer möglichen Anpassung des Inflationsziels. In der letzten Woche hat der EZB-Stab mit einer Untersuchung der Frage begonnen, ob das Inflationsziel eine vergangenheitsabhängige Komponente bekommen soll. Mit anderen Worten: Darf in Zukunft nach einer langen Phase mit zu niedriger Inflation eine höhere Inflation nicht nur toleriert, sondern sogar aktiv angestrebt werden? Sollte diese Frage mit ja beantwortet werden, fiele die Argumentation der EZB für eine Lockerung im aktuellen Inflationsumfeld (noch) leichter. Allerdings darf weiterhin daran gezweifelt werden, dass mit den bekann-ten Mitteln der Geldpolitik eine Japanisierung der Eurozone tatsächlich abgewendet werden kann.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Der Mix aus erhöhten politischen Risiken gepaart mit der Aussicht auf anhaltend niedrige Zinsen spricht nach wie vor für ein verstärktes Engagement an den europäischen Rentenmärkten. Da gleichzeitig die Rezessionsgefahren überschaubar bleiben und die Delle bei den Unternehmensgewinnen nur vorübergehend sein dürfte, gilt dennoch nach wie vor unser Mantra, wonach wir eine moderate Übergewich-tung von Aktien in Erwägung ziehen.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 19.07.2019:

 

FRIDAY-POST: „Zeit gewinnen?

 

Tut sie es oder tut sie es nicht – die US-Notenbank Federal Reserve? Das ist derzeit die mit am häufigsten gestellte Frage unter Inves-toren. Denn während sich der US-Arbeitsmarkt in anhaltend guter Verfassung zeigte, US-Haushalte sich als konsumfreudig erweisen und die US-Inflationsdaten besser als erwartet ausfielen, heizten die taubenhaften Signale von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses die Zinssen-kungsfantasie und damit die Aktienkurse weiter an. Die Marktteil-nehmer scheinen sich in der abgelaufenen Kalenderwoche einzig über die Höhe der Zinssenkung noch uneins gewesen zu sein, wäh-rend der breit gefasste US-Aktienmarktindex (S&P 500) ein neues Allzeithoch erreichte.

 

Viele Investoren fragen sich daher, ob es den geld- und fiskalpoliti-schen Entscheidungsträgern gelingt, eine (seltene) „weiche Lan-dung“ des seit mehr als 120 Monaten anhaltenden Konjunkturzyk-lus der USA zu erreichen (siehe Grafik der Woche) – mit der die Grundlage für einen erneuten Aufschwung gelegt werden könnte. Erste vorsichtige Anzeichen einer Stabilisierung waren zumindest im abgelaufenen Monat erkennbar, allerdings zeichneten die jüngst veröffentlichten Wirtschaftsdaten, insbesondere aus dem verarbei-tenden Gewerbe, ein eher verhaltenes US-Konjunkturbild. Die ISM-Einkaufsmanagerindizes für das Dienstleistungsgewerbe sowie die für das verarbeitende Gewerbe – insbesondere die Unterkompo-nente der Exportaufträge – gaben weiter nach, während die Aus-gaben für Investitionsgüter weiterhin nicht überzeugen konnten. Die Vermutung könnte nahe liegen, dass sich die allmähliche Ab-schwächung des globalen Wachstums teils nun auch beim verarbeitenden US-Gewerbe bemerkbar macht.

 

So dürfte zwar die Aufmerksamkeit internationaler Investoren weiterhin auf der Entwicklung handfester ökonomischer Konjunkturindika-toren liegen, in den kommenden Wochen könnte sich der Fokus allerdings verstärkt auf den Verlauf der aktuellen Berichtssaison zum zwei-ten Quartal 2019 richten. Denn der Handelskonflikt zwischen den USA und China könnte sich erstmals verstärkt im Umsatz- bzw. Gewinn-wachstum der Unternehmen wiederspiegeln. Das erwartete Q2-Gewinnwachstum für den US-Aktienmarkt S&P 500 liegt bei -3.0% bzw. bei +0,8% für den europäischen Aktienmarkt Stoxx600. Sollte der tatsächliche US-Gewinnrückgang in Q2 eintreten, wäre es das erste Mal seit 2016 und könnte laut der jüngsten Umfrage der US-Großbank Bank of America Merrill Lynch (BofAML) unter Fondsmanagern die Stimmen nach einer Gewinnrezession in den USA lauter werden lassen.

 

Die Woche voraus

Aus den USA kommen einige aufschlussreiche Indikatoren. Frühindikatoren wie der Chicago Aktivitätsindex (Mo), der Richmond Fed Index (Di) zu Beginn der Woche, vor allem aber auch der Markit Einkaufsmanagerindex für das verarbeiten-de Gewerbe (Mi) dürfte mit Interesse verfolgt werden, haben sie doch historisch gesehen einen hohen Gleichlauf – Korrelation von ca. 0,8 – mit der Gewinnentwicklung der näch-sten 12 Monate des US-Aktienmarktes. Am Donnerstag folgen die Auftragseingänge für langlebige Güter. Ein leichter Zuwachs wird erwar-tet, allerdings dürften sie im Trend weiter auf eine Abschwächung im verarbeitenden Gewerbe in den USA hindeuten. Ende der Woche (Fr) folgt die erste Schätzung zum US-Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal 2019 – der Konsensus erwartet ein annualisiertes Wirt-schaftswachstum von 2,0% (Q1: 3,1%). Das könnte Einfluss auf die in der darauffolgenden Woche stattfindende Leitzinsentscheidung der Fed haben.

In der Eurozone ist es neben den Einkaufsmanager-indizes für das verarbeitende Gewerbe (Mi), vor allem die Leitzinsentscheidung der Eu-ropäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag, die im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen dürfte. Das Protokoll zur Ratssitzung im Juni unterstrich die Bereitschaft zu einem noch lockereren geldpolitischen Kurs. Auch wenn diese bereits auf der Ratssitzung am 25. Juli zum Tragen kommen könnte – u.a. durch die Anpassung der Forward Guidance –, scheint die September-Sitzung wahrscheinlicher, um ge-gebenenfalls den Einlagesatz in Verbindung mit der Anpassung ihrer optimistischen Wachstumsschätzungen für 2020 zu senken.

In Deutschland liegt der Fokus hingegen auf dem ifo-Geschäftsklimaindex (Do), während nach Bekanntgabe der chinesischen Konjunktur-daten in der abgelaufenen Woche sich die Aufmerksamkeit in Asien vorwiegend auf die japanischen Einkaufsmanagerindizes (Mi) bzw. die Verbraucherpreise im Großraum Tokio (Fr) richtet. In Summe ergibt sich ein Konjunkturbild für Japan aus nachlassendem Wirtschafts-wachstum und geringeren Lohndruck, dass die Frage nach einer weiteren Verschiebung der für Oktober geplanten Mehrwertsteuererhö-hung aufwerfen könnte.

 

HANDELN:

Eine Reihe von Notenbanken sendete zuletzt deutliche geldpolitische Entspannungssignale – in der abgelaufenen Woche waren es die Zen-tralbanken von Korea, Indonesien und Südafrika. Sollte zusätzlich die US-Notenbank und perspektivisch die EZB an der Zinsschraube dre-hen, könnte das einen Multiplikatoreffekt nach sich ziehen, dem sich weitere internationale Zentralbanken in naher Zukunft anschließen dürften. Die billige Liquidität könnte risikoreiche Vermögenswerte weiter begünstigen, die Volatilität niedrig halten und den Konjunktur-zyklus abermals verlängern. Zwar verbuchten Geldmarktfonds in der ersten Juli- Woche Nettomittelzuflüsse von 42 Milliarden US-Dollar, doch Investoren scheinen sich allmählich zu positionieren. Der Anteil der Bären gemäß der American Associaton of Individual Investors hat sich in der abgelaufenen Woche von 43% auf 27% reduziert, während der Anteil der Bullen von 22% auf 34% stieg. Mitunter auch aufgrund der Jagd nach Rendite, denn der Anteil ausstehender Staats-und Unternehmensanleihen mit negativer Rendite hat mittlerweile ein Volumen von rund 13 Billionen US-Dollar erreicht.

 

Wir wünschen Ihnen auch während der Sommermonate ausreichend Zeit für die Renditejagd.
 

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 18.07.2019:

 

Das R-minus-G-Theorem

Wann Staatsschulden gut sind – und wann nicht

Eine neue Theorie macht Furore. Sie besagt, dass öffentliche Verschuldung nicht so schlimm ist wie vielfach angenommen. Chefvolkswirt Martin Hüfner von der Fondsgesell-schaft Assenagon rechnet mal nach und schlägt der EU eine zweistufige Finanzpolitik vor.

 

Vor gut einem halben Jahr hielt der französische Ökonom Olivier Blanchard eine Rede, die für erhebliche Aufregung sorgte. Auf der renommierten Jahrestagung der American Economic Association stellte er die These auf, dass die niedrigen Zinsen bei gleichzeitig anhaltendem Wirtschaftswachstum eine Neubewertung der Finanzpolitik erforderlich machten. Etas provokant formulierte er: „Öffentliche Schulden sind schlecht, sie sind aber keine Katastrophe. Man kann sie eingehen, man muss es aber richtig machen.“

Damit rüttelte er an den Grundfesten der traditionellen finanzpolitischen Diskussion vor allem in Europa. Was haben wir in den vergangenen Jahren nicht alles für Anstren-gungen unternommen, um die Staatsverschuldung zu reduzieren? Und das soll jetzt alles falsch sein? Wenn die neue Theorie recht hätte, dann hätte das auch erhebliche Aus-wirkungen auf die aktuelle Finanzpolitik. Es lohnt sich daher, der Sache nachzugehen.

 

Im Mittelpunkt der neuen Überlegungen steht die Differenz „R – G“. R steht für die langfristigen Kapitalmarktzinsen, G für das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Die Differenz von R und G ist derzeit negativ, das heißt die Zinsen sind niedriger als das Wachstum. Das gilt nicht nur für die USA mit Zinsen gerade mal etwas über 2 Prozent und einer no-minalen Wachstumsrate von über 5 Prozent. Im Euroraum liegt die 10-jährige Bondrendite gemessen an den deutschen Bundesanleihen im Augenblick unter null, das Wirt-schaftswachstum dagegen bei 3 Prozent.

Diese Konstellation hat für die Staatsfinanzen in der Tat erhebliche Bedeutung. Wenn die Zinsen so niedrig sind, muss der Staat nicht so viel für den Schuldendienst ausgeben. Das entlastet den Finanzminister. Es war einer der Gründe für die „Schwarze Null“ im deutschen Bundeshaushalt in den letzten Jahren.

Wenn andererseits die gesamtwirtschaftliche Wachstumsrate hoch ist, dann wirkt sich das positiv auf die Höhe der Gesamtverschuldung aus (in Prozent des Bruttoinlands-produktes). Sie geht zurück. Auch das hat sich in den letzten Jahren in Deutschland gezeigt, als sich die Verschuldung von über 80 Prozent auf inzwischen 61 Prozent verrin-gerte. Auch im Euroraum ist die Quote kleiner geworden, allerdings nicht ganz so spektakulär (von 92 Prozent auf 85 Prozent).

 

Voraussetzung ist natürlich, dass der Staat nicht gleichzeitig hohe Budgetdefizite „fährt“ und damit den positiven Effekt auf die Verschuldung konterkariert. Das ist der Pfer-defuß an den dargestellten Zusammenhängen (der in der Theorie leider nicht erwähnt wird). Er ist beispielsweise in den USA zu beobachten, wo die Steuern 2018 massiv ge-senkt wurden. Die Verschuldung hat sich deshalb nicht ermäßigt, sondern im Gegenteil weiter erhöht, wenn auch in geringerem Tempo. Auch in Ländern Europas droht diese Gefahr.

 

Damit ist die Geschichte von „R – G“ aber noch nicht zu Ende. Blanchard fügt diesen Überlegungen noch einen weiteren Gedanken hinzu. Jeder erwartet, dass „R – G“ in er-ster Linie wegen der aktuell ultralockeren Geldpolitik negativ ist. Das ist aber nicht der Fall. Wenn man sich die gesamte Nachkriegszeit anschaut, dann gibt es zwar erhebliche Schwankungen von „R – G“. Nach der Ölkrise in den 80er Jahren waren die Zinsen zeitweise erheblich höher als das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Im Durchschnitt über alle Jahre zusammengenommen, war „R – G“ jedoch auch bei dieser langfristigen Betrachtung negativ. Das gilt sowohl für die USA wie auch – in noch stärkerem Maße – für Europa.

 

Das relativiert die Bedeutung der „R – G“-Theorie. Sie ist kein neues Phänomen, das mit der aktuellen Niedrigzinspolitik zusammenhängt. Die Zusammenhänge gab es viel-mehr schon immer, mal stärker mal weniger stark. Man hat sie nur nicht beachtet.

 

Insgesamt bringt uns „R – G“ also nicht so viel weiter. Sie ist alter Wein in neuen Schläuchen. Trotzdem fällt sie in der gegebenen gesamtwirtschaftlichen Situation natürlich auf fruchtbaren Boden. Die Konjunktur schwächt sich stärker ab als erwartet. Ein größerer Einbruch kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Geldpolitik steht Gewehr bei Fuß, um gegenzusteuern. Ihre Munition ist aber nach den vielen Jahren mit niedrigen Zinsen und hoher Liquidität begrenzt. Da sind die Finanzminister eigentlich gefordert. In einer solchen Situation kommt ihnen zu Pass, wenn ihnen Argumente für eine expansivere Politik geliefert werden.

 

Umso wichtiger ist, dass man die Gefahren, die mit einem Umsteuern verbunden sind, nicht übersieht. Nach wie vor befindet sich die Finanzpolitik in einer prekären Situa-tion. Die Verschuldung der meisten Länder ist sehr hoch. Sie verunsichert die Märkte, „R – G“ hin oder her. Sie wirkt damit auch negativ auf Konjunktur und Investitionen aus.

 

Auch ich halte gegenwärtig eine expansivere Finanzpolitik für erforderlich. Sie sollte aber zweistufig vorgehen. Vorangehen sollten die Länder mit aktuell niedriger Verschul-dung wie etwa Deutschland. Sie können sich Steuersenkungen und mehr Infrastrukturinvestitionen leisten. Sie agieren damit als Lokomotiven. Alle anderen müssen einen Rückfall in das „Deficit Spending“ früherer Jahre vermeiden und sich stattdessen auf Impulse von außen verlassen. So eine Arbeitsteilung müsste in einer Gemeinschaft wie der EU eigentlich machbar sein. Sie wäre die richtige Anwendung für „R – G“.

 

Für den Anleger

Richten Sie sich darauf ein, dass nicht nur die Geld-, sondern auch die Finanzpolitik expansiver wird, je länger die Konjunkturflaute anhält. Das hilft der gesamtwirtschaftlichen Aktivität und den Gewinnen. Andererseits ist es eine Belastung, wenn der Staat mehr Geld aufnimmt. Es könnte zu stärkeren Schwankungen an den Märkten führen.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 16.07.2019:

 

Blick über die Märkte

DEUTSCHE INDUSTRIE GEHT AUF DEM ZAHNFLEISCH

Spätestens seit der Gewinnwarnung von BASF in der vergangenen Woche dürfte klar sein: Dem verarbeitenden Gewerbe in Deutschland steht das Wasser bis zum Hals. Der Chemiekonzern hat das Handtuch in den Ring geschmissen und geht für 2019 nun von einem deutlichen Gewinnrückgang aus. Noch im Mai war man in Ludwigshafen von einem Gewinnzuwachs ausgegangen. Derart Signale aus der Chemie-branche sind alles andere als ein gutes Zeichen für das deutsche verarbeitende Gewerbe insgesamt, da der Sektor als frühes Glied in der Wertschöpfungskette eine Art Frühwarnindikator für die gesamte Industrie darstellt. Rund 90 Prozent der Erzeugnisse der Chemieindustrie sind wichtige Vorerzeugnisse für andere Bereiche der Wirtschaft – etwa für die Autobranche. Immer deutlicher machen sich also die nega-tiven Auswirkungen des Handelskonfliktes bemerkbar und ein Blick auf die schlechte Stimmung oder aber auch die rückläufigen Auftrags-eingänge verheißt alles andere als Besserung.

 

Während die Industrie schwächelt, zeigt sich die Dienstleistungsbranche aber weiterhin robust. Die große Frage lautet aus unserer Sicht daher: Kann der Dienstleistungssektor seine Stärke aufrechterhalten, bis es zu einer Kehrtwende in der Industrie kommt oder erleben wir früher oder später eine Ansteckung der Dienstleistungen durch die Industrie. Viel dürfte in diesem Zusammenhang davon abhängen, wie es mit der Entwicklung in China weiter geht. Im zweiten Quartal dieses Jahres fiel das Wachstum im Reich der Mitte auf den niedrigsten Stand seit Anbeginn der Aufzeichnungen. Allerdings erwiesen sich gerade die Daten für den Juni besser als erwartet, sodass Sorgen vor einer be-schleunigten Wachstumsverlangsamung erst einmal gebannt scheinen. Im Zweifelsfall dürfte sich die Regierung in Peking zu einem wei-teren umfangreichen Stimulusprogramm durchringen, was ebenfalls ein gutes Signal für die deutsche Industrie wäre.

 

Auch von Seiten der Zentralbanken ist kein konjunktureller Gegenwind mehr zu erwarten. Jerome Powell hat in der letzten Woche den Weg für die erste Zinssenkung in den USA seit mehr als zehn Jahren frei gemacht. Bei seinem Auftritt dem US-Kongress machte er keinerlei An-stalten, die für Ende des Monats zu 100% eingepreiste Zinssenkung vom Tisch zu wischen. Einem starken Arbeitsmarktbericht und steigen-der Kerninflation im Juni zum Trotz. Die Aktienmärkte in den USA reagierten erfreut und erklommen abermals frische Allzeithochs.

Entsprechend steigt der Druck auf die EZB, ebenfalls zu reagieren. Die Zeichen verdichten sich, dass es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Neuauflage des Ankaufprogramms kommen könnte. Sollte die EZB die Leitplanken eines etwaigen neuen Programms im Vergleich zum alten etwas anpassen – etwa in Bezug auf das Ankaufen auf entlang der EZB-Kapitalschlüssel – könnte die EZB durchaus nochmal rund 500 bis 600 Milliarden Euro in das System pumpen, bevor Beschränkungen wie etwa das Emittentenlimit greifen. Das Risiko wäre jedoch, dass spätestens danach ein deutlich höheres Maß an „Kreativität“ notwendig wäre, um weitere QE-Programme aufzusetzen. Mit anderen Wor-ten: Die EZB würde sich immer weiter in eine Sackgasse manövrieren.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Der Kursschwenk der Zentralbanken bedeutet vor allem eines: niedrigere Zinsen – und das für lange Zeit. Sollte die EZB tatsächlich ein wei-teres Ankaufprogramm auf die Rampe schieben, sei daran erinnert, dass der Ankündigungseffekt solcher Programme in der Vergangenheit meist weitaus größer war als der Effekt auf die Zinsen, der sich nach dem eigentlichen Start des Programms beobachten ließ.

 

In einem Arbeitspapier, welches letzte Woche veröffentlicht wurde, haben Mitarbeiter der EZB zudem berechnet, dass das QE-Programm der EZB die sogenannte Laufzeitenprämie im zehnjährigen Laufzeitenbereich um 95 Basispunkte reduziert – und das mit einer Halbwerts-zeit von fünf Jahren.

Insofern sind die Aussichten für europäische Staatsanleihen sicher nicht die schlechtesten. Gleichzeitig sollte Anlegern jedoch auch bewusst sein, was für wilde Blüten die EZB-Politik treibt. Ein signifikanter Anteil von kurzlaufenden Unternehmensanleihen mit einem Rating von BB oder schlechter handeln bereits im negativen Bereich. Griechenland refinanziert sich in etwa beim gleichen Zinsniveau wie die USA (wenngleich in Euro und nicht in US-Dollar). Diese offenkundigen Verzerrungen können durchaus zu einer Fehlallokation von Kapital füh-ren und dementsprechend die Instabilitäten im Finanzsystem erhöhen. Etwas, das man als Anleger in der nächsten Zeit unbedingt auf dem Schirm haben sollte.

 

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News 15.07.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

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Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

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News 12.07.2019:

 

FRIDAY-POST: „Das Einmaleins einer vorsorglichen Zinssenkung

 

Im Umfeld nachlassender Konjunkturdynamik und weiter flackern-der politischer Unsicherheit ruhen die Hoffnungen der Anleger wieder einmal auf den Zentralbanken. So glaubt der US-Geldmarkt an Zinssenkungen in Höhe von knapp 100 Basispunkten innerhalb der nächsten 12 Monate, und auch für die Europäische Zentralbank (EZB) ist ein kleiner Zinsschritt von ca. 10 Basispunkten in weiter negatives Terrain eingeplant. Weiterhin gehen viele Marktteilneh-mer nach den Ankündigungen von EZB-Präsident Mario Draghi in Sintra von einer Renaissance der quantitativen Lockerung („QE“) im Verlauf der nächsten Quartale aus, also erneuten Ankäufen von Staats- und Unternehmensanleihen.

 

Wie passen diese Erwartungen recht aggressiver geldpolitischer Lockerung zu der ebenfalls weit verbreiteten Ansicht, dass die nächste Rezession noch nicht bevorsteht? Die Auflösung lautet vorsorgliche Zinssenkung (oder auf Englisch „insurance rate cut“). Man erwartet von den Zentralbanken vorauseilenden Gehorsam, um den Fortbestand des Konjunkturzyklus abzusichern. Betrachtet man die Zinssenkungszyklen seit 1980 in den USA, kann man vier Episoden als vorsorgliche Zinssenkungen in einem Umfeld ohne unmittelbar folgende Rezession klassifizieren, nämlich in den Jah-ren 1984, 1987, 1995 und 1998. Diese erfolgten teilweise aufgrund von Schocks im Finanzsystem (z.B. Aktiencrash im Herbst 1987), teil-weise wegen sich abschwächender Wirtschaftsdaten (1984 und 1995). Üblicherweise gingen vorsorglichen Zinssenkungen eine deutliche Abschwächung von Konjunkturfrühindikatoren wie Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen voraus, während Arbeitsmarktdaten noch keine Ermüdungserscheinungen anzeigten. Anleger haben die Episoden vorsorglichen Zinssenkungen in guter Erinnerung: So stiegen globale Aktienmärkte in den folgenden 12 Monaten im Durchschnitt um knapp 10%, während sie bei Zinssenkungen im Rezessionsumfeld knapp 19% fielen (siehe Grafik der Woche). Die Wirkung auf amerikanische Unternehmensanleihen und Hochzinsanleihen war ebenfalls positiv, besonders stark schnitten im Rentensegment aller-dings US-Staatsanleihen ab. Das passt zum derzeitigen Umfeld.

 

Ist die Zeit wieder reif für vorsorgliche Zinssenkungen? Nach der globalen Abkühlung im Industrievertrauen, maßgeblich durch andauernde Unsicherheit in der Handelspolitik verursacht, könnten die Zentralbanken Zinssenkungen rechtfertigen, auch vor dem Hintergrund gefalle-ner marktbasierter Inflationserwartungen. Zwei Aspekte gilt es zu jedoch zu bedenken:

1.    In der Vergangenheit haben vorsorgliche Zinssenkungen der Federal Reserve maximal 75 Basispunkte betragen –                                        jetzt erwarten die Anleger am US-Geldmarkt bereits mehr als das, was größere Konjunktursorgen widerspiegelt.

2.    Es ist fraglich, ob eine durch Handelsstreitigkeiten verursachte Vertrauenskrise mit Mitteln der Geldpolitik schnell                    ausgebügelt werden kann.

 

Die Woche voraus

Nach dem in der vergangenen Woche die Federal Reserve ihre Wachsamkeit gegenüber konjunkturellen Abwärtsrisiken nochmal bestätigt hat, steht zumindest am Anfang der Woche ein Reigen chinesischer Konjunkturdaten im Mittelpunkt, unter anderem die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal am Montag. Als Barometer für das europäische Konsumklima und die Umsätze der gebeutelten europäischen Automobilindustrie werden wir auf die europäischen Kfz-Zulassungen am Mittwoch schauen. In den USA stehen die Einzelhandelsumsätze am Dienstag im Mittelpunkt.

 

HANDELN: Die Jagd nach Rendite geht weiter

Um die überbordenden Erwartungen nach geldpolitischer Unterstützung nicht zu enttäuschen, werden die Zentralbanken kaum umhin kommen, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Wir zweifeln allerdings an der Wirkung: Eine schnelle Linderung der durch politische Un-sicherheit verursachten Vertrauenskrise ist kein Selbstläufer. Dieser Umstand könnte auch die Aktienmarktentwicklung gegenüber ver-gleichbaren Situationen in der Vergangenheit bremsen. Klar ist: Die Zinswende nach oben fällt zunächst aus und alternative Einkommens-ströme wie zuverlässige Dividenden werden weiterhin gefragt sein.

 

Die Jagd nach Rendite geht weiter!
 

 

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Blick über die Märkte

SPIEL, SATZ UND SIEG MACRON

Das überraschende Ergebnis des EU-Postengeschachers ist ein Sieg auf ganzer Linie für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Nach-dem Angela Merkel klargemacht hatte, dass die EU-Kommissionspräsidentschaft für den Fall eines Scheiterns von Manfred Weber auch keinesfalls an einen Franzosen gehen würde, landete der junge Präsident mit dem Vorschlag von Ursula von den Leyen einen veritablen Coup. Denn erstens erfüllte er damit den Anspruch der EVP, stärkste Partei bei der jüngsten Europawahl, auf das Spitzenamt. Zweitens ist von der Leyen nicht nur Deutsche, sondern auch langjährige Gefolgsfrau von Merkel, mithin eine Personalie, zu der die Kanzlerin schlecht nein sagen konnte. Und drittens sicherte sich Macron damit die Dankbarkeit der designierten Kommissionschefin. Von der Leyen dürfte in den nächsten Jahren stets ein offenes Ohr für ihren Förderer Macron haben.

 

Gleichzeitig reservierte sich der französische Präsident mit der EU-Kommissionspräsidentschaft für Ursula von der Leyen den ersten Zugriff auf die EZB, wo im November die Nachfolge von Mario Draghi ansteht. Vermutlich fiel hier die Wahl auf die bisherige IWF-Direktorin Christine Lagarde, weil sie dank ihres exzellenten Rufes innerhalb der europäischen Staats- und Regierungschefs leichter zu vermitteln war als der eher in Finanzkreisen bekannte Francois Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France. Die ehemalige Finanzministerin hat auch in ihren bisherigen Rollen Anliegen vertreten, die eine gewisse Nähe zu Macrons Sorbonne-Agenda aufweisen, wie etwa bezüglich der europäischen Einlagensicherung EDIS, des geplanten Eurozonenbudgets oder einer europäischen Arbeitslosenversicherung. Ebenso hat Lagarde nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie die Geldpolitik der EZB unter Mario Draghi unterstützt. Auch dies liegt der französischen Linie deutlich näher als jener der EZB-kritischen Bundesbank, deren Präsidenten Jens Weidmann die Personalie Lagarde somit erfolgreich und vergleichsweise elegant verhindert hat.

 

Und noch in einer dritten Hinsicht spiegelt das EU-Personentableau den Einfluss Emmanuel Macrons wider. Nachfolger Donald Tusks als EU-Ratspräsident wird nämlich der geschäftsführende belgische Premierminister Charles Michel, der ebenfalls als Vertrauter des franzö-sischen Präsidenten gilt. Unterm Strich lässt sich also festhalten, dass sowohl die EU-Doppelspitze – Kommissions- und Ratspräsidentschaft – als auch die EZB-Chefetage sich künftig in ausgesprochen frankophilen Händen befinden dürfte. Bien fait, Monsieur le Président.

 

Die Griechen haben gewählt und wie schon bei der EU-Wahl vor wenigen Wochen der regierenden Syriza-Partei von Regierungschef Alexis Tsipras eine empfindliche Niederlage beigebracht. Mit fast 40% der Stimmen und einer absoluten Mehrheit im Parlament (dank 50 Stim-men-Bonus) siegte die konservative Nea Dimokratia mit ihrem Spitzenkandidaten Kyriakos Mitsotakis, der nunmehr neuer Premier werden dürfte. Für diesen Wechsel sorgte die Unzufriedenheit der Wähler, welche Tsipras die harten, von der Troika erzwungenen Sparmaßnahmen vorwerfen. Es bleibt abzuwarten, ob Mitsotakis in der Lage ist, seinen Wahlversprechen Taten folgen zu lassen. Skepsis erscheint ange-bracht, denn ob die Voraussetzung für die angekündigten Steuererleichterungen, nämlich höhere Privatisierungserlöse, tatsächlich realisier-bar ist, darf bezweifelt werden. Mitsotakis ist ja nicht der erste Premier, der auf diese Idee verfällt. Immerhin zeigt aber die vorgezogene Neuwahl und deren Ergebnis, dass die griechische Demokratie, die älteste der Welt, sehr lebendig ist. Leider lässt sich dies vom Nachbarland Türkei weniger behaupten, wo der zunehmend autokratisch agierende Präsident Erdogan kurzerhand den unliebsamen Zentralbankchef Murat Cetinkaya absetzte. Investoren werden zu Recht skeptischer bezüglich der Sicherheit von Anlagen in der Türkei, die Lira gab entspre-chend nach.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Insgesamt sehen Marktteilnehmer die jüngsten Entwicklungen in Europa aber positiv. Wir nehmen den Ausblick auf expansivere Geld- und Fiskalpolitik sowie eine leichte wirtschaftliche Erholung im weiteren Jahresverlauf zum Anlass, europäische Aktien von Untergewichten auf Neutral hochzustufen. Schon am 25. Juli könnte die EZB neue monetäre Erleichterungen verkünden, und am 31. Juli könnte die Fed folgen. Dabei bleibt der Wachstumsausblick durchaus durchwachsen. Was zurzeit Investoren davon abhält, die Fülle geopolitischer Unwägbarkei-ten in Form von stärkeren Kurschwankungen und/oder niedrigeren Bewertungen abzubilden, ist einmal mehr das Heilsversprechen der Zentralbanken.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 05.07.2019:

 

FRIDAY-POST: „Die Jagd nach Einkommen geht weiter

 

2019 verläuft an den Aktienmärkten saisonal bisher programmgemäß. Nach einem traditionell schlechten Mai (über 6% Minus global) gab es einen sehr guten Juni; an vielen Börsen sogar den besten seit mehreren Jahrzehnten. Auch das 1. Halbjahr verlief überdurchschnittlich positiv nach einem allerdings auch überdurchschnittlich schwachen 2. Halbjahr 2018. Nach Kursgewinnen im 1. Halbjahr folgte in der Vergangenheit in den USA in über 90% der Fälle ein positives 2. Halbjahr. Prognosen sind zwar weiterhin wegen der historisch ungewöhnlich großen politischen Unsicher-heit weniger zuverlässig als rein wirtschaftlich begründete Vorhersagen, aber wenn sich der Saisonrhythmus auch im 2. Halbjahr nach historischer Erfahrung etabliert, dürfte einem weniger positiven 3. Quartal (historisch +2%) ein besseres 4. Quartal folgen.

 

Fundamental zeigt die Konjunktur weltweit überwiegend Schwächezeichen, besonders in Euro-pa. Aber auch in den USA berichten die regionalen Notenbank-Filialen überwiegend von schwä-cheren Auftragseingängen und anderen ungünstigen Konjunkturindizien – sogar erstmals am Arbeitsmarkt. Wahrscheinlich ist die US-Wirtschaft im 2. Quartal noch ca. 2% gewachsen nach 3,1% im 1. Quartal. Angesichts stagnierender US-Erwerbsbevölkerung und schon länger niedriger Produktivität dürfte das Wachstum von Konjunktur und Unternehmensgewinnen auf absehbare Zeit begrenzt sein (definitionsgemäß ist Wirtschaftswachstum die Summe aus Bevölkerungszu-wachs und Produktivitätssteigerung). US-Aktien sind zwar mit einer PE von 17 auf die erwarteten Gewinne teurer als in Europa mit PE 13 bzw. in Schwellenländern mit PEs von 12, aber vor dem Hintergrund der sinkenden Zinsen keineswegs überteuert. Die Aktienrückkäufe bleiben bei ihrem hohen Niveau von ca. 1 Bio. $ Jahresrate (Deutschland gut 1% davon), was im Trend zu einem ständigen Nachfrageüberhang an den US-Börsen führt.

 

In China offenbaren die Fundamentaldaten eine erstaunliche Stabilität. Erstmals sind in den ver-gangenen drei Wochen die Autoverkäufe wieder deutlich angestiegen. Am Immobilienmarkt klettern die Preise (besonders in den großen Ballungsregionen, weniger in kleineren Städten). Die Notenbank lockert. Im Gegensatz zum Frühjahr 2016 (international konjunkturell die mit heute am meisten vergleichbare jüngere Periode) gibt es diesmal keine Kapitalabflüsse aus China heraus. Die Währungsreserven sind stabil bis leicht steigend und die chinesische Währung Yuan hat sich (wie viele Währungen weltweit) in jüngster Zeit gegenüber dem Dollar sogar befestigt, während die meisten Beobachter zuvor ein Überschreiten der kritischen Grenze von 1 $ zu 7 Yuan erwarteten.  

 

Monetär stehen die Börsenampeln inzwischen weitgehend auf Grün. Japaner und Europäer setzen weiterhin auf Niedrigzinspolitik. Französische 10-jährige Anleihen bringen inzwischen Negativ-Zinsen. Auch 10-jährige italienische Staatsanleihen verminderten ihre Rendite von weit über 3% auf unter 1,7%. Das ist allerdings immer noch ein Viel-faches von Ländern wie Portugal (mit 0,29%) und Spanien (mit 0,22%) für deren 10-jährige Staatsanleihen. Wird bedacht, dass Portugal seine Staatsverschuldung von 2008 bis 2014 von 72% auf das italienische Niveau von 132% steigerte (+83%) und die Italiener im gleichen Zeitraum die Staatsverschuldung nur um weniger als 20% vergrößerten, ist der Zinsunterschied zu groß bzw. der Italien-Zins viel zu hoch. 


HANDELN: Taktische Allokation für Aktien und Anleihen

¨  Global betrachtet scheint die Geldpolitik für Aktien, aber auch Anleihen noch immer stimulierend zu sein, allerdings sollte die Wirkung abnehmen.

¨  In dieser späten Phase des Konjunkturzyklus wird es zunehmend wichtiger, dass die realen Daten positive Auswirkungen von Geld- und Fiskalpolitik (China)  

         widerspiegeln, zumal die Wahrscheinlichkeit eines Rezessionsrisikos auf Sicht der nächsten 12 – 24 Monate zugenommen hat. Zinssenkungen sind keine      

         Wunderwaffe bei einer sich abschwächenden Konjunkturdynamik.

¨  Je länger der Handelskonflikt schwelt, desto größer sind die Abwärtsrisiken für Konjunktur- und Gewinnschätzungen, die auf den Erwartungen eines verbesserten

         zweiten Halbjahres aufbauen.

¨  Mit erhöhter Volatilität muss gerechnet werden. Das aktive Management bei der Selektion der Wertpapiere, aber auch der Anlagesegmente bleibt das Gebot der

         Stunde.

¨  Vor diesem Hintergrund kann sich über die Sommermonate vorübergehend auch eine größere Kasseposition anbieten.

 

Viel Erfolg bei der Jagd nach Rendite.

 

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News 03.07.2019:

 

EUROPA – Problemzone mit Potenzial

Abflachende Wirtschaftsdaten auf dem Gesamtkontinent, der weiterhin schwelende Risikofaktor Brexit, die Angst vor einer Eskalation im Konflikt um ein mögliches Strafver-fahren gegen Italien – Europa scheint ein schwieriger Markt zu sein. Zahlreiche Unwägbarkeiten halten Berichterstattung wie Anleger auf Trab, und die Alarmsignale scheinen schrill zu tönen. Kein Wunder, dass auch internationale Investoren Abstand vom alten Kontinent nehmen: Allein im vergangenen Jahr zogen sie mehr als 50 Milliarden Euro aus europäischen Aktien ab. Zwar sind die Gründe dafür sicher vielgestaltig, Tatsache ist aber, dass Europa im Vergleich zu einer relativ robusten US-Wirtschaft einerseits und enormen Wachstumschancen dank Industrialisierung in den Schwellenländern andererseits eher wenig anziehend wirkt. Wir meinen aber, dass der europäische Aktienmarkt weiter über enormes Potenzial verfügt. Denn bei genauerem Hinsehen sind die Risiken, die ihren Ursprung in London und Rom zu haben scheinen, sehr beherrschbar.
 
Märkte sind wieder im Aufwind

Seit der Zwischenkorrektur im Mai befinden sich die Märkte wieder im Aufschwung. Auch die zur Schicksalswahl hochstilisierte Europawahl wurde mit Erleichterung quittiert. Mit gestiegener Wahlbeteiligung und dem Ausbleiben eines im Vorfeld befürchteten Rechtsrucks beginnt nun die nächste EU-Legislaturperiode. Zwar verloren die etablierten Parteien an Boden, jedoch waren nicht die antieuropäischen und rechtsextremen Parteien, sondern die Grünen und die Liberalen die großen Gewinner. Somit ergibt sich auch in Brüssel eine politische Fragmentierung, die eine Entscheidungsfindung im Parlament erschweren kann. Politische Uneinigkeit, ein in vielen Ländern zu beobachtendes Phänomen, zeigt sich auf europäischer Ebene noch einmal drastischer. Doch ist das ein zwingender Nachteil? Eher nicht: Sieht man sich die zerfahrene politische Situation in einigen Einzelländern an, ist erkennbar, dass die Wirtschaft eines Landes für eine gewisse Zeit recht gut mit einer nicht-handlungsfähigen politischen Führung zurechtkommt.
 
Politisches Klein-Klein von Vorteil für die Kapitalmärkte

Was nun auf EU-Ebene bevorsteht, hat sein Vorbild in vielen europäischen Ländern: Das einst solide Bauwerk einer starken politischen Mitte gerät ins Bröckeln, die Ränder werden stärker. Die Breite des Spektrums zwingt zur Bildung von Koalitionen. Da sich diese aus verschiedenen Blöcken zusammensetzen, kommt es zwangsläufig zu Span-nungen und Reibereien, die eine Mehrheitsfindung erschweren – und zeitweise sogar für Stillstand zu sorgen scheinen. In Spanien beispielsweise bleibt es nach den vorge-zogenen Neuwahlen im April bei einer Pattsituation, in der sich alle Parteien im Weg stehen und Reformen aufgrund mangelnder Einigkeit auf der Strecke bleiben. Aus Per-spektive der Wirtschaft aber ist eine optimistische Einschätzung dieser Situation zulässig: Wo die einen über Stagnation klagen, sehen die anderen Stabilität und langfristige Planbarkeit. Dass Unternehmen und Wirtschaft folglich auf ruhiger See dahingleiten ohne allzu rasche und unkalkulierbare Stromschnellen fürchten zu müssen, preisen auch die Aktienmärkte ein.
 
Potenzial durch Problemkinder

Einen weiteren positiven Effekt könnte auch die schwindende Unsicherheit in Sachen Brexit mit sich bringen. Brexit-Hardliner Boris Johnson gilt als haushoch überlegener Favorit beim Kampf um die Nachfolge des Premierministerpostens von Theresa May. Zwar ließe sich über Personalien streiten, doch immerhin würde das endlich Klarheit bedeuten. Denn der britische Konservative will den Brexit – um jeden Preis, wie er nicht müde wird zu betonen. Märkte bevorzugen Planbarkeit, und politische Unsicherheiten wie der dreijährige Eiertanz um Großbritanniens EU-Ausstieg, lasten bislang wie Blei auf ihnen.

Schiebt man all diese Aspekte beiseite, wird klar: Die wirtschaftlichen Daten in Europa sind seit Jahren in der Kategorie „besser als erwartet“ angesiedelt. Seit mittlerweile atemberaubenden 24 Quartalen in Folge konnte die Eurozone ein BIP-Wachstum vorweisen. Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen tragen mit ihrer ungeplanten „Stabilität durch Uneinigkeit“ dazu bei, dass sich die europäischen Aktienmärkte im reifen Bullen gut entwickeln – und vielleicht sogar aus dem Schatten der US-Märkte treten können.

 

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News 02.07.2019:

 

Blick über die Märkte

OPTIMISMUS ZUR JAHRESMITTE

Zur Jahresmitte konstatieren wir erfreut und ein wenig überrascht, dass Aktien seit Januar erhebliche Zugewinne verzeichnen. Das bisherige Anlagejahr 2019 zählt mit einem Kursplus von gut 17% bei deutschen, Schweizer und amerikanischen Aktien und gut 5% bei zehnjährigen Bundesanleihen zu einem der stärksten der letzten Jahrzehnte. Hut ab und Glückwunsch an alle, die dies Ende Dezember vorausgesagt hatten. Viele dürften es nicht sein. Hilfreich ist es aber allemal, sich zu vergegenwärtigen, was zu dieser bemerkenswerten Performance geführt hat, denn eines ist klar: Die Welt ist immer noch ein unberechenbarer Ort, regiert von teilweise gewöhnungsbedürftigen Gestalten, Wachstum und Unternehmensgewinne bleiben unsicher, Eskalation diverser Brandherde nicht ausgeschlossen. Was Anlegern vielmehr ihre Halbjahresbilanz gerettet hat, waren wieder einmal die Zentralbanken, die mit Versprechen von vorausschauenden Zinssenkungen, eventuell sogar weiterer Asset-Käufe das Sicherheitsnetz wieder kom-plett aufspannten, das sie im Vorjahr so vorsichtig zu entfernen versucht hatten. Vielleicht werden wir in einigen Jahren mit Blick zurück feststellen, dass der Zeitraum zwischen dem letzten Quartal 2018 und der ersten Hälfte 2019 derjenige war, in dem das Experiment „geldpolitische Normalisierung“ krachend gescheitert ist.

 

Riskant wäre hierbei vor allem, die nach wie vor gültigen Grundregeln für Finanzanlagen zu missachten, legen diese doch nahe, dass wir die Kursentwicklung der ersten Jah-reshälfte nicht unbedingt auf die zweiten sechs Monate extrapolieren sollten. Zwar wissen wir aus Erfahrung der jüngeren Vergangenheit, dass eine Absicherung durch die Zentralbanken auch erhebliche geopolitische Schocks wie Randereignisse aussehen lassen kann und die üblicherweise damit verbundene Volatilität entsprechend abpuffert.

Dennoch sind Unsicherheiten, die wir etwa im Marktausblick vor zwei Wochen aufgelistet haben, keineswegs besser geworden und hängen weiterhin wie ein Damokles-schwert über der zweiten Jahreshälfte. Dies gilt auch und gerade bzgl. des Handelsstreits, nachdem der G20-Gipfel in Osaka doch scheinbar mit einem Erfolg zu Ende gegang-en ist. Unterm Strich bleibt aber, dass Donald Trump und Xi Jinping bei der zu einem G2 reduzierten Gipfelshow vereinbart haben, zunächst keine weiteren Zölle zu erheben und die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

Auch wenn dies kurzfristig gute Nachrichten sind, sollten sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass damit fundamental überhaupt nichts gelöst ist und uns die Unsicherheit in der zweiten Jahreshälfte – und möglicherweise darüber hinaus – wohl erhalten bleibt. Ähnliches gilt für die Risiken des Haushaltsstreits zwischen der EU und Italien oder den Brexit-Aussichten unter einem Premierminister Boris Johnson. Von Iran, der Türkei und Venezuela ganz zu schweigen. Überall hier drohen Eskalationspunkte, die zumindest temporär für Risk-off-Momente sorgen können. Dies gilt insbesondere, zumal die Aktienpreise zuletzt eben nicht von Gewinnen, sondern den Handlungen der Zentralbanken getrieben wurden und die Bewertungen damit anfälliger geworden sind.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Damit könnte ein Rückschlagrisiko in der zweiten Jahreshälfte genau von der Seite drohen, die bisher am meisten zur positiven Performance beigetragen hat, nämlich den Zentralbanken. Bis zum Jahresende 2020 sind in den Fed Fund Futures inzwischen vier Zinssenkungen (um jeweils 25 Basispunkte) eingepreist, der Dollar hat entsprechend abgewertet. Ob die Fed aber wirklich Veranlassung hat, den Leitzins derart stark herunterzuschrauben, erscheint aus heutiger Sicht fraglich. Sollten starke amerikanische Kon-junkturdaten dafür sorgen, dass sich die Erwartung einer sehr defensiven US-Notenbank wieder verflüchtigen, könnte dies somit ein entsprechend negatives Signal an die Aktienmärkte senden. Gerade das Jahr 2018 hat uns gezeigt, wie sehr Niedrigzinsen und Assetkäufe die Risikomärkte in den letzten Jahren geprägt haben. Droht Entzug der liebgewonnenen zinspolitischen Absicherung, werden Aktien relativ betrachtet weniger attraktiv, außerdem steigen die Diskontierungszinsen für zukünftige Gewinne.

Vor diesem Hintergrund sind auch Zahlen wie die am Freitag anstehenden Non-Farm Payrolls von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Der Markt rechnet mit einer Erho-lung vom schwachen Vormonat (nur 75.000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft) auf 158.000 Stellen. Eine erhebliche Abweichung nach oben könnte, eventuell in Verbindung mit wieder stärker als zuletzt um 3,2% steigenden Löhnen, eine derartige Diskussion schon gegen Ende dieser Woche auslösen. Sie dürfte uns dann durch den Sommer und möglicherweise die gesamte zweite Jahreshälfte begleiten.

 

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News 01.07.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

Copyright 2019 JPMorgan Chase & Co. AlleRechtevorbehalten.

Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

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News 28.06.2019:

 

FRIDAY-POST: „Was will uns „Mr. Market“ sagen?

 

Zwischen der Hoffnung auf mehr Unterstützung durch die Zentralbanken und der Unsicherheit, wie es im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit weiter geht, lohnt sich ein Blick auf die in den Marktpreisen enthaltenen Erwartungen.

Besonders auffällig sind natürlich die stark rückläufigen Renditen bei Staatsanleihen, welche im Falle deutscher Staatsanleihen bei längeren Laufzeiten sogar historische Tiefststände er-reicht haben. Die Tatsache, dass Anleger am US-Geldmarkt für Juli 2020 ungefähr 1% niedrigere Leitzinsen erwarten, spiegelt ein für die nächsten Monate ziemlich trübes Konjunkturbild wider: ohne weitere Wachstumsverlangsamung wird wohl kein Notenbanker den ohnehin sehr eingeschränkten Spielraum für Unterstützungsmaßnahmen „verpulvern“.

Kontrastprogramm dagegen auf der Aktienseite: Indexstände in der Nähe der Allzeithochs bei vielen amerikanischen Indizes und zweistellige prozentuale Zuwachsraten seit Jahresbeginn signalisieren Hoffnung auf eine Belebung der Gewinndynamik für die kommenden Quartale, zudem dürfte die Aussicht auf baldige Zinssenkungen wieder höhere Bewertungen rechtfer-tigen. Bei genauerem Hinschauen entdeckt man allerdings auch im Aktienmarkt Wachstums-skepsis: So sind die Indexstände neben dem Technologiesektor als Wachstumsdauerbrenner vor allem durch defensive Sektoren wie Versorger und Nahrungsmittelproduzenten gestiegen, während konjunktursensitive Sektoren wie Rohstoffe, Chemie und der Automobilsektor deut-lich schwächer abschnitten. Gleichzeitig scheinen Aktienanleger für Faktoren wie Gewinnstabi-lität und Bilanzqualität hohe Bewertungsaufschläge zu akzeptieren.

Betrachtet man dazu noch unterdurchschnittliche Kreditrisikoaufschläge („Spreads“) für Unter-nehmensanleihen, so glauben die Kapitalmärkte in etwa an eine Wachstumsverlangsamung, die durch die Notenbanken so schnell und wirksam ausgebügelt werden kann, dass Rezessions- und Kreditausfallrisiken gering bleiben. Ein durchaus schmaler Grat. Gerade die Aussicht jede Wachstumsdelle mit dem alten Rezept Zentralbankstimulus zu bekämpfen, beflügelt über sinkende Realzinsen eigentlich ertraglose Ersatzwährungen: Während die Einen aus einem Gefühl des Unbehagens zu Gold als Versicherung greifen, interpretieren es die Anderen als Einladung zu hochspekulativen Engagements in Kryptowährungen wie Bitcoin.

 

DIE WOCHE VORAUS

In der kommenden Woche werden die Anleger zunächst die Erkenntnisse aus dem G-20 Gipfel im japanischen Osaka verdauen, mit dem klaren Fokus auf die Gesprächsfort-schritte zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Vor allem das Risikoszenario eines misslungenen Gespräches und die Einführung neuer Einfuhrzölle für chinesische Produkte würde die Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft, aber auch die Bereitschaft der Zentralbanken zu stimulieren, erhöhen. Vor diesem Hintergrund findet die Entwicklung der amerikanischen Handelsbilanz (Mi) mehr Beachtung, neben dem Arbeitsmarktbericht für den Juni (Fr). Ansonsten stehen die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe (Mo) und Dienstleistungen (Mi) im Fokus. Gerade die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe hat sich in den USA zuletzt merklich eingetrübt, und in Regionen wie der Eurozone und China nur in sehr kleinen Schritten erholt.
 

HANDELN: „Mr. Market“ hinterfragen

Die in den Marktpreisen enthaltenen Annahmen lassen sich derzeit nur mit Mühe zu einem stimmigen Szenario zusammenfügen. Sicher scheint nur: (Zentralbank-)Geld alleine macht nicht glücklich, wenn sich die Konjunkturdaten nicht verbessern. Und auch die Geopolitik sollte keine weiteren Steine in den Weg legen. Eine aufschlussreiche Woche steht bevor.

Hinterfragen Sie ab und an „Mister Market“

 

 

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News 27.06.2019:

MAN GEBE UNS WOHNRAUM!

Nur selten schreiben wir an dieser Stelle über Immobilien. Doch die aktuellen Diskussionen, in denen wir mit den Begriffen Wohnungsnot, Grundsteuerform und Öffnungs-klauseln regelrecht überflutet werden, fordern dazu heraus, sich einmal kritisch der Frage zu widmen, ob vieler Leut’s Leid nicht auch mit mancherlei Freud einhergeht…

 

In diesen Tagen und Wochen sehen Sie viele fröhliche junge Menschen, die mit dem Abiturzeugnis in der Hand aus der Schule in die Welt entlassen werden. Eine große Mehr-heit von ihnen wird studieren wollen und so kommt auf die stolzen Eltern alsbald der Wunsch der frischgebackenen Abiturienten zu, ein Quartier in einer attraktiven Stu-dentenstadt anmieten zu wollen. Natürlich hat sich der Nachwuchs dazu reizende Studienorte wie Freiburg, Heidelberg oder Münster ausgesucht oder es verschlägt ihn nach Frankfurt, München oder Berlin. Was alle diese Städte gemeinsam haben, liegt auf der Hand: Sie sind attraktiv und haben – wie auch viele andere Kommunen – einen akuten Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Und es trifft nicht nur Studenten. Fragen Sie mal Ihre Nachbarskinder, die als Krankenschwestern oder Polizisten wertvolle, aber schlecht bezahlte Arbeit leisten und in bevorzugten Städten Wohnungen suchen. Vier Wände zu Mietpreisen unter 10 € pro Quadratmeter zu finden, ist in vielen deutschen Städten mittlerweile aussichtslos. Mit Fug und Recht kann man dort von Wohnungsnot sprechen. Ein Zustand, der gerade in diesen Tagen Politiker aller Couleur zu mancher-lei Gedankenspielen hinreißt. Auch die Bundeskanzlerin nahm sich am vergangenen Freitag die Zeit, einer Einladung des Deutschen Mieterbundes zu folgen und auf dessen Jahresveranstaltung in Köln zu den aktuellen Problemen Stellung zu nehmen.

 

Auch wenn bei alledem viel guter Wille gezeigt wird, ist eines sicher: Eine kurzfristige Änderung der Verhältnisse wird es nicht geben. Es lohnt sich daher, einmal einen Blick darauf zu werfen, wie es dazu überhaupt kommen konnte. Dabei wird schnell klar: Es gibt nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner der Misere.

 

Die Kaufpreise und Mieten der jeweiligen Immobilienmärkte sind von Stadt zu Stadt und Region zu Region verschieden. Dennoch bestehen viele Ähnlichkeiten zwischen den einzelnen Märkten. Die Auslöser der Angebotsverknappung bei gleichzeitig gestiegener Nachfrage sind jedenfalls bundesweit gleich.

 

In den vergangenen Jahren haben Kommunen nicht zuletzt zur Sanierung ihrer maroden Haushalte große Teile ihres Sozialwohnungsbestandes an Privateigentümer und ge-werbliche Vermieter verkauft. Im gleichen Zeitraum wurden staatlicherseits viel zu wenige Sozialwohnungen gebaut und privater Sozialwohnungsbau nicht ausreichend ge-fördert. Außerdem verlangsamen und verteuern langwierige Genehmigungsverfahren sowie kostspielige energetische und sicherheitsbezogene Bauvorschriften den Bau von Mietwohnraum durch die Privatwirtschaft. Auf das knappe Angebot trifft ein ständig wachsender Bedarf nach bezahlbarem, innerstädtischem Wohnraum. Die zwangsläufige Folge: die Mieten steigen und steigen…

 

Nicht weniger stark treibt die Niedrigzinspolitik der EZB die Immobilienpreise immer höher. Die Niedrigzinsen machen es erst möglich, dass überteuerte Immobilien er-schwinglich sind, während sie Anlagealternativen wie beispielsweise Anleihen immer unattraktiver machen. Laut einem Artikel des Wirtschaftsmagazins Capital vom 6. Juni 2019 stiegen in der Konsequenz die Kaufpreise für Wohnimmobilien in den sieben größten deutschen Städten seit 2010 um ca. 100 % an. Die Mieten erhöhten sich im glei-chen Zeitraum um ca. 40 %, während die Einkommen gleichzeitig um ca. 26 % wuchsen.

 

Auch wenn die genauen Statistiken von Ort zu Ort unterschiedlich sind, ist klar, dass Mieter einen größeren Teil ihres Einkommens für steigende Mieten ausgeben müssen. Vermieter haben verglichen mit dem Mieteinkommen unverhältnismäßig hohe Kaufpreise zu zahlen. Mieter wie Vermieter sind daher die Leidtragenden dieser staatlich gesetzten Rahmenbedingungen.

 

Bringt diese Situation also nur Verlierer hervor? Keineswegs. Denn während mit Enteignungsdebatten, Mieterhöhungsverboten und nicht funktionierenden Mietpreis-bremsen öffentlich Stimmung gegen Immobilieninvestoren gemacht wird, profitiert die öffentliche Hand mittels der Grunderwerbssteuer von jedem Eigentumswechsel gleich doppelt: einerseits dadurch, dass die Steuersätze in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, zum anderen durch die Tatsache, dass sich die Bemessungsgrundlage durch die immer weiter steigenden Immobilienpreise stetig erhöht.

 

Doch damit nicht genug: Ist die Immobilie einmal verkauft, erwarten den neuen Eigentümer saftige Grundbesitzabgaben, insbesondere in Form der Grundsteuer, deren Höhe letztendlich in der Zuständigkeit der Gemeinden liegt. Gerade die aktuelle Diskussion um die Reform der Grundsteuer zeigt, dass die Gemeinden auf diese Einnahmen keines-falls verzichten wollen. Und wer zahlt? Die Mieter, denn der Eigentümer kann und wird auch diese Kosten auf die Mieter umlegen.

 

Die Konsequenz all dessen? Konservative Anleger, für die eigentlich eine solide Mietimmobilie interessant wäre, sehen sich entweder negativer Stimmungsmache wegen zu hoher Mietpreise ausgesetzt oder werden von Diskussionen über planwirtschaftliche Eingriffe beunruhigt. Beides schreckt ab. Denn da Immobilien per Definition nicht mobil sind, kann man sie – einmal erworben – natürlich nicht „mal eben“ in ein politisch- und wirtschaftlich berechenbares Umfeld verlagern.

 

Deshalb sollten potenzielle Immobilien Investoren auch Alternativen in Betracht ziehen.

 

Für Anleger, die auf behördliche Gängelung und aufgebrachte Mieter lieber verzichten wollen, gleichwohl aber mit vernünftigen, langfristigen Erträgen rechnen möchten, bieten sich im Bereich der offenen Investmentfonds auch adäquate Alternativen.

 

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News 26.06.2019:

 

Marktübersicht

Als Ergänzung zu unseren bisherigen Veröffentlichungen stellen wir Ihnen an dieser Stelle zukünftig auch die Informationen großer internationaler Fondsgesellschaften zur Verfügung. Damit möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, sich aus einer Hand, aber vielen verschiedenen Quellen eine möglichst unabhängige und fachlich fundierte Meinung zu bilden.

 

 

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News 25.06.2019:

 

Blick über die Märkte

DOPPELSCHLAG VON FED UND EZB

Auf der Pressekonferenz der US-Notenbank am vergangenen Mittwoch war die Ansage von Jerome Powell eindeutig: Sollte der Handelskrieg weiter schwelen und somit auch das Erreichen des Inflationsziels gefährden, stehe die Fed Gewehr bei Fuß, um die Zinsen erstmals seit 2008 zu senken. Noch deutlicher war die Kunde, welche die sogenann-ten Dots verbreiteten. Acht der insgesamt 17 FOMC-Mitglieder sind aktuell der Meinung, dass eine Zinssenkung bis Jahresende angebracht wäre. Aus heutiger Sicht ist die Hürde für eine Senkung bereits im kommenden Monat somit keine allzu hohe mehr. Nicht wenige Anleger spekulieren aktuell gar darüber, die US-Notenbank könnte den Leitzins womöglich in einem Schritt gleich um 50 Basispunkte reduzieren. Richtig ist: Auch die anderen beiden Leitzinssenkungszyklen (2000 und 2007) in diesem Jahrtausend begann die Fed jeweils mit einer Senkung um 0,5 Prozentpunkte. Allerdings scheinen die Leitzinssenkungserwartungen aus unserer Sicht ein wenig zu aggressiv zu sein, da es letztlich (noch) nicht so schlecht um die US-Konjunktur bestellt ist.

 

Spätestens seit dem dreitägigen Treffen im portugiesischen Sintra sinniert man auch innerhalb der EZB wieder ganz offen über Leitzinssenkungen – bei einem aktuellen Leit-zins von null Prozent. Vorbei die Zeiten, in denen europäische Währungshüter auch gegen die Erwartungen des Marktes Geduld predigten und schon fast krampfhaft an ihrer „Guidance“ festhielten, wonach die Zinsen in absehbarer Zeit angehoben werden sollten. Selbst Diskussionen über ein neues Ankaufprogramm sind in EZB-Kreisen seit neues-tem wieder en vogue. Angesichts eines Absturzes der mittelfristigen Inflationserwartungen seit Jahresbeginn um zwischenzeitlich mehr als 50 Basispunkte war ein „weiter so“ bei der EZB-Strategie aber auch keine Option mehr. Das letzte Mal folgte auf einen derart starken Fall der Inflationserwartungen die Ankündigung des Anleiheankaufpro-gramms – das war Anfang 2015.

 

Der Kursschwenk der EZB ist jedoch nicht ohne Gefahr, denn viel mehr als ein weiteres Aufblähen der Assetpreise dürfte eine abermalige Lockerung der Geldpolitik kaum zur Folge haben. Letztlich ist die EZB wie so viele andere Zentralbanken in einer „Liquiditätsfalle“ gefangen, aus der heraus es ihr kaum möglich ist, die Realwirtschaft in der Euro-zone zu stimulieren. Außerdem müsste der Bankensektor in Europa im Falle noch niedriger Zinsen wohl gestützt werden.

 

Wer die EZB-Politik an der Spitze der Zentralbank am kommenden Herbst steuern darf, bleibt derweil unklar. Nach der Vertagung der Entscheidung darüber, wer neuer EU-Kommissionspräsident wird, dürfte sich auch die wichtige EZB-Personalentscheidung verzögern. Wenngleich die deutsche als auch die französische Regierung beteuern, dass die Vergabe des EZB-Chefpostens unabhängig von der Entscheidung sei, wer EU-Kommissionspräsident bzw. Chef des EU-Rats sowie der oder die neue EU-Vertreter/in für Außen- und Sicherheitspolitik wird, so hängen diese Dinge wohl doch untrennbar zusammen. Selbst wenn Berlin, Paris und Brüssel von einer „3+1-Logik“ sprechen, dürfte die Wahrheit eher lauten, dass die Nationalität des neuen Chefs sehr wohl eine mitentscheidende Rolle spielt.

 

Möglich sind diese Hinterzimmerdeals, da die Vergabe des EZB-Chefpostens ähnlich wie die des Postens des EU-Kommissionspräsidenten kein formalisierter Prozess ist. Derzeit weiß sogar niemand ganz genau, wer eigentlich alles im Rennen ist. Die Liste potenzieller Kandidaten ist jedoch lang. Denkbar daher auch, dass am Ende wie schon zu Beginn der Eurozone eine Aufteilung der achtjährigen Amtszeit erfolgt: Wim Duisenberg durfte damals gegen eigenen Wunsch nur vier Jahre an der Spitze der EZB verbringen bevor Jean-Claude Trichet als Erster volle acht Jahre EZB-Chef war. Sicher ist nur das Draghi Ende Oktober als EZB-Chef abdankt. Letztlich dürfte der „Neue“ aber ohnehin wenig Spielraum haben – Draghi hat mit seiner Rede in Sintra Fakten geschaffen.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Für Risikoaktiva bedeutet der Doppelschlag von Fed und EZB erst einmal Rückenwind. Aktienmärkte rund um den Globus haussierten in der abgelaufenen Woche, wobei der mit dem Zentralbankkursschwenk einhergehende Rücksetzer bei den Zinsen vor allem die Bewertungen der Aktienmärkte nach oben trieb.

Gut möglich, dass wir in ein paar Jahren auf die aktuelle Phase zurückschauen und konstatieren: Das war die Zeit, in der die Normalisierung der Geldpolitik in der Eurozone scheiterte und immer deutlicher wurde, dass wir uns in Europa nicht nur in Richtung Japanisierung bewegen, sondern womöglich bereits angekommen sind. Die Tatsache, dass Zentralbanken nun sogar über die Adjustierung ihrer Inflationsziele nachdenken, bekräftigt diese Diagnose. Eine Idee der Fed ist beispielweise, die Inflationsrate in Zu-kunft über das Ziel von zwei Prozent überschießen zu lassen. Schließlich notierte sie nun jahrelang unterhalb dieses Ziels.

 

Apropos Japan: Trump und Xi treffen sich Ende der Woche nach Lage der Dinge am Rande des G20-Gipfels in Osaka, um möglicherweise die ins Stocken geratenen Verhand-lungen zum Thema Handel wieder aufzunehmen. Allzu viele Hoffnungen sollte man als Anleger aber nicht hegen. Der Konflikt dieser beiden Länder hat womöglich gerade erst so richtig begonnen.

 

Verfasser: Vorstand Performer Asset Management AG

 

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News 24.06.2019:

 

FRIDAY-POST: „Draghis Abschiedsgeschenk

 

Mit einem geldpolitischen Paukenschlag scheint sich der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, aus seiner achtjährigen Amtszeit verabschieden zu wollen. Auf der alljähr-lichen EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra kündigte Draghi am Dienstag eine geldpolitische Lockerung an – zumindest für den Fall, dass sich die Konjunkturperspektiven im Euroraum nicht aufhellen und die Inflationsrate keine Anzeichen zeigt, sich dem Notenbankziel von mittelfristig „knapp unter, aber nahe bei“ 2% anzunähern.

 

Zuletzt waren die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen für den Währungsraum, gemessen anhand der Break-Even-Werte der 5J5J-Forwards, auf ein neues Allzeittief von unter 1,2% gefallen (siehe Grafik der Woche). Mit anderen Worten: Die Märkte scheinen zunehmend von „japanischen“ Verhältnissen im Euroraum auszugehen. In den Frankfurter EZB-Türmen kur-siert daher offenbar die Sorge einer Entankerung der Inflationserwartungen, die sich in Zweit-rundeneffekten auf die Lohn- und Preissetzung niederschlagen könnte. Obwohl im Rahmen der Erwartungen, erwies sich dabei nicht gerade förderlich, dass sich die im April verzeichnete Teue-rung nur als kurzweiliges Phänomen entpuppte. Bedingt durch das im Jahresvergleich spät gele-gene Osterfest sank die Inflation im Mai von 1,7% auf 1,2%, während die Kerninflation von 1,3% auf 0,8% schlitterte.

 

Und die Märkte? Am Geldmarkt rechnen Anleger inzwischen mit einer EZB-Zinssenkung bis Ende Dezember. Es handelt sich zwar um weniger aggressive Zinssenkungserwartungen als bei der US-amerikanischen Notenbank Fed. Befeuert von Draghis avisiertem „Abschiedsgeschenk“ rutschten die Renditen auf Euroraum-Staatsanleihen mit erstklassiger Bonität allerdings noch weiter in negatives Terrain. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen markierte einen neuen Tiefststand von über -0,325%. Bis zu einer Laufzeit von 15 Jahren weisen Bunds – und damit sage und schreibe 86% (!) der im Umlauf befindlichen Papiere – inzwischen eine negative Rendite auf. Wichtige Börsenindizes verzeichneten Kursanstiege. 

 

Um eine ungewollte Straffung der Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Haushalte zu vermeiden, könnten sowohl die EZB als auch die Fed bald unter Druck gera-ten, ihren Worten zeitnah auch Taten folgen zu lassen. Oder zu riskieren, die Bullen an den Anleihe- und Aktienmärkten zu enttäuschen. Ob Zinssenkungen oder gar „QE2“ (bzw. „QE4“ in den USA), also eine Wiederaufnahme des Anleihekaufprogramms, der geldpolitische Kurs des am 1. November antretenden Draghi-Nachfolgers scheint vorge-ebnet. Es sei denn, die Konjunktur belebt sich, externe Abwärtsrisiken (u.a. Protektionismus im Welthandel) schwinden und mit ihnen möglicherweise die „japanifizierten“ Inflationserwartungen.

 

Doch Hoffnungen auf ein „Frühlingserwachen“ der Weltwirtschaft in den Mittelquartalen dieses Jahres haben sich angesichts der erneuten Eskalation des US-geführten Han-delskonflikts verflüchtigt. „Ein Schritt vorwärts, zwei zurück“ scheint vielmehr das Motto zu sein. Nach der temporären Erholung im April – der AGI „Macro Breadth Index“ hatte den ersten Anstieg in elf Monaten verzeichnet – erlitten die globalen Makrodaten im Mai einen erneuten Rückschlag. Anhaltende Anzeichen einer Bodenbildung in der Eurozone waren nicht ausreichend, um die schwächeren Indikatoren aus den USA, Japan und insbesondere China auszugleichen, das allein etwa 28% zum weltwirtschaft-lichen Wachstum beiträgt.

 

DIE WOCHE VORAUS

Sind die Tage des Konjunkturaufschwungs gezählt? Oder schaffen es die Notenbanken, einer Verlangsamung entgegenzuwirken? Wie stark die geopolitischen Faktoren auf der Weltwirtschaft lasten, werden wohl erst die hochfrequenten Makrodaten der kommenden zwei bis drei Monate zeigen. Von Interesse ist u.a., ob die Schwäche im export-orientierten verarbeitenden Gewerbe auf den bislang robusten Dienstleistungssektor und Konsum durchschlägt. Zu den wesentlichen Taktgebern der laufenden Börsenwoche gehören daher in den USA das Verbrauchervertrauen (Di, Fr), die schwebenden Hausverkäufe (Do) und persönlichen Einkommen und Ausgaben (Fr). Im Euroraum geben das ifo-Geschäftsklima (Mo) und die vorläufige Juni-Inflationsschätzung (Fr) nicht nur der EZB Datenfutter. Die Einzelhandelsumsätze (Do) und das Sitzungsprotokoll der schon lange „taubenhaften“ Bank of Japan (Fr) stehen in Nippon im Mittelpunkt.

 

Doch das Hauptaugenmerk richtet sich auf den G20-Gipfel am 28./29. Juni im japanischen Osaka und die Frage, ob Washington und Beijing gesichtswahrend ihre Handels-streitigkeiten beilegen können. Eines dürfte als sicher gelten: Je länger der Handelskrieg dauert und je breiter er streut, desto größer wird das Risiko eines abrupten Endes des bereits seit langlaufenden Aufschwungs von Konjunktur – und von risikobehafteten Anlageklassen.

 

HANDELN

Was bedeutet all dies für Anlageentscheidungen?

Die sich abzeichnende geldpolitische Lockerung stützt für sich genommen risikobehaftete Anlageklassen. Ob diese „Geschenke“ mittelfristig jedoch ausreichen, um eine anhaltend aufgehellte Stimmung an den Börsen zu erzeugen, scheint mit einem Fragezeichen behaftet. Zumindest solange sich keine Belebung bei den Konjunkturindikatoren durchsetzt. Für letzteres wäre unter anderem konstruktiveres handelspolitisches Gezwitscher – ob per Twitter oder auf konventionelle-rem Weg – eine wichtige Voraussetzung.

 

Dies legt einerseits ein breit gestreutes Portfolio nahe, andererseits eine taktisch vorsichtige Positionierung bei risikobehafteten Anlagen in einem Multi-Asset-Kontext, die eine aktive Selektion von Wertpapieren mit Leben füllt. 

 

Bisweilen schaut man einem geschenkten Gaul doch ins Maul

 

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Bis einschließlich 23. Juni befinde ich mit im Urlaub.

 

In dieser Zeit kann ich Sie leider nicht mit den aktuellen Informationen versorgen.

 

Zwei Wochen Urlaub ohne WLAN: Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt. Einer behauptet sogar, wir wären verheiratet. Krass!

 

 

 

 

News 07.06.2019:

 

FRIDAY-POST: „Folgt auf den Konjunktur-Frühling ein Sommer?“

 

Die Stabilisierungsanzeichen innerhalb der Weltwirtschaft haben in den letzten Wochen zuge-nommen. Nach einer langen Schwächephase verbesserten sich die globalen Konjunkturindika-toren im April zum ersten Mal seit elf Monaten – dank besserer Daten aus China und den USA. Eine Entwicklung, die sich im Mai teilweise fortschrieb, wenn auch nicht durchgängig und auch nicht über alle Regionen hinweg gleichermaßen. Die nachhaltige Bodenbildung in einigen zyk-lischen Bereichen (v. a. verarbeitendes Gewerbe und Welthandel) sowie eine Verbesserung der Konjunkturdaten in der Eurozone, in Japan und im Vereinigten Königreich stehen weiterhin aus.

 

Vor dem Hintergrund eines verstärkten und verlängerten geld- sowie fiskalpolitischen Stimulus könnte es zu einer zumindest zeitweisen Erholung der makroökonomischen Lage über den Sommer hin kommen. Eine solche zwischenzeitliche Verbesserung wäre für sich genommen nicht ausreichend, um das spätzyklische Szenario nachhaltig wieder in ein Wachstumsszenario zu drehen. Sie würde aber die Rezessionsbefürchtungen, die sich immer wieder an den Kapital-märkten bemerkbar machen, abschwächen.

 

2020 sollte sich dann das Schicksal des aktuellen Konjunkturzyklus entscheiden: Entweder es gelingt den geld- und fiskalpolitischen Entscheidungsträgern spät im Konjunkturzyklus eine „weiche Landung“, mit der die Grundlage für einen erneuten Aufschwung gelegt würde. Oder es kommt zu einem rezessiven Umfeld und möglicherweise einer „harten Landung“ der Wirtschaft. Ausgemacht ist Letzteres aber noch nicht.

 

Dabei gilt: Je weniger geo-politische Risiken, desto besser. Denn diese weiten nicht nur die Risi-koprämien an den Finanzmärkten aus und sind eine Quelle ständiger Konjunkturschwankungen, sie behindern auch die langfristige Planung der Firmen – und damit die privatwirtschaftlichen Investitionen. Eine schnelle Mehrheitsbildung im Europäischen Parlament, ein konstruktiver Fortgang in Sachen Brexit und Entspannungssignale beim sino-amerikanischen Handelsstreit wären da mehr als nur ein laues Frühlingslüftchen.

 

Taktische Allokation Aktien & Anleihen

¨  Noch ist es nicht sicher, dass es wirklich zu einem dauerhaften Aufschwung der weltweiten Wirtschaftsaktivität kommt. Zudem belastet der Handelskrieg die  

         Investorenstimmung sowohl an den Kapitalmärkten als auch in der Realökonomie.

¨  Die Bewertung an den Kapitalmärkten zeigt sich weiterhin als uneinheitlich. In einigen wichtigen Assetklassen, z. B. US-Aktien und US-Staatsanleihen, aber auch

         deutsche Bundesanleihen, sind die Bewertungen ambitioniert. Als vergleichsweise günstig dagegen erscheinen manche Schwellenmärkte.

¨  Derzeit empfiehlt sich eine eher neutrale Allokation zwischen Aktien und Anleihen.

 

Hoffen wir, dass dem Konjunktur-Frühling ein Konjunktur-Sommer folgt.

 

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News 06.06.2019:

 

Marktübersicht

Als Ergänzung zu unseren bisherigen Veröffentlichungen stellen wir Ihnen an dieser Stelle zukünftig auch die Informationen großer internationaler Fondsgesellschaften zur Verfügung. Damit möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, sich aus einer Hand, aber vielen verschiedenen Quellen eine möglichst unabhängige und fachlich fundierte Meinung zu bilden.

 

 

 

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News 05.06.2019:

 

AKTIENKULTUR IN DEUTSCHLAND?

Die Hochsaison der Hauptversammlungen ist in vollem Gange und vielfach wird sie als Zeitenwende deklariert. Gemütliche Aktionärstreffen mit Würstchen und Kartoffelsalat – das war einmal. Vom DAX-Dickschiff Bayer bis zu der Schweizer Großbank UBS zittern Aufsichtsräte und Vorstände heutzutage vor dem Tribunal der Aktionäre. In Leverku-sen schrieben Bayer-Anleger vor Kurzem Geschichte, als sie sich gegen den amtierenden Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann aussprachen und diesem öffentlich das Vertrauen entzogen – ein Novum in der DAX-Historie. Noch nie traten die Aktionäre den Führungsetagen der Großkonzerne so stark auf die Füße wie in diesem Jahr. Vollzieht die deutsche Aktionärskultur einen Wandel?

 

Florierende Anlegerkultur in Deutschland?

Fakt ist: Die Abstrafung des Managements vonseiten der Anleger hat eher symbolischen Charakter. Zwar spiegelt sie die Unzufriedenheit mit den Entscheidungen der Unter-nehmensführung wider, jedoch haben derartige Unmutsäußerungen der Aktionäre in der Regel keine rechtlichen Folgen für das Unternehmen. Einer aktuellen Studie von Barkow Consulting zufolge glänzen Anleger auf den bisherigen Hauptversammlungen 2019 mit einer rekordverdächtigen Anwesenheitsquote von 67 Prozent. Zwar gerät die Aktionärskultur in Bewegung, doch bedeutet das mitnichten, dass deutsche Aktionäre auf dem Vormarsch sind. Trotz leicht gestiegener Zahl an deutschen Aktienbesitzern im letzten Jahr, ist die Stimmungsschwankung auf so mancher Hauptversammlung vielmehr das Ergebnis gestiegenen Interesses seitens institutioneller Investoren, die den Em-pfehlungen von einflussreichen Stimmrechtsberatern folgen. Mit der Haltung der Privat- und Kleinanleger von nebenan hat das eher weniger zu tun. Den Großteil der Investi-tionen im heimischen Index stemmen ausländische Anleger. Sie halten rund dreiviertel des DAX in ihrer Hand.

 

Problemfall Aktie: Image versus Effizienz

Das Übergewicht internationaler Investoren ist kaum verwunderlich, schließlich sind die Deutschen als Aktienmuffel und Börsen-Skeptiker bekannt. Das Grundproblem dafür liegt in der nicht vorhandenen Aktienkultur hierzulande. Angesichts der politischen Problemherde Brexit und Handelskonflikt oder Dauerbrennern wie konjunkturellen Ängs-ten, scheuen Anleger das vermeintliche Risiko der Aktie. Der Deutsche bleibt ein Gewohnheitstier und als solches seinem Schema F treu: Finanzen überlässt er lieber den Banken und dem Staat. Dass die Flucht nach vorn in sichergeglaubte Häfen wie Sparbuch und Staatsanleihen eigentlich ein Rückschritt ist, sollte mit Blick auf die Niedrigzin-sen der Banken sowie Negativzinsen auf Staatspapiere allerdings jedem klar sein. So basieren die vermeintlich solide aufgebauten Finanzen auf dem unsteten Grund einer Fehleinschätzung. Sukzessiver Vermögensaufbau und der Erhalt des Ersparten gelingt langfristig am besten mit Aktien – Imageproblem hin oder her. Um langfristige Vermö-gensziele zu erreichen, müssen Sparer umdenken, auch wenn das im aktuellen Marktumfeld sicherlich schwierig ist.

 

Turbulenzen gehören dazu

Im reifen Bullenmarkt, in dem wir uns befinden, ist eine gesteigerte Volatilität typisch. Zu dieser dynamischen Börsenbewegung gehören Korrekturen nun mal dazu – auch solche heftiger Natur. Auf kritische Abwärtstrends folgt jedoch auch wieder Sonnenschein, wie die V-förmige Erholungsbewegung im ersten Quartal eindrucksvoll zeigt. Lang-investierte Anleger müssen versuchen, eine emotionale Abstandshaltung zu etwaigen Börsenturbulenzen einzunehmen. Trotz des fortgeschrittenen Alters des Bullen, der mittlerweile sein zehntes Jahr zählt, ist das fundamentale Umfeld weiterhin positiv: Das globale BIP wächst um mehr als drei Prozent und der Dienstleistungssektor entwickelt sich prächtig, ebenso, wie die anhaltende politische Pattsituation in den wichtigsten Industrienationen. All diese Tatsachen lesen sich als positive Zeichen für eine stabile Marktstimmung und bilden einen idealen Rahmen für das Fortschreiten des laufenden Bullenmarkts. Anleger, die sich vorurteilsfrei auf das Parkett begeben und keine unnö-tigen Risiken eingehen, haben aktuell noch immer gute Karten, um die Grundlagen für einen nachhaltigen Vermögenszuwachs zu legen.

 

Siehe dazu auch die aktuelle Marktübersicht der Fondsgesellschaft Schroders:

 

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News 04.06.2019:

 

Blick über die Märkte

AUF DER SUCHE NACH ORIENTIERUNG

Anfang April schrieben wir, dass dieses Quartal aus Anlegersicht entscheidend sein könnte für den Ausgang des Jahres. Würde Wachstum zurückkommen, ausgehend von China? Würden Unternehmensgewinne sich entsprechend stabilisieren? Und würden sich politische Unsicherheiten eher auflösen als zuspitzen? War die Einschätzung dieser Fragen noch vor wenigen Wochen eine vorsichtig positive, so ist inzwischen Skepsis eingekehrt. Bezüglich des Wachstums sind die Vorzeichen bestenfalls gemischt gewesen, die Gewinnrevisionen nach unten haben sich lediglich verlangsamt. Und die politischen Unwägbarkeiten haben an den bekannten Stellen (Trump, Brexit, Italien etc.) eher zu-genommen, zudem sind sie erweitert worden durch bisher für stabil gehaltene sichere Häfen wie Deutschland oder Österreich. Reichlich Gründe für Anleger, vorsichtiger zu werden.

 

Entsprechend dürftig sieht auch die Aktienperformance der letzten Wochen aus. Mehr und mehr Investoren meiden zusätzliches Risiko, viele haben es inzwischen gegen Posi-tionen in als sicher geltenden Staatsanleihen getauscht. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt über 60 Basispunkte unter dem Jahresbeginn, auf ihrem tiefsten Stand seit September 2017. Ihr deutsches Äquivalent rentiert mit weniger als -0,2% so niedrig wie nie zuvor. Hier manifestiert sich eine Kombination aus Flucht in Sicherheit, Konjunkturskepsis und Zweifeln daran, dass die Zentralbanken es auf Sicht schaffen, Inflation im erwünschten Ausmaß herzustellen.

 

Dies alles spricht dafür, dass schon in ökonomischer Hinsicht einiges im Argen liegt. Die mechanistische Vorstellung, der zufolge man nur genügend stark oder lange an be-stimmten Hebeln drehen muss, um die erwünschten Effekte zu erzielen, erhält Risse. Vieles hat offenbar damit zu tun, dass einerseits die Kombination von Globalisierung und Technisierung die Dynamik von Güter- und Faktorpreisen verändert und andererseits der globale Ersparnisüberschuss die Relationen von Angebot und Nachfrage weltweit verfügbaren Kapitals verschoben hat. Im Ergebnis sind Zentralbanken, die offen sichtbar seit der Finanzkrise 2008, de facto aber seit mindestens zwei Jahrzehnten das Auf und Ab der Finanzmärkte determinieren, scheinbar nicht mehr in der Lage, mit immer neuen Instrumenten für Ruhe und damit ein störungsfreies Funktionieren der west-lichen Volkswirtschaften zu sorgen.

 

Und da alles mit allem zusammenhängt, hört es nicht bei der Ökonomie auf. So hat die Wirtschaftspolitik der letzten fast 40 Jahre (beginnend mit der sogenannten angebots-ökonomischen Wende der späten 70er Jahre) zu einer dramatischen Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen geführt, was in den letzten Jahren erheblich durch die Geldpolitik verstärkt wurde. Als Ergebnis – und im Zusammenspiel mit anderen Faktoren - haben uns die Zeitläufe populistische Rattenfänger wie Donald Trump, Boris John-son und Matteo Salvini beschert (um nur einige zu nennen), die wiederum als wandelnde Abrissbirnen der Erosion bestehender Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen Vor-schub leisten und damit auch die Finanzmärkte destabilisieren. Da ist es wenig tröstlich, dass Trump phasenweise durch wackelnde Börsenkurse ins Nachdenken zu geraten scheint, Salvini durch ‚lo spread‘. Am Ende siegt scheinbar immer der populistische Impuls.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Investoren haben oft ein feines Gespür für Schwingungen im politökonomischen Gefüge. Viele hat es verschreckt, wie über die letzten zwei Wochen die österreichische Re-gierung, die zwar als nicht jedem genehm aber wenigstens einigermaßen stabil galt, implodiert ist. Nun droht mit der Dämmerung über der Koalition in Deutschland der nächste politische Unruheherd in einem bis dato für berechenbar gehaltenen Land. Die Selbstzerfleischung der SPD verdeckt dabei gnädig die ebenfalls alarmierende Lage der CDU. Und es spricht für die Absurdität der politischen Konstellation, wenn ausgerechnet die CSU den Stabilitätsanker geben darf. Richtet man den Blick nach vorn, herrscht Unsicherheit. Hält die GroKo? Und wenn ja, wäre das gut? Wenn es Neuwahlen gibt, was bedeutet das für Europa? Sind die Fliehkräfte auf dem alten Kontinent stärker als der Zusammenhalt? Und werden wir Europäer damit zum Spielball der immer offensichtlicheren Rivalität zwischen China und den USA? Ist die EZB am Ende ihres Lateins? Inves-toren beantworten derartige Fragen im Zweifel durch Rückzug aus dem Risiko. Die Volatilität, die im bisherigen Verlauf 2019 so erstaunlich niedrig gewesen ist, dürfte in den nächsten Wochen weiter zunehmen.

 

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News 03.06.2019:

 

Economic-Update

 

Mit Unterstützung der Fondsgesellschaft JPM erhalten Sie ab sofort regelmäßig diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht. Sie zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirt-schaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFIDII sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFIDII / MiFIRAnforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen. SämtlichePrognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sichnicht auf dieses Dokument stützen. Darüber hinaus sollten Investoren eine unabhängige Beurteilung der rechtlichen, regulatorischen, steuerlichen, Kredit-und Buchhaltungsfragen anstellenund zusammen mit ihren professionellen Beratern bestimmen, ob eines der in diesem Dokument genannten Wertpapiere oder Produkte für ihre persönlichen Zwecke geeignet ist. Investoren sollten sicherstellen, dass sie vor einer Investitionen alle verfügbaren relevanten Informationen erhalten. Der Wert, Preis und die Rendite von An-lagen können Schwankungen unterliegen, die u. a. aufden jeweiligen Marktbedingungen und Steuerabkommen beruhen, und die Anleger erhalten das investierte Kapital unter Umständen nicht in vollem Umfang zurück.

Sowohl die historische Wertentwicklung als auch die historische Rendite sind unter Umständen kein verlässlicher Indikator fürdie aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorganChase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs-und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy.

Herausgeberin Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.àr.l., Frankfurt Branch, Taunustor1, D-60310 Frankfurt.

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Stand der Daten: 24.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876

MARKET INSIGHTS

 

 

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